Alleingeburt? Ja, aber bitte mit Hebamme!

von Anja

Vor einigen Tagen las ich den Artikel über eine Alleingeburt, die Jana vom „Hebammenblog“ für mich sehr stimmig kommentiert hatte. Auch mit Susanne von „Geborgen wachsen“ beschäftigte uns das Thema neulich beim gemeinsamen Abendessen. Denn genau wie Susanne habe auch ich das Gefühl, dass das Thema Alleingeburt ein zunehmender Trend wird und teilweise so ein bisschen als Steigerung der normalen Hausgeburt mit Hebamme „gefeiert“ wird.

Aktuell ist auch ein Buch zu dem Thema erschienen, in dem eine Ärztin ihre Geburt ohne fachliche Geburtsbegleitung und das in ihren Augen notwendige Wissen für eine Alleingeburt beschreibt. Als Medizinerin hat sie jedoch immer ein wesentlich größeres Wissen. Zudem hat sie eventuell auch mehr praktische Erfahrung zum Beispiel in der Reanimation von Säuglingen als ein Laie. Auch bei ihr war der Beweggrund für ihren Alleingang eine nicht gut erlebte Geburt beim ersten Kind. Dies ist häufig ein Grund, weshalb sich Frauen für diesen Weg entscheiden.

Zwischen Vertrauen und Trauma

Sie haben körperlich und seelisch erlebt, wie eine unachtsame oder einfach menschlich nicht passende Geburtsbegleitung störend in den Verlauf eingegriffen hat. Mit Folgen, die bisweilen als traumatisch erlebt werden. Deshalb ist absolut nachvollziehbar, dass Frauen sich versuchen vor einer erneuten Traumatisierung zu schützen. Wenn nun also das Verhalten der Geburtsbegleiter die Ursache war, ist es verständlich, dass es für die Frauen wichtig ist, diese bei der Geburt nicht mehr dabei haben zu wollen. Das Vertrauen, andere und achtsamere Hebammen oder Ärzte zu finden, ist vielleicht auch nicht mehr vorhanden. Doch wenn primär dies der Grund für die Alleingeburt ist, frage ich mich, ob die Frauen alle eventuellen Risiken überblicken. Auch jene, die als Laien einfach weniger geburtshilfliches Wissen haben.

Ich habe volles und tiefes Vertrauen in die Gebärkräfte von Mutter und Kind. Ich weiß, dass Geburten ungestörter verlaufen, je weniger interveniert wird. Trotzdem halte ich fachlichen Beistand für unabdingbar. Zudem gibt es auch Schwangerschaftsverläufe, die gegen eine Hausgeburt und damit auch auf jeden Fall gegen eine Alleingeburt sprechen. Ich kenne viele Frauen, darunter viele Kolleginnen, die ihre Kinder alleine zu Hause geboren haben. Etwa, weil die Geburt sehr schnell verlief oder sie die Hebamme zu spät angerufen haben. Keine davon hat die Hebamme wieder abbestellt, auch wenn die Geburt gut und unkompliziert verlaufen ist. Ich kenne auch keine, die bei weiteren Geburten ganz und bewusst auf Hebammenbeistand verzichtet hat.

Und ich denke, das hat seinen guten Grund. Denn es gibt sie eben doch, die geburtshilflichen Notsituationen, die völlig ohne Vorzeichen auftreten und ohne schnelle Hilfe zu großen Schäden führen können. Ich denke da zum Beispiel aus eigener Erfahrung an die Nachblutung beim zweiten Kind nach einer unkomplizierten Wannengeburt im Geburtshaus. Mein Kreislauf war relativ schnell aufgrund des höheren Blutverlusts instabil. Christian war in diesem Moment berechtigterweise überfordert und voller Angst um mich.

Geborgenheit und Sicherheit

So wären wohl weder er noch ich in der Lage gewesen, ruhig und angemessen zu reagieren. Während die Hebammen mir aus der Wanne halfen und neben anderen Maßnahmen dann doch ein entsprechendes Medikament spritzten, kuschelte unser neugeborenes Töchterchen auf Christians Oberkörper. Und recht bald auch wieder bei mir. Ich durfte einfach Mutter sein und musste nicht auf Hebammenmodus umschalten. Dass unsere Hebammen ruhig und besonnen reagierten, ohne in Panik zu verfallen, sorgte dafür, dass die Geburtsatmosphäre nicht groß gestört wurde. Wie hätte diese Situation alleine ohne Hilfe und auch ohne Medikamente ausgesehen?

Natürlich ist das wirklich nur meine ganz persönliche Erfahrung, die keine Entscheidungsgrundlage für oder gegen etwas sein sollte. Allerdings sprechen auch die nackten Zahlen für die Sicherheit in der Geburtshilfe unter Begleitung von entsprechend ausgebildeten Hebammen. In vielen Ländern ist die Müttersterblichkeit weiterhin hoch, weil die Frauen nicht von ausgebildeten Hebammen begleitet werden.

Wer sich für eine Alleingeburt entscheidet, wird in der Regel gar nicht oder auch nur vom Vater oder einer anderen nahestehenden Person begleitet. Und auch wenn vorab mögliche Hilfsmaßnahmen besprochen werden, ist nicht immer gegeben, dass sich die Väter wirklich sicher damit fühlen. Gerade diese innere Unruhe kann sich wiederum störend auf den Geburtsverlauf auswirken. Auch eine Hausgeburt sollte möglichst eine Paarentscheidung sein. Um wirkliche Ruhe und Intimität zum Gebären zu haben, müssen Frauen sich sicher und geborgen fühlen. Das bestätigen zwar die meisten Mütter, die eine Alleingeburt anstreben. Aber wie eingangs geschrieben, liegt oft eine negative erste Erfahrung mit der Geburtsbegleitung vor, so dass diese gedanklich natürlich einen Stressfaktor für die Frau darstellt.

Wunsch nach Rückzug

Ich schätze und respektiere den Wunsch nach Zurückgezogenheit unter der Geburt. Die Mutter ist ganz klar die Expertin für ihren Geburtsverlauf. Sie sollte nicht mit Maßnahmen traktiert werden, die sie nicht wünscht. Das heißt übrigens nicht, dass eine solche Mutter wirklich erforderliche Dinge im Notfall ablehnen wird. Denn wie jede Mutter möchten auch Alleingebärende und ihre Babys unversehrt aus der Geburt herausgehen. Ein Dauer-CTG, ständige vaginale Untersuchungen oder gar eine vorgegebene Gebärposition sind damit allerdings nicht gemeint.

Dem Wunsch nach Rückzug kann auch bei einer Hausgeburt Rechnung getragen werden. Ich erinnere mich gut, wie ich bei einer Hausgeburt als zweite Hebamme zusammen mit der ersten Hebamme eine halbe Nacht lang am Küchentisch saß und den Wehen der Mutter im Badezimmer nebenan lauschte. Da es nur ein WC im Haus gab, sind wir dann abwechselnd in den Garten gegangen. Alle Untersuchungen oder Herztonkontrollen fanden möglichst selten und vor allem im Einverständnis mit der Mutter statt, so dass der Verlauf nicht gestört wurde. Sie blieb 90 Prozent ihrer Wehenzeit alleine im Badezimmer. Dort wurde der kleine Junge auch geboren.

