Wir lesen und verlosen: Traumgeburt

Wir lesen und verlosen: Traumgeburt

Dass dies ein gutes Buch sein würde, ahnte ich schon vor dem Lesen. Denn ich habe die Arbeit der Autorin und Psychologin Alexandra Kopf in meiner dritten Schwangerschaft kennen- und schätzengelernt. Zunächst als Hebamme in einer Weiterbildung zum Thema “Selbsthypnose in der Geburtsvorbereitung” und später als Schwangere in der Vorbereitung auf die Geburt des dritten Kindes.

Und genau um dieses Thema geht es in Traumgeburt. Frauen sind die Expertinnen für ihren Körper und für ihre Schwangerschaft. Und trotzdem haben viele Schwangeren nach der Geburt das Gefühl entbunden worden zu sein statt geboren zu haben. Und das liegt nicht immer nur an ungünstigen Begleitumständen oder zu vielen Intervention. Der Wehenschmerz selbst kann zu Angst und Anspannung führen, was das Schmerzempfinden zusätzlich verstärkt. Wie in einer Spirale kann sich dies dann steigern.

Deshalb ist es die grundsätzliche Idee der Geburtsvorbereitung, diesen Kreislauf zu durchbrechen bzw. ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Autorin erklärt gut und verständlich, welche Rolle unser Gehirn dabei spielt und wie wir es selbst positiv beeinflussen können. Und das ist letztlich das ganze Geheimnis der Selbsthypnose. Unter guten Bedingungen kommen Frauen unter der Geburt ganz von selbst in einen der Trance ähnlichen Zustand, der ihnen hilft, gut durch diese große Anstrengung zu gehen. Da dies aber nicht immer automatisch gelingt, ist es durchaus sinnvoll, sich bereits in der Schwangerschaft mental darauf vorzubereiten. Das regelmäßige Üben führt gleichzeitig dazu, dass man sich auch in der Zeit vor der Geburt gelassener und entspannter fühlt. Das Buch gibt viele Anregungen und konkrete Anleitungen zum Üben.

Ich habe die Autorin damals an vier Terminen vor der Geburt konsultiert und konnte all meine Ängste und Sorgen in den Gesprächen da lassen und positive Gedanken mitnehmen. Außerdem bekam ich eine von ihr besprochene CD, die ich zum Üben zu Hause hörte. Und auch, als ich die ersten Wehenstunden noch ohne Hebamme zu Hause war. Obwohl meine CD individuell besprochen war, habe ich doch viele wohltuende Sätze davon auch in Traumgeburt wiedergefunden.

Auch für Geburtshelfer unbedingt lesenswert

Wie wichtig die richtigen Worte in der Begleitung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind, wissen wir als Hebamme. Aber es ist wichtig, sich das immer wieder zu vergegenwärtigen. Darum empfinde ich dieses Buch auch für Geburtshelfer als unbedingt lesenswert. Und wie war sie nun, meine hypnotische vorbereitet Geburt? Ich zitiere mal aus meinem Geburtsbericht, den ich wenige Tage nach der Geburt geschrieben habe:

“Den Wehenschmerz habe ich gefühlt wie bei den anderen Geburten mit der Gewissheit, dass ich da jetzt durch muss und dass es diese wirklich gewaltige Kraft zum Gebären braucht. Im Gegensatz zu den anderen Geburten habe ich mich aber ein keinem Moment überwältigt gefühlt von den Geburtsschmerzen, sondern konnte wirklich jede Wehe als kleinen Schritt zu unserem Baby sehen. Wie schwere Arbeit, die jetzt aber absolut notwendig ist und gemacht werden muss. Ich hatte immer den tollen Moment vor Augen, unser Baby schon bald in den Armen halten zu dürfen. Um kurz nach Vier war der Muttermund dann vollständig eröffnet und die Fruchtblase stand tatsächlich immer noch. Mittlerweile war auch irgendwann unauffällig die zweite Hebamme zur Geburt eingetroffen.

