Duschen wollen 3.0

von Anja

Das Thema Duschen hat mich ja nun schon zwei Blogeinträge lang beschäftigt, aber scheinbar wird es nicht besser. Denn nach der „Baby möchte beim Duschen auf dem Arm sein“-Phase kam auch schon kurz darauf die „Baby im Chaosmodus, während Mama duscht“-Phase. Mittlerweile sind wir in der Stuntman-Phase angekommen, die natürlich nicht nur ausgelebt wird, während ich duschen gehe. Mit knapp 15 Monaten können Babys nämlich meist eines besonders gut: klettern. Keine Bank zu hoch, kein Stuhl zu kippelig… und es ist an sich ja eine schöne elterliche Bestätigung, dass die Kleinen das in dem festen Urvertrauen tun, dass ein Elternteil gerade noch rechtzeitig um die Ecke sprinten wird, um den kippenden Stuhl vorm Umstürzen zu bewahren.

Oder sich Mama oder Papa wahlweise langsam und lächelnd anschleichen, während das Baby auf der Sofakante steht. Das mit dem Langsam und dem Lächeln mache ich auch nur deshalb, weil der Babysohn sonst denkt, wir spielen Fangen und direkt von der Sofakante hopsen würde. Innerlich bin ich alles andere als entspannt, wenn er da auf der Kippe steht…

Also ist schon mal klar, dass ich ihn nicht „frei“ in der Wohnung rumlaufen lassen kann, wenn ich duschen möchte. Mittlerweile habe ich auch alle Hocker und Stühlchen aus dem Bad entfernt und ihm so halbwegs vermittelt, dass es keine gute Idee ist, sich ans Waschbecken zu hängen und zu schaukeln. Allerdings habe ich darauf vertraut, dass unser WC hoch genug ist. Ist es aber nicht und so steht beim Verlassen der Dusche ein hocherfreutes Kleinstkind auf dem Klodeckel und schwenkt stolz eine volle Flasche Mandelöl in der Hand, eine Glasflasche natürlich. Langsam und lächelnd konnte ich gerade eben noch größeren Schaden verhindern.

Licht an, Licht aus, Licht an

Auch sollte man sich mal doch eben wundern, wenn der Flur kurzfristig in Discobeleuchtung abtaucht: Licht an, Licht aus, Licht an. Hmmmmm, dabei kommt doch der Kleene noch gar nicht an den Lichtschalter heran, denke ich noch gerade. Oh nein, die Kommode, im Flur. Wie auch immer er da hinauf gekommen ist…er steht da lächelnd und den Lichtschalter bedienend. Ja, Kinder in dem Alter können sich durchaus schon ein gutes Weilchen alleine beschäftigen, allerdings sollte man sich als Eltern da nicht allzu sehr entspannen.

Denn zu viel Ruhe ist fast nie ein gutes Zeichen! Manchmal finden sie „nur“ einen Lippenstift zum ausprobieren, manchmal sitzen sie aber auch mitten auf dem Esstisch, den sie über das Hochklettern am Hochstuhls erreicht haben und versuchen, zur Hängelampe vorzudringen, um wahrscheinlich daran zu schaukeln. Babysohns zweiter Vorname ist jedenfalls gerade „Danger“. So wird das tägliche Duschen gerade mal wieder zum kurzen Vergnügen. Außerdem muss ich den Duschvorhang offen lassen, um zu sehen, was er sich gerade mal wieder überlegt. Und dann hüpfe ich klitschnass aus der Dusche, um mich langsam und lächelnd anzuschleichen und den Kleenen gerade noch vom kippenden Wäscheständer herunterzuangeln…

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9 Kommentare

Anne 27. Januar 2015 - 16:03

Hier geht nur gemeinsam duschen oder besser noch (fürs Kind) baden. Ansonsten wird halt nicht geduscht oder nur dann wenn Papa da ist. Der gute ist nämlich schon zwei und nichts ist zu hoch oder zu weit weg. Letztens kam er blutend mit Nassrasierer von Papa in der Hand aus dem Bad und sagte “Mama, guck! Wie der Papa!” Und die Dinger lagen nirgendwo in Reichweite (scheinbar). Die Wohnungstür muss jetzt auch immer abgeschlossen werden, denn einmal ist er abgehauen. Habe ihn vor dem Haus auf dem Bürgersteig wieder eingefangen. Und da war ich nicht duschen, sondern er nur plötzlich weg. Zum Glück fahren bei uns nur drei Autos am Tag durch, aber der Schreck war riesig. Man lernt jeden Tag wieder hinzu – auf allen Seiten.

