Den individuell richtigen Weg finden

Es ist egal, ob es ums Thema Babyschlaf, den Geburtsort oder die Schnullerfrage geht. Jeder hat eine andere Meinung dazu und die muss auch geäußert werden.

Die Familienbett-Mütter werden zu Glucken ohne Sexleben gemacht. Den Babybettmüttern wird hingegen gleich eine Bindungsstörung prognostiziert. Es wird bisweilen sehr tief in die Vorurteilskiste gegriffen. Gerade in der Anonymität des Internets wird gerne weit ausgeholt, um anderen Müttern klar zu machen, was sie da gerade alles mit ihrem Kind verbocken, wenn es zum Beispiel in der falschen Tragehilfe sitzt. Essen und Schlafen sind wohl die am kontroversesten diskutierten Themen der Elternwelt. Obwohl es gleichzeitig auch unsere selbstverständlichsten Grundbedürfnisse sind, mit deren Erfüllung auf die eine oder andere Art die Menschheit schon ziemlich lange weiter fortbesteht.

Nicht nur im Netz gibt es diese Diskussionen unter Müttern. Auch auf Spielplätzen oder in der Krabbelgruppe kann man den „Mommy-Wars“ dazu nicht immer entkommen. Ja, es sind die Mütter, die streiten. Ich habe Christian gefragt und er hat mir bestätigt, dass die Schlafsituation unter Vätern in der Regel kein Streitthema ist. Männer klagen auch untereinander über Schlafmangel, nächtliche Unterbrechungen oder Kinderfüße morgens im Gesicht. Aber sie verurteilen sich nicht gegenseitig für das jeweilige Schlafkonstrukt. Warum eskaliert es also so oft unter den Müttern?

Großer „Gegenangriff“ heißt meist starke Unsicherheit

Meine Erfahrung ist, dass diesen Themen immer dann mit Vorurteilen oder harscher Kritik gegenüber dem anderen Weg begegnet wird, wenn jemand sich selbst nicht so ganz sicher ist, auf dem richtigen Weg unterwegs zu sein. Je größer der „Gegenangriff“ ist, umso stärker ist meist die Unsicherheit. Egal, ob es ums Durchschlafen oder die Methode der Beikosteinführung geht.

Dahinter steckt ja eigentlich meist etwas sehr Mütterliches – nämlich der Wunsch, es bestmöglich für die eigene Familie zu machen. Und die ernüchternde Erkenntnis ist immer wieder, dass uns keiner so hundertprozentig sagen kann, was denn nun der beste Weg ist. Alle Empfehlungen sind einem stetigen Wandel unterlegen. Das ist das eine. Dazu kommt, dass Kinder von Anfang an Individuen sind.

Es gibt niemals diese eine Lösung, die für alle gut ist. Familie ist ein System, das in ständiger Bewegung ist. Was heute noch passt, kann sich morgen schon ganz anders anfühlen. Wenn sich aber für mein Gefühl der momentane Weg gut und richtig anfühlt, kann ich ihn einfach gehen. Und zwar ohne mich dafür verteidigen zu müssen oder gar andere Wege als schlechter dastehen zu lassen.

Was sich wirklich bewährt hat

Ich gebe zu, dass es auch mir am liebsten war, wenn ich es in der Babyzeit mit meinem ersten Kind mit Müttern zu tun hatte, die auch lange stillen, im Familienbett schlafen und ihr Kind auch noch nicht nicht mit zwölf Monaten in die Kita geben. Es gibt einem irgendwie „Sicherheit“, wenn andere etwas genauso machen wie man selbst und alle scheinbar glücklich damit sind. Ohne es mir hoffentlich auf professioneller Ebene anmerken zu lassen, waren mir also die Frauen, die es ähnlich machten, einfach ein bisschen näher. Und vielleicht war auch manchmal ein klein wenig innerliche Verurteilung da für diejenigen, die es komplett anders machen.

Ich weiß noch, wie ich immer wieder lang und breit Vor- und Nachteile von diesem oder jenen erklärt und wiederholt habe – auch oft gegenüber Freunden oder der eigenen Familie. Ob es andere überhaupt hören wollten, war die eine Frage… mir war es einfach wichtig. Denn jede Mutter möchte irgendwie bestätigt haben, dass sie es gut macht.

Und wenn alle rundherum Brei füttern, zweifelt man vielleicht doch an der einen oder anderen Stelle, ob Baby-led weaning die richtige Idee ist. Mittlerweile geraten dann schon wieder eher die Brei fütternden Mütter in Erklärungsnot. Während das Familienbett vor vielen Jahren noch eher die Ausnahme in meinem Arbeitsalltag war, ist heute das Schlafen im Extrakinderbett fast schon wieder selten. Zumindest ein Beistellbettchen haben doch sehr viele Eltern mittlerweile.

Mütterliche und väterliche Kompetenz

Es gibt also etliche Entscheidungen zu treffen als Eltern. Bei manchen Dingen weiß man sofort, dass es persönlich passt. Manchmal ist man auch auf dem Holzweg. Was sich wirklich bewährt hat, stellt sich oft erst beim zweiten, dritten oder vierten Kind raus. Nämlich dann, wenn Eltern etwas intuitiv einfach tun, ohne ständig das Gefühl zu haben, es zu überprüfen oder erklären zu müssen. Wenn man diese Sicherheit in sich spürt, muss man weder den eigenen Weg verteidigen noch andere Wege verurteilen. Ganz egal, ob es 90 Prozent der Eltern um einen herum anders machen.

Das Kind bestätigt einem die mütterliche oder väterliche Kompetenz. So kann ich mittlerweile wirklich entspannt und aus vollem Herzen auch Frauen gut betreuen, die vieles komplett anders machen als ich selbst. Frauen, die nur kurz oder gar nicht stillen möchten. Die die geplante Sectio der Spontangeburt vorziehen. Oder die ganz bewusst ins große Perintalzentrum gehen und niemals eine Hausgeburt in Erwägung ziehen würden. Oder die ausschließlich pürierte Beikost geben und diese auch noch aus dem Gläschen.

Es ist immer eine Geschichte dahinter, warum Mütter diese oder jene Entscheidung für etwas treffen. Im besten Fall ist es eine informierte Entscheidung – dazu möchte ich als Hebamme beitragen. Aber an der Stelle sind objektive Fakten auch wesentlich wichtiger als ein emotionales Statement über die vermeintlichen Vorteile meines eigenen Handelns als Mutter.

Eigene Sicherheit vermittelt unseren Kindern Geborgenheit

Und ja, manchmal ist es nicht leicht so ganz andere Wege auszuhalten und mitzugehen. Doch dabei geht es in der Regel nicht um den Geburtsmodus oder den Weg der Beikosteinführung, sondern um kindliche Bedürfnisse, die nicht von den Eltern adäquat beantwortet werden können. Aber auch hier muss man etwas genauer hinsehen. Mann muss die Hintergründe und damit die Ressourcen der Eltern kennen. Oft sind eigene größere Defizite da. Und sie brauchen selbst erst einmal Unterstützung, damit sie ihr Kind entsprechend begleiten können.

Die Tatsache, dass Kinder Liebe und Geborgenheit brauchen, bedarf keiner Diskussion. Doch die Möglichkeiten und Wege, wie Eltern dies ihrem Kind auch spürbar zeigen können, sind sehr individuell. Im Prozess des Elternwerdens kommen häufig auch eigene Geschichten mit hoch, die vielleicht noch nicht ganz verarbeitet sind. Jede Mutter und jeder Vater bringt also auch eine eigene Geschichte mit, die das Handeln bestimmt. Man kann sich deshalb niemals nur aufgrund einer bestimmten Herangehensweise an ein Thema ein Bild davon machen, was andere Mütter „gut oder schlecht“ machen.

Deshalb ist es für mich immer mehr als schwierig, wenn Mütter andere Mütter angreifen oder verurteilen. Wenn sich mein Weg als Mutter für mich stimmig anhört, muss ich das ohnehin nicht. Ich kann über diese Themen sprechen, lesen oder auch schreiben ohne andere Wege abzuwerten. Und wenn es mich doch so stark irritiert, dann ist es manchmal ein guter Anstoß darüber nachzudenken, was es braucht, um mich als Mutter wieder vollständig kompetent und sicher in meinen Entscheidungen zu fühlen. Diese Sicherheit vermittelt auch unseren Kindern Geborgenheit – egal ob im Kinderwagen oder im Tragetuch.

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Kommentare

28 Antworten zu „Den individuell richtigen Weg finden“

  1. N
    NoName

    Ich finde ja, das alles schon früher beginnt, meist ab dem Zeitpunkt wo man verrät, dass man schwanger ist. Ab diesem Zeitpunkt kommen schon die Fragen, wie man sich alles mögliche vorstellt, von dem man, (ich zumindestens ab der 6. Woche beim 1. Kind)so gut wie gar keine Vorstellung hat. Eigenes Bettchen oder Familienbett, Stillen oder Flascherl, Wagerl oder Tragen. Ich habe so gut wie alles auf mich zukommen lassen, ich bin eh manchmal so leicht beeinflussbar ; ). Aber ich habe den Eindruck es geht gar nicht ohne Bewertung. Einige Wochen nach der Geburt, die Familie will das Baby sehen alles schön und gut. Ich hätte mein Kind nicht wickeln sollen, schon begann einen heftige Diskussion darüber, ob ich meinem Kind eine Strumpfhose zu viel oder zu wenig angezogen hätte. Ich dachte ich spinne, ich war eh noch megasensibel, ab ins Klo mal ne Runde geheult und wieder raus und schnell nach Haus. Nach etlichen sehr, sehr guten Gesprächen weiß ich jetzt, dass mein Bauchgefühl, wie ich mein Kind angezogen habe, richtig war. Die zweite zb behandele ich beim Thema anziehen komplett anders, sie schwitzt nicht so viel, also gehe ich ganz anders vor. Mittlerweile kann ich zu sowas auch stehen, doch ab und an merke ich noch immer das ich bei Müttern innerlich verkrampfe, bei denen ich das Gefühl habe, sie sind verurteilend. Und ich habe noch etwas gemerkt, dazu zu stehen fällt mir bei manchen Müttern auch sehr schwer, vor allem ist das auch ein Grund warum ich mich, wenn ich mal auf Spielplätze gehe, eher absondere, dass ich, und ich hoffe das wird nicht schon wieder falsch verstanden, nicht die ganze Zeit und ausschließlich, wenn ich mich unterhalte, mich dauernd über meine oder die Kinder des Gegenüber unterhalten will. Gerade wenn man mal verunsichert ist, tut das eine oder andere Gespräch sehr gut, das hilft oft enorm, doch stundenlang zu bequatschen und Sms zu bekommen die beinhalten, dass das Baby seit einer Woche wieder 1 cm gewachsen ist und jetzt 250g mehr wiegt. Sorry das interessiert mich leider in den meisten Fällen gar nicht, nicht mal bei meiner eigenen war ich beunruhigt, als mir der KiA mitteilte dass meine Älteste grade noch unter der Kurve kratzt. Meine war nämlich mit 1 Jahr kleiner, als die meisten anderen Kindern in ihrem Alter, ich habe die Tabelle bis heute nicht verstanden. Ihr ging und geht es gut, sie gedeiht prächtig und demnach war alles in Ordnung, nur der Rest wollte mir immer einreden ich müsste mir mehr Sorgen machen (sonst sei ich einen schlechte Mutter). Heute 1 Jahr später ist noch immer alles prächtig, sie ist genau in der Kurve drinnen im Normbereich, so wär sie es aber nicht, was dann? Und da kommen wieder die Mütter ins Spiel die verurteilend meinen ich hätte ja schon längst 100 Ärzte aufsuchen sollen. Aber für mich war sie nie krank. Ich tue mir schwer in Kontakt zu treten mit den meisten Müttern, weil ich oft das Gefühl habe es wird nur Verurteilt, Verglichen und Angegeben. Es gibt, aber auch zum Glück die anderen Mütter, mit denen man ganz offen menschlich sein kann, ohne dabei verurteilt zu werden. Mit denen man auch über andere Dinge reden kann, als über den Windelinhalt unserer Kleinsten. Und dafür bin ich dankbar : )

  2. A

    Dieses Selbstbewusstsein als Mutter zu haben und den möglichen Angriffen aus dem Umfeld zu trotzen, wenn man einen ganz anderen Weg geht als andere, das ist ein echter Entwicklungsprozess. Aber irgendwie wird es mit der Zeit leichter. Mit jedem Kind ein bisschen mehr.

  3. J
    jen

    Diese Diskussionen und Vergleiche sind hirnrissig.Ich habe noch nie eine Frau getroffen, die in allen Vorlieben und Abneigungen mit mir übereinstimmte,wie sollen dann bitte zwei Frauen gleich mit ihren Kindern umgehen? Plus den Partnern ? Jeder hat andere Vorstellungen und Werte.Bizarr.Bei der Kleidung wollte man wahnsinnig individuell sein,die Erziehung ist dann aber gleichgeschaltet? Man pickt sich überall das passende heraus, eigene Erfahrungen und Werte kommen dazu,ein bisschen trial and error und fertig.

  4. B

    Klingt nach einem schönen Weg, den Du da als Hebamme gegangen bist.

    Und noch etwas kann ich nachvollziehen: Dieses Zusammensein mit Müttern, die es ähnlich machen, ist irgendwie schön.

    In unserem Prenzlauer Berg Grüppchen haben wir alle ähnlich lange gestillt, die Kinder zur selben Zeit in die Kita gegeben und doch gibt es Unterschiede: Manche schwören auf Schnuller, leben das Familienbett oder haben nur Baby-Led-Weaning gemacht.

    Das Schöne daran, dass wird nicht einzeln diskutiert. Sollte öfter so sein.

    Und übrigens: Tolles Foto.

    Lieben Gruß
    Bettie

  5. K
    Kathrin

    Auch ich finde, dass es verschiedene Wege gibt, solange das Kindeswohl im Vordergrund steht. Wenn aber eine Kindesgefährdung droht, dann kann ich das noch nicht mehr schweigend akzeptieren. Ob Elternbett oder nicht, ob Nuggi oder nicht, ob Kinderwagen oder Tragen, hauptsache ist doch, dass das Kind als Person geachtet wird und geliebt wird.

    1. A
      Anja

      Liebe Kathrin,

      das sehe ich ganz genauso wie Du. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das in der Regel nicht die Mütter sind, die diese Diskussionen führen. Die “ Diskussionsmütter“ sind ja in der Regel diejenigen, die sich viele Gedanken darüber machen, was das Richtige für ihr Kind ist. Und das “ Richtige“ ist halt doch immer recht individuell… Liebe Grüße, Anja

  6. M
    Maj

    Ich muss auch mal ein Lob für den guten, einfühlsamen Artikel dalassen. Ich gestehe ich lese hier zum ersten Mal und hatte mich schon am Anfang des Artikels drauf eingestellt, dass bestimmt die eine oder andere Richtung besser weg kommt. Und siehe da, das ist nicht der Fall. Merke ich daran, dass ich kein Bedürfnis nach Rechtfertigung verspüre, auch wenn ich in mancher Hinsicht anders entschieden habe als die Autorin. Vielen Dank dafür! Es geht also doch ohne Mummywar 🙂

  7. G
    Gardiners-Seychellenfrosch

    Oh, Mommy-Wars, da hab ich wohl n Abo drauf da rein zu geraten. Mein Gehirn funktioniert nämlich nach dem Schema x hat in Buch geschrieben/ gesagt, also stimmt es. Hey, sorry es gab mal ne Zeit da wusste ich nicht dass Jedes Kind kann schlafen lernen lesen total verboten ist. Für mich es ein Buch was mir geschenkt wurde, was ich las und fertig! Das Getue darum und anderes versteh ich nicht. Mei, ABA ist vieeeel schlimmer und darüber regt sich keiner auf…

    Da geb ich meiner Mum echt recht, diese ganzen Müttertreffgelegenheiten wie GVK, Rückbildung, PEKIP sind fürn Popo, wenn man nich ins Raster passt. Baah, beim nächsten Kind buch ich Einzelrückbildung, dann muss ich mich ned wieder von Hörenden dissen lassen bloss weil ich sagte dass mir das Geschrei der vielen Babys zu laut ist. Mein eigenes ok, aber viele durcheinander, das war so ein Geräuschoverload. Hey ihr könnt froh sein dass ich noch genug contenance hatte sachlich meine empfindungen zu schuldern, anstatt schreiend aus dem raum zu rennen. Ja, für mich stellt leider auch so ein kleines süsses Baby eine störende Geräuschquelle dar, wenn sie im falschen Moment kommt,nämlich wenn ich verstehe will was die Hebamme grad sagt. Tjo, so fühlt es sich an wenn gewisse Filter im Hirn fehlen. Ist leider so, muss ich mit leben, es sei den die KK zahlt mir mal Premium-HG.

    Nee, ehrlich wenn ich ne Ansammlung Mütter seh, mach ich nen grossen Bogen drum… Baah, brauch mich ne als albern beschimpfen lassen, bloss weil meine Denke anders geht. Ihr könntet mir ja mal liebevoll erklären warum ihr über X so denkt usw. Nööö, das geht ja nich draufhauen ist einfacher. Da denk ich immer eure armen Kinder, werden die auch so verbal geprügelt, wenn sie ein für euch unverständliches Denkmuster haben? Wie soll ich die Erdenwelt verstehen wenn alle genervt draufhauen amstatt zu erklären warum es so ist… Die Krönung ist nämlich Dummmachen per Ironie. Jaa, meine rethorischen Fähigkeiten sind nicht besonders, ist das ein Grund sich drüber lustig zu machen?
    Frauen sind wie Hühnerstall, sagte mal ein tschechischer Arzt im KH zu einer Hebamme. Meine Mum hatte es belauscht und mir gesagt es stimmt. Das ist der Grund warum ich sehr wenig Lust habe auf Kontake mit Geschlechtsgenossinnen…

    Darum reite ich lieber Wallache, Stuten sind zu unberechenbar wenn sie itzig sind.

  8. T
    Tina

    Mommywars….

    Wenn ich jetzt nicht diesen Artikel gelesen hätte,hätte ich gar nicht gemerkt, dass ich selbst in einem stecke.

    Also, dass ich mich sehr über meine Nachbarin ärgere, die mir „Expertinnen-Tips“ gibt und das Gefühl eine Rabenmutter zu sein, weil mein Kind nicht in einer Spielgruppe/Krippe ist, mit 1,5, das weiß ich schon. Aber nun fällt mir erst auf, dass es ins klassische Mommywars Ressort fällt.
    Und nach dem Lesen diesen Artikels ärgere ich mich gleich viel weniger.
    Vielen lieben Dank an Dich, Anja, hier für!

    Ich war bisher völlig überzeugt, dass unser Weg für unser Kind absolut in Ordnung ist. Und merke nun, das ist es auch. Total egal, was andere denken, total egal, wie andere mit ihren Kindern leben.
    Tut gut, ab und zu daran erinnert zu werden.

  9. A

    Sehr schöner Bericht und behutsam gekontert. Ich schau mich mal hier um. Ich glaub, hier ist’s schön 🙂

  10. J
    Julia

    Ich habe bei meinen Kindern auf die Bedürfnisse der Kinder geachtet. Einer meiner Söhne wollte zb überhaupt nicht bei mir im Bett schlafen. Die anderen haben das 1 Jahr bei mir und dasnn im eigenen Bett geschlafen. Nur der Jüngst(jetzt 2,5 Jahre) schläft noch bei mir/uns. Das sorg ,oft im Umfeld, für viele Diskussionen. Aber ich nehme mir dann einfach die Freiheit heraus zu behaupten dass ich als Mutter von 10 Kindern schon selber abschätzen kann was gut für sie ist und was nicht.

    1. K
      Kerstin

      Find ich toll.
      Und 10 Kinder – alle Achtung!!!
      Wir bekommen demnächst unser 3. und geplant letztes Kind und ich lasse alles auf mich zukommen 🙂

  11. K

    Ich glaube ja, das es sowieso nicht „DIE RICHTIGE LÖSUNG“ gibt, sondern immer nur Varianten die individuell von den Familien an ihre Familie angepasst werden. Alles ist okay solange sich alle Familienmitglieder wohl fühlen, würde ich sagen, da zählen auch Kinder.
    Zumindest fahren wir mit dieser Einstellung bei uns ganz gut!

  12. M
    Myriam

    Wir haben zwei Kinder im Alter von 3 und 1. Ich hab mir von Anfang an von niemandem reinreden lassen und hab alles nach Bauchgefühl gemacht. Unsere Kinder hatten zwar von Anfang weg ihr eigenes Bett, schliefen aber das erste halbe Jahr bei uns im Zimmer (schiefe Blicke hierfür geerntet). Jetzt schlafen die beiden in einem gemeinsamen Zimmer und wenn einer der beiden Nachts nicht mehr schlafen kann und Nähe braucht – ab zu uns ins Bett (wieder schiefe Blicke). Mit meinem ersten war ich daheim als Mama (schiefe Blicke) mitm zweizen ging ich nach 8 Wochen wieder zum Arbeiten, ging ja dank Tagesmama (schiefe Blicke). Ich hab gestillt (schiefe Blicke), ich gab Gläschen (schiefe Blicke). Dickes Fazit: reden lassen!!! MEINE Kinder, MEINE Sache!

    1. M
      Miriam

      Super Kommentar! So gehts mir auch – immerzu schiefe Blicke! 😉

  13. A
    Anne

    Liebe Anja, jetzt muss ich endlich mal ein Danke hierlassen. Dieses Blog ist einfach großartig. Du schaffst es bei jedem noch so kontroversen Thema eine wohltuend ausgewogene und zugleich freundliche Analyse daneben zu stellen, das finde ich unglaublich. Ich kann mich immer daruaf verlassen, dass deine Texte mehrperspektivisch, fachlich kompetent und fair sind. Obwohl meine Kinder aus dem „Hebammen-Alter“ langsam raus sind und das Interesse (und die eigene Unsicherheit) an und bei den Baby- und Kleinkindthemen abflaut, lese ich hier immer wieder gern. VIELEN DANK dafür. Grüße von Anne

    1. A
      Anna

      Ich unterschreibe hier ganz ganz fett bei Anne, besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Liebe Anja, auch von mir ein ganz, ganz dickes Lob für Deine tollen Texte! Ich finde hier wirklich Rat, und kann nicht nur lesen wie es andere machen (zumal ich mich dabei manchmal fühle, als sei ich der Zuschauer in einer eigens für den Blog inszenierten pefekten AP-Familienwelt).
      P.S.: das gilt auch für Christians Texte 🙂

      1. A
        Anja

        Danke liebe Anne für das dicke Lob. Das ist vor allem auch für Christian ein schöner Anschubser, auch mal wieder etwas mehr zu schreiben;) Die perfekte AP-Welt haben wir hier zu Hause sicher nicht, aber ich denke und hoffe, alle Beteiligten fühlen sich trotzdem ganz wohl:) Liebe Grüße, Anja

  14. S

    Ich finde es generell furchtbar, wenn man immer nur von sich auf andere schließt. Nur weil es bei MIR so und so funktioniert, heißt das ja nicht, dass es bei anderen GENAUSO funktionieren muss oder zumindest könnte. Letztlich muss jede Familie die für sich passende Lösung finden, in allen möglichen Fragen. Diese Lösung macht sich an den Bedürfnissen des Kindes aber auch der Eltern fest.

    In Bezug aufs Schlafen ist das Bedürfnis meines Kindes: Nähe. Mein Bedürfnis ist in erster Linie: Schlaf. Erst dann kommt das Bedürfnis nach mehr Platz oder Bequemlichkeit. Also gehe ich den Weg des geringsten Widerstandes und lasse mein Kind bei mir schlafen. So finden wir unsere Lösung. Dass diese nicht die Lösung für alle Familien ist, erst recht nicht für solche, wo die Kinder eh total gut allein schlafen, sollte klar sein.

    Hier mit völlig verschiedenen Voraussetzungen und Ausgangslagen emotional zu diskutieren, kann einfach nichts bringen. Da hilft wie meistens: Einfach mal so machen, wie es sich für einen selbst am besten anfühlt. Und nicht immer so viel nach rechts und links schauen! http://kinderhaben.de/post/107632648636/die-schlaf-kontroverse

  15. H
    helen

    Oh jaaaa. Ich lasse mich unglaublich schnell verunsichern. Mein erstes Kind schlief von Beginn an bei mir im Bett; einfach weil es das stillen erleichterte. Dass man das Familienbett nennt wusste ich nicht und dass es okay ist auch nicht; in meinem Bekanntenkreis wurde ich schief angeguckt. Geplant hatte ich das auch nicht; vor der Geburt stellte ich mir immer ein friedlich in seinem Bett schlafendes Baby vor 🙂 Das in Übrigen natürlich 6 Monate gestillt wird. Und dann nicht mehr. War dann auch anders. Bis zum 2.Geburtstag haben wie gestillt. Das hat dann kaum einer verstanden… Aber sobald jemand kommt und mir erzählt wie er (sie) es macht, stelle ich meinen Weg in frage. Und im Moment sind nur „familienbettler“ um mich rum. Aber die haben noch ganz andere ideen. Breifrei möchte ich jetzt beim zweiten Kind auch probieren. Aber ich habe schon ein ganz schlechtes Gewissen weil ich keine Lust auf windelfrei habe und meine Kinder nicht in gewalkte Wolle kleide… und durchgeimpft ist meine große auch… und ich liebe mein Tragetuch, aber auch den geschwisterwagen. Und von einer Mutter wurde ich gefragt : ‚wenn du tragen willst, warum habt ihr denn dann einen Kinderwagen? “ als gäbr es nur das eine oder das andere. Eine anderw erklärte mir, dass ich selbst schuld sei an der Verstopfung der großen; mit windelfrei wäre das nicht passiert…

  16. S
    Saskia

    … in Paris werden Menschen mit Kalaschnikows niedergeschossen, in Syrien knallt das Giftgas – und die Muttis diskutieren auf allen Kanälen über „Mommy-Wars“? Wenn ich nicht zugeben müsste, dass die „Familienbett“-Diskussion mich mitunter mehr interessiert als Charlie Hebdo und Assad, könnte ich jetzt zu einem verdammt hämischen Kommentar ansetzten … aber da ich zockt.com noch vor spiegel online lese … gut. Wer im Glashaus sitzt … schlimm genug. Eigentlich recht was peinlich. Für mich. „Muttikriege“. Ich fasse es nicht.

    1. A
      Anja

      Liebe Saskia,

      tatsächlich hatte ich ähnliche Gedanken wie Du… Aber Frieden beginnt im Kleinen und dazu gehört auch Toleranz und Respekt denen gegenüber, die es vielleicht ganz anders machen. Auch mit Worten sollte man nicht aufeinander losgehen. Also vielleicht machen Muddiblogs somit doch ein bisschen Friedensarbeit, wenn sie reflektieren, wie unsinnig und überflüssig so was ist… Liebe Grüße, Anja

  17. L

    Ein sehr liebevoll und weise geschriebener Artikel!
    Ich befasse mich gedanklich immer wieder mit den Mommy Wars, ganz gleich, wo sie mir begegnen.

    Ich kenne die Unsicherheiten, die hinter den Verbal-Attacken stehen, aber ich enthalte mich der Gewalt. Man ist manchmal einfach unsicher, weil man sich für einen speziellen Weg entscheidet oder selber nicht ganz zufrieden mit seiner Entscheidung ist. Wenn dann noch jemand irgendwo sagt oder schreibt, dass er diese Entscheidung „unmöglich“ findet, dann bricht anscheinend der Krieg los.

    Schade. Denn eigentlich können Mütter sich gegenseitig bereichern, wenn sie es denn möchten.

    Ich habe mir wegen des neuerlichen Aufregers (dem Familienbett-Artikel) auch Gedanken gemacht:
    https://essentialunfairness.wordpress.com/2015/01/09/mommy-wars-und-der-sofasex/

  18. K
    Karoline Hoffmann

    Ich bin Mutter eines Sohney 4,5 und einer Tochter 6 Monate….

    Ich mach mir überhaupt keinen Kopf, was andere über mich, meinen Stil und mein Muttersein denken. Mir ist mein Partner, der Vater meiner Kinder, wichtig, denn unser Zusammenhalt zählt.
    Mir ist es nicht wichtig, wie Mutter X ihre Kinder ins Bett bringt oder ob der oder die schon sauber ist, Klein Y mag mit 11 MOnaten noch nix essen .. na und?!
    Ich hab diese eeewigen Diskukssionen satt, diese Suche von Müttern, was Bücher und Medien berichten um ja sich dort Hilfe zu suchen, sich noch mehr von Dingen beeinflussen lassen noch mehr die INtuition rauben lassen.,

    Nein, ich höre auf mein Mutterherz und das sollten doch alle, einfach aufhören, zu Vergleichen, das nimmt einen den Druck und auch den Druck oder die Belastung für die Kinder, einfach das Familienleben im Einklang halten, zusammensein, für einander da sein, auch mal negative Gefühle zuzulassen, „ECHT SEIN“…

    Dann wäre alles viel entspannter…

  19. K

    Was ich bei der ganze Diskussion vermisse, sind die individuellen Beispiele. Und damit meine ich nicht die Vor- und Nachteile, sondern die Situationen, wie ein liebevolles Zubettgehen aussehen kann – unabhängig vom Ort des Schlafes. Mich würden die Rituale von Nicht-Familienbett Eltern und deren Wochenendkuscheln etc ebenso interessieren (im Detail) wie Familienbettgeschichten. http://www.krachbumm.com/2015/01/08/weil-aufwachen-das-sch%C3%B6nste-ist/

    1. J
      jen

      Hallo Katja, mein Sohn ist sechs Monate und schläft seit der Rückkehr aus dem Krankenhaus im eigenen Zimmer.Anfangs schlief ich noch bei ihm,das beunruhigte ihn jedoch,so bin ich nach ein paar Tagen zum Stillen immer zu ihm.Mittlerweile schläft er 10-12h durch,bzw.wacht auf und schläft dann weiter,ohne sich zu melden.Das abendliche Ritual heisst essen, wickeln,stillen,schlafen.Am Wochenende sind wir meistens vor ihm wach und holen ihn dann zu uns,sobald er erwacht ist.Er ist jedoch kein großer Freund unseres Bettes.

  20. L

    Ist es unter Frauen nicht eigentlich immer so? Dass sie sich für alles verurteilen müssen? Ich merke ja selbst, dass ich mit Frauen viel stärker ins Gericht gehe als mit Männern. Und Männern es meistens völlig schnurz ist, was andere machen, wobei ich schon recht harte Ausschlusskriterien habe, wenn ich neue weibliche Bekanntschaften schließe. Ich schätze, in der Mütterwelt wird diese Konkurrenz einfach auf die Spitze getrieben. Respekt vor jeder Frau, die es schafft, ihr eigenes Ding durchzuziehen, ohne sich von anderen aus der Ruhe bringen zu lassen.

  21. F

    Ich mag die Artikel hier: immer sehr verständnisvoll und tolerant und mit viel Herz geschrieben. Auch wenn es nicht immer für den Weg steht, den ich gehe. Ich lese trotzdem gern. Dieser Artikel ist für sich genommen genau das wofür auch ich stehe: jeder muss seinen eigenen Weg finden. Schade finde ich aber den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Er hätte es nicht nötig gehabt, auf den Zug der Familienbettdiskussion aufzuspringen, sondern für sich selbst noch viel besser gestanden.

    Ich denke, dass man sich, wenn man mit seinem eigenen Weg zufrieden ist, nicht von jeder Gegenmeinung angegriffen fühlen muss. Auch wenn sie etwas harsch und sicherlich ein wenig aufmerksamkeitsheischend geschrieben wird. So viele schreiben bewusst ein wenig krasser und polarisierender, um nicht in der Flut des täglich Geschriebenen unterzugehen. Muss ich mir deswegen jeden Schuh anziehen? Nein.

    Liebe Grüße,
    Fräulein Sonnenschein (übrigens ebenfalls Familienbettmama)

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