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Bahn, Flugzeug oder Auto – wie reisen Familien am besten? (Werbung)

von Christian

Vor jeder Reise innerhalb Deutschlands stellt sich für uns als Familie die Frage, wie wir am besten von A nach B kommen. Es hängt natürlich primär davon ab, wer mitkommt, wie schnell wir an einem Ort sein und wann wir wieder zuhause sein müssen. Wir fahren ein relativ geräumiges Auto mit sieben Sitzen. Dazu haben wir als Eltern beide eine Bahncard 25 für die 1. Klasse, die wir auch für berufliche Reisen oft nutzen. Und wenn es schnell gehen muss oder soll, steigen wir auch ins Flugzeug. Das betraf und betrifft vor allem die Stillzeiten von Anja, in denen sie keine Übernachtungen auswärts einplanen konnte oder wollte.

Das Fliegen zusammen mit allen Kindern haben wir aktuell mal wieder ausprobiert, um gemeinsam mit zwei anderen Familien zu schauen, wie es sich am „besten“ reist in Deutschland. Die Aufgabe war es, im Auftrag von DB Fernverkehr von Berlin nach Nürnberg und wieder zurück zu reisen, um die Ergebnisse des Besser-Reisen-Index BRI einem Realitätscheck zu unterziehen. Diese groß angelegte Umfrage unter 38.000 Teilnehmern versucht zu ermitteln, welche Faktoren für unterschiedliche Zielgruppen relevant bei der Auswahl ihrer Reisemöglichkeiten sind – und eben auch, welches Verkehrsmittel sich für den jeweiligen Anlass am besten eignet. Zur Wahl standen Auto, Bahn, Fernbus und Flugzeug – und wir sollten letzteres ausprobieren.

Nürnberg also, mit dem Flugzeug, an einem Freitag im Sommer. Das Flugzeug haben wir gewählt, weil es bei innerdeutschen Reisen über 400 Kilometer Entfernung meist doch die schnellste Option zu sein schien. Gerade auf Nebenstrecken mit kleineren Zielflughäfen in kleinere Großstädte. Dachten wir jedenfalls. Wir buchten einen Flieger um 10 Uhr, der rund 50 Minuten von Berlin-Tegel nach Nürnberg benötigen sollte. Die Kosten für den Flug waren mit etwas über 650 Euro für eine Strecke ziemlich hoch, was aber an der kurzfristigen Buchung lag. Und eben an der Tatsache, dass alle sechs Familienmitglieder mitflogen. Wer früh bucht, kriegt den Flug für Sechs auch für unter 400 Euro, was aber immer noch viel Geld ist.

Nur knapp eine Stunde Reisezeit klingt verlockend

Unsere Mission aber war es ja, die Strecke per Flugzeug zurückzulegen. Wenn alles klappt, wären wir gegen Elf vor Ort, könnten dann mittags schnell ins Hotel, etwas essen und dann die Stadt erkunden. Nun, es kam alles ein bisschen anders. Die Kinder finden so einen Flug natürlich super aufregend, insbesondere in einer Propellermaschine. Allerdings führte genau das auch zu dem Umstand, dass alle schon am Vortag der Reise aufgeregt waren und der Weg zum Flughafen am nächsten Tag eher hektisch. Zum Glück hatten wir per App am Vortag ein Großraumtaxi vorbestellen können, das uns alle gemeinsam mit drei Rollkoffern und Buggy zum Flughafen brachte. Das klappt leider nicht immer. Wir sind auch schon mit zwei Taxen gefahren. Oder Anja mit Baby in der S-Bahn und ich mit dem Rest und Gepäck im Taxi. Sechs Reisende können tatsächlich schon ein Problem sein.

Nur knapp eine Stunde Reisezeit klingt verlockend, aber realistisch ist man dann doch deutlich länger unterwegs. Mindestens eine Stunde vor Abflug sollte man am Flughafen sein, wenn Gepäck eingecheckt werden muss. Und wer weiß schon, wie lang die Schlange am Sicherheitscheck mal wieder ist, gerade während der Sommerferien? Und natürlich ist es im Flieger dann eng, was aber für eine knappe Stunde okay ist. Das Fliegen selbst ist aufregend und immer wieder erstaunlich. Schon toll, wenn man von hoch oben auf die eigene Stadt herunterschauen kann.