In der nächsten Stunde machte sich doch ein wenig Müdigkeit bei mir breit und auch die Wehenfrequenz nahm etwas ab. Dies ist aber ein recht häufiger Verlauf bei einer schnellen Muttermundseröffnung, also überhaupt kein Anlass zur Nervosität. Der Körper sammelt einfach noch mal Kraft für den Endspurt. Die Herztöne von unserem Baby waren übrigens die ganze Geburt über unfassbar gut. Selbst in der letzten Phase mit viel Druck, hat sich der Kleine null davon beeindrucken lassen und zeigte sich von der besten Seite. Kurz nach fünf kam dann das Gefühl, wirklich mitschieben zu müssen. Irgendwann muss auch die Fruchtblase aufgegangen sein. Es lief aber nur wenig Fruchtwasser, weil das Köpfchen alles so abdichtete. Ich brauchte einen Moment, mich wirklich darauf einzulassen und zu trauen, jetzt ganz mitzugehen. Aber Angst hatte ich keine, eher aufgeregte Vorfreude.

Wir wechselten darum noch ein paar Mal die Position. Um kurz nach 05.30 Uhr habe ich dann sein Köpfchen und seine ersten Haare getastet. Sein Köpfchen habe ich dann auch nicht mehr losgelassen und in meine Hand hinein mitgeschoben. Mittlerweile war die linke Seitenlage, unterstützt von Christian auf dem Teppich vor unserem Sofa für mich am angenehmsten. Um 5.53 Uhr war das Köpfchen geboren, gerade als seine Schwestern mit meiner Freundin ins Wohnzimmer kamen. Sie hatten wirklich bis kurz vor Sechs durchgeschlafen – trotz meiner Lautstärke in dieser Nacht. Sie kamen beide zu uns aufs Sofa. Unser Baby machte dann noch mal eine Komplettdrehung für die Geburt der Schultern und war um 5.57 Uhr geboren. Ich konnte es trotz des längeren Endspurtes kaum fassen, unser Baby schon im Arm zu halten. Dieser Augenblick ist auch beim dritten Kind unfassbar wundervoll und schön. Unsere Töchter küssten und herzten das kleine Bündel Glück sofort und die Große sagte, dass wir jetzt aber nachschauen müssen, was es denn ist. Eindeutig ein kleiner wunderhübscher Bruder war da in unsere Familie geboren…”

Meine persönlichen Erfahrungen waren also sehr positiv. Doch selbst, wenn die Geburt nicht ganz so einfach und unkompliziert verläuft wie in unserem Fall, denke ich, dass die positive und mentale Vorbereitung eine gute Unterstützung ist. Die persönliche Traumgeburt muss nämlich nicht zwingend bei Kerzenschein in der heimischen Wanne stattfinden, sondern sollte in erster Linie von Müttern als selbstbestimmt und kraftvoll erlebt werden – auch wenn mal mehr oder weniger Unterstützung dabei nötig ist. Doch es ist gut, wenn Frauen anschließend sagen können: “Ich habe mein Kind geboren”, anstatt sich von anderen entbunden zu fühlen.

Traumgeburt von Alexandra Kopf
142 Seiten; Carl-Auer Verlag
17,95 Euro

Wir verlosen ein Exemplar von des Buches. Wer gern gewinnen möchte, hinterlässt einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag. Wer gewonnen hat, geben wir am 13.Oktober 2015 hier im Kommentarbereich bekannt. Bitte schaut dann auf jeden Fall noch mal vorbei, damit ihr uns kontaktieren könnt, falls die Gewinnbenachrichtigung per E-Mail nicht angekommen sein sollte. Viel Glück.

Unser Buch sowie das zu gewinnende Exemplare wurden uns freundlicherweise vom Carl Auer-Verlag zur Verfügung gestellt. Die Bewertung in diesem Artikel spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Text enthält Affiliate-Links zu unserem Amazon-Konto.

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