Babboe Curve Mountain Lastenrad

Babboe Curve Mountain Lastenrad als Familientransporter mit E-Antrieb (Werbung)

von Christian

Ich bin aus der Puste. Zwei Kinder im Kistenfahrrad bis nach Berlin-Mitte runter gefahren und wieder hoch in den Prenzlauer Berg. Kistenfahrräder sind bequem und sinnvoll, jaja. Das hatten wir uns so gedacht, als wir uns 2011 ein gebrauchtes Nihola-Kistenfahrrad gekauft haben. So nett der Transport der Familie mit dem Kistenfahrrad ist, so anstrengend kann das Ganze manchmal im Alttag sein. Damals gab es noch keine bezahlbaren E-Antriebe an Lastenfahrrädern. Das ist heute anders. Und der Grund für die Existenz unseres neuen Lastenrads von Babboe.

Das erste Kistenfahrrad hat uns viele Jahre gute Dienste geleistet. Aber es wurde vor allem einfach zu klein – und eben immer anstrengender, damit Kinder, deren Freunde und Einkäufe durch die Gegend zu fahren. Beide Probleme sind mit dem Babboe Curve Mountain Lastenrad nun erledigt. Wir fahren das Rad seit knapp sechs Wochen – und es ist bis jetzt in vielerlei Hinsicht so viel besser. So gut sogar, dass ich mich auf jede Fahrt mit dem Babboe so richtig freue.

Schon der erste Eindruck ist sehr positiv nach der Lieferung des fertig montierten Lastenrads an die Bordsteinkante und der Inbetriebnahme zum kurzen Check, ob alles funktioniert. Das Babboe steht toll da, die Verarbeitung ist offensichtlich hochwertig. Der Stahlrahmen wirkt sehr stabil und hat sauber gezogene Schweißnähte. Das verleimte Buchenschichtholz der Transportkiste ist gepresst gebogen und wirkt dadurch weniger wuchtig als eine rechteckige Kiste. Scharfe Kanten finden sich keine, für Kinder gibt es einen bequemen Einstiegstritt über den Radläufen. Alle verbauten Komponenten wie Motor, Bremsen und Schaltung sind hochwertige Markenware.

In der Transportkiste haben vier Kinder Platz

In der Transportkiste haben vier Kinder Platz, voll besetzt wird es allerdings mit den Beinen etwas eng. Und unter Umständen, je nach Alter und Gewicht, auch auf den Bänken selbst etwas enger. Zudem muss man einkalkulieren, dass größere Kinder im Verdeckmodus Probleme mit der Höhe bekommen können, gerade mit Helm auf dem Kopf. Wäre es aber höher, hätten eher kleinere Menschen wie Anja Probleme, darüber hinweg zu blicken. Im Sommer stellt sich dieses Problem nicht, weil man dann das Regenverdeck dauerhaft abbauen und einmotten kann. Oder das optionale Sonnenverdeck draufspannt. Aber wer wie wir das Fahrrad ganzjährig nutzen will, muss das wissen.

Wir haben neben dem Regenverdeck für die Übergangswochen zum Sommer und Herbst noch eine kleine Regenschutzplane, die man über die Transportkiste spannt. Sehr praktisch, um Regen abzuhalten und schlau mit drei integrierten Kunststoffträger versehen, die das Verdeck konvex spannen. So läuft der Regen seitlich ab. Außerdem haben wir ein Sitzkissenset und einen zusätzlichen Kindersitz für die Kleinste. Gurte sind ab Werk verbaut, sie sind allerdings recht schmal und dienen eher dem Umstand, das ein etwas kleineres Kind nicht aus Versehen vom Sitz rutscht.

Das Thema Sicherheit ist ohnehin so eine Sache auf dem Fahrrad, hier in der Großstadt. Ich hatte Ende letzten Jahres einen schweren Fahrradunfall, bei dem mich auf meinem Rad ein Müllwagen touchierte und ich stürzte. Zum Glück brach ich mir nur fünf Rippen und landete nicht unter dem Müllwagen, der einfach weiterfuhr. Mit dem Kistenfahrrad wäre das vermutlich nicht passiert, einfach weil es insgesamt größer ist und im Verkehr besser wahrgenommen wird. Autofahrer halten scheinbar auch mehr Abstand dazu. Außerdem kippt es nicht so leicht um, zumindest nicht unsere Version mit drei Rädern. Dennoch fahre ich seither nochmal vorsichtiger.

