Stenaline, Schweden, Kiel, Gothenburg

Mit der StenaLine-Fähre entspannt nach Göteborg

von Christian

(Werbung / Pressereise) Wir wollten die Berliner Winterferien mit etwas Schnee verbringen, aber nicht in die Berge fahren. Finnland war uns (noch) zu weit weg, aber Schweden schien realistisch. Ein tolles Haus hatten wir auch schnell gefunden – allerdings leider in Mittelschweden. In kurzen Worten: ziemlich weit weg von Berlin.

Der erste Plan lautete: Mit dem Auto über Rügen oder Rostock auf die Fähre und einer jeweils mehrstündigen Fährfahrt nach Trelleborg in Südschweden. Und von dort dann einfach weiter. Sah alles ganz easy aus im Routenplaner. Allerdings hätte die Fahrt bis zum Ferienhaus in Mellerud (Link) alleine in Schweden rund sechs Stunden beansprucht. Nach einer vier- bzw. sechsstündigen Fährfahrt. Und nochmal zwei bis drei Stunden von Berlin nach Rügen oder Rostock. Also haben wir kurzerhand die andere Route genommen.

Wir sind mit der StenaLine-Fähre von Kiel nach Göteborg gefahren, durch die Nacht. Das war überhaupt nicht der Plan, aber die Kids waren sofort begeistert. Ein kleines Abenteuer vor den eigentlichen Ferien, das fanden sie top. Von Göteborg aus war die Fahrt in Schweden zum Ferienhaus mit rund zwei Stunden angegeben. Mit kleinem Kind deutlich entspannter.

Kabine mit Meerblick

Dafür mussten wir aus Berlin zwei Dinge in Kauf nehmen: die knapp vierstündige Anfahrt nach Kiel, einen Tag früher als geplant. Denn die StenaLine-Fähre fährt durch die Nacht nach Schweden. Eine Art Miniminikreuzfahrt also, um die Reisezeit im Auto zu minimieren. Man fährt in Kiel gegen 16 Uhr auf die Fähre, checkt in seine Kabine ein (die man sich mit Familie natürlich vorher reservieren sollte) und gegen kurz vor 19 Uhr legt die Fähre ab.

Auf der Route Kiel-Göteborg-Kiel verkehren zwei Schiffe: die Stena Skandinavica und die Stena Germanica. Beide Schiffe sind 240 Meter lang und können rund 300 Pkw und 1300 Passagiere über die Ostsee bringen. Es gibt über 20 unterschiedliche Kabinen-Kategorien auf den Schiffen. Wir mussten uns zu sechst auf zwei Standard-Kabinen mit Meerblick aufteilen, die man allerdings nebeneinander buchen kann. So hatte jeder von uns ein bequemes Einzelbett. Und alle einen Meerblick aus dem dicken Fenster. Eine Innenkabine sollten gerade Familien mit Kindern eher vermeiden. Gerade wenn es ein bisschen wackelt, hilft der Blick nach draußen im Zweifel enorm.

Die Standard-Kabinen sind mit frisch bezogenen Betten klein, aber einladend. Es gibt ein eigenes Bad mit Dusche, einen kleinen Fernseher und das Ambiente eines anständigen Mittelklassehotels. Für eine Nacht auf See völlig ausreichend, zumal man die Zeit vor der Nacht und am Morgen ja auch außerhalb auf dem Schiff verbringt.

Durch Inseln und Schären nach Göteborg

Es gibt drei unterschiedliche Restaurants, zwei Bars und ein kleinen aber feinen Spielbereich für die Kids. Wir haben uns dafür entschieden, für knapp 120 Euro mit der ganzen Familie im Buffet-Restaurant abends essen zu gehen. Das ist nicht ganz billig, aber es reduziert die Anstrengung. Denn jeder kann sich aussuchen, was er mag – vom Vorspeisensalat bis zum Nachtisch. Getränke sind inklusive, auch Soft-Drinks, Bier und Wein. Auf der Hinfahrt war das vegetarische Angebot etwas mau, auf der Rückfahrt mit der Stena Germanica dagegen ziemlich umfangreich. Hätten wir vorab Bescheid gesagt, hätte die Küche sich noch etwas mehr kümmern können, wurde uns gesagt.