Er brauchte etwas um anzukommen. Die Mutter war froh, dass die Hebammen dies entsprechend überwachten und gegebenenfalls auch nötige Maßnahmen ergriffen hätten. Deshalb konnte sie ihren kleinen Sohn einfach bewundern und genießen. Währenddessen achteten wir darauf, dass sich Hautfarbe, Muskeltonus und alle entscheidenden Parameter entsprechend entwickelten. Auch unter der Geburt hatten wir ihr einfach in regelmäßigen Abständen bescheinigt, dass alles gut läuft und sie einfach so weitermachen kann. Hausgeburt heißt also nicht, dass die Hebamme zwingend acht Stunden der Frau den Rücken massiert, wenn diese viel lieber ganz für sich ist. Und manchmal ändert sich dieses Bedürfnis auch ganz plötzlich unter der Geburt.

„Man muss viel wissen, um wenig zu tun.“

Die meisten Geburten verlaufen – gerade wenn sie ungestört bleiben – gut und komplikationsfrei. Doch in Ausnahmefällen heißt Alleingeburt auch, dass die Mutter oder eventuelle Begleitpersonen auf den Fachpersonalmodus umschalten müssen. Das ist je nach Vorqualifikation und abhängig vom eigenen momentanen Zustand nicht unbedingt leicht und machbar. Alleingeburtsbefürworter werden mir wahrscheinlich nun vorwerfen, dass ich all dies allein schon zur Rechtfertigung und zum Erhalt meines eigenen Berufsstandes sagen muss. Doch ich denke unabhängig davon, dass eine fachlich aber nach den Wünschen der Frau begleitete Geburt die bessere Option für Mutter und Kind ist. Und wahrscheinlich auch für den werdenden Vater.

Die Tatsache, dass das Thema jedoch immer präsenter wird, ist trotzdem wichtig. Denn für mich ist es ein wichtiger Hinweis der von unserem geburtshilflichen System betroffenen Frauen. Er zeigt auf die vielen Dinge, die tagtäglich in der Geburtshilfe geschehen und wesentlich mehr traumatisierte Frauen zurück lassen, als wir es denken. Die Aufgabe von geburtshilflich tätigen Fachpersonen ist es nämlich nicht, möglichst viele medizinische Maßnahmen anzubieten und durchzuführen, damit die Mütter sich vermeintlich sicherer fühlen. Es sollte unser Job sein, Eltern so zu informieren, dass sie selbst zu ihrer eigenen und sicheren Entscheidung kommen können. Die Alleingeburt ist momentan für einige Frauen die einzige Option, eine wirklich selbstbestimmte Geburt zu erleben. Das sollte in meinen Augen nicht zum Trend werden, aber unbedingt unser oft nicht auf Gesundheit ausgelegtes Gesundheitssystem und seine Geburtshelfer wachrütteln.

Frauen können Kinder selbstbestimmt und alleine bekommen. Wir sollten nur am Zuge sein, wenn es wirklich notwendig ist. Ein guter Geburtshelfer sitzt also mit den Händen in der Hosentasche daneben oder auch im Raum nebenan. Er wird nur einschreiten, wenn es eine Situation es wirklich erfordert. Und nicht die Haushaltskasse der Klinik oder die Selbstprofilierung. Die Geburt machen Frau und Kind also allein, aber möglichst nicht unbegleitet. Im besten Fall fühlt man sich als Hebamme hinterher ein bisschen überflüssig. Ist man aber nicht, denn schon der Geburtshelfer Prof. Willibald Pschyrembel sagte ganz richtig: „Man muss viel wissen, um wenig zu tun.“

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36 Kommentare

Mary Mattiolo 21. Oktober 2017 - 01:21

Ich stimme dir, Jobina, aus vollstem Herzen zu! Auch hier spricht eine erfahrene Alleingeburtsmama mit 3 alleine geborenen Kindern!

Warum soll eine Frau, wenn sie sich kennt, ein hervorragendes Körperbewusstsein hat und gesund ist, nicht auf eine Alleingeburt einlassen? Ich war 17 bei meinem ersten gewünschten Kind und hatte eine traumhafte Alleingeburt im Wasser – schmerzfrei und einfach nur wunderschön! Auch meine anderen 2 Kinder kamen mit einer AG zur Welt im Wasser, ebenfalls komplett schmerzfrei, entspannt und sicher!

Ich bin mir zu 100% sicher, dass eine weitere anwesende Person im Raum eine Gefahr für mich und mein Baby bedeutet hätte. Ich wusste zu jeder Zeit „wie weit“ ich war, wie es dem Baby ging und konnte mich vollends auf den Geburtsprozess einlassen.

In meinen Coachings zu schmerzfreien Alleingeburten erlebe ich es jedes Mal, wie sich die Frauen, nicht wenig von Hebammen einschüchtern lassen, weil diese durch die aktuelle Hebammensituation selbst mit Ängten zu kämpfen haben und diese auf die werdende Mutter projizieren!

Eine schwangere Frau, die sich bewusst für eine Alleingeburt entscheidet, handelt weder fahrlässig noch tut sie dies (zumindest alle die ich kenne) aus einem Grund heraus wie das im Artikel oben suggeriert wird!

Warum sollte ich meine Verantwortung in die Hände einer anderen Person abgeben, wenn ich doch am besten weiss was mir gut tut und wie ich auch in einer Notfallsituation zu handeln hätte?

Jede Frau darf selbst entscheiden, wo, wie und mit wem sie gebären möchte – so einfach ist das! Ob nun mit oder ohne Hebamme…

Mary von der globetrotterFamily

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Monique 18. Oktober 2017 - 10:24

Es gibt Regionen in unserem Land, da hat eine Schwangere/Gebärende gar nicht die Wahl zwischen Klinikgeburt und hebammenbetreuter Hausgeburt auszuwählen. Hier im Landkreis ist gerade nur noch eine einzige Hebamme da, die die entsprechende Versicherung hat und bereit ist, Hausgeburten zu begleiten. Jetzt, da ich mein Baby bekommen soll, ist sie aus persönlichen Gründen nicht verfügbar. Ein Geburtshaus schließt, ein anderes nimmt niemanden mehr an. Nun müsste man sich entweder einer klassischen Klinikgeburt unterziehen… ja genau: unterziehen. Mit allen Maßnahmen die die dort Agierenden für angemessen und gerechtfertigt erachten. Kaiserschnitte dürfen sogar bei organisatorischer Indikation (etwa Personalmangel) durchgeführt werden. Und wie schnell hat man (wenn man auf einen Kaiserschnitt abzielt um die Klinikkasse zu füllen) der Schwangeren Angst gemacht…. „Oh, die Herztöne gehen runter, wir müssen das Kind holen…“. Wer traut sich da, zu widerstehen? Klar, würde ich gern mit einer erfahrenen (und berechtigten, da versicherten) Hebamme ruhig im häuslichen Umfeld entbinden. Man hat mir aber hier die Möglichkeiten genommen. Und zur Klinik muss ich eine knappe Stunde mit dem Auto fahren, wenn (!) alles frei ist.
Hier tut immer jeder, als könne man sich aussuchen, wie man das Kind zur Welt bringt. Pustekuchen. Bei uns gibt es nur die Klinik-Variante. Wie gesagt: Selbst im Geburtshaus war kein Platz mehr zu bekommen. Armutszeugnis für die deutsche Gesundheitspolitik! Aber echt!