Langsam rantasten an das Lastenrad

Es ist ohnehin sinnvoll, es mit dem Lastenrad in der Stadt etwas langsamer angehen zu lassen. Denn das Rad wiegt rund 65 Kilogramm. Die drei Scheibenbremsen (zwei vorne eine hinten) packen zwar beherzt zu, aber der Bremsweg ist lang im Verhältnis zum normalen Fahrrad. Das muss man einkalkulieren und sich daran gewöhnen. Die Wendigkeit ist auch eingeschränkt im Vergleich zu einem normalen Fahrrad. Der Wendekreis ist so groß, dass man auf dem Bürgersteig eine Drei-Punkt-Wendung machen muss. Oder hinten am Sattel den Griff nutzt und das Rad leicht hebend auf der Stelle dreht.

Anders als beim Nihola, das eine starre Achse wie ein Go-Kart hat und sich so lenkt, dass die Transportbox selbst stabil bleibt, bewegt sich beim Babboe die gesamte Transportbox bei Lenkbewegungen in die jeweilige Richtung mit, weil der Lenker fest an ihr fixiert ist. Das ist kein Problem, wenn man sich daran gewöhnt hat. Es sorgt aber für Fliehkräfte, die man mit den Armen ausgleichen muss. Anders gesagt: Wer zügig durch Kurven fährt oder das Rad konzentriert gerade hält bei höherem Tempo, braucht etwas Muskelkraft in den Armen. Das soll jetzt bitte nicht abschreckend klingen, aber es gehört dazu, das zu wissen als Lastenradneuling.

Ich habe mich einfach langsam rangetastet an das neue Gefährt und seine Reaktionen und Fähigkeiten, wie bei jedem Fahrzeug auch. Das Babboe Curve Mountain erreicht mit Hilfe des durchzugsstarken 250-Watt-Yamaha-Mittelmotors am Tretlager schnell die Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Danach setzt die Hilfe durch den Motor aus. Das Tempo ist im Alltag auch bei weitem hoch genug, gerade hier in der Großstadt. Beim Fahren wechselt man immer wieder vom Radweg auf die Straße oder den Gehweg – und das sollte man langsam und bedacht tun.

In der Stadt glänzt der E-Antrieb

Wer mit 25 Stundenkilometern pro Stunde mit dem Kistenfahrrad einen kleinen Bordstein überqueren will, sollte den Lenker gut festhalten und nicht verreißen. Und die in der Fahrradkiste sitzenden Passagiere vorwarnen. Kurzum: Das sollte man eher lassen und solche Hindernisse langsam nehmen. Trotz der gasgefederten Lenkungsdämpfer, die den Komfort deutlich erhöhen, aber solche Huckel eben auch nicht komplett wegfedern. Bei gut ausgebauten Radwegen auf dem platten Land ist das natürlich alles kaum ein Problem. Auf solchen Strecken ist es superbequem, im Babboe lässig mit Höchstgeschwindigkeit dahinzugleiten.

In der Stadt glänzt der E-Antrieb vor allem durch die Eigenschaft, dass man mit 70 Nm Drehmoment Hilfe schnell loskommt von der Ampel und an Steigungen nicht scheitert. Mit dem alten Kistenfahrrad habe ich manches Mal im ersten Gang wie eine menschliche Nähmaschine gegen die wenigen Steigungen in Berlin gekämpft. Im Babboe ist das nun kein Problem. Der E-Motor übernimmt quasi die harte Arbeit, als Fahrer muss man „nur“ locker mittreten. Ich hatte das Babboe vor einigen Monaten bei einer Freundin kurz Probe gefahren und dann etwas gelästert, dass es quasi „von selbst fährt“. Bei dieser natürlich etwas überzeichneten Erkenntnis bleibe ich – und dass es deutlich angenehmer ist, wenn man selbst im Alltag in den Genuss dieses Umstandes kommt.

Die Leistung des Motors lässt sich per Knopfdruck in fünf Stufen regulieren, die natürlich unterschiedlich viel Strom aus dem Akku saugen. Dafür ist am Lenker eine kleine Steuereinheit angebracht, die Tacho-Funktionen für Geschwindigkeit und verbleibende Reichweite hat und die Art der Motorhilfe steuert. Per Tastendruck kann man hier sogar eine motorgestützte Schiebehilfe aktivieren, die ganz leicht dabei hilft, das 65 Kilogramm schwere Gefährt zu schieben. Dazu hat das Babboe Curve Mountain eine stufenlose NuVinci-Gangschaltung am rechten Lenkergriff, mit der die Intensität reguliert wird, mit der man selbst in die Pedale tritt. Die funktioniert mit und ohne aktivierten E-Motor gleichermaßen stufenlos, was schon ziemlich cool ist. Die Gangschaltung bedient eine in der Nabe befindliches stufenlos verstellbares Planetengetriebe. Irre Idee, einfach mal googlen, wen es interessiert.

