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Wir unterwegs: Winterurlaub auf Bornholm

von Christian

(Werbung / Pressereise) Das Meer rauscht, lauter als gewohnt. Und der Wind pustet kälter. Die Ostsee um Bornholm ist im Dezember ein bisschen rauer als im Sommer. Es ist trotzdem großartig. Beides pustet den Kopf frei. Genau das suchen wir hier eigentlich immer. Ruhe, Natur, Einsamkeit… und das Meer.

Nun also endlich mal Bornholm im Winter! Denn genau das war für als jahrelange Bornholm-Verliebte Eltern aus Berlin immer ein ferner Traum. Wer aus der Hauptstadt im Winter auf die Insel wollte, musste lange Anfahrtswege über Schweden in Kauf nehmen. Mit Kinder für uns eher keine Option. Doch das ist nicht mehr so. Denn die Bornholmslinjen-Fähre von Sassnitz auf Rügen nach Rønne auf Bornholm fährt seit diesem Jahr ganzjährig, fast jeden Tag. Und deswegen sind wir in diesem Jahr über Weihnachten auf Einladung von Destination Bornholm auf Bornholm gewesen. Die Überfahrt dauert gute dreieinhalb Stunden. Mit lesen, spielen und essen ist die Zeit schnell rum. Es gibt neben dem Bordrestaurant auch eine nette Kinderspielecke mit Rutsche, den tollen dänischen Bobles- Bausteinen und natürlich mit einem großartigen Meerblick.

Am Sonntag zwei Tage vor Weihnachten sind wir also rüber, zum Glück ohne stürmisches Wetter. Es wäre wohl auch ganz spontan kein Problem gewesen, denn die Fähre war ziemlich leer. Allerdings ist die Menge an Ferienhäusern auf Bornholm in den Wintermonaten noch begrenzter als im Sommer. Nicht alle Häuser werden aktuell im Winter vermietet. Wir hatten Glück und ein wunderbares Haus mit Meerblick. Inklusive Kamin für das große Wohnesszimmer mit Küche. Und Fußbodenheizung in den Bädern. Und einer Sauna.

Das alleine würde uns als Eltern von vier Großstadtkids eigentlich schon reichen. Die Kids können von der Terrasse direkt an den Strand zum Buddeln, Rumrennen und Steineflitschen. Ist ihnen kalt, sind sie schnell wieder drinnen. Und wir Eltern gucken aufs Wasser mit frischem Kaffee in der Hand, gehen mal ein bisschen mit raus und chillen uns sonst durch die Tage. Allerdings erst, wenn Weihnachten geschafft ist.

Weihnachtsmarkt mitten auf Insel

Wir versuchen schon seit Jahren, den familiären Druck aus dem Fest der Liebe zu nehmen. Familienbesuche haben wir schon lange entzerrt. Mittlerweile machen wir die Bescherung morgens am 25. Dezember. Für die Kids ist das okay. Sie können so den ganzen Tag ihre Geschenke bespielen und genießen – und wir alle haben Heiligabend ein entspanntes Weihnachtsessen ohne Druck. Das war auch auf Bornholm so. Die Geschenke haben zum Glück alle mit in die Dachbox gepasst. Und der Weihnachtsbaum stand fest verwurzelt zwei Meter hinter der Terrasse auf dem kleinen Waldweg, der vom Ferienhaus zum Meer führt.

Am 22. Dezember haben wir noch einen Halt in Aakirkeby eingelegt, einer kleinen Stadt mitten auf der Insel. Der Weihnachtsmarkt dort war klein und überschaubar, aber mit viel Liebe gemacht. Es gab ein Schloss zum Pfefferkuchen backen, eine uralte Bimmelbahn zum Bestaunen und lustige Weihnachtsattraktionen aus der Vergangenheit. Und Apfelkrapfen und Glühwein. Der Weihnachtsmann lief auch lässig herum und schüttelte staunenden Kinder die Hände, bis er in einer lange Gasse verschwand. Schön beschaulich.

Jenseits davon gab es nicht mehr viele Aktivitäten auf der Insel, die so kurz vorm Fest noch möglich waren. Viele der im Sommer oder auch im Herbst noch geöffneten Orte sind über Weihnachten geschlossen. Uns war das vorher klar und egal. Denn weniger ist mehr in Sachen Erholung im Urlaub. NaturBornholm, das sehr schöne Naturkundemuseum, ist sonst auch immer noch ein guter Ausflugstipp mit Kindern auf Bornholm. Aber das besuchen wir dann in den Osterferien auf Bornholm.

Brennholz für den bollernden Kamin

Noch geöffnet hatte die feine Schokoladenmanufaktur Kjaerstrup in Snogebæk, die neben den berühmten Flødeboller noch diverse schokoladigen Köstlichkeiten im Sortiment hat. Und im Sommer auch leckeres Eis. Hier haben wir also noch ein paar Weihnachtssüßigkeiten erstanden. Im Vorbeifahren wurde noch Brennholz von einem der regelmäßig vorhandenen Straßenstände mitgenommen, um im Ferienhaus den Kamin bollern zu lassen.

Ein paar Tannenzweige hatten die Kinder schon am Strand gesammelt. Die Deko aus gemalten Herzen, Sternen und Danebrog brachte die Weihnachtsstimmung auch ins Ferienhaus. Und Kerzen machen ohnehin alles in Dänemark noch etwas hyggeliger, als es sowieso schon ist. Die Einkäufe für das Weihnachtsessen sind hier übrigens eine entspannte Sache, weil die Supermärkte, wenn auch mit etwas eingeschränkteren Zeiten, auch an den Feiertagen geöffnet haben.

