Bewegende Begegnungen

von Anja

Letzte Woche, als ich beruflich in Kreuzberg unterwegs war, sprach mich eine Blogleserin von uns an. Einfach so, vor einem Café. Sie dankte mir, weil unsere Texte sie in der Stillzeit mit ihrer kleinen Tochter unterstützt haben. Diese Begegnung hat mich sehr berührt, weil sie mich so deutlich daran erinnert, dass es immer wieder gut und richtig ist, seine Gedanken oder Sicht der Dinge für andere aufzuschreiben. Oft bloggt man ja gefühlt so ein bisschen alleine vor sich hin – abgesehen davon, dass Christian und ich uns immer über die Inhalte austauschen.

Ich freue mich, wenn mir Texte durch Likes oder Teilen zeigen, dass sie gerne gelesen werden. Aber vor allem sind es die Kommentare, die mich und Christian immer wieder berühren. Denn sie zeigen uns, zumindest ein bisschen, wer unsere Leser sind und für wen wir schreiben. Natürlich gibt es auch mal negative Kommentare, zum Glück nur ganz selten welche, die so unter die Gürtellinie gehen, dass sie wirklich beleidigend sind. Und das gilt auch für Kommentare von Kommentaren, denn auch die Diskussionen selbst zu kontroversen Themen laufen hier meist fair ab. Trotzdem neigt man gerne dazu, dem negativen mehr Beachtung zu schenken als dem positiven Feedback. Eigentlich ganz schön doof. Deshalb ist es gut, auch im echten Leben auf Menschen zu treffen, die einfach mal Danke fürs Bloggen sagen, auf Menschen, die sich durch Texte verstanden oder inspiriert fühlen.

Als wir neulich die Adventskalender ausgelost haben, kam von den Gewinnern nicht nur wie angefragt die Adresse als Mail, sondern auch so viele nette Worte in teils wirklich langen und persönlichen E-Mails. Christian hat mir alle Mails laut vorgelesen, weil er sich so darüber freute. Auch wenn wir kein Blog sind, auf dem das Familienleben bis ins letzte Detail ausgebreitet wird, gibt man doch immer in jeden Text auch viel Persönliches mit hinein. Damit macht man sich natürlich auch immer in einer gewissen Art und Weise angreifbar. Aber nach nun über drei Jahren, in denen wir regelmäßig hier schreiben, muss ich doch dankbar sagen, dass wirklich negatives Feedback zum Glück nur extrem selten vorkommt.

Auch wenn das Schreiben mittlerweile einen großen Teil meiner Arbeit einnimmt, möchte ich nie darauf verzichten oder verzichten müssen, auch weiter als Hebamme direkt mit Familien zu arbeiten. Die unmittelbare Rückmeldung nach einem Hausbesuch, das sich Mitfreuen über erste Kindsbewegungen oder die gelöste Stillkrise – all dies und noch viel mehr macht die Hebammenarbeit so persönlich und besonders. Denn die Zeit, in der wir Eltern werden und sind, sie ist von so vielen Emotionen geprägt, die sich nicht immer zu Papier bringen lassen. Und trotzdem ist es schön, Dinge auch immer wieder aufzuschreiben und sie so ein bisschen festzuhalten. Dinge aus dem beruflichen Alltag, aber auch unsere Erfahrungen als Eltern oder einfach nur eine wichtige Beobachtung aus dem Alltag. Wir fühlen uns nicht als Bloggerin und Blogger, wobei ich auch nicht so genau weiß, wie sich das anfühlen sollte. Mit der Berufsbezeichung „schreibende Hebamme“ fühle ich mich aktuell am wohlsten. Und Christian ist ja sowieso Journalist. Und in all diesen Kontexten mögen wir die Begegnungen mit anderen Menschen, offline wie online.

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10 Kommentare

Antje 25. November 2016 - 11:58

Hach ja, ihr macht das wirklich toll!! Ich lese immer wieder gerne in eurem Blog. Und dann sich nun Kind Nummer 3 angekündigt hat, werden viele Themen natürlich wieder sehr relevant… 🙂
Seit ich selbst Kinder habe, hab ich sogar darüber nachgedacht, selbst Hebamme zu werden. Es ist wirklich ein wundervoller und (im Gegensatz zu manch anderen) ein so sinnvoller Beruf! Aber mit Anfang/Mitte 30 alles nochmal von Vorne, das geht eben auch nicht so wirklich. Um so mehr freue ich mich über euren Blog, in dem man in den Beruf der Hebamme immer wieder etwas eintauchen kann. Macht weiter so! 🙂

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Anja 25. November 2016 - 20:47

Liebe Antje,

danke für Deine lieben Worte und alles Gute für Kind Nummer 3.
Mitte 30 ist sicher nicht zu spät- da hast Du ja noch gut Dein halbes Berufsleben vor Dir. Ich kenne auch Kolleginnen, die mit Ü40 noch die Ausbildung begonnen haben. Also wenn es Dich doch noch packt- wir brauchen Hebammen 😉 Alles Liebe, Anja

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Anja 22. November 2016 - 13:01

Vielen Dank für Eure so lieben und wertschätzenden Kommentare hier <3 Jetzt sind wir schon wieder ganz bewegt:)