Eltern genießen das entspannte Fahren

Jenseits aller technischen und sachlichen Aspekte genießen wir als Eltern das entspannte Fahren – und die Kinder lieben es auch, im Kistenfahrrad zum Einkaufen oder zum Kinderladen gefahren zu werden. Das Lastenrad ersetzt mehr und mehr das Auto für die meisten Strecken im Kiez. Ich erwische mich sogar dabei, jetzt das Lastenrad statt des normalen Fahrrads für längere Strecken zu nutzen, wenn ich Zeit und Muße habe. Samstags radele ich mit dem Sohn in der Transportkiste zur Skatehalle einmal quer durch die Stadtmitte nach Friedrichshain. Das geht fast genauso schnell wie mit dem Auto, wenn man Parkplatzsuche und Fußweg zur Halle mit einrechnet.

Für uns ist es nun auch super, dass das neue Lastenrad alltagstauglich (und versicherungstechnisch sicher) nachts im Hinterhof geparkt werden kann und wir morgens schnell durch die Tür mit flachem Ausgang rauskommen. Das ging mit dem Nihola nicht, es war einfach ein paar Zentimeter zu breit. Es passte damit nur durch die andere Tür, aber da sind Treppenstufen im Weg. Was sehr nervte im Alltag.

Eine andere Sache, die im Alltag nerven kann, ist das einschlafende Kleinkind. Die optional erhältlichen Kindersitze bieten dann kaum genug Seitenhalt, so dass man besser langsam fährt oder gleich schiebt – was wir auch immer gemacht haben, wenn eines unseres Kinder als kleines Kind auf dem Fahrradsitz eingeschlafen ist. Wer ein Baby im Lastenrad transportieren will, kann das mit einer optionalen Maxi-Cosy-Halterung direkt in der Sitzschale tun. Oder einen der speziellen Sitze für Babys und Kleinkinder kaufen.

Reifendruck immer im Auge haben

Etwas Kritik im Detail am Rad selbst bleibt auch nicht aus. Die wichtige Feststellbremse am Lenker ist im Alltag etwas widerspenstig, weil recht schwergängig zu bedienen. Man muss immer den Reifendruck im Auge haben. Der sollte hoch genug sein, denn mit platten Reifen sinkt die Akkuleistung und damit die Reichweite erheblicher als man so denkt.

Apropos Reichweite: Die wird ja auf der Tachoeinheit angezeigt, ein voll geladener Akku soll mich nach Anzeige 80 Kilometer weit unterstützen. Dieser Wert ist aber eher theoretischer Natur, denn jede Steigung im High-Performance-Modus nagt deutlich schneller Kilometer weg. Ich würde schätzen nach den bisherigen Touren, dass wer zügig fährt und den Antrieb für Steigungen und schnellere Starts nutzt, etwa 20 Prozent dieser Reichweite verliert. Für unsere Bedürfnisse reicht auch das lockerst aus. Und je schwächer der Motor je nach Modus unterstützt, umso exakter stimmt die Reichweite.

Ein paar Zukunftswünsche haben wir auch natürlich auch noch. Ganz oben auf der Liste steht ein E-Antrieb mit Energierückgewinnung, der Rekuperation. Dann könnte man die Bremsenergie beim Stop-and-Go in der Stadt zum Laden des Akkus nutzen. Weil mehr Akkuleistung für mehr Strecke ist natürlich immer wünschenswert. So einen Motor gibt es schon, ist aber vermutlich sehr teuer. Ach, und schnelleres Laden wäre auch super, wobei im Alltag der vier- bis sechststündige Zyklus für eine vollständige Aufladung für uns okay ist. Eine Schnellladung wie bei Tesla & Co. wäre natürlich toll. Aber das ist für E-Bikes noch Zukunftsmusik.

Kein billiges Vergnügen

Und dann ist da ganz am Ende noch der Kaufpreis. Unser Rad kostet inklusive Zubehör rund 4400 Euro. Das ist viel Geld. Leasing ist bei diversen Händlern natürlich möglich. Und manche Bundesländer oder Städte und Gemeinden fördern die Anschaffung. Aber das wird aber sehr stark nachgefragt. In Berlin gingen Mitte 2018 zuletzt in kurzer Zeit über 1000 Anträge ein für die insgesamt 200.000 Euro Förderung. Am Ende musste gelost werden, welche Anträge den Zuschlag bekamen. Immerhin: Für 2019 wurde eine Erhöhung der Fördersumme in Aussicht gestellt.

