Alt, unvernünftig, aber das tollste Auto überhaupt

von Christian - WERBUNG

Schon lange, bevor ich meinen Führerschein machen durfte, wusste ich, welches Auto mein erstes echtes nach all den Siku- und Matchbox-Karren werden sollte: ein VW Käfer. Meine Mama hatte einen Käfer, auf der Rückbank wurde ich eine Weile durch Dortmund kutschiert – vor mir der orangefarbene Prallschutz meines Kindersitzes. Der Motor im Heck hat mit seinen 34 PS immer so vertraut gebrummelt, während er dabei weit jenseits der zehn Liter Super im Stadtverkehr verbrauchte. Andere Zeiten.

Trotzdem musste es ein Käfer sein, als erstes Auto. Schon ein Oldtimer damals, als ich Führerschein machte. Alt, unvernünftig, aber das tollste Auto überhaupt. Die Suche war schwierig, auf dem Land. Das Angebot an Wagen war unübersichtlich, aber die dritte Frau meines Vaters kaufte dann einfach kurzerhand einen knallorangefarbenen Käfer Baujahr 1976. Es war das klassische Fass ohne Boden. Mein Vater hatte ihn nicht gesehen, er kannte sich gut aus und sah das Dilemma wohl sofort. Eine Reparatur jagte die nächste, der Wagen war so schnell kaputt, dass es nicht einmal ein Foto von ihm gibt. Ich habe ihn trotzdem geliebt.

Ich verkaufte den Wagen schweren Herzens

Der Käfer fuhr mich und meine Freunde aus Hameln zur Skatehalle im westfälischen Kleinstädtchen Lage, immer wieder. Die Strecke beinhaltete einige amtliche Steigungen auf kurvigen Landstraßen. In Kombination mit den Rübenlastern im Herbst lehrte mich das, Ruhe zu bewahren und den Schwung maximal auszunutzen, um überhaupt mal einen der lahmen Laster überholen zu können. Im Winter musste in Eis kratzen, von innen, während der Fahrt. Die ohnehin schwache Heizung ging überhaupt nicht, weil einer der vermutlich acht Vorbesitzer schlauerweise die Luftkanäle, die die vom Motor aufgeheizte Luft nach vorne transportieren sollten, einfach zugeschweißt hatte. Der Wagen wurde ohnehin eher durch seine zahllosen Schweißnähte zusammengehalten, als durch seine ursprüngliche Konstruktion. Aber egal, der Käfer fuhr.

Die orangefarbene Kugel war das Intro – der erste von drei Käfern. Ich kaufte danach noch einen echten Oldtimer, ein cremeweißes 1963er Export-Modell mit Schiebedach und viel glänzenden Chrom. Ich habe dessen kaputte Sitzbezüge selbst mit braunem Cord bezogen, umfangreiche Reparaturen alleine und gemeinsam mit meinem Papa an dem Wagen vorgenommen. Schöne Erinnerungen. Leider ging der kleine Motor nach vier wunderbaren Jahren auf der Autobahn an der Abfahrt Dortmund-Dorstfeld in Rauch auf. Ich verkaufte den Wagen schweren Herzens für einen guten Preis an einen Kroaten, der hart verhandelte und am Ende eine Flasche Selbstgebrannten drauflegte. Danach gab es ein goldenes 1972er Käfer Cabrio, das ich Ende 1999 mit nach Berlin nahm.

Heute fahre ich eine umweltfreundliche Familienkutsche, natürlich. Obwohl ich das nie so richtig wollte, ist das Auto aktuell ein reiner Alltagsgegenstand geworden, der vor allen Dingen verlässlich funktionieren muss. Außerdem ist Kindern Chrom und guter Lack egal. Ein Oldtimer in Kombination mit Kids ist einfach nicht so richtig sinnvoll, obwohl ich immer wieder um ein W123-Kombi von Mercedes Benz herumschleiche. Das ist mittlerweile auch ein Oldtimer – und in dessen Kofferraum bin ich als Kind schlafend so einige Kilometer durch Deutschland kutschiert worden. Aber das ist eine andere Geschichte. Und noch eine andere Geschichte über ihr erstes Auto hat die Autorin Alice Greschkow im neuen Online-Magazin von ERGO Direkt veröffentlicht, wo sie ihrem froschgrünen Volkswagen Polo huldigt. Und auf dem ERGO Direkt-Blog können alle Blogger ihre eigenen Autostories veröffentlichen und ein bisschen was gewinnen. Wer Lust hat, schaut also mal rüber.

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2 Kommentare

Key 19. September 2016 - 00:52

Waaahhhh-der orange prallschutz im roten Käfer Cabrio ….das kenn ich auch noch
Die letzte Nostalgiefahrt mit der Schwalbe von Paderborn nach oerlinghausen hat mir dann aber den Rest gegeben…aua schienenbein

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Nadine 13. September 2016 - 20:28

Hier auch große Käferliebe!
Der Vernunft halber wird es aber irgendwann’nur‘ ein rotes Beetle Cabrio werden, schließlich müssen dann damit täglich 70 km Arbeitsweg bewältigt werden…

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