Liebe Grüße von Anja und Christian

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Veronika 21. November 2016 - 16:47

Liebe Anja,
auch ich reihe mich nun mal ein, sonst ganz still mitlesend, aber eure Beiträge jedes Mal aufsaugend. Als Alleinerziehende mit Baby bzw. jetzt Kleinkind tut es gut, auf diesem Wege Unterstützung zu haben, zu wissen, es ist richtig nach eigenem Bauchgefühl zu handeln und damit indirekt durch den „Online-Clan“ unterstützt zu werden. Austausch, das Wissen, man ist mit manch schweren Situationen nicht alleine oder die zahlreichen Tipps halfen und helfen mir immer noch sehr.
Ich wohne im Schwarzwald, so können wir uns wohl kaum über den Weg laufen, daher auf diesem Wege ein großes Danke an Euch!
liebe Grüße Veronika

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Clare 20. November 2016 - 21:34

Hallo,

auch ich bin eher die passive Leserin. Diesmal möchte ich Euch aber ein warmes und dickes Dankeschön schicken für Eure Texte, aus denen so viel Erfahrung spricht und die mir viel Gelassenheit vermitteln. Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt meines Kleinen habe ich Euren Blog quasi „durch-“ und mich eingelesen, viele Tipps und Ratschläge für all die neuen Mamafragen und -sorgen gefunden, die ich mir teilweise auch von meiner Hebamme gewünscht hätte. So waren sie die perfekte Ergänzung 😉 Einige Texte habe ich direkt als Favoriten gespeichert und werde den Link an meine besten Freundinnen und meine Schwester weitergeben, wenn sie schwanger sind und einen guten Rat gebrauchen können :o)

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Jenny 19. November 2016 - 18:54

Liebe Anja, ich denke es gibt hier viele „Stille“ Mitleser, die sehr Dankbar über die kostbaren Beiträge sind! Wir haben hier öffters in der Schwangerschaft und nach der Entbindung reingeschaut und waren immer wieder Dankbar das es diese tolle Seite gibt.

Dankeschön von ganzen Herzen 🙂

Jenny

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Monia 19. November 2016 - 09:36

Auch ich bin sonst eher stille Leserin. Ich bin großer Fan eures Blogs und finde, ihr habt einen tollen Schreibstil und bringt eure Sicht und alle wichtigen Infos ohne den oft üblichen missionarischen Gedanken rüber. Ich würde sogar soweit gehen, dass ich bei einigen Themen eher eurem Blog vertraue als den vor Ort lebenden Hebammen. Nicht, dass diese nicht kompetent und einfühlsam sind, sondern weil diese hier im Rheinland einfach so überlastet sind, dass ich einen in Ruhe geschriebenen und ausgewogenen Beitrag für mich besser annehmen kann. Ich habe einfach ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Zeit der Hebammen über Gebühr beanspruchen würde, da es viele Mütter gibt, die größere Probleme haben als ich sie hatte. Und bei mir dauert es oft auch ein bisschen, bis ich weiß, was ich überhaupt will oder was genau mich an einer Sache „stört“. Dazu passen eure Beiträge oft sehr gut. Dazu kommen die tollen und durchdachten Produktempfehlungen, die ich immer sofort auch haben möchte… Danke, dass ihr das macht und uns an euren Gedanken, Leben und Wissen teilhaben lasst.

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Anja 18. November 2016 - 21:08

Ihr Lieben,
mir geht’s genauso wie im vorherigen Kommentar gesagt: Ihr gebt auch mir so wunderbare „Fühlanstöße“ und ich bin sowohl als Hebamme, als auch einfach so total dankbar für so ans Herz gehende Texte.
Manchmal sage ich den Frauen beim Hausbesuch ein paar deiner Worte mit dem Hinweis auf euren Blog und den entsprechenden Text. Das hört sich dann ungefähr so an: es gibt da eine Kollegin aus Berlin, die ich leider nicht persönlich kenne, aber sie schreibt einen wunderbaren Blog mit so einfühlsamen, treffenden Texten ….lies mal den einen das tut einfach nur gut !
UND: Sollte ich dich einmal in Berlin treffen ( was eher unwahrscheinlich ist) dann sage ich es dir auch persönlich nochmal! Bis dahin: auf diesem Wege 😉 Liebe Grüße, Anja

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Paula 18. November 2016 - 20:54

Ja ihr habt euch ein Danke wirklich verdient! Für Inspirationen,unausgesprochene eigne Gedanken zu lesen,Hilfe zu Hebammenfragen… In Berlin ist es besonders schön wenn man in der großen turbulenten Stadt sein kleines persönlichea Dorf-wie eure Blogleserin-wieder trifft

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Andrea 18. November 2016 - 09:32

Liebe Anja, lieber Christian,

als sonst gewohnheitsmäßig (bisher) eher stille Mitleserin, möchte ich diesen Artikel als Anlass nehmen, Euch auch einfach mal ein kleines Dankeschön zu senden. Eure Artikel geben mir immer wieder wertvolle Denk – und Fühlanstöße, sie haben „Herz und Hirn“ und bewegen, beschäftigen und inspirieren mich. Danke, dass es Euch und Euren Blog gibt!

Liebe Grüße aus Bayern
Andrea

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