Man kann natürlich auch auf dem Gebrauchtmarkt schauen. Wir haben unser erstes Kistenfahrrad auch gebraucht gekauft und dann weiterverkauft, jeweils für eine fairen und guten Preis. Der Wertverlust ist erheblich geringer als man so denkt, insbesondere natürlich bei gepflegten Modellen hochwertiger Hersteller. Bei E-Bikes muss man natürlich auf den Akku schauen und den Motor, beides sind potenziell teure Ersatzteile. Aber ob neu oder gebraucht, mit einem aktuellen Babboe macht man nichts falsch. Wir sind jedenfalls absolut zufrieden mit der Alltagstauglichkeit des Lastenrades. Und da es ein tägliches Arbeitsgerät ist, ist das der wesentliche Punkt für uns.

Übrigens: Wer mit dem Gedanken spielt, ein neues Babboe-Lastenrad zu kaufen, kriegt über diesen Link einen Gutschein über 100 Euro bei Kauf des Rades mit Zubehör. Der Gutscheincode ist dort direkt auf der Babboe-Website zu finden.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Babboe, die uns das Lastenrad zur Verfügung gestellt haben. Die Produktbewertung in diesem Artikel spiegelt unsere persönliche Meinung wider.

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7 Kommentare

Vera Reinstädtler 27. Mai 2019 - 20:22

Darf ich fragen über welche Versicherung ihr das Rad abgesichert habt?
Oder ist das die Hausrat?

Bei uns wird hoffentlich bald das Babboe Curve geliefert und bei dem Preis macht man sich ja schon Gedanken um eine Versicherung.

Euer Text kam für uns übrigens zum perfekten Zeitpunkt und hat uns in der Entscheidung nochmal bestätigt!

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Anja 31. Mai 2019 - 11:54

Liebe Vera,

das ist häufig in der Hausratversicherung inkludiert (da musst Du aber konkret nachfragen, was die alles abdecken und wie und wo das Rad angeschlossen sein muss) mit inkludiert. Oder spezielle Fahrradversicherung dafür.

Liebe Grüße, Anja

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Frau Mava 4. Mai 2019 - 12:11

Ach, so ein richtig gutes E-Lastenrad würde ich mir auch sehr wünschen. Wir haben es hier so hügelig, dass es ohne E-Antrieb nicht zu schaffen wäre.

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Kati 4. April 2019 - 11:03

Wir hätten längst eins, aber es passt nicht durch unsere Tür zum Hof und auf der Straße will ich es nicht anschließen. Wie macht ihr das mit dem „Parken“?

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Christian 4. April 2019 - 13:02

Bei uns passt es haargenau durch, so dass es im Hinterhof stehen kann. Draußen über die Nacht würde ich es wohl nicht parken wollen.

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Linda 20. Mai 2019 - 16:23

Wir sind gerade in der Abwicklung fürs Leasing für ein Lastend, der Wunsch danach und dementsprechend die Auseinandersetzung damit läuft tatsächlich schon ein paar Jahre. Was ich in der Zeit immer wieder gelesen habe und was mir der Händler jetzt bei der Beratung bestätigt hat ist, dass das abstellen im Hof NICHT empfohlen ist.
Wenn es um Vandalismus geht ist der Hof etwas besser, zum Diebstahlschutz wir die Straße empfohlen. Ein gutes Schloß und ein unbeweglicher Gegenstand zum anschließen sind natürlich ein Muss, aber der Hof bietet eben für Menschen die die Absicht haben ein solches Rad zu klauen in der Regel ein sehr viel ungestörteres Arbeiten als auf der Straße.
Beste Grüße, Linda

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Christian 20. Mai 2019 - 16:52

Also unsere Versicherung sagt klar, dass versicherte Sachen NICHT auf der Straße stehen dürfen nach 22 Uhr bis 6 Uhr morgens, wenn ich das Recht erinnere, weil es dann bei Diebstahl nicht versichert wäre, egal ob angeschlossen oder nicht. Im Hof ist es versichert (der ist allerdings auch per Haustür abgeschlossen) – auch weil es dort fest anschließbar ist. Im Zweifel immer bei der Versicherung nachfragen. Randnotiz: Uns wurden schon zwei Fahrräder aus dem Hinterhof geklaut (hat die Versicherung ersetzt), und neulich zwei Go-Karts (wurden nicht ersetzt, weil keine Fahrräder, sondern Fahrzeuge mit vier Rädern). Kleingedrucktes galore…

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