Die wichtigsten Minuten

von Christian

So sehr einem die eigenen Kinder manchmal auf die Nerven gehen und man sich doch einfach nur mal ein paar Minuten für sich wünscht, so sehr sind sie ein großes Geschenk. Das wird einem als Eltern bevorzugt dann bewusst, wenn man die Kids nicht um sich hat. So wie gerade bei mir.

Die großen Mädchen sind im kleinen Sommerurlaub bei ihren Großeltern, ich sitze im Zug zu einem Arbeitstermin und denke an alle. Ich vermisse sie, ich kann das körperlich spüren. Ich tue das eigentlich immer, wenn ich diese wichtigsten Menschen nicht um mich habe. Und plötzlich mehr als ein paar Minuten für mich habe – aber ohne sie. Aber auch Vermissen ist ein gutes Gefühl, weil es mir sehr deutlich den Wert meiner Familie zeigt.

Familie ist ein großes Wort. Sie steht für vieles, das jeder Mensch vermutlich ganz anders und eigen interpretiert. Für mich hat Familie vor allen Dingen mit Liebe und Vertrauen zu tun. Ich vertraue meiner Familie. Ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen und ihnen gegenüber offen ich selbst sein kann. Das ist gut und wichtig – und hoffentlich etwas, das meine Kinder später auch über mich und Anja sagen werden.

Im hektischen Alltag bleiben viel zu wenige Momente, sich zurückzulehnen und auf sich und die Beziehung zu seiner Familie zu schauen. Leider, aber man kann das ändern. Aber dazu muss man es sich immer wieder vor Augen führen und halten, dass man jeden Moment, den man miteinander hat oder haben kann, intensiv auskosten sollte. Kinder werden schnell groß und „verschwinden“ aus dem Alltag ihrer Eltern. Sie werden immer präsent sein, aber ihre Anwesenheit, ihr Hilfebedürfnis und ihre Zeit mit uns wird weniger werden, je älter sie sind. Das ist gut, weil sie selbständig werden. Aber es macht auch ein bisschen wehmütig…

Darum: Genießt jede Minute davon, wenn ihr zusammen seid. Es sind die besten und wichtigsten Minuten im ganzen Leben. Und es sollten am besten viele Stunden, Tage, Wochen, Monate und Jahre daraus werden, die man gemeinsam verbringt.

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2 Kommentare

Sonja Kohlenberger 19. August 2016 - 21:20

Lieber Christian,

danke für deine treffenden Worte, sie sind mir sehr nahe gegangen.

Ich habe mir vor kurzem über eine ganz bestimmte Situation mit meiner kleinsten (2 Jahre) Gedanken gemacht:

Nachdem sie einige Wochen bei jeder Autofahrt selbst in ihren Sitz und wieder raus klettern wollte, versucht sie nun, die Autotür alleine von innen zu öffnen. Das dauert … und damit ich ja nicht hingreifen kann von außen – es fällt mir schwer, bei so vielen Fehlversuchen zuzusehen – schickt sie mich vom Auto weg. Wenn ich einen Meter entfernt stehe und meine Arme verschränkt habe, kann sie beruhigt weiter probieren.

Ach, was ist das für ein schöner Moment, wenn sie es endlich ganz alleine geschafft hat! Dann können wir gemeinsam ins Haus gehen

Auch diese Momente gehören für mich zu den besten und wichtigsten Minuten im Leben!!!

Als dreifache Mama und Familiencoach erlebe ich leider oft, dass es uns Eltern in solchen Situationen nicht bewusst ist, wie wertvoll der Moment ist, aber jede einzelne Minute, die so zelebriert werden kann, ist ein Gewinn!!!

Liebe Grüße,
Sonja

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Melanie 19. August 2016 - 10:49

Danke für deine schönen Worte!

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