Das Taste Buffet-Restaurant liegt gleich neben der C-View-Lounge, in der das Bordentertainment stattfindet. Auf der Hinfahrt gibt es eine kleine ABBA-Hits-Show, die Anja und die beiden großen Mädchen klischeehaft als Einstimmung auf Schweden zusammen anschauen. Derweil bin ich mit den beiden Kleinen schon hoch in die Kabine auf Deck 11, Zähne putzen und bettfertig machen. Durch das Fenster sieht man nur die tiefschwarze Nacht. Kein Seegang spürbar, und als alle dann in den Betten liegen, brummelt uns das sonore Motorengeräusch schnell in den Schlaf.

Als wir morgens in Schweden ankommen, bietet sich bei der Fahrt nach Göteborg schon ein schöner Anblick, weil es vorbei an den der Küste vorgelagerten Insel und Schären in den Fluss Göta älv ins Stadtzentrum geht. Der Himmel ist zwar grau in grau, aber die ursprüngliche, raue Schönheit der Felsenlandschaft ist sofort sichtbar. Wir entscheiden uns gegen das Frühstücksbuffet, weil wir in Göteborg etwas essen wollen. Das Ferienhaus ist erst ab 15 Uhr offen, wir aber bereits um knapp zehn Uhr in der Stadt. Da Göteborg aber ein Hot-Spot für vegetarisch und vegan lebende Menschen ist, kommt uns das ganz recht. Im hippen Stadtviertel Haga werden wir schnell fündig.

Supergreen-Fähre mit Methanolantrieb

Als wir eine Woche später nach unserem tollen Winterurlaub im Klipphuset mittags wieder in Göteborg ankommen, halten wir auch in Haga an, um wieder lecker zu essen und entspannt in Richtung Fähre zu trudeln. Wir haben dort sogar das Glück, dass wir etwas früher einchecken dürfen und um kurz nach halb vier bereits in der Kabine sind.

Zurück geht es mit der Stena Germanica, dem ersten und bisher einzige Fährschiff auf der Welt mit Methanolantrieb. Die vier Motoren mit 32.000 PS wurden 2015 vom Marinediesel- auf Methanolbetrieb umgerüstet. Durch den Einsatz von Methanol im Schiffsbetrieb werden der Reederei zufolge „kaum noch Schwefel und Rußpartikeln ausgestoßen und auch die Emission von Stickstoffoxiden ist deutlich geringer“. Die Abgase bestehen hauptsächlich aus Wasser, Dampf und Kohlendioxid. Ein weiterer Vorteil: Sollte Methanol ins Meer austreten, löst es sich völlig auf und verschwindet.

Vom anderen Antrieb bekommt man als Gast wenig mit. Wer aufs Deck geht, sieht am Heck keinen Rauch mehr aufsteigen aus den zwei mächtigen Schornsteinen. Und beim Boarding der Fähre mit dem Auto ist einem vielleicht die „Supergreen Sustainable Shipping“-Aufschrift aufgefallen. Aber ansonsten ist die Germanica ihrem Schwesterschiff Scandinavica doch sehr ähnlich. Nur ist sie eben deutlich emissionsärmer.

Wir genießen die Rückfahrt genauso wie die Hinfahrt und freuen uns, dass wir den Wintersturm Sabine um einen Tag verpassen. Die Rückfahrt ist ruhig und am nächsten Morgen können wir dank klarem Himmel der Sonne beim Aufgehen zuschauen. Wir besuchen noch mal den Spielbereich und genießen mit einem Kaffee in der Hand die Einfahrt nach Kiel durch die Förde. Diese kleine Schifffahrt fühlt sich fast an wie ein Urlaub nach dem Urlaub. Wenn da nicht noch die vier Stunden Rückfahrt nach Berlin wären…

Vielen Dank an StenaLine. Die Fährtickets wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Bewertungen und Meinungen in diesem Artikel spiegeln unsere persönliche Meinung wider. Wer mehr über unseren Umgang mit Werbung, Sponsored Postings und unsere inhaltliche Unabhängigkeit lesen will, schaut hier vorbei.

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1 Kommentar

Jasmina 4. Dezember 2020 - 10:58

Wow – tolle Einblicke und Eindrücke! Danke dafür! Sobald es wieder möglich ist, wollen wir mit Kind & Hund eine ähnliche Tour machen. Ich habe auch gerade euren Beitrag über das Haus in Schweden gelesen – mega stark. Am liebsten würde ich sofort losziehen wollen 😀 Habt eine schöne Adventszeit. LG Jasmina

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