Ich bin die beste Mama der Welt!

Ich bin die beste Mama der Welt!

Ich lehne mich heute mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, die beste Mama der Welt zu sein. Denn genau das hat mir die Fünfjährige, kurz bevor sie eben in meinen Arm gekuschelt einschlief, gesagt. Und ganz ehrlich ist mir ihre Meinung (ebenso wie die ihrer zwei Geschwister) am allerwichtigsten in diesem ganzen „Mütter-Contest“, dem wir uns alle nur mal mehr oder weniger gut entziehen können.

Es ist wirklich schön, wenn die Kinder so groß sind, dass sie ihre Gefühle auch verbal ausdrücken können. Da erfährt man noch mal eine Menge mehr über sie, aber auch über sich selbst. Und unsere Fünfjährige ist durchaus kritisch. Sie sagt uns genauso direkt, wenn wir es manchmal überhaupt nicht hinbekommen. Und in den allermeisten Fällen hat sie Recht, wenn sie sich zum Beispiel darüber beschwert, dass wir ihr gerade eigentlich nicht richtig zuhören oder es blöd ist, dass wir schon wieder wegen irgendetwas streiten. Deswegen nehme ich ihr Kompliment mit der besten Mama der Welt auch nicht nur als kindlich-liebliche Floskel auf.

Sowieso ist es doch in der Regel genau so, dass jede Mutter die beste Mutter der Welt ist – für ihr Kind. Das versuche ich auch immer den Müttern im Wochenbett mitzugeben, denn die Kleinsten können das natürlich noch nicht so formvollendet verbalisieren. Aber sie zeigen es, wenn sie in unserem Arm einschlafen oder sich in der Fremdelphase nur auf diesem einem Arm durch die Welt bewegen. Wenn sie mit uns lachen oder auch weinen und dann von uns gehalten und getröstet werden. Kinder beurteilen uns nicht am Geburtsmodus oder daran, wie viele Liter Muttermilch wir für sie produziert haben. Auch messen sie nicht mit dem Schrittzähler nach, wie viele Kilometer im Tragetuch wir mit ihnen gelaufen sind. Unsere Hausfrauenfähigkeiten sind ihnen genauso wurscht wie unser vielleicht überhaupt nicht vorhandenes Basteltalent. Und wenn der Geburtstagskuchen mal gekauft und nicht selbst gebacken ist, fließt auch das wahrscheinlich nicht in die Wertung mit ein.

Trotzdem habe ich nachgefragt, warum ich für sie die beste Mama der Welt bin. „Weil Du so lieb bist und immer für mich da bist“, war die Antwort. So einfach ist das. Und das gilt für kleine Babys genauso wie für Kinder in der Zahnlückenpubertät und darüber hinaus…