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Maggy 18. April 2017 - 20:24

Ich finde deinen Artikel sehr bewegend und auch absolut nachvollziehbar! Jede Frau, die sich für eine Alleingeburt entscheidet, wird sich da wohl sehr viele Gedanken drüber gemacht haben! Ich persönlich halte diesen Schritt für absolut gefährlich und verantwortungslos! Mein erstes Kind habe ich in einer Klinik bekommen. Mein zweites wurde zu einer ungeplanten Alleingeburt, da die kleine Maus in 40 Minuten auf die Welt wollte. Bei der zweiten Geburt war nur mein Mann noch anwesend und musste als Geburtshelfer einspringen. Die Geburt verlief glücklicherweise komplikationslos und es ist alles gut gegangen. Ich selber hatte allerdings zwischendurch wirklich Angst um mein Baby, weil ich wusste, dass hier niemand ist der uns im Notfall helfen kann! Und es weiß ja nun wirklich jeder, dass nur wenige Minuten Sauerstoffmangel ausreichen um lebenslange Schäden hervorzurufen!
Aus diesem Grund halte ich eine Alleingeburt auch für absolut egoistisch und verantwortungslos! Ich kann niemanden verstehen, der sich für diesen Weg bewusst entscheidet! Wenn jemand eine sehr traumatische Geburt erlebt hat, dann tut mir es wirklich sehr leid für diese Frau und vielleicht kann sie sich irgendwie Hilfe holen, um das Geschehene aufzuarbeiten. Einen erlittenen Sauerstoffmangel oder ähnliche Komplikationen kann niemand wieder aufarbeiten oder rückgängig machen und wir haben die Verantwortung für dieses kleine Leben!

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Nancy 26. Dezember 2016 - 14:48

Wenn’s doch so wäre. Die Hebammen müssen schon so viel zu ihrer eigenen Absicherung machen und haben Vorgaben einzuhalten. Ich möchte keine Kontrolle, nur weil irgendjemand sich so absichern muss.

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Charlotte 20. Dezember 2016 - 20:39

Ich habe 4 Kinder geboren:
1. Traumatische Klinikgeburt.
2. und 3. Hausgeburt mit Hebamme, bei 3 war die Hebamme die letzten 15 Minuten bei der Geburt anwesend.
4. Ungeplante Alleingeburt – mit meinem Mann, geplant war wieder eine Hausgeburt, Hebamme kam 15 Minuten „zu spät“.
Ich hätte allerdings aber wohl auch eine Alleingeburt angestrebt wenn es keine Hebamme mehr gegeben hätte die Hausgeburten betreut, eine sehr schwierige Entscheidung. Das erste was ich damals machte nach dem positiven Schwangerschaftstest: meine Hebamme anrufen. Bei dieser Betreuungssituation und wenn diese sich noch verschlechtern sollte möchte ich kein weiteres Kind bekommen, ich gebäre auch am liebsten MIT meiner Hebamme, obwohl ich mich zu keinem Zeitpunkt unter der (Allein-) Geburt unsicher gefühlt habe.

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Peggy 27. August 2016 - 13:07

Ich teile Anjas Ansichten, finde aber die hier stattfindende Diskussion sehr besonders. Die Überhöhung der Alleingeburt gegenüber anderen Geburtsformen zeugt von mindestens genausoviel Intoleranz wie die vollständige Ablehnung. Freiheit enthält auch die Freiheit des Andersdenkenden, selbst wenn sie einem nicht gefällt.
Ich verstehe den Wunsch: mein Körper – meine Wahl – meine Geburt. Was mir fehlt ist das ebenso überzeugend vorgebrachte: Meine Verantwortung! Wenn die mit übernommen wird in aller Konsequenz, kann von mir aus jede machen was sie will.

Gibt es eigentlich auch Mütter, die allein geboren haben und das rückblickend als „Nicht so gute Idee“ einschätzen und sich auch dazu äußern?

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MONIQUE 18. Oktober 2017 - 10:30

Ja, Peggy. In meiner Gegen hat man aber leider keine Wahl. Da gibt es nur die Klinik. Das Kleine (persönlichere) Krankenhaus „um die Ecke“ hat nun auch die Geburtsstation geschlossen. Man fährt eine knappe Stunde mit Wehen in die Uniklinik um sich dort der Routine unterzuordnen… oder man versucht es allein. Dazwischen habeich leider keine Wahlmöglichkeit. Nicht Geburtshaus und nicht Hausgeburt mit Hebamme. Nichts mit „Mein Körper – meine Wahl – meine Geburt“. Schade. Oder?

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Silvia 26. Juni 2016 - 13:13

Mein Kind und ich wurden unter der Geburt durch die „Hebamme“ und „Ärztin“ gefährdet, alles endete in einem durch die Hebamme provozierten und durch die Ärztin gewünschten unnötigen Kaiserschnitt. Nach der Entlassung dann daselbe alptraumhafte Spiel: Gefährdung durch die „Nachsorgehebamme“. Vertrauen aufbauen wäre extrem schwierig. Ich häte zu viel Angst um das Leben meines Kindes. Andererseits bin ich mir als Pflegekraft und Medizinstudentin der Gefahren einer Geburt im Z. n. Sectio sehr wohl bewusst. Was also tun? Mein Weg ist es jetzt, erst bei nahezu vollständiger Eröffnung (solange sich die jahrealter Narbe unauffällig anfühlt) zu Hause zu bleiben und dann mit einem Heer an Doulen, Freundinnen und Ehemann einen Kreißsaal aufzuschen, wo sie mich hoffentlich vor dem Zugriff der dort Dienst Tuenden beschützen. Ansonsten bleibe ich daheim oder verkrieche mich irgendwo!

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Spunki 2. Juni 2016 - 17:27

Ich hatte eine wunderschöne Hausgeburt beim 2 Kind, und ich kann wohl auf Grund der Gesetzeslage beim 3 Kind nicht mit Hebamme zuhause entbinden. Nach 3 Tagen Übertragung braucht man eine Bescheinigung vom Arzt, die wohl nicht jeder Arzt ausstellt. Wenn ich keinen Arzt finde der mir eine Ausstellt und ich Überträge wie bei Kind 1, 5 Tage und Kind 2, 10 Tage, dann habe ich nur noch die Wahl zwischen einer Krankenhaus Geburt mit einer Zufalls Hebamme oder eine Komplette alleingeburt. Was soll man da tun?

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Sarah 20. Dezember 2016 - 11:00

Das stimmt so nicht. Man braucht keine Bescheinigung. Es muss lediglich eine normale Vorsorge dokumentiert sein. 🙂 und sie muss unauffällig sein.

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Lisa 21. Dezember 2016 - 15:16

Außerdem kann man kann frühestens ab der 42+0 bzw. +1 von Übertragung sprechen. Ab 40+1 spricht man lediglich von Terminüberschreitung, was völlig normal ist, da der „Termin“ schließlich bloß ein Mittelwert ist und auch nur als ein solcher betrachtet werde kann.

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Maya 24. Mai 2016 - 17:01

Ich habe genau so eine Geburt, alleine, aber mit Hebamme als Back-up angestrebt. Nach vielen Vorgesprächen hatte ich Vertrauen und dachte, es würde auch alles so laufen. Bei der Geburt entpuppte sich die Hebamme aber als einfach nicht in der Lage mich in Ruhe zu lassen. Das Ganze eskalierte vollkommen, obwohl mein Mann auch alles versuchte, um sie an die Abmachungen und meine Wünsche zu erinnern. Während der gesamten Geburt quälte ich mich mit der Frage, ob ich lieber ins Krankenhaus verlegen sollte, um ihr zu entgehen, oder ob es möglich wäre, sie einfach rauszuwerfen und was dann im Ernstfall wäre. Teilweise verschwanden die Wehen in dem Moment, wo sie zur Tür hereinkam oder wurden viel schmerzhafter.
Ich leide seither an chronischen Schmerzen ohne erkennbare Ursache, kann kaum stehen, habe psychische Probleme, die sich kurz nach der Geburt einstellten und nicht einer Wochenbettdepression entsprechen.
Ich denke, Menschen, die das nicht erlebt haben, unterschätzen, wie schwierig es ist, Hebammen einzuschätzen, egal wie viele Empfehlungen und Vorgespräche es gibt.
Man spricht gerne von den Risiken einer Geburt, aber die Risiken, die von den anwesenden Personen ausgehen, werden als schlimme Erlebnisse abgetan, die „maximal“ psychische Konsequenzen nach sich ziehen. Das genügend Leben auch durch falsche Eingriffe und gestörte Geburtsverläufe gefährdet werden, wird gerne ignoriert.

