Willkommen im Pipi-Kacka-Kotze-Land!

Willkommen im Pipi-Kacka-Kotze-Land!

„Du hast da Schnodder auf deinem Oberteil“, sagt Thomas mitten im Gespräch zu mir, als wir letztens auf dem Spielplatz saßen. Es gab mal Zeiten, da gab es nettere Komplimente von gleichaltrigen Männern. Aber heute sind wir Eltern. Und Recht hatte er, denn zwei Spuren Babyrotze verliefen längs über den Querstreifen meines Shirts…

Wir hatten schon wieder einige halbwegs „saubere“ Jahre hinter uns, als unser drittes Kind geboren wurde. Die jüngste Tochter war vier, geht also schon alleine auf die Toilette und kann mit Messer und Gabel recht sicher umgehen. Deshalb war es auch schon wieder möglich, Wollpullover oder sonstige handwäschebedürftige Kleidungsstücke anzuziehen, denn mit Glück konnte man diese auch einen ganzen Tag lang tragen.

Seit der Babysohn da ist, sind wir wieder ein bisschen „dreckiger“. Es fing schon damit an, dass er große Mengen der getrunkenen Muttermilch systematisch auf uns ausspuckte, zeitlich leider überhaupt nicht vorhersehbar und immer genau über die Schulter, auf der gerade kein Spucktuch lag. Ich machte das beste daraus und stattete uns mit hübschen Äpfelchen-Spucktüchern aus und hatte immer ein Wechseloberteil in der Tasche – für mich natürlich. Leider hatte ich meine Freundin nicht vorgewarnt, als sie freudestrahlend den süßen kleinen Babysohn hochnahm und er sich in ihre frisch gewaschenen schönen, dunklen Haare erbrach. Sie hat tapfer gelächelt.

Bananenreste aus dem Haar kämmen

Das mache ich auch immer, wenn mich Neugeborene beim Hausbesuch so vollspucken, dass ich mich vor dem nächsten Besuch noch mal umziehen muss. Die Pipi- und Stuhlfontänen versuche ich aber zu vermeiden, in dem ich mich meist seitlich an den Wickeltisch stelle. Aber jeder Beruf hat so seine ganz eigenen Risiken. Auch in der Geburtshilfe wird man als Hebamme ja gerne mal vom Blasensprung oder der sich gerade übergebenden Frau „überrascht“. Empfindlich bin ich da sicher nicht, aber halbwegs saubere und trockene Klamotten sind manchmal auch ganz schön.

Die Spuckerei des Babysohns wurde mit der Zeit besser aber recht bald abgelöst von der Selberessphase. Nun ist es also auch noch farbenfroh. Ich denke immer noch darüber nach, warum es diese Ärmellätzchen nicht auch in Erwachsenengröße gibt – am besten gleich mit Hose dazu. Also unterstützt derjenige bei uns Söhnchnes Essversuche, der nicht gleich schnell noch mal weg muss, sondern genug Zeit hat, sich umzuziehen und die Bananenreste aus dem Haar zu kämmen.

Ja, das Leben mit Babys und kleinen Kindern ist wahrlich nicht sehr sauber. Aber gerade bei etwas größeren Babys und sowieso bei Kindern kann man davon ausgehen: Je dreckiger, desto mehr Spaß. Und wer kann schon seinem versandeten, schwarzfüßigen und pfützennassen Kind wiederstehen, das sich einem ohne großes Nachdenken glücklich in die Arme wirft und mit der erbeerverschmierten Schnute Küsschen verteilt? Da heißt es einfach: den Moment genießen. Man kann ja alles waschen…