ISUP, SUP, JP Australia

Auszeit auf dem Wasser mit dem ISUP

von Christian

(Werbung / Affliate-Link) Ganz leise und ruhig gleitet das Board über die Ostsee. Es weht nur ein leichter Wind seitlich zur Küste. Ich steche mit dem Paddel abwechselnd zweimal links und zweimal rechts ins klare Wasser. Den Blick abwechselnd nach vorne und unten gerichtet. Ich genieße den Wechsel von Tangfeldern, Sand und Schieferfelsen im Wasser vor Bornholm. Die Sonne scheint und ich liebe diesen Moment der Freiheit und Ruhe. Nicht falsch verstehen: Ich liebe meinen Familientrubel noch mehr. Aber kleine Auszeiten sind wichtig!

Ich stehe gerade auf einem ISUP, einem Inflatable Stand-up Paddle Board – oder kurz auf deutsch: einem aufblasbaren Surfbrett ohne Segel zum Rumpaddeln, Modell JP Australia AllroundAir 10,6 SE. Ich hab‘ die Dinger zuerst gar nicht so richtig ernst genommen, bis letztes Jahr ein Freund eines im Urlaub mithatte. Damals bin einmal gefahren und fand es total super – habe es in Berlin dann aber wieder verdrängt. Ist ja auch eher was für den Urlaub. Und der war nach unseren Sommerferien vorbei.

Schnell unter den Arm und zum Strand

Aber als der Sommerurlaub 2017 näherrückte, schwamm das ISUP wieder in mein Unterbewusstsein. Ich wollte etwas haben, um ein bisschen Sport machen zu können und Spaß zu haben am Meer. Außerdem sollten die Kids damit rumspielen können im seichten Wasser. Ganz alleine auf dem Teil zu paddeln ist allerdings so eine Sache für die Kleinen. Offiziell empfohlen ist es erst ab 14 Jahren, wobei das explizit die Nutzung ganz alleine betrifft.

Alleine lassen aber sollte man Kids am Meer sowieso nicht, auch mit bestandenem Freischwimmer nicht. Denn so harmlos die Ostsee ohne Wind wirkt, sie ist es nicht. Strömung gibt’s reichlich und der Wind kann schnell auffrischen. Wer dann ungeübt ist, kriegt schnell Probleme. Für größere Touren und weitere Entfernungen weg von der Küste sind eine Schwimmweste und am besten ein Neoprenanzug angesagt. Und ein Leash sollte dann auch immer an Board und Bein sein.

Ewig lange Ausfahrten sind allerdings bei uns eher nicht im Alltag eingebaut, also spielt sich das meiste aktuell in unmittelbarer Küstennähe ab. Urlaub ist Familienzeit, die verbringen wir bevorzugt gemeinsam – auch am und im Wasser. Ich genieße es dennoch, mir das leichte Teil (aufgeblasen mit Paddel kaum zehn Kilo) unter den Arm zu klemmen und zum Strand zu gehen. Schnell rein und los, das macht auch „nur“ 30 Minuten lang Spaß. Und wer richtig Stoff gibt, verbrennt dabei auch ordentlich Kalorien. Alternativ kann man mit dem ISUP auch prima einfach nur rumplantschen.

Board liegt wie ein Brett im Wasser

Das Handling des 3,19 Meter langen und knapp neun Kilo schweren Boards ist dabei super. Es wird mit einer Doppelhubpumpe und einem Tragerucksack geliefert. Das Aufpumpen geht fix. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber in entspanntem Pumptempo sind kaum fünf Minuten vergangen. Wer die Luft rauslassen will, muss etwas mehr Zeit einplanen. Danach ist das Teil bretthart und einsatzbereit. Ein Paddel muss man in der Regel extra kaufen, die Preisspanne reicht bis weit über 300 Euro. Ich habe ein längenverstellbares Glasfiber-Paddel im mittleren Preissegment gekauft.

Als langjähriger Skater ist das Stehen und Paddeln auf dem SUP gar kein Problem für mich. Selbst bei Wellengang bleibt das Ausbalancieren problemlos, das Board liegt sprichwörtlich wie ein Brett gut im Wasser. Die Finne am Heck sorgt zusätzlich für einen sichere Fahrt. Das Board ist für Einsteiger prima geeignet. Wer kentern will, muss das schon aktiv forcieren.

Die Kids sind nach wenigen Versuchen sicher vorwärts gekommen. Aufpassen muss man anfangs „nur“ bei der Navigation, denn das SUP steuert sich recht behäbig. Ein Profi kann das Teil aber in der Welle locker zum Surfbrett machen. Anja sagt übrigens, dass das ständige Ausbalancieren gut für den Beckenboden sei. So hat hier also jeder in der Familie seine eigene Motivation, das Teil zu nutzen.

ISUP lässt sich prima kleinfalten

Die Superior Edition besteht aus drei Lagen speziellem PVC, um maximalen Schutz gegen Löcher bei hoher Steifigkeit zu bieten. Die dritte Schicht ist dabei explizit zur Verstärkung gedacht. Die Schichten sind maschinell verklebt, was den Kleberverbrauch einschränkt und Gewicht spart. Oben drauf ist eine rutschfeste Standfläche sicher verklebt. Alles lässt sich trotzdem prima kleinfalten und verstauen. Im Kofferraum unseres VW Touran lässt es sich das ISUP längs gerade so aber damit bestens verstauen. Ich hätte lieber ein klassisches Holzboard gehabt, aber das wäre mit sechs Leuten plus Gepäck einfach unrealistisch.

Konkurrenz-Produkte gibt es von namhaften Herstellern wie RED oder Fanatic so einige. Qualitativ und preislich sind die alle weitgehend auf Augenhöhe, wobei man natürlich deutlich mehr als 1000 Euro ausgeben kann. Vom Kauf eines Billig-Boards würde ich immer abraten, als Skater kenne ich das danach folgende Prozedere des frustrierten Neukaufs zur Genüge.

Natürlich sind knapp 1000 Euro eine Stange Geld, aber dafür bekommt man ein qualitativ hochwertig verarbeitetes Board. Es machte schon zuhause in Berlin einen tollen ersten Eindruck, der sich im Urlaub bei der täglichen Nutzung bestätigte. Das JP Australia AllroundAir 10,6 SE ist ein feines Einsteiger-Board, das selbst auf dem Meer bei Wellengang gut klarkommt. Man kann sich die Boards übrigens auch in Fachgeschäften mal für ein Wochenende ausleihen um zu schauen, ob es passt. In Berlin gibt’s auch Verleiher direkt am Wasser. Das ist auf jeden Fall empfehlenswert, bevor man viel Geld im nächsten nicht genutzten Sportgerät versenkt. Der Spätsommer in Berlin beschert uns hoffentlich noch ein paar schöne Tage, um auch auf den Berliner Seen mit unserem SUP zu paddeln.

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