Natürlich. In einer IDEALEN Welt mit IDEALEN Hebammen, spräche nichts gegen eine Geburt mit Betreuung und diese wäre sicherer. Solange wir eine solche ideale Welt nicht haben, sollte es jeder Frau völlig urteilsfrei selbst überlassen und erlaubt sein (in Österreich gibt es eine gesetzliche Hinzuziehungspflicht).

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Lena 25. Februar 2016 - 20:54

Hallo an alle, ich suche eine Hebamme, die erfahren ist in Hausgeburt. Ich bekomme ein Kind im Juli/August auf Sardinien. Im Gegenzug biete ich dir kostenfreien Aufenthalt auf unserem wunderschönen Platz hier. Dir steht ein eigenes Holzhäuschen zur Verfügung. Du kannst auch eine 2te Person mitbringen. Und keine Sorge wg Versicherung etc. Mehr Infos gebe ich gern, wenn du mich privat kontaktierst.
Liebe hoffnungsvolle Grüße!

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Kristin 2. Februar 2016 - 14:24

„In der Übergangsphase, während der wir auf eine neue Generation von Hebammen warten, die sich zurückhalten wissen, werden einige werdende Mütter einen Weg finden, wie sie sich in den Wehen nach außen hin völlig abschirmen können. Sie rufen keine Spezialistin und keinen Spezialisten herbei, sondern bringen ihr Kind ganz allein zu Hause zur Welt. Sie lassen sich nicht beeindrucken von dem heute gängigen entmündigenden Vokabular, mit dem man ihnen weismachen will, sie könnten ihr Kind auf keinen Fall ohne „Helferin“, „Guide“, „Coach“ oder „unterstützende Person“ und nur zur Welt bringen, wenn irgendjemand mit medizinischer Ausbildung oder ihr Partner zugegen ist. Diese Frauen wissen intuitiv, dass Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und absolute Abgeschiedenheit die besten Voraussetzungen für eine leichte Geburt sind. Man stellt ihr Verhalten zwar meistens als unbegreiflich und unverantwortlich hin, aber wir können von ihnen lernen. Selbst nach Jahrtausenden des kulturell reglementierten Gebärens gibt es noch immer Frauen, die von ihren archaischsten Säugetierbedürfnissen nicht entfremdet sind. Im Mittelpunkt einer biodynamischen Sichtweise des Gebärens stehen die elementaren Bedürfnisse der Frau in den Wehen und nicht Aufgaben, die andere bei der Entbindung zu erfüllen haben. Wer vor dem Jahr 2034 als Geburtshelfer oder Hebamme arbeitet, sollte genau beobachten, was diese Frauen tun.“ S.135 aus dem Buch „Im Einklang mit der Natur – Neue Ansätze der sanften Geburt“ v. Michel Odent, Mabuse-Verlag 2010

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Angela 10. September 2015 - 23:22

Ich dachte eigentlich, ich hätte hier schon vor einiger Zeit mal nen Kommentar geschrieben, aber irgendwas hat wohl nicht geklappt. Da ich gerade mal wieder drübergestolpert bin, versuche ich’s nochmal – das Thema ist einfach zu wichtig, um es unter den Tisch fallen zu lassen!

Als wir sagten, dass wir eine Hausgeburt planen, bekamen wir großteils „anerkennende“ Reaktionen (auch wenn’s positiv ist, ist hier eine Wertung ja eigentlich unangebracht, aber gut), zumindest aber wurde uns von kaum jemandem Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, zumal wir uns im Vorfeld gut informiert hatten, und die Bedenken unserer Gegenüber meist zerstreuen konnten. Dass eine Hebamme in der Familie uns anfangs am meisten entgegensetzte und sogar prophezeite, dass es nicht gut gehen würde, weil wir zu kopflastig seien, ist eine andere Geschichte. Es ging dann im Wesentlichen gut, auch wenn ein Dammschnitt unserem „Bröckerl“ den Weg auf die Welt erleichterte – es gibt wahrlich Schlimmeres, und wir sind jedenfalls dankbar, dass die Geburt zu Hause stattfinden konnte.
Einzig meine Mutter regte an, ob ich denn nicht eine Alleingeburt machen wolle? Sie hat 3 teilweise interventionsreiche Geburten (wenn auch alle vaginal) im Krankenhaus erlebt und hätte schon damals gern Alleingeburten gehabt, doch dafür bekam sie in ihrem Umfeld keinerlei Unterstützung (die hätte sie jetzt mir gegeben), besonders mein Vater war dagegen (irgendwie verständlich). Nicht zuletzt daher dürfte ihre bis heute anhaltende Phobie (und es ist wirklich eine ausgeprägte Phobie) bzw. ihr Misstrauen allen Medizinern gegenüber herrühren. So viel auch zum Thema des neuen Artikels „Früher hatten die Mütter auch kein Trauma“.
Von der Hausgeburt war ich überzeugt, eine Alleingeburt hätte ich mich nicht getraut, zumindest hätte ich mich anders vorbereiten müssen. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, bzw. wollte ich eine kompetente Person an meiner Seite haben. Gerade beim ersten Kind.
Nach der Lektüre von Michel Odents Büchern (deshalb erst jetzt mein Kommentar) habe ich meine Meinung zum Thema Alleingeburt allerdings inzwischen etwas geändert. Ich glaube nicht, dass ich eine anstreben werde, aber ich werde auf jeden Fall versuchen, bei einer weitern (hoffentlich Haus-)Geburt noch mehr „Privacy“ zu bekommen. Z.B. waren mir die (eh nicht sehr häufigen, aber trotzdem) vaginalen Untersuchungen höchst unangenehm, wenngleich die Hebamme sie wohl zu ihrer Sicherheit brauchte – immerhin haftet sie ja im Rahmen ihrer Kompetenz für die Geburt, was wohl mit ein Problem der Sache ist, aber das ist wieder eine andere, schwierige Geschichte. Trotzdem kommt man leicht ins Grübeln, ob nicht alles noch leichter hätte gehen können, wenn….. – aber wir werden es (zum Glück) nie wissen.
Odent jedenfalls schreibt über Alleingebärende: „Man stellt ihr Verhalten zwar meist als unbegreiflich und unverantwortlich hin, aber wir können von ihnen lernen.“ Seiner Meinung und Erfahrung nach ist ja Privacy der wichtigste Faktor bei einer Geburt – und es ist auch eine Frage des Willens der Verantwortlichen, wie gut bei einer Klinikgeburt diese Bedingung erfüllt werden kann. Aber je weiter das Hebammensterben fortschreitet, umso weniger Graustufen gibt es bei den Geburtsmöglichkeiten, sondern es läuft auf schwarz/weiß hinaus: im Krankenhaus mit ärztlichen Geburtshelfern, oder eben alleine. Frauen, die gerne etwas dazwischen gewählt hätten, müssen sich für ein Extrem entscheiden, und vielen scheint dann wohl die Aussicht auf eine Alleingeburt immer noch akzeptabler als die einer arztbegleiteten Geburt (oder, noch schlimmer: quasi Alleingeburt, weil das Personal restlos überlastet ist, allerdings in fremder Umgebung voller Überwachungsgeräte, ohne die Möglichkeit von Privacy)…
Doch auch solange es noch Hebammen gibt, ist das ja leider auch keine Garantie für eine entsprechend zurückhaltend begleitete Geburt (egal, an welchem Ort), denn diese Kunst scheint in der Hebammenausbildung nicht eindrücklich genug gelehrt zu werden; natürlich ist es wichtig, einen pathologischen Verlauf erkennen zu können, aber auch, zu erfahren, dass es oft ganz von alleine physiologisch abläuft. Dazu kommt auch noch, dass eine Hebamme in der Klinik nur eingeschränkten Handlungsspielraum hat.
Ich glaube, ein großes Problem an der Sache ist, dass sie – die Frage, ob Alleingeburt oder nicht – nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern sehr sehr viele Aspekte einfließen.

