Abendstillen, Stillen, Ritual

Abends abgeschrieben

von Christian

Hallo liebste kleine Tochter,

gerade noch hast du total fröhlich auf meiner Brust gelegen, um exakt 22:22 Uhr. Deine Mama war mal kurz aufgestanden, als du tief und fest geschlafen hast, während wir auf dem Sofa einen Film geschaut haben. Den ersten Star Wars, um genau zu sein, damit Anja endlich mal versteht, wovon ihr kleiner Sohn die ganze Zeit redet. Den Film hat er natürlich selbst nicht gesehen, aber im Kindergarten sind alle Jungs Profis in Sachen Star Wars. Nun, jedenfalls bist du sofort aufgewacht, als deine Mama weggegangen ist.

Ich habe dich auf den Arm genommen. Du hast mich sofort mit großen Augen fröhlich angegrinst. Dann schnell mal auf den kleinen Roboter auf dem Fernseher geschaut, der durch die Wüste rollt. Du hast niedlich gegurrt und mir ein bisschen vergorene Muttermilch in meinen Ausschnitt gespuckt. Und dann ist dir eingefallen, dass es ja abends ist. Und du hast sofort angefangen zu meckern, als dir das bewusst wurde. Denn abends geht schon seit Wochen nur eins: bei Mama sein. Egal wie, aber bitte möglichst schnell.

Es ist nichts persönliches

Zum Glück kenne ich das von deinen Geschwistern. Es ist nichts persönliches, dass du zwar jeden Morgen sehr gerne mit mir verbringst, aber keinen Abend. Das ist wohl so mit euch kleinen Säuglingen bei uns: Ihr wollt abends am liebsten stillen. Und das dürft ihr. Deine Mama stillt dich jeden Abend in den Schlaf. Ich bin sehr dankbar dafür, aus vielen Gründen. Wir sehen, dass es dir so gut tut. Ich nehme derweil die spätabendlichen Bestellungen entgegen und koche ein zweites Abendessen oder hole Eis vom Späti. So passen wir beiden großen Menschen auch auf, dass es uns weiter gut geht.

Jetzt hockst du wieder zufrieden auf Mamas Arm. Stillst und schläfst langsam wieder ein. Wir gehen demnächst dann auch mal ins Bett. Mit dir zusammen, dankbar hinein in eine weitere Nacht, die wir dich bei uns haben dürfen. Schlaf schön – und ich freue mich schon auf die Tage, an denen ich dich abends ins Bett bringe. Unsere Abende kommen noch.

1000 Küsse von deinem Papa, der abends aktuell abgeschrieben ist…

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7 Kommentare

Amanda 19. September 2017 - 09:05

Hach, jetzt musste ich mir ein Tränchen verdrücken, sooo schön geschrieben! Ich stille unsere Tochter auch jeden Abend in den Schlaf, meistens wirklich erst gegen 22.00/22.30 Uhr. Je nach Tagesanstrengung schlaf ich gleich mit ein, oder ich rappel mich nochmal auf und leiste meinem Mann etwas Gesellschaft. Es passt einfach nicht in unseren Abend dass wir sie um 19.00 Uhr mit viel Geplärre und Theater ins Bett stecken, da hat sie nix davon und meine Nerven erst recht nicht. Die Zeiten in denen sie so früh ins Bett muss kommen noch früh genug. Und wir sind davon bestimmt nicht genervt, wenn sie abends noch am Familienleben teilnimmt, denn ohne sie wären wir gar keine Familie sondern nur ein Paar.
Der Vorteil ist für mich auch, dass sie mit ein, zwei Still-Unterbrechungen nachts fast durchschläft und dann bis 11.00 Uhr pennt. Ich stehe um 7.30 Uhr mit meinem Mann auf und wenn der eine Stunde später aus dem Haus geht habe ich genügend Zeit für mich, kann den Haushalt machen und alles in Ruhe erledigen. So ist für uns alles etwas stressfreier, auch wenn ich weiß dass ich gerade vom 1-Kind-sonst-keine-Verpflichtungen-Luxus schreibe.
Erst gestern abend habe ich mich gefragt ob ich denn das „richtige“ mache, da sie abends schon sehr an mir hängt, und wenn wir abends mal essen gehen wollen schreit sie die Schwiegereltern 2h lang an, lässt sich auch nicht beruhigen. Andererseits sollte man auch auf sein Bauchgefühl hören, und das sagt es ist richtig und tut ihr gut 🙂

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Lisa 6. Januar 2018 - 14:51

Na super, viel Trara um Stillen zum Einschlafen: „Es passt einfach nicht in unseren Abend, dass wir sie um 19 Uhr mit viel Geplärre und …“ und dann regelmäßig das arme Kind mit den Schwiegereltern allein lassen, wo es dann zwei Stunden nonstop schreit??????
Furchtbar!!!!

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Schokominza 19. September 2017 - 08:34

Ich fand es sehr interessant, das aus Papa-Sicht zu lesen. Bei uns war das zum Glück anders, wahrscheinlich weil die Kinder ihren Vater immer viel bei sich hatten. Er war 3 Jahre in Elternzeit und hat wahnsinnig viel mit den beiden gekuschelt, er durfte dann auch abends.

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müde Mama 18. September 2017 - 16:48

Das ist hier seit fast 1,5 Jahren so…eigentlich schön, dass man als Mama so begehrt ist, aber so langsam werde ich wütend, weil ich nie einen freien Abend habe und jede Nacht „mir gehört“ und der Papa selig schnarchend neben uns liegt…während ich mcih durch die NAcht stille und kuschle und so müde bin, wie nie zuvor, weil es auch tagsüber keine Chance auf ausruhen gibt. Wie gleicht ihr das aus, oder gibt es bei euch nichts auszugleichen? Ich habe langsam den Verdacht, dass da nur mein Mann es sich bequem macht und „alle anderen“ mehr mitmachen…

Grüße von einer sich gerade selbst bemiteidenden, weil müden Mama

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Anja 18. September 2017 - 17:15

Der „Ausgleich“ ist für mich vor allem, dass Christian immer morgens mit den Kindern aufsteht und auch Brotdosenproduktion und Co. erledigt. Außerdem fällt dann natürlich alle abendliche Hausarbeit (Küche, die ewigen Wäscheberge…) auf ihn. Da finde ich manchmal unser Dauerstillplätzchen gemütlicher;)Da diese Zeiten doch letztlich schneller vorbei sind als gedacht, empfindet man es mit jedem Kind mehr weniger nervig. Gerade beim ersten Kind hat mich das bisweilen auch ganz schön doll genervt. Also pass gut auf Dich und auch Deine Bedürfnisse auf;) Liebe Grüße, Anja

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Swantje 18. September 2017 - 17:50

Bei uns war das auch so beim ersten. Bis zum Abstillen mit 15 Monaten. Es wird dann besser. Ich fand’s auch doof jeden Abend um 20Uhrins Bett, kein wegschleichen möglich. Jetzt bringt der Papa den großen ins Bett und es klappt auch besser bei ihm als bei mir. Kind zwei ist pflegeleichter, ich kann mich auch Mal wegschleichen für 1-2 Stunden.

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Anne 18. September 2017 - 09:56

<3 sehr schön geschrieben, so ist es auch nach fast 11 Monaten immer noch bei uns. Toll, dass mal aus Papa-Sicht zu lesen.

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