Mama. Mutter, Neid, Papa

„Maammmmaa, Maaamama, Mama, Mama…“

von Christian

Unser kleines Babymädchen hat einen starken Willen, das haben wir schon früh gespürt. Sichtbar wird das durch diverse Dinge. Aber seit sie so richtig laufen kann, bahnt sich der Wille besonders durch ihre Stimme seinen Weg. Sie redet einfach deutlich mehr. Natürlich ist das meiste davon das klassische Plappern eines Kleinkindes in ihrem Alter. Aber aktuell fällt da auch ein Wort, das wir bei vielen Gelegenheiten hören.

Wenn die Kleine durch den Flur tapert, skandiert sie fast immer lautstark: „Mama, Mama, Maaammmaaa“ – und schnappt sich dann den Gummistiefel, den sie gerade vom Balkon mitgebracht hat. Auch das Holzgemüse in der Spielküche ist „Mama, Maaammmmmaaaaa“. Und natürlich wird auch der Wunsch nach Sprudelwasser oder den gerade so geliebten frischen Erdbeeren mit einem lautstarken „Mama, Mammmaaaaa“ verbal unterfüttert.

„Mama-Mama“-Neid

Als Vater tut mir das allerdings ein bisschen weh. Ich fühle mich ignoriert und ausgegrenzt. Warum ruft sie denn nicht „Papa, Paapppaaaa“, wenn sie ein Knäckebrot möchte oder das ihr jemand die Tür zum Balkon öffnet? Immer nur „Maammmmaa, Maaamama, Mama, Mama…“, wenn sie Hilfe haben mag. Oder wahlweise „nein, nein, nein“, wenn man ihr etwas aus den Händen nehmen will, zum Beispiel das zufällig ergatterte Buttermesser oder den iPod der großen Schwester.

Als ich Anja von meinem „Mama-Mama“-Neid erzähle, guckt sie mich an, als ob ich ihr gerade gesagt hätte, dass ich übermorgen spontan alleine für zwei Wochen Nach New York in Urlaub fliegen will. Ob mir den klar sei, dass das auch ziemlich nerve mit dem „Mama-Mama“ (ja, natürlich…). Und überhaupt, wenn die Kleine Papa sage, dann meine sie wenigstens mich, und nicht eine fehlende Sandale oder den nervigen Sonnenhut.

Nun gut, das sehe ich ein. Verloren, wieder einmal. Dann schlucke ich halt meinen „Mama-Mama“-Neid runter und helfe Anja dabei, dass sie sich nicht zurückgesetzt fühlt. Ist ja irgendwie auch doof, wenn man gleichzeitig die Mama, ein unerreichbares Melonenstück auf dem Esstisch und der Wischmopp im Putzeimer ist, mit dem das Babymädchen so gerne spielt. Alles „Mama, Mama“. Zumindest diese und bestimmt auch nächste Woche noch…

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2 Kommentare

Maria 15. Juni 2018 - 12:56

Unser Sohn ist 16 Monate alt und für ihn sind alle nahestehenden Personen Mama. Ich, Papa, Oma… Nur der Hund, der ist Elvis und das hat er schon lange vor Mama gesagt.

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Anke 14. Juni 2018 - 22:13

“Mama” muss nicht immer die Mutter sein. An Tagen wo ich lange arbeite, wird mein Mann von unserem Sohn oft Mama genannt. Ich bin dann als gerade sekundäres Elternteil logischerweise “Papa”. Und ja, Mama ist ein Aufforderungswort…

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