Was ich übrigens noch nicht verstanden habe: warum fördern die Krankenkassen eigentlich nicht die außerklinische Geburt zumindest moralisch? Kostet sie doch nur einen Bruchteil einer klinischen Geburt, und das Risiko ist ja nicht per se höher. Oder müssen die vorhandenen Betten möglichst ausgelastet werden? Oder gibt’s da andere Gründe?

Antworten
MONIQUE 18. Oktober 2017 - 10:39

Liebe Angela, du fragst: „…warum fördern die Krankenkassen eigentlich nicht die außerklinische Geburt zumindest moralisch? Kostet sie doch nur einen Bruchteil einer klinischen Geburt, und das Risiko ist ja nicht per se höher. ..“
Nicht nur das: Sie lassen die Gebärende auch noch (ganz oder zumindest teilweise) auf den Kosten für die Hebammen-Rufbereitschaft (teils 1000 Euro) sitzen. Damit zahlt die junge Mutter noch drauf obwohl sie der Krankenkasse einen Haufen Geld einspart. Kaiserschnitte kosten doch mal locker 5000 Euro plus Tagegeld und was da nicht noch alles hinzukommt.

Antworten
Christine 24. August 2015 - 09:50

Hallo Anja!

Ich weiß, es ist ein bissl spät, aber dein Artikel und die Antworten darauf haben mich so berührt, dass ich doch noch antworten möchte.

Ich bin eine von diesen Frauen mit Trauma-Geburt im Krankenhaus – beim ersten Kind. Danach hatte ich (nach Umzug) zwei Hausgeburten, ganz normal mit Hebamme. Die waren so wie von dir beschrieben. Ich hatte zwar beim ersten Kind schon mit dem Gedanken an eine Hausgeburt gespielt, in Ermangelung einer Hausgeburtshebamme in meiner Gegend, nachdem ich immer nur hörte „eine vertraute Hebamme ist nicht so wichtig, das Kind kommt so auch raus“ und nachdem sich das was das Personal im KH sagte (dass diese Sachen, die ich mir wünsche hier sowieso „Standard“ seien) gut anhörte, kam mein erstes Kind dann im KH zur Welt. Nur an das was mir vorher gesagt worden war konnte sich dann leider keiner mehr erinnern…

Sei mal ehrlich: Wenn eine Hebamme im KH 3-4 Frauen gleichzeitig betreut, sie deshalb Frauen zuerst Wehenhemmer gibt (und über Stunden alleine lässt) und dann Wehenmittel verabreicht bzw den Muttermund mit der Hand aufdehnt, wenn es dann immer noch zu langsam geht, damit das Kind möglichst dann kommt, wenn sie gerade Zeit hat – Wenn sie ein Neugeborenes über eine halbe Stunde allein und unbeaufsichtigt auf der Wickelablage liegen lässt und die frisch entbundene ebensolange allein im Kreißsaal liegen lässt (ohne Klingel – upsi, wurde wohl vergessen) – wäre da deiner Einschätzung nach eine Geburt bei der wenigstens JEMAND DA ist und meinetwegen den Notarzt rufen kann nicht sicherer??? Wenn ich hier bei uns zuhause mal den Notarzt gerufen habe, war der immerhin in 10 Min da. Ich bin keine Medizinerin, aber ich vermute doch in 30 Min kann man locker mal verbluten? Und einem Neugeborenen kann man auch nicht mehr helfen, wenn es 30 Min nicht mehr geatmet hat oder es vom Wickeltisch gefallen ist?

(Entschuldige bitte falls sich meine Zeilen sarkastisch lesen, ich bin zumindest ziemlich wütend, darf ich über diese erste Geburt auch sein, oder?)

Leider ist meine Hebamme nun verstorben, ansonsten findet sich hier in der Gegend keine mehr die Hausgeburten macht. Mittlerweile muss man ja froh sein wenn man überhaupt noch eine (für Kurse/Vor-/Nachsorge) findet. Mit ein Grund warum ich die Klamotten vom jüngsten Kind jetzt spende oder verschenke, sobald sie zu klein sind.

Falls ich nochmal schwanger werden sollte… Was bleibt mir da??? Ganz ehrlich?

Wunschkaiserschnitt würde immer gehen… Da brauche ich mich nur hinlegen, die Beine breit machen und die Klappe halten. Und wenn was schiefläuft ist der Arzt schuld, nicht ich. Nach 40 Min. ist alles vorbei und wenn ich mir ne Vollnarkose geben lasse bekomme ich noch nicht mal was von der ganzen Schoße mit. Allerdings habe ich vor OPs eine Heidenangst. Ich weiß nicht ob ich zum OP-Termin erscheinen würde.

Einen Kreißsaal würde ich nur noch mit geladener Waffe in der Hand betreten. Beim Blick ins Mündungsrohr versteht sicher auch ein gestresster Arzt dass es NEIN heißt, wenn ich „Nein“ sage. Nur denke ich unter den Umständen fliegen wir dort sicherlich gleich wieder raus. Wenn die überhaupt Platz für uns haben würden, und uns nicht von Vornherein gleich wieder heimschicken, weil sie grad überfüllt sind. Gut, ich wäre dann aber auch „nicht Schuld“.

So, was bleibt dann noch? Abtreibung? Oder eben Alleingeburt. (Nach dieser Abwägung hört sich die Alleingeburt doch gar nicht mehr schlimm an, oder?)

So, jetzt mal den Sarkasmus beiseite (Entschuldigung, aber selbst nach all den Jahren kommt mir immer noch die Galle hoch, gerade bei dem Gedanken, dass genau die Leute, die sogar die hebammenbetreute Hausgeburt als „gefährlich“ verteufeln, im KH dann fahrlässig handeln und irgendwelche Scheiße bauen – das betrifft ja nicht nur mich, sondern auch viele andere, die bei weitem nicht so glimpflich davongekommen sind wie ich. Und man hört ständig neue Unsäglichkeiten.)

So wie sich die ganze Situation im Moment entwickelt, glaube ich, wird die Alleingeburt sicherlich mehr Anhängerinnen finden. Was haben die Frauen denn für eine Wahl, wenn die Geburtenhäuser alle zumachen, die Hausgeburt mit Hebamme verunmöglicht wird, frau den KH-Zirkus aber (aus welchem Grund auch immer) nicht mitmachen will??? Was hat ein Kind davon, wenn es im KH vermeintlich „sicher“ geboren wird, aber dann irgendwann aus dem Fenster fliegt oder ausgesetzt wird, weil die Mutter nen psychischen Knacks bekommen hat und den Anblick des Kindes einfach nicht mehr ertragen kann?

