Danke sagen an unsere Hebamme

von Christian - WERBUNG

Ich habe drei Geburten als Vater erlebt – alle drei waren wunderbare, einzigartige, prägende Erlebnisse. Eine abgebrochene Hausgeburt wegen einer überraschenden Beckenendlage, die in der Klinik weiterging. Eine Geburtshausgeburt und eine Hausgeburt. Immer waren Hebammen ein wichtiger Teil dieser Erfahrungen, und gerade die Geburtshausgeburt und die Hausgeburt sind Erlebnisse, die mir viel über das Leben beigebracht haben.

Die Hebammen waren mir und Anja ruhige, besonnen agierende Begleiterinnen in einer Extremsituation. Da wird ein Kind geboren, an und für sich die normalste Sache der Welt, die aber in unser medizintechnisierten Zeit zusehends pathologisiert wird. Warum eine gesunde Frau zur Geburt eines gesundes Kindes in Deutschland primär in ein Krankenhaus gehen soll, erschließt sich mir rein logisch nicht. Dort arbeiten natürlich auch Hebammen, aber häufig unter hohem Druck und mit wenig Zeit für den Einzelfall. Ich kenne die Geschichten aus Anjas Berufalltag. Auch die Klinikhebammen wünschen sich genug Zeit, um jede Frau unter der Geburt individuell begleiten zu können. Aber der Personalschlüssel gibt es leider oft nicht her. Das war bei der Geburtshaus- und der Hausgeburt anders. Dort erlebten wir eine 1:1- bzw. teils 2:1-Betreuung – über den gesamten Zeitraum der Geburt.

Kirsten aus dem Geburtshaus ist mir bis heute am deutlichsten in Erinnerung. Wir kamen dort damals sehr aufgeregt nach einem Blasensprung mit leicht grünem Fruchtwasser an. Und mit Anjas Befürchtungen, dass auch diese Geburt wieder in der Klinik enden könnte. Sie hat es verstanden, in kurzer Zeit uns Sicherheit zu geben und eine ruhige, entspannte Atmosphäre zu schaffen – also genau das, was eine Frau unter der Geburt braucht. Ihre Betreuung gab mir die ganze Zeit das Gefühl, von einer Fachfrau begleitet zu werden, die ihr Handwerk versteht und Anja rücksichtsvoll dabei begleitet hat, die Geburt zu meistern.

Kirsten war „einfach“ positiv – und dafür bin ich wirklich sehr dankbar

Ich denke an einen motivierenden Menschen zurück, der mit uns durch die Geburt gegangen ist und lange Zeit „einfach nur“ beobachtet hat. Ab und an hat sie untersucht, gesprochen und versprochen. Sie hat den Weg bereitet, den Anja unter den Wehen manchmal nicht mehr deutlich sehen wollte. Sie hat mit mir an der Geburtsbadewanne gehockt, gewartet, geredet, motiviert und dabei geholfen, dass meine Tochter in der Wanne geboren wurde. Sie hat auch die danach folgende Nachblutung von Anja routiniert und besonnen versorgt. Da hat sie zügig und souverän, aber niemals hektisch oder panisch gehandelt.

Kirsten war „einfach“ positiv – und dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Ich bin auch dankbar, dass wir das überhaupt erleben durften. Dankbar, dass Kirsten und die anderen Hebammen ihren Job machen und es dadurch ermöglichen, dass Geburtshaus- und Hausgeburten sachlich noch realisierbar sind. Dass diese Situation weiter in großer Gefahr ist durch immer höher steigende Versicherungsprämien für Hebammen, steht auf einem anderen Blatt. Ich will das aber ebensowenig vergessen wie die tollen Geburtserlebnisse.

Ich schreibe das gerade auf, weil der Verband der Privaten Krankenversicherungen hat dazu aufgerufen, Geschichten wie diese zu teilen im Rahmen der Aktion #dankesagen für die Kampagne „Für unsere Gesundheit“. Wer mag, kann selbst mitmachen und einem Menschen aus der Gesundheitsbranche danke sagen.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem Verband der Privaten Krankenversicherungen. Die Inhalte in diesem Artikel spiegeln unsere persönliche Meinung wider.

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1 Kommentar

N. Engel 13. November 2016 - 18:47

Ich wohne in nem Kaff. Beleg-Hebamme? Schön wärs! Wenn man keine langen Wege auf sich nehmen will muss man sich damit zufrieden geben, keine zu haben. Am Anfang sind längere Strecken kein Ding, doch zum Ende hin ist sowas nur noch beschwerlich. Während der Wehen bis zur Geburt habe ich 3 Hebammen kennengelernt. Da fühlt man sich schon ein bisschen wie bei Mc Donalds oder so. Klar geben die sich auch Mühe usw. aber so ein wirklich vertrautes Ambiente war das nicht. Trotzdem war es für mich gut im Krankenhaus entbunden zu haben, zum Schluss als es eigentlich schon fast votbei war traten Komplikationen auf… wäre im Geburtshaus nicht so optimal für mich gewesen. Ich würde mir mehr Beleg Hebammen wünschen und die würde es sicher auch geben, wenn man es ihnen nicht so schwer machen würde.

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