Wenn Papa mal wieder blöd ist...

Wenn Papa mal wieder blöd ist…

Ein Kollege von mir schrieb neulich bei Facebook den schönen Satz in sein Profil: “Wurde noch nie so angewidert angeguckt, wie von meinem Kind, das ins Wohnzimmer kam und feststellen musste, dass ich nicht die Mama bin.” Ich musste erst laut lachen, erkannte mich dann aber auch sofort wieder und das Lachen blieb mir etwas im Hals stecken. Denn so witzig es sich anhören mag, so blöd fühlt es sich an. Denn so sehr man sich als Vater auch bemüht, so sehr man sich seinem Kind zuwendet, es gibt – gerade bei kleineren Kids – immer wieder Zeiten, in denen man als Vater einfach nicht gegen die Mama “gewinnt”.

Auch bei meinen Kinder gab und gibt es dieses Verhalten, ehrlicherweise aber wird auch Anja manchmal mit Nichtachtung gestraft oder genervt angeguckt. Ich hadere aktuell zum Beispiel mit meiner ziemlich ausgeprägten Chancenlosigkeit, wenn es darum geht, den Kleinen abends ins Bett zu bringen. Noch vor einigen Wochen haben wir uns abends immer als lieb gewonnenes Ritual ins große Bett gekuschelt. Haben ein, zwei Bücher gelesen oder gemeinsam angeschaut und dann ist der kleine Mann in meinem Arm oder neben mir eingeschlafen. Und ich mit ihm, für ein schönes Abendschläfchen. Es war “mein” das persönlicher Lieblingsmoment des Tages.

Und nun? Nun heißt es seit Tagen nur noch: “Papa, geh weg!”, “Will Mama”. Aktuell will der Kleine nur noch von Anja ins Bett gebracht werden. Meine Versuche enden in wilden Zuneigungsbekundungen für “Da Mama”, während “Da doofe Papa” aus dem Zimmer rausgemeckert wird. Sie tut mir tatsächlich körperlich weh, diese Zurückweisung. Zum Glück haben wir ja noch mehr Kinder und es ist immer mindestens eine Tochter dabei, die sich auch darüber freut, mal wieder vorgelesen zu bekommen. Aber dennoch ist es einfach ziemlich doof, wenn man so direkt und unmittelbar zurückgewiesen wird. Einen konkreten Grund gibt es nicht. Das macht es umso schwieriger fassbarer. Aber heute Abend war die Welt dann wieder in Ordnung. Drei Bücher mit dem Söhnchen gelesen. Bisschen lustige Geschichten über die Feuerwehr erzählt. Und dann gemeinsam eingeschlafen. Wie großartig die einfachen Sachen sind. Muss man dankbar für sein. Immer.