Auch ein paar Sehenswürdigkeiten haben geöffnet. Wir sind am zweiten Weihnachtsfeiertag ins Kunstmuseum in Gudhjem gefahren und haben ganz in Ruhe mit nur wenigen anderen Besuchern die Ausstellung genossen. Die zeigt regelmäßig alte und neue Werke mit Bornholmbezug und dazu spannende Sonderausstellungen. Aber allein das Gebäude an sich ist architektonisch sehenswert. Das Museum liegt hoch oben auf einer Klippe und man hat von vielen Stellen einen großartigen Ausblick über das Meer.

Wir hatten sogar so gute Sicht, dass die kleinen Erbseninseln rund um Christianø zu erkennen waren. Wer mag, kann nach oder vor dem Museumsbesuch mit einem Spaziergang das Meer und die beeindruckenden Klippen erreichen und beklettern. Im Museum gibt es einen kleinen, feinen Bastelbereich für die Kinder- mit schöner Aussicht für die Eltern. Und das kleine Museumscafé vor Ort macht übrigens ganze hervorragende (auf Nachfrage auch vegetarische und vegane) Sandwiches.

Svaneke im entspannten Winterschlaf

Da im Winter das Wetter nicht beständig gut und regenfrei ist, haben wir uns an einem regnerischen Tag über die geöffnete Værftet gefreut – eine große alte Werfthalle am Hafen von Nexø. Die beherbergt ein schön gemachtes Kinderspieleparadies mit großem Kletterareal, Tischtennisplatte, Kicker, Airhockey und Meerblick! Direkt nebenan ist noch eine Skatehalle mit Street-Parcours und einem Bowl. Boards kann man leihen, wir haben eigentlich immer zwei dabei – so viel Platz muss in der Dachbox sein. Über die Straße rüber ist einer der vielen Dauerflohmarkt-Second-Hand-Läden. Hier findet man alles von dänischem Geschirr über Spielzeug und Bilder sowie oft auch schöne Fundstücke skandinavischer Kinderkleidung.

Einen Ausflug nach Svaneke in die Bolcheriet haben wir auch noch gemacht, wobei die Produktion der Bonbonfabrik zwischen den Jahren auch Pause macht. Wir haben uns mit ein paar Bonbons versorgt und sind noch eine Straße weiter in die Nansensgade gegangen, zum neuen Laden von Okker Gokker. René und Ingeborg, mit denen wir schon länger zusammenarbeiten, sind vor wenigen Wochen von Nexø nach Svaneke umgezogen. Das neue, kleinere Ladengeschäft passt wunderbar zu den schönen, ökologischen Kleidungsstücken. Das gesamte Onlinegeschäft wird weiterhin aus Nexo gesteuert, so dass man auch online ein kleines Stückchen Bornholm mit seiner Bestellung mitbekommt.

Das kleine hübsche Svaneke ist im Winterschlaf deutlich ruhiger als im Sommer, jedoch nicht weniger schön. Da man die meisten Orte in Bornholm entlang der tollen Küstenstraßen erreicht, ist einfach auch schon die Fahrt immer toll. Mit dem Fahrrad ist das natürlich gerade in der wärmeren Jahreszeit eine wunderschöne Strecke, die auch an vielen Stellen gute Radwege hat. Auch nach etlichen Bornholm-Jahren bleiben wir unterwegs immer wieder an der einen oder anderen Stelle einfach stehen und sind fasziniert von der Schönheit der kleinen Insel.

An den meisten Tagen unseres Weihnachtsurlaubs hier haben wir aber das gemacht, wofür wir Bornholm seit vielen Jahren so lieben. Den Strand erkundet, das Meer angeschaut und zwischen Sauna und frischer Luft hin und her gestromert. Dazwischen immer wieder Meeresrauschen oder einfach Ruhe – sogar mit vier Kindern.

Und auf der wie immer viel zu schnell gekommenen Rückreise haben wir dann beim Anlegen in Sassnitz gesehen, dass die Fähre mit den Silvestergästen deutlich voller war als kurz vor Weihnachten. Noch hat es sich nicht rumgesprochen mit der Ganzjahresfähre. Aber es wird nicht lange dauern. Doch auch „voll“ ist es auf Bornholm nie wirklich voll. Und so wird die kleine dänische Sonneninsel auch weiterhin unser zweites Zuhause bleiben, um die Großstadtseele zur Ruhe kommen zu lassen. Jetzt allerdings auch vermehrt im Winter.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Destination Bornholm, die für die Pressereise Unterkunft und die Fährfahrt bezahlt haben. Die Produktbewertung in diesem Artikel spiegelt unsere persönliche Meinung wider.

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4 Kommentare

Merle 2. Januar 2020 - 13:50

Das sieht alles sehr schön aus. Mich reizt Bornholm auch schon länger (unter anderem durch eure Berichte). Wir haben aber kein Auto und sind auch im Urlaub gerne ohne unterwegs. Könnt ihr einschätzen ob das auf Bornholm ginge? Viel öffentlicher Nahverkehr ist ja auf so einer kleinen Insel eher nicht zu erwarten.

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Christian 3. Januar 2020 - 08:59

Man kann sicher ohne Auto unterwegs sein. Es gibt ein gut funktionierendes Busnetz von BAT rund um die Insel. Mietwagen sind auch möglich. Wir sehen auch immer wieder Familien komplett mit dem Fahrrad reisen. Zur Fähre nach Sassnitz kommt man bequem mit dem Zug und muss nur einkalkulieren, vom Bahnhof zur Fähre zu laufen oder ein Taxi zu nehmen. Räder auf Bornholm mieten ist auch kein Problem.

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Susanne P. 11. Januar 2020 - 16:25

Darf man fragen welches Haus es war?

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