Das Kleinkind (nachts) abstillen

von Anja

Auch wenn der Großteil der Kinder bereits im Babyalter abgestillt ist, stillen einige Kinder auch noch jenseits des ersten Geburtstages. Gerne auch in der Nacht. Weil sie Durst haben, weil sie Nähe brauchen oder einfach, weil es ein lieb gewonnnenes Ritual ist, beim nächtlichen Aufwachen wieder mittels ein paar Schlückchen Muttermilch in den Schlaf zu finden. Ernährungsphysiologisch brauchen die Kinder das natürlich nicht mehr dringend, und auch wir Eltern würden ohne das Glas Wasser oder manchmal auch das Stückchen Schokolade in der Nacht nicht verdursten oder verhungern. Dennoch ist es völlig in Ordnung, ein größeres Kind in der Nacht weiterhin zu stillen, vor allem, weil es meist die schnellste Option ist, dass das Kind wieder in den Schlaf findet.

Trotzdem ist für viele Mütter irgendwann zwischen dem ersten oder zweiten, vielleicht auch dritten Geburtstag ein Punkt erreicht, an dem sie keine Lust mehr auf durchs Stillen unterbrochene Nächte haben. Tagsüber hat sich bei vielen Kindern dann das Stillen schon sehr reduziert, aber nachts ist zweistündliches oder häufigeres Erwachen des Kindes mit Stillwunsch nicht ungewöhnlich. Dass die Nächte nach dem Abstillen nicht anders unterbrochen sein werden, ist nicht garantiert. Aber zumindest ist es nach dem nächtlichen Abstillen für die Väter oft leichter, das Kleinkind zurück in den Schlaf zu begleiten.

Wenn also eine Mutter den Wunsch hat, nachts abzustillen, darf sie das natürlich tun. Auch wenn das Kind vielleicht nicht mit Begeisterung reagieren wird. Ja, manche Kleinkinder stillen sich auch nach und nach selbst ab in der Nacht und auch am Tag. Aber sehr viele auch nicht – zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, wo die jeweilige Mutter den Wunsch hat, das Stillen deutlich zