Das Windelfrei-Ding

Das Windelfrei-Ding

Eigentlich wollte ich schon längst etwas zum Thema Windelfrei schreiben. Aber je länger wir dabei sind, um so selbstverständlicher kommt mir das Ganze vor und ich frage mich, was man groß dazu schreiben sollte. Darum ist es ganz gut, dass Christina vom größten Blog zum Thema Windelfrei mir noch mal den Anstoß gab. Bei Kind Eins war mir das Thema noch gänzlich unbekannt. Beim zweiten Kind war ich insofern darüber informiert, dass ich immer mal dann und wann Mütter im Rückbildungsgymnastikkurs hatte, die mit ihrem Kindern zum Abhalten zwischendurch auf dem WC verschwanden, anstatt zu wickeln.

Vor dem dritten Kind hatte ich mich aus beruflicher Neugier schon ganz gut in das Thema eingelesen, aber irgendwie stellte ich es mir letztendlich doch zu aufwendig vor, um direkt nach der Geburt damit zu beginnen. Trotzdem ließ mich das Thema nicht so ganz los, denn die Feinzeichen mit dem ein Neugeborenes signalisiert, dass es mal muss, kannte ich auch aus der Wochenbettbetreuung. Das vielleicht zappelige oder zart grunzende Kindchen, dass sich genau dann entleert, wenn es nackt auf dem Wickeltisch liegt – ein Klassiker. Deshalb hatte ich mir schon seit Jahren angewöhnt, nur seitlich vom Wickeltisch zu stehen, wenn die Mütter ihre Kinder zum Wiegen ausziehen…

Windelfrei verläuft in Phasen

Als der Babysohn dann fünf Monate alt war, habe ich dann doch noch mal einen Kurs zum Thema gemacht. Und obwohl unser Kleiner da schon längst aus dem Alter hinaus war, in dem die Babys noch sehr deutlich signalisieren, dass sie mal müssen, wollte ich es nun endlich ausprobieren. Also im Urlaub auf Rügen die Windel abgemacht und das Söhnchen über dem Waschbecken abgehalten. Das Ganze klappte spontan fünf Mal an diesem Tag. Und das war wahrscheinlich auch der Grund, warum sich Christian, der bis dato keine Meinung und kein Wissen zu dem Thema hatte, sich auch darauf einließ.

Seit diesem Tag ging der Babysohn täglich „aufs Klo“ – manchmal mehrmals täglich, manchmal auch nur einmal. Denn Windelfrei verläuft häufig in Phasen, in denen die Kinder mal mehr und mal weniger Zeit und Lust haben. Und die Eltern auch. Denn wir haben natürlich auch weiterhin Windeln verwendet, Stoffwindeln, auch Wegwerfwindeln und Trainerhosen. Und doch haben wir eine wesentlich bessere Windelökobilanz als bei Kind eins und zwei. Aber vor allem ging es dem Kleinen scheinbar gut damit und es gab und gibt viele komplett windellose Stunden, zum Beispiel im Tragetuch, weil er da tatsächlich nie macht.

Meine Mutter kommentierte das Ganze übrigens mit: „Ach, dafür gibt es jetzt einen Kurs? Wir haben damals auch einfach bei jedem Wickeln abgehalten.“ Zu Stoffwindelzeiten ohne Wäschetrockner war die Motivation da sicher ungleich höher.

Keine neue Babytrendsportart

Und tatsächlich ist das Ganze ja keine neue Babytrendsportart oder esoterisches Hippiezeug, sondern der Weg, wie der größte Teil der Kinder weltweit groß und sauber wird. Die ganzen Fakten zur Ökobilanz oder dazu, dass Windelfreikinder weniger von Koliken und Windeldermatitis betroffen sind, kann man sich tatsächlich besser auf den Windelfreiseiten durchlesen.

Aus meiner ganz persönlichen Sicht loht es sich aber durchaus, sich darauf einzulassen. Das kann ja auch wie bei uns in Teilzeit sein. Das heißt, dass wir dann abhalten bzw. der Kleine aufs Töpfchen geht, wenn es machbar ist. Im Vergleich zu den großen Schwestern fiel uns neulich mal auf, dass es somit nie den Punkt gab, wo wir unserem Kind erklären oder zeigen mussten, wozu Toilette oder Töpfchen da sind. Seit er ein knappes Jahr alt ist, geht er statt Abhalten gerne und häufig aufs Töpfchen. Windelfrei ist aber alles andere als ein zu frühes Sauberkeitstraining, sondern man greift einfach nur das auf, was das Kind anzeigt. Man muss als Eltern auch nicht 24 Stunden am Tag neben seinem Kind verbringen, um jede Regung, die ein Ausscheidungsbedürfnis anzeigt, aufzugreifen. Windelfrei macht einen auch weder zur besseren noch zur schlechteren Mutter. Man kann es ja einfach mal probieren…

Der Text enthält Affiliate-Links zu unserem Amazon-Konto.