Auch wenn es sich nicht so liest, ich teile deine Bedenken was die Risiken der Alleingeburt angeht sehr wohl. Ich habe aber ehrlich gesagt auch sehr viel Verständnis dafür, dass werdenden Müttern die Alleingeburt als die bessere Alternative erscheint. Und ich bin sehr, sehr froh und erleichtert, dass ich wohl nie wieder vor dieser Entscheidung stehen werde, obgleich das bedeutet, dass ich auch keine weiteren Kinder haben werde, die ich vielleicht schon noch gerne hätte…

Viele Grüße und viel Kraft!

Antworten
Stefanie Gattinger 12. Oktober 2016 - 19:31

Halli hallo,

ich weiß, dein Beitrag ist schon älter, aber ich kann einfach nicht anders als hier zu kommentieren. Ich fand deine Worte großartig und hab einige Male schallend gelacht, vorallem den Teil mit der Waffe…
Ich kann dir aufgrund meiner Geburtserfahrung komplett nachfühlen und auch deinen Sarkasmus. Und ich stimme dir absolut zu, dass auch die seelische Unversehrtheit einer Frau enorm wichtig ist: warum wohl stillen soviele Mütter ihre Kinder nicht/ nicht lange, oder zwingen sie alleine im Gitterbett im eigenen Zimmer zu schlafen?? Hier sind glaub ich mehr Bindungsstörungen im Umlauf als man denkt….

Antworten
Gardiners-Seychellenfrosch 7. Mai 2015 - 00:09

Wenn eine einfühlsame Betreuung im KH schon für Nicht-Behinderte zw. normalsensible nicht möglich ist, was bleiben denn da für Möglichkeiten? Nu, ok ich könnt mir ne 1:1 Betreuung bei der Geburt durch ne Hebamme einklagen bei der KK mit Verweis auf die BRK. Aber das dauert und kostet nerven… Aussdem muss es dazu noch Hebammen geben….

Ich fürchte bei nächsten Kind bleibt mir nur die Option Alleingeburt, wenn ich Selbstbestimmung erleben will.

Antworten
Conny 9. Dezember 2014 - 16:47

Ich kann das so gut verstehen!
Was ich bei meiner ersten Schwangerschaft und Entbindung erlebt habe sowohl bei der Frauenärztin, als auch in der Klinik war die Hölle!
Leider habe das nicht aufgearbeitet, sondern nur verdrängt. Jetzt bin ich wieder schwanger und bin in einer Depression gefangen.

Man versteht das einfach nicht, wenn man nicht selbst in der Situation war/ist.
Verurteilen können wir so schnell, weil wir uns nicht annähernd in die Gefühle eines anderen Menschen versetzen können, haben wir es nicht am eigenen Körper erlebt.

In dieser Schwangerschaft werde ich keine Klinik von innen betreten.

Antworten
Nicole 29. November 2014 - 15:26

„Und manchmal ändert sich dieses Bedürfnis auch ganz plötzlich unter der Geburt…“

Ja, das kann ich bestätigen. Irgendwie kam das ganz plötzlich und unvermittelt. Zwar waren es nur ein paar Minuten, aber dass sie da war, war extrem wichtig und hat neuen Mut und neue Kraft gegeben.

Ich kann nur hoffen, dass die Geburten dieser Frauen, die ihre Kinder ohne Fachpersonal zur Welt bringen wollen oder müssen, gut ausgehen! Bei uns war dann doch noch ein Notkaiserschnitt erforderlich…

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Putte 28. November 2014 - 23:52

Jetzt hab ich zum x-ten Mal den Artikel gelesen und wollte eigentlich nichts schreiben aber irgendwie lässt mich dieses Thema nicht los.Ich sage mir immer,dass jeder das macht wozu er sich in der Lage fühlt,was ja u.a.aus Erfahrungen,Gedanken,Gesprächen herrührt.man entscheidet die Dinge mit dem Wissen und Gewissen welches man zu diesem Zeitpunkt hat.Und ich muss nun aufpassen was ich wie schreibe,vielleicht muss ich mich vorher entschuldigen indem ich schreibe,dass meine letzte Geburt im KH so gut war und für mich genau richtig,nämlich schnell und mit gutem Ende und etwas therapierend vom Kaiserschnitt beim zweiten Kind.Auf das gute Ende lege ich mein ganzes Gewicht rein denn ich finde es unverantwortlich da es zu Komplikationen kommen kann,gegen die niemand gefeit ist.Vielleicht zählt jede Sekunde.In meinem Fall ist das erste Kind behindert zur Welt gekommen-Jackpot,wir haben es nichts von dem Gendefekt gewusst.Daher mein absolutes Unverständnis so ganz allein den Weg der Geburt zu gehen mit ihren unterschiedlichen Verläufen,Längen und was es mit einem selber macht.Für mich ist das Alleingebären ein egoistischer Zug der nicht alle Eventualitäten beäugt,aber selbstbestimmt klingt ja gut.Das ist pokern mit dem Glück welches man so lange unter seinem Herzen trägt,denn es ist nichts selbstverständlich.

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Sophie 26. November 2014 - 08:59

Ich lese schon länger in diesem Blog mit (und das sehr gern!) und muss nun auch mal kommentieren, da ich deinen Text zur Alleingeburt sehr gut finde und da völlig deine Meinung teile.

Mir hat die Anwesenheit meiner Hebammen während der ungeplanten Hausgeburt meines Sohnes sehr sehr viel Sicherheit gegeben und ich konnte mich völlig entspannen, weshalb die Geburt auch sicher so schön war. Da trotz erster Geburt alles so schnell ging (4 Stunden), kam die Hebamme recht spät und ich war gefühlt noch ziemlich lange allein mit meinen sehr starken Wehen. Da bin ich kurz panisch geworden. Als meine Hebamme dann da war, konnte ich wieder ruhig werden. Meine Hebammen haben wirklich nur die Geburt begleitet, ganz wie du es als Ideal beschreibst, kaum eingegriffen und einfach darauf geachtet, dass es allen gut geht.

Genau so möchte ich es beim nächsten Kind auch wieder erleben und würde mich unsicher fühlen, wenn ich ganz allein gebären müsste. Ich muss aber trotzdem ehrlich sagen: Ich würde wohl eher allein gebären als in ein Krankenhaus zu gehen. Daher kann ich verstehen, wenn Frauen sich zur Alleingeburt entscheiden, da sie keine Hebamme finden, was ja immer häufiger vorkommt. Ich werde meine Hebamme wohl schon ansprechen, wenn ich nur mit der Planung fürs nächste Kind beginne, da ich Angst habe, dass sie sonst ausgebucht ist. Da liegt nämlich vermutlich auch ein Problem: Zu wenig Hebammen führen zu mehr Alleingeburten, da eine Alleingeburt für viele Frauen wohl das kleinere Übel darstellt. So würde ich es zumindest empfinden.

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Sascha 25. November 2014 - 19:46

Ich muss es einfach loswerden: Ich finde Alleingeburten fahrlässig und verantwortungslos. So, jetzt ist es raus.

Es wirkt auf mich unglaublich naiv, die möglichen (wenn auch seltenen) Komplikationen abzutun oder gar zu behaupten, Alleingeburtlerinnen hätten dieses Thema „Komplikationen und Tod“ bereits gemeistert. Ob das wirklich auch eine Alleingeburtlerin von sich sagen kann, wenn es zu schwerwiegenden Komplikationen gekommen ist? Das bezweifle ich!

Wieso sollte eine Geburt ein weniger schönes, grosses, wichtiges, bestärkendes Erlebnis sein, wenn irgendwo im oder ums Haus noch eine Fachperson ist? Das wirkt für mich einfach sehr dogmatisch.