Nach der Landung durfte der Sohn sich auch noch einen schon länger gehegten Wunsch erfüllen und zu den Piloten ins Cockpit schauen. Die haben ihm kurz freundlich ein paar Knöpfe erklärt und dabei sicherlich mehr Lust aufs Fliegen gemacht. Dennoch darf man natürlich nicht vergessen, dass das Fliegen insgesamt keine nachhaltige Reiseform ist. Die Ökobilanz eines Inlandsfluges ist deutlich schlechter als die einer Bahnfahrt auf der gleichen Strecke.

Taxi heißt im Regelfall: kein Extrastress

Und viel schneller ist es dann im Flieger insgesamt betrachtet eben auch nicht gewesen. Wir waren rund vier Stunden unterwegs von der Abfahrt bis zur Ankunft im Nürnberger Stadtzentrum, was vom Flughafen dank toller Anbindung mit Bahn oder Taxi sehr schnell geht. Vom Flughafen ist man mit dem Taxi in zehn bis fünfzehn Minuten in der Innenstadt, wo es viele Hotels unterschiedlichster Kategorien gibt.

Mit der U-Bahn oder dem Bus dauert die Fahrt kaum länger. Die Familienkarte für die meisten Strecken in der Innenstadt und im Umland kostet 12,50 Euro, das klappt auch ab dem Flughafen. Am Wochenende ist das Ticket an beiden Tagen gültig. Wir sind wegen des vielen Gepäcks trotzdem Taxi gefahren. Allerdings auch nur, weil direkt ein Großraumtaxi ankam und uns alle mitgenommen hat. Auf Reisen sind dennoch die etwas höheren Taxikosten immer einkalkuliert bei uns. Denn Taxi heißt im Regelfall: kein Extrastress. Und das ist Gold wert.

Nach dem Einchecken im Hotel sind wir dann erstmal los und haben uns in der Stadt mit einer Freundin aus Nürnberg zum Kaffee getroffen. Dadurch, dass die Innenstadt überschaubar groß ist, geht das alles prima zu Fuß oder eben mit der Bahn. Eine U-Bahnlinie zum Beispiel fährt führerlos und völlig automatisiert durch die Stadt, das ist auch was Besonderes.

Abfahrtzeiten des Busses im Auge behalten

Wir sind dann noch zum tollen DB-Museum in der Nähe des Bahnhofs gelaufen und haben uns dort von historischen Loks und dem pompösen Luxuswagen des bayerischen Sonnenkönigs Ludwig II. verzaubern lassen. Oben im Museum gibt’s noch einen großen Kinderspielraum mit Elektrobahn zum Mitfahren, Rutsche-ICE und einigen netten Sachen. Danach waren dann auch alle ziemlich ausgepowert, es war ja draußen mit über 30 Grad auch ziemlich warm.

Am Samstag durften die Kids das Programm aussuchen. Sie wollten unbedingt in den Playmobil-Park in Zirndorf etwas außerhalb von Nürnberg. Solche Unternehmungen sind ohne Auto immer etwas doof, denkt man zumindest. In Nürnberg allerdings nicht. Wir sind mit S-Bahn und Bus gefahren nach kurzem Check der Optionen. Das dauert weniger als 30 Minuten vom Hauptbahnhof und der Bus hält direkt gegenüber vom Eingang des Familienparks. Und wir glitten im Bus auf dem Weg zum Park entspannt vorbei an einer Karawane von Familien, die von den Parkplätzen in Richtung Park tigerten. Stiegen dann mit dem Buggy einfach direkt aus und waren quasi direkt im Park. Und da wir in Berlin viel mit Bahn und Tram unterwegs sind, fühlte sich das alles ganz bequem an.