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Lena Lisa 27. Januar 2015 - 10:21

Meiner (5 Monate) liegt von Anfang an auf dem Duschvorleger und wenn er nicht müde ist, was selten vorkommt, dann kann ich auch in Ruhe duschen. Das hat bisher gut geklappt und ich bin immer zum Duschen gekommen, wenn ich das wollte, ohne zu hetzen. Aber da schein ich ja ein Glücksfall zu sein. Mal sehen, wie es wird, wenn er mobiler wird. 🙂

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Jil 14. Januar 2014 - 09:03

Welcher Mutter ist die Duschproblematik nicht bekannt.
Wenn die Kinder (vor allem: das 1. Kind) noch ganz klein sind, und sich sowieso nicht groß allein bewegen können, kann man sie ja wundervoll auf eine Decke im Bad legen, später dann in den Maxicosi oder die Babywippe.
Und irgendwann ist man an dem Punkt, da hilft maximal der Hochstuhl, wenn das Kind wach ist. In unserem Fall nicht mal mehr das, nicht nur, weil unser Bad SO klein ist, dass Kindchen überall rankommen würde, sondern auch, weil Kindchen in der Lage ist, sich mit dem Hochstuhl im Raum zu bewegen, mit großer Kippgefahr auf solch kleinem Raum; ausserdem kriegt es, wenn es wirklich will, den Schnappverschluss vom Gurt auch auf. Laufstall haben wir auch schon nicht mehr, Kindchen ist ein exzellenter Kletterer, Sicherung dabei ist auch irrelevant in seinen Augen. Sie kommt einfach überall rauf, alle Türen auf,… Kindersicher ist ein relativer Begriff geworden. Das einzige, was mir übrig bleibt, wenn ich nicht voller Angst duschen will: Vor Kind und Mann aufstehen / während Kindchens Mittagsschlaf / abends, wenn der Mann zurück ist. Es schränkt einen schon ein, aber Organisation ist da Alles, und ich möchte einfach nicht, dass “nur weil ich mal schnell duschen wollte”, irgendwas schlimmes passiert. Ich gehöre ja nicht zu den Übermüttern, die ihrem Kind aus Angst gar nichts erlauben… aber in jedem Fall geht Kindchens Sicherheit vor. Und wenn ich dann an manchen chaotischen, mittagsschlaffreien Tagen ungeduscht bin, ist das so. Aber eines Tages kommt der Tag, an dem das Kind vernünftig genug geworden ist, als das man einfach sagen kann: “Ich gehe jetzt duschen.” und das Kind wird einfach in Ruhe weiterspielen, und keinen Quatsch machen. An dem Tag mache ich nicht 3, sondern ungefähr 17 Trilliarden Kreuze in meinem Kalender. 😀

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Cris 1. Dezember 2013 - 12:33

wir hatten im Bad einen Korb, darin waren die tollsten sachen drin.

Viele viele bunte Metalldeckel von normalen Gläsern, dazu noch Jumbo Magnete von jako o. Die Kleinen haben sehr sehr lange damit gespielt. Dazu war noch auf Bodenhöhe ein Spiegel….

Mama konnte 7 bis 10 Mionuten gut duschen…

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Silvia 4. November 2013 - 00:34

Ich habe meinen kleinen Mann immer in den Hochstuhl gesetzt und vor die Dusche gestellt. Wir haben den billigen Plastehochstuhl mit Gurt. Da kommt er nicht raus. Mit entsprechender Entfernung zu Duschvorhang und Regal kann er auch keinen Quatsch machen. Und dann ein “gutes Buch ” in die Hand oder einen Haushaltsgegenstand, den er noch nicht kennt. Klappt natürlich nur vormittags, wenn er noch nicht überdreht ist, sondern sich noch bereitwillig in ein Buch vertieft.

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Katharina B. 24. Oktober 2013 - 19:21

Ich habe in dem Alter angefangen abends, wenn Mann zuhause war, oder während des Mittaggschläfchens von Kurzem zu duschen. Er war zwar nie ein Kamikazeflieger, aber einem kleinen chemischen oder physikalischen Experiment war er noch nie abgeneigt 😉

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Perlenmama 22. Oktober 2013 - 16:45

Stille…das wohl nervenraubenste und angsteinflössendste Geräusch für alle Kleinkinderelternohren…

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Inka 22. Oktober 2013 - 16:14

Liebe Anja,
wie sehr mir das bekannt vorkommt – erinnerst du dich noch an unsere Ausführungen vor ein paar Monaten??? Aber wenn sie dann entdecken, dass man Höckerchen, kleine Kommoden etc. auch transportieren kann, dann sind auch Türklinken kein Hindernis mehr …

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Katharina 22. Oktober 2013 - 10:06

Der MaxiCosi, zur Beförderung im Auto zu klein, tut da gute Dienste und findet eine vorübergehende Anschlussverwendung. Geht auch ohne gültiges CE-Zeichen…

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