Schlaf ist ein knappes Gut in den ersten Monaten als Eltern. Zumindest viel Schlaf am Stück- das merken Eltern schnell. Und deswegen ist dieses Thema sehr präsent. Auch im Austausch untereinander wird immer wieder das Schlafverhalten von Babys verglichen.
Doch letztlich ist es völlig egal, ob wie oder wie lange so ein Baby schläft. Ob es nachts einmal, keinmal oder mehrmals wach wird. Denn all dies sagt nichts darüber aus, wie es den Eltern gerade damit geht. Aber letztlich ist das eigentlich das entscheidende Thema, wenn es um den Babyschlaf geht. Wie kommen die Eltern mit dem Schlafmangel zurecht, den das Leben mit Babys und kleinen Kindern automatisch mit sich bringt?
Babyschlaf und Babyschlafmangel
Generell bringt jeder Erwachsene anfangs sein ganz eigenes Schlafverhalten mit in die Elternschaft. Es gibt Viel- und Wenigschläfer, Eulen und Lerchen. Oft sorgt bereits die Schwangerschaft für ein verändertes Schlafverhalten. Man muss nachts häufiger zur Toilette oder aufstehen, weil plötzlich der Hunger kommt oder einem speiübel ist. Später wird manche Schwangere vielleicht jedes Mal richtig wach, wenn sie sich umdreht. Denn das wird mit wachsendem Bauch immer schwieriger. Oder sie liegt nachts schlaflos da und grübelt über dies und das. Vielleicht gelingt es, den fehlenden Schlaf tagsüber nachzuholen. Vielleicht kriecht man auch durch den Tag, weil noch andere Kinder zu versorgen sind und das Hinlegen zwischendurch unmöglich ist. Die bleierne Müdigkeit der Frühschwangerschaft ist noch mal ein ganz besonderer Zustand in Sachen Schlafen.
Trotz dieser „Vorbereitung“ in der Schwangerschaft trifft der Babyschlafmangel alle Eltern auf verschiedene Art und Weise. Und unterschiedlich hart. Auch nach der Geburt sind die Bedingungen, um fehlenden Schlaf am Tag nachholen zu können, sehr unterschiedlich. Geburten verlaufen verschieden und die entsprechend erforderlichen Erholungszeiten können die mütterliche Schlaferei zusätzlich erschweren. Das gilt etwa dann, wenn Schmerzen das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinflussen. Auch die psychische Belastung durch eine Geburt sowie in der Zeit danach fällt unterschiedlich aus. Bei postpartalen psychischen Krisen ist Schlafmangel ein zusätzlicher belastender Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Hinzu kommen beim Baby Gebärmutterheimweh, Wachstumsschübe oder Zahnungskrisen. Auch bei Erkrankungen oder nach Impfungen kann das Schlafverhalten verändert sein.
Wie gut schlafen die Eltern durch?
Wie gut oder schlecht es einem als Eltern gerade damit geht, ist nicht davon abhängig, wie viele Stunden das Baby ohne Pause schläft. So mache Mutter kommt gut damit zurecht, wenn sich das Baby zweistündlich meldet. Andere gehen auf dem Zahnfleisch, obwohl das Baby vier oder fünf Stunden am Stück schläft. Die eigenen Akkus sind nicht immer gleich voll und elterliche Kraft ist nun mal nicht verhandelbar. Manchmal fühlt man sich nach zwei Stunden Mittagsschlaf mit oder auch mal ohne Kind wie neu geboren. An an anderen Tagen kann man die Augen trotz Siesta kaum offen halten. Gerade das erste Babyjahr ist in Sachen Schlaf „abwechslungsreich“, um es mal positiv auszudrücken. Und selbst, wenn wir ins Babyalbum eintragen können, dass das Kind heute nacht „durchgeschlafen“ hat, sagt das noch lange nichts über die weiteren Nächte aus.
Auch Kleinkindnächte können noch anstrengend sein. Selbst Schulkinder haben auch immer mal wieder den Bedarf, von uns Eltern in der Nacht unterstützt oder begleitet zu werden. Auch sie haben manchmal Sorgen, die sie nicht schlafen lassen. Babys und Kinder können in der Regel schlafen und wirklich behandlungsbedürftige Schlafstörungen sind eher eine Seltenheit. Wer sich diesbezüglich Sorgen macht, sollte diese natürlich ernst nehmen und auch fachlich entsprechend unterstützt werden. Aber die meisten Babys können ganz normal schlafen.
Statt der Frage nach dem Babyschlaf, sollte man also wohl die Eltern lieber fragen, wie sie gerade schlafen. Und wenn diese gerade nicht „durchschlafen“ können, vielleicht mal eine Runde Babytragen- oder schieben anbieten, damit etwas Schlaf nachgeholt werden kann. Oder ganz auf die Schnelle eine Tasse Kaffee und ein „Alles wird gut“ anbieten.
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