Auch der Rückweg in die Stadt verlief problemlos, man muss allerdings die Abfahrtzeiten des Busses im Auge behalten, der am Wochenende nur stündlich fährt. In Nürnberg selbst waren wir an dem Wochenende viel zu Fuß unterwegs. Den Weg vom Hotel in die alte Stadt innerhalb der Stadtmauern haben wir als Spaziergang erledigt, denn so lernt man auch in kurzer Zeit eine Stadt am besten kennen. Ich bin mal (allerdings ohne Kinder) einen ganzen Tag lang durch New York spaziert. So findet man garantiert tolle Orte, die einem Reiseführer vielleicht nicht unbedingt sofort verraten.

Reisen in der Bahn bietet unschlagbare Vorteile

Wir haben zum Beispiel in Nürnberg eher zufällig das wirklich nette Restaurant Auguste Premium Junkfood gefunden. Dort gibt’s leckeres Fastfood in Bioqualität in netter Indie-Atmosphäre. Dazu gehört ein schönes Spielhaus für Kids im Restaurant und leckere, teils sogar vegane Burger. Nicht ganz billig, aber superlecker und perfekt geeignet für die hungrige Großfamilie.

Und nun zum anders als geplant. Denn eigentlich wollten wir wieder zurück fliegen nach Berlin, mussten aber kurzfristig noch in die alte Heimat in die Nähe von Hannover reisen. Nach Hannover aber fliegt von Nürnberg aus keine Linienmaschine. Was nun? Wir haben kurzerhand ein Bahnticket genommen, um weiterzureisen. Beim Buchen des Tickets schauten wir dann auch, wie lange es nach Berlin dauern würde. Wir sahen, dass wir es von der S-Bahnhaltestelle in unmittelbarer Nähe unsere Wohnung bis zum Nürnberger Hauptbahnhof in unter vier Stunden schaffen würden. Wow, das war neu für uns. Der schnelle ICE nach München von Berlin aus braucht bis nach Nürnberg nur drei Stunden und ein paar Minuten.

Und das Reisen in der Bahn hat für uns ein paar wirklich unschlagbare Vorteile. Man kann sich im Zug bewegen, was gerade mit Babys und Kleinkindern nötiger ist, als man zunächst vielleicht denkt. Mittlerweile füllen wir zu sechst ein komplettes Abteil, was wir immer versuchen auch zu reservieren. Ist besser für alle Beteiligten, auch die Mitreisenden. Eine Familienreservierung für bis fünf Reisende kostet knapp 12 Euro in der 1. Klasse, in der 2. Klasse sind es neun Euro pro Strecke.

Mehr Komfort bei fast identischer Reisezeit

Die größeren Kinder freuen sich in der Bahn über freies WLAN, das auf den zentralen ICE-Strecken mittlerweile recht verlässlich funktioniert. Auf dem eigenen ICE-Portal im Zug gibt’s aktuelle Filme zum Anschauen. Die Eltern können abwechselnd etwas arbeiten unterwegs. Wir leisten uns den vergleichsweise kostengünstigen Luxus, in der 1. Klasse zu reisen. Mit BahnCard und rechtzeitiger Buchung des Sparpreises ist das finanziell gut machbar.

Alle Kinder bis 14 Jahre reisen mit den Eltern und Großeltern kostenfrei mit (müssen nur bei der Buchung auf der Fahrkarte eingetragen werden), was die Bahnfahrt deutlich günstiger als das Fliegen mit einer großen Familie macht. Die meisten Fernverkehrsfahrkarten beinhalten ohne Mehrpreis das City-Ticket, mit dem in über 120 Städten auch die öffentlichen Verkehrsmittel am Reisetag für die Fahrt zum Bahnhof und weiter zum endgültigen Ziel genutzt werden können. Und in der DB Lounge wartet man im Zweifel auch lieber als direkt am Gleis, gerade im Winter. Die neu gestaltete DB Lounge in Nürnberg hat sogar einen Kinderbereich, in dem Spielsachen und Bücher die Wartezeit etwas verkürzen.