Ich hatte zwei Hausgeburten mit Hebi und Mann, beide sind gut und komplikationslos verlaufen, dafür bin ich sehr dankbar. Dass ich daheim selbstbestimmt, mutig, kraftvoll gebären konnte, hat mich sehr gestärkt, Ich wünschte mir für alle Frauen diese Erfahrung.
Nur sehe ich einfach nicht, wie diese Erfahrung durch die Anwesenheit einer Fachperson geschmälert worden wäre.

Den Aspekt einer vorgegangenen traumatischen Geburt kann ich nachvollziehen. Da würde ich mir für die Frauen von Herzen einen gute Begleitung zur Aufarbeitung und den Mut wünschen, sich jemandem anderen für eine schönere Geburt anzuvertrauen. Ich weiss nicht, ob es das Risiko rechtfertigt….

Ich bewundere euch Hebammen, Jana und dich, dass ihr euch so differenziert und nachsichtig zu dem Thema äussert (wenn ihr ja auch klar Stellung bezieht.)

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MONIQUE 18. Oktober 2017 - 10:43

SASCHA: Bei uns GIBT es derzeit KEINE verfügbare Hausgeburts-Hebamme. Und auch keine freien Plätze im Geburtshaus. Und nicht mehr die kleine persönliche Geburtsklinik um die Ecke. Nur das weit entfernte Kreiskrankenhaus mit hoher Kaiserschnittrate und von woher mir schon viele Grusel-Geburtsbereichte untergekommen sind. Und jetzt?

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Steph 25. November 2014 - 19:03

Ich mag Geburten im Geburtshaus und Hebammen betreute Hausgeburten sehr… wenn sie denn etwas für die werdende Mutter sind.
Eine Alleingeburt als einzige Möglichkeit selbstbestimmt zu entbinden und entstanden aus einem Mangel an Hebammen ist schlimm… aber es gibt doch bitte auch Frauen die sich dieses nach Abwägung aller Alternativen ganz eigenverantwortlich aussuchen. Und welche die dabei medizinisches Fachwissen haben. Sei es aus beruflichen Gründen oder weil sie monatelang nichts anderes getan haben als sich dieses anzueignen.
Ich habe in dieser wie auch schon in den Schwangerschaften davor gemerkt, dass mich jede Person und sei sie noch so zurückhaltend, ganz massiv stört und hemmt. Dass ich einfach alleine sein will! Wir hatten sowohl Geburtshaus als auch Hebamme, Gynäkologin ( für den Fall, dass wir ins nahe Krankenhaus verlegt hätten ) und sogar Kinderarzt abrufbar und habe bedingt durch mein Studium medizinisches Fachwissen. Und ja, ich glaube, dass ich im Normalfall eine meinen Körper betreffende Entscheidung durchaus selbst treffen kann. Und für den Fall der Fälle ist mein Mann auch ausreichend trainiert. Nicht jede Frau wird in eine Alleingeburt gedrängt. Frauen, die sich ganz bewusst für diese Option entscheiden sind in der Regel ganz besonders sorgfältig und wägen die Risiken sehr wohl gegeneinander ab. Nur weil man einen Weg für sich mit allem Wenn und Aber ganz bewusst geht, so ist man weder weltfremd noch unfähig Risiken zu bewerten. Diese Entscheidungsfreiheit sollte doch bitte schön jedem selbst überlassen bleiben.
Also die Option, sich mit fähigen Hebammen für eine Geburt zuhause, im Geburtshaus oder in der Klinik zu entscheiden genauso wie die Option sich selbstbestimmt und eigenverantwortlich dafür zu entscheiden, alleine zu sein mit sich und dem Kind.
Was mich bei dem Artikel und den Kommentaren sehr traurig macht ist die Annahme, dass eine Frau aufgrund vorheriger Erfahrungen traumatisiert sein muss, um sich für eine Alleingeburt zu entscheiden. Und dass das Gefühl was vermittelt wird, die Frauen sollen machen was ihnen gut tut, aber wir haben die Kontrolle im Hintergrund. Selbst eine noch so zurückhaltend agierende Hebamme ist nun einmal im Haus. Punkt. Und es gibt Frauen, die eben dieses nicht wollen. Und das sind definitiv nicht alles Opfer eines vorangegangenen Geburtstraumas oder einer mangelnden flächendeckenden Hebammenversorgung.
Und ja, auch nicht alle Frauen die eine Alleingeburt erleben gehen dafür in den Wald und sind komplett weltfremd oder scheuen Kosten einer außerklinischen Geburt mit Hebamme.
In unserem Fall haben wir uns sehr bewusst alle Optionen offen gelassen. Sprich, wir hatten die Betreuung im Geburtshaus während der Schwangerschaft und mit der Rufbereitschaft und den verbundenen Kosten. Darüber hinaus haben wir auch sämtliche medizinisch sinnvollen Untersuchungen machen lassen und in unserem Fall auch gerne als Privatpatient mit den dadurch verbundenen Kosten bei der Gynäkologin unserer Wahl. Die Ausstattung hier mit Hausgeburtsequipment inklusive zweier Doppler war ebenfalls gegeben. Und ja, ich kann damit umgehen.
Eine Alleingeburt ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sie selbst nicht erlebt hat, dann sollte man doch wenigstens nicht vorverurteilen. Es gibt nicht wenige Hebammen die sich zu Recht darüber beschweren wenn in der öffentlichen Wahrnehmung Gynäkologen oft mehr Kompetenz zugesprochen wird als ihnen selbst. Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang mal daran denken, dass sie selbst nichts anderes tun wenn sie gut informierten, trainierten und eigenverantwortlich handelnden Frauen die Kompetenz absprechen so zu gebären wie diese es wollen und können.

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Mariannne 26. November 2014 - 17:29

danke!

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Nicole 29. November 2014 - 15:44

Hallo,
ich dachte, es geht im Artikel vorzugsweise um Frauen, die eben nicht medizinisch ausgebildet wurden, sondern sich (bestenfalls) das nötige Fachwissen in einem Buch angelesen haben. Wer Arzt ist, hat eine gewisse Routine, aber wer sich etwas lesend aneignet, kann das noch nicht unbedingt praktisch umsetzen (in der Extremsituation Geburt ungleich schwerer).
Aber dennoch hat natürlich jeder das Recht auf eine Alleingeburt. Je informierter desto besser. Die Gefahr könnte darin liegen, dass etwas falsches vermittelt würde, sollte das der neue Trend werden und dann gingen eben auch nicht mehr so gut informierte Frauen diesen Weg.

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Nancy 26. Dezember 2016 - 14:54

Sehr sehr gut geschrieben!

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Jobina 25. November 2014 - 15:50

Wenn ich das richtig verstanden habe, haben weder die Autorin des Artikels, noch die Kommentatoren, eine Alleingeburt erlebt?!

Was macht Euch denn so sicher, dass eine Alleingeburt nicht wirklich ein wahrhaftiger Grund zum Feiern ist?
Warum sollte dieser schöpferische Akt nicht eine tatsächliche Steigerung für die Weiblichkeit sein?
Eine Steigerung der Unabhängigkeit als Frau.
Eine Form maximaler Freiheit UND Verantwortung.
Eine Meisterung der Ängste und Zweifel.
Eine Bewusstseinserweiterung.

Ich gehöre definitiv zu den Frauen, die Alleingeburten beklatschen und feiern. Dafür werde ich auch oft genug gerügt und kritisiert. Aber das steck ich ganz gemütlich weg, denn ich weiß, wovon ich spreche.

