Wachsmaler, Wachsmalstifte, Kinderkunst

Vorweihnachtliche Massenproduktion

von Christian

Weihnachten steht vor der Tür, das Fest der Liebe. Unsere Kinder sind natürlich in heller Aufregung, wie Kinder eben so sind. Adventskalender werden geplündert. Die Tage bis zum 24. Dezember gezählt. Der Weihnachtsbaum ist längst aufgebaut. Adventskranzkerzen und Räuchermännchen brennen im Akkord runter. Selbstgebackene Kekse kann eigentlich auch schon niemand mehr sehen. Und bei vier Kindern in Schule und Kinderladen nebst Vereinsaktivitäten ist auch die Menge an Weihnachtsfeiern an Rande des noch Erträglichen.

Natürlich geht es an Weihnachten irgendwie auch immer um Geschenke. Wir haben zum Glück die Zeit der Materialschlachten im Zuge von Minimalismusbestrebungen schon lange hinter uns gelassen. Großeltern und die Lieblingstante schenken mittlerweile gerne Gutscheine oder Geld für Erlebnisse. Wir selbst suchen in der Regel eine größere Sache gemeinsam mit den Kids aus und packen noch ausgesuchte Kleinigkeiten hinzu. Verpackt in wiederverwendbaren Stofftüchern.

Wir Eltern schenken uns gegenseitig nichts, das ist völlig okay für uns. Auch deshalb, weil wir uns die wenigen Wünsche gerne erfüllen unabhängig von dafür vordefinierten Tagen. Allerdings sehen unsere lieben Kinder das bisweilen substanziell anders. Sie schenken uns gerne Dinge zu hohen und auch anderen Festtagen, die sie unter anderem auch in Schule oder Kinderladen produzieren. Die Menge an Zeichnungen und Kunstwerken ist enorm, trotz eifrigen Kuratierens seitens Anja und mir.

Ein Meter große Stoffpuppe

Die knapp einen Meter große Stoffpuppe, die eine der Töchter letztes Jahr in der Schule über Wochen selbst entworfen und produziert hat, ist da wohl das aktuell beeindruckendste Werk. Einen Freund von uns hat sie neulich fast zu Tode erschreckt, als ich ihm sie am späten Abend durchs Wohnzimmer hindurch zuwarf, nachdem ich im Flur über sie gestolpert war. Er sah ein echtes Kind auf sich zufliegen…

Aber ich schweife ab. Gestern Abend jedenfalls kündigen die Kinder an, dass wir mit reichlich Geschenken zu Weihnachten rechnen können. Anja und ich gucken uns an und bitten die Kinder, nicht so viel zu produzieren. Stattdessen könnten sie ja im Haushalt helfen, meinte ich. Wäre doch eine tolle Idee, wenn alle ein bisschen mehr mit anpacken würden, statt sich der vorweihnachtlichen Massenproduktion kindlicher Kunst hinzugeben. Und die Kinder so? Nun, die sagen: „Wir malen lieber Bilder, als im Haushalt zu helfen.“ Ja, genau. Das haben wir Eltern auch schon registriert.

2 Kommentare

Eva 18. Dezember 2019 - 10:05

Und das ist auch richtig so! Das eine hat mit dem anderen doch wenig zu tun. Sind ja Kinder und keine kleinen Erwachsenen. Wenn Kinder vor Weihnachten nicht mehr basteln und malen dürften, wäre das doch ziemlich traurig. Es lebe die Kind- und Kunstfreiheit!

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Sabrina 18. Dezember 2019 - 21:51

Ich glaube, es ging nicht um „nicht mehr dürfen“. Niemand hat bestimmt etwas gegen ein liebevoll und mit Mühe gemaltes oder gebasteltes Geschenk. „Massenproduktion“ klingt danach aber nicht, sondern eher wie „wir müssen noch schnell was wir Mama und Papa machen.“ Und an einer solchen Stelle daraufhin zu weisen, dass ein Geschenk ja eher dem Beschenkten Freude machen soll (Hilfe im Haushalt) statt dem Schenkenden eine schnelle und einfache Lösung (Wir malen lieber) zu bieten, finde ich völlig in Ordnung.

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