Fazit: Bei einer Reise aus gänzlich eigenem Antrieb wären wir mit der Bahn von Nürnberg nach Berlin gefahren. Das ist einfach günstiger bei deutlich besserem Komfort und fast identischer Nettoreisezeit. Fernreisebusse sind keine Option für uns: zu unflexibel, zu lange Reisezeit und aus unserer Sicht für Familien letztlich zu unbequem. Und das Thema Reiseübelkeit im Bus würde hier auch gleich mehrere Familienmitglieder betreffen.

Das Auto kam für uns persönlich nicht in Frage. Die Fahrzeit liegt bei fast fünf Stunden, ohne Stau. Das ist mit Baby, das nicht besonders gerne Auto fährt, zu lange im zu engen Auto. Das wiegt auch die bessere Mobilität vor Ort nicht auf. Wobei das Beispiel mit Playmobil-Park zeigt, dass auch das nicht immer so ist. Und bei längeren Aufenthalten gäbe es natürlich auch noch die meist nicht ganz preisgünstige Option, vor Ort ein Auto zu mieten. Allerdings brauchen wir dann auch einen Siebensitzer…

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit DB Fernverkehr, die Reise- und Hotelkosten übernommen haben. Die Bewertungen in diesem Artikel spiegeln unsere persönliche Meinung wider.

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4 Kommentare

Birgit 7. September 2018 - 20:55

Ich finde es toll, dass ihr mit Bahnfahren so gute Erfahrungen gemacht habt, denke aber dass das sehr davon abhängt, wo man wohnt und wo man hin will. Ich würde sehr gerne mit den zwei Kindern zu Oma und Opa mit dem Zug fahren statt 450km Fahrt mit dem Auto auf einer Autobahn wo immer Minimum 3 Baustellen sind. Aber wir wohnen 15km vom nächsten Bahnhof weg (Bus fährt sehr sporadisch), müssten 3-4 Mal umsteigen was zu einer Gesamtdauer von über 6 Stunden führt. Und am Ziel wären wir auf Abholung angewiesen, woher dort dann Kindersitze nehmen?
Von Großstadt zu Großstadt ist Bahn also sicher eine tolle Alternative aber ich denke in sehr vielen Fällen ist es einfach zu umständlich und ich habe wenig Hoffnung dass sich da auf dem Land so schnell was verbessert.

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Christian 8. September 2018 - 20:22

Klar, von Großstadt zu Großstadt ist es mit der Bahn meist deutlich einfacher. Aber wir haben uns auch schon vom Kleinstadtbahnhof von Freunden oder Family abholen lassen, ist halt etwas mehr Planung und dann wurde bei den Nachbarn der KIndersitz ausgeliehen zum Beispiel. Aber ja, vom Dorf aus ist es mit dem Auto immer einfacher.

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Anke 5. September 2018 - 09:36

Wie macht ihr es denn mit Kindersitzen im Taxi? Das hat uns bisher die Taxi-Option gesperrt, da wir nicht selber einen Sitz mitschleppen wollten, wenn wir schon mit Minimalem Gepäck Bahn reisen. Zur Verfügung gestellt werden Kindersitze unserer Erfahrung nach fast nie und wenn dann nur mit großem Planungsaufwand.

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Christian 8. September 2018 - 20:13

Das muss man tatsächlich immer vorab klären, was die dann im Taxi an Bord haben. Oft fährt hier auch ein Elternteil mit der Kleinsten mit der S-Bahn und der andere mit den größeren Kindern und dem Gepäck mit der Taxe. Denn leider kann man hier die Großraumtaxen in Berlin nicht verlässlich vorbestellen. Ohne Planung geht das also eher nicht, ja. Babyschale ist sowieso immer schwierig mit Taxi, die haben viel schrottige Modelle dabei. Kindersitze haben die meisten dabei, wenn man konkret anfragt, im Mercedes und Volvo zum Beispiel gibt es fast immer auch für Kinder ab ca. 5 Jahren zwei fest verbaute Erhöhungen zum Hochklappen direkt aus dem Autositz.

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