Lasst doch die Alleingeburt einen Trend sein! Was spricht denn dagegen?
Während Hebammen vielleicht noch den Fokus auf Komplikationen und den zu befürchtenden Tod legen, haben die Alleingeburtlerinnen dieses Thema schon längst gemeistert. Hebammen sprechen ja gerne davon BEISTAND zu leisten, bemerken aber nicht, dass sie damit suggerieren, dass es schwer werden könnte. Beistand braucht man nur, wenn es schwierig wird.
Wenn eine Frau aber sich selbst den Weg einer schmerzfreien, unkomplizierten, leichten Geburt erarbeitet, dann benötigt sie keinen Beistand.

Im Artikel bescheinigt ihr (als Hebammen) der Frau eine 90%ige Selbstbestimmtheit. Fein! Warum nicht 100% ?

100% ist DIE Steigerung! 100% selbstgemacht! Mit Liebe!

Ach wisst ihr, so vieles in dieser Welt erfährt aktuell einen Wandel. Und ich kann es nur befürworten, dass sich die Frauen daran beteiligen. – Natürlich nur die, die das wollen.
Die Anderen können ja weiterhin zu zweit aufs Klo gehen. 😉

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kiddo.the.kid 24. November 2014 - 20:53

Ich überlege gerade hin und her, was ich hierzu schreiben soll. Nichts, dachte ich zuerst. Aber das Thema treibt mich sehr um, gerade weil ich erst gestern über meine, sagen wir, eher unschöne Entbindung schrieb. Ich kann den Wunsch nach einer Alleingeburt auf einer emotionalen Ebene nachvollziehen. Völlig in Ruhe gelassen zu werden. Niemand zerrt und drängt und bringt Dich in Unordnung. Eine schöne Vorstellung.

Andererseits ist es für mich unvorstellbar, ohne Hebamme ein Kind zur Welt zu bringen, auch wenn meine Entbindung sehr interventionsreich endete. Immerhin war die Hebamme mir vertraut, auf meiner Seite quasi (war eine Beleghebamme). Würde ich nicht in einem sehr hellhörigen, dicht bevölkerten Altbau leben, hätten wir uns sogar eine Hausgeburt vorstellen können. Die Frage ist, ob diese dann nicht am Ende sowieso in der Klinik geendet hätte…ich habe mehr und mehr das Gefühl, wenn die Interventionskette erstmal gestartet wurde, ist die Frage nach dem „Hätte es auch so klappen können“ müßig. Kann einem ja im Nachhinein keiner mehr sagen.

Sollte ich unwahrscheinlicherweise ein zweites Kind bekommen dürfen, würde ich trotz allem am liebsten eine Hausgeburt haben – falls es bis dahin noch Hebammen dafür gibt, und falls das mit Kaiserschnitt überhaupt möglich ist (ich glaube nicht, oder?)

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Anna 24. November 2014 - 19:25

Liebe Anja
Ich stimme Dir wieder einmal aus vollem Herzen zu. Ja, die Anwesenheit einer gut ausgebildeten, erfahrenen Hebamme minimiert das Risiko von unvorhersehbaren Notsituationen und die Vernunft gebietet, dass eine geburtshilflich erfahrene Person bei der Geburt dabei sein sollte/müsste.
Und trotzdem ist da dieses Gefühl in mir, ich glaube es ist Verständnis für die Frauen, die sich für eine Alleingeburt entscheiden.
Denn die ideale Hebamme für eine selbstbestimmte Geburt zu finden ist einfach so, so schwierig. Ich weiss nicht wieviele Hausgeburtshebammen es momentan in Deutschland gibt, aber ich vermute, es sind nur noch wenige. Und die sind teuer, machen wir uns nichts vor. 500Euro und aufwärts für die Rufbereitschaftspauschale ( die natürlich berechtigt ist), aber wer kann sich das denn noch leisten?
Was sollen denn all‘ diese traumatisierten Frauen machen, die nochmal schwanger geworden sind, aber keine persönliche Hebamme mehr bekommen haben? Sie haben doch überhaupt keine Wahl mehr. Entweder Krankenhaus oder Alleingeburt. Ich finde nicht, daß die Alleingeburt als Steigerung der Hausgeburt“gefeiert“wird, sondern ich denke, sie ist längst die einzige Alternative, die vielen Frauen in z.B.Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, im nördlichen Schleswig_Holstein, auf Sylt etc. noch bleibt.
Und ja, auch wenn ich meinen eigenen Berufsstand jetzt damit denunziere: Wir sollten die Frauen jetzt nicht alleine lassen, sondern entweder ENDLICH mal was tun(Streik, hallo???)oder aber wenn sie sich zur Alleingeburt entschliessen, entsprechend vorbereiten, informieren und ausrüsten.
Liebe Grüße!

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Yolanda 24. November 2014 - 16:20

Auf der anderen Seite gibt es ja einige junge Mädchen, die ihre unerwünschte Schwangerschaft verheimlichen, und das Baby auch alleine auf einer Toilette o.ä. bekommen.

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Jessica 24. November 2014 - 13:52

Was muss einer Frau bei der vorangegangenen Geburt oder allgemein durch medizinisches Personal angetan worden sein, dass sie das Extrem einer Alleingeburt bevorzugt?!
Ich denke, dass jede Frau ihr Kind allein zur Welt bringen kann und das bei einer selbsttbestimmten Geburt ja auch tut. Ich sage den Frauen auch immer, dass die Hebamme bestenfalls als Zuschauer in der Ecke sitzt und dem Wunder der Geburt beiwohnen kann.
Ich sehe die Hebamme als Barometer. Ist sie ruhigen entspannt, wissen die werdenden Eltern das alles gut ist und richtig läuft. Ihre Anwesenheit gibt Sicherheit. Ohne, dass sie etwas tut.
Ein Vater verglich es mal mit Polizei und Feuerwehr. Die braucht man auch fast nie, aber das Wissen, dass es sie gibt, ist gut. Und wenn dann der Fall der Notfälle eintritt, ist man froh, dass sie da sind und eingreifen können.
Aus eigener Erfahrung kann ich noch sagen, dass ich es schön fand, nicht allein zu sein. Sondern eine Frau an meiner Seite zu haben, die mich durch diesen ur-weiblichen Prozess begleitet. So, wie es Frauen seit vielen tausend Jahren tun. Nicht, weil es bei jeder Geburt Risiken gibt und zu Notfällen kommt, die nur erfahrene Fachfrauen händeln können, sondern weil es sich vertraut und richtig anfühlt.

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Jana 24. November 2014 - 12:06

Liebe Anja,
vielen Dank für diesen gut argumentierten Artikel, der mir ganz aus dem Herzen spricht.
Es macht mich echt traurig, dass für viele Frauen nur noch dieser Weg als der einzig mögliche zur selbstbestimmten Geburt erscheint.Und ich habe Angst das er es werden könnte. Vielleicht gibt es irgendwann nur noch Legebatterie oder Alleingeburt…
Nee, schnell wieder den Pessimismus abschütteln und auf „Gute Hoffnung“ schalten. Es wird/ es muss eine Lösung geben. Hoffentlich bald, bevor wir uns alle ne andere Arbeit gesucht haben.
Liebe Grüße
Jana

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Lena 24. November 2014 - 11:15

Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel !
Ja, es scheint langsam so, als sei Alleingeburt nochmal die Steigerung zur Hausgeburt. Bei der nächsten Steigerung ist dann vermutlich nichtmal mehr die Gebärende selbst dabei 😉
Und ja, man muß viel wissen, um wenig zu tun. Das trifft es genau.
Ich glaube, meine Hebamme hat bei meinen letzten beiden Geburten immer weniger gesagt, es waren jedenfalls nur ganz wenige Worte. Es war quasi so, als sei sie gar nicht da – und doch damit eben gerade präsent.
Alles Liebe
Lena

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