Wir mögen: Swopper Aktiv-Stuhl

Wir mögen: Swopper Aktiv-Stuhl

Nachdem mich ja schon der Kinder-Aktivstuhl Swoppster so sehr überzeugt hat, dass ich ihn abends immer heimlich aus dem Kinderzimmer entführt habe, freute ich mich umso mehr, als nun der große Bruder, der Swopper bei uns eingezogen ist. Und auch Christian freut sich, da das Kindermodell ja nur bis 50 Kilogramm zugelassen ist. Platzhirsch nennt sich unser Modell, dessen Sitzfläche mit einem grauen, sehr strapazierfähigen Filz überzogen ist. Allerdings gibt es nun auch etwas Gerangel, wer auf dem Platzhirsch arbeiten darf oder nicht. Warum freuen wir uns nun so über ein Sitzmöbel?

Jeder, der viel Zeit am Schreibtisch oder auch sonst im Sitzen verbringt, weiß, wie man mit jeder Stunde mehr in eine ungesündere Sitzhaltung abgleitet. Nicht selten mit dem Resultat, dass sich das irgendwann durch Rückenschmerzen rächt. Selbst das Aufstehen zwischendurch kompensiert nicht wirklich die längere Fehlhaltung im Sitzen. Als Beckenbodentrainerin weiß ich theoretisch zwar ganz genau, wie gesundes Sitzen auch auf einem unflexiblen und starren Sitzmöbel aussehen sollte. In der Praxis erwische ich mich dann selbst doch immer wieder eingesunken und mit hängenden Schultern am Schreibtisch sitzend. Und ich biete genau das Bild, das ich den Müttern im Rückbildungsgymnastikkurs demonstriere, wenn wir über eine beckenboden-und rückenfeindliche Sitzhaltung spreche.

Auf dem Swopper ist es faktisch kaum möglich, in eine schlechte Sitzposition zu kommen, da man immer wieder aktiv veranlasst wird, in die Aufrichtung zu gehen. Außerdem bewegt man durch die Neigungsmöglichkeiten des Stuhls in alle Richtungen immer wieder das Becken entsprechend der Belastung. Und ganz ehrlich, durch das bewegte Sitzen fällt es auch mir viel leichter, konzentriert zu bleiben. Ein Effekt, der nicht nur bei Kindern gut funktioniert. Durch die mit der Federung verbunden Auf- und Abwärtsbewegung werden Beine und Rücken zusätzlich entlastet. Und da das intensive “Federn” sogar einen Trainingseffekt auf die Muskulatur hat, gibt es sogar eine App, die einen regelmäßig an das Sitztraining mit dem Swopper erinnert. Doch auch ohne App bleibt man auf dem Aktivstuhl ständig in Bewegung.

Das Kind ins Becken schaukeln

Für mich ist dieser Stuhl auch ein wirklicher Tipp für die Schwangerschaft. Durch den wachsenden Bauch und die gerne damit verbundene Fehlhaltung leiden viele Schwangere unter Kreuzbeinschmerzen. Auffallend häufig sind es werdende Mütter, die beruflich viel Zeit am Schreibtisch verbringen. Natürlich berate ich zu rückenfreundlichen Sitzpositionen, doch oft ist es wie oben beschrieben. Nach einer Weile stellt sich doch wieder die Fehlhaltung ein. Auch das längere Sitzen auf einem Gymnastikball oder alternativ einem Ballkissen ist für viele Frauen keine langfristige Lösung. Mit dem Swopper löst sich nicht nur das Problem der schlechten Haltung. Gleichzeitig wird durch das aktive Sitzen auch der Kreislauf aktiviert. Ein wichtiger Nebeneffekt einer guten Sitzhaltung, gerade zum Ende der Schwangerschaft hin ist, dass das Baby im Bauch es so einfacher hat, in eine möglichst optimale Geburtsposition zu kommen.

So beschreibt Jean Sutton in dem Buch Die Optimierung der Kindslage, wie der sich circa seit den 1960er Jahren veränderte Lebensstil auf die Einstellung des Kindes im Becken auswirkt. Die Zunahme von sitzenden Tätigkeiten führt oft zu ungünstigen Sitzpositionen. Auch das Übereinanderschlagen der Beine schränkt den für das Baby zur Verfügung stehenden Platz im Becken ein. Durch das Vor- und Zurückbewegen des Beckens kann ein Kind am Ende der Schwangerschaft animiert werden, sich von der hinteren Lage (das heißt, der Rücken des Kindes liegt hinten) in die geburtshilflich günstigere vordere Lage zu bewegen. Auch das Beckenkreisen, dass in alle Richtungen auf dem Swopper möglich ist, tut vielen Schwangeren gut. Im Unterschied zum Gymnastikball lässt sich der Swopper aber in der Höhe anpassen.

Aber auch völlig unabhängig von Schwangerschaften ist ein gutes und gesundes Sitzmöbel trotz der vielleicht erst einmal recht hohen Anschaffungskosten eine lohnende Investition, gerade wenn man viel Zeit im Sitzen verbringt. Für mich kam der Swopper jedenfalls gerade richtig, denn durch das Schreiben am zweiten Buch fallen meine Schreibtischzeiten gerade länger aus. Auf lange Sicht muss wohl doch noch ein zweites Modell für Christian her, damit der nicht immer neidisch zu mir rüberschaut und auf seinem schönen, aber viel unbequemeren Eames Chair Rückenschmerzen bekommt.

Noch ein paar Fakten zu unserem Modell:
◉ Der Platzhirsch mit Filzbezug hat die Federstärke Medium und ist optimiert für 60 bis 120 kg Sitzgewicht.
◉ Die Sitzhöhe beträgt unbelastet 52 bis 65 cm, belastet 45 bis 60 cm.
◉ Wir haben den Kombigleiter-Fußring, dessen vormontierte Oberseite aus hellem Kunststoff optimiert ist zum Einsatz auf Böden wie Teppich oder Filz. Zum Einsatz auf glatten Böden wie Stein, Fliesen oder Parkett kann man den Gleiter entnehmen und mit der Filzoberfläche wieder montieren. Diese Variante nutzen wir und haben keine Spuren auf dem Parkett.
◉ Alternativ ist der Swopper auch mit gebremsten Universalrollen und optional einer Lehne lieferbar.

Der Swopper wurde uns freundlicherweise von der Firma Aeris zur Verfügung gestellt. Die Produktbewertung in diesem Artikel spiegelt unsere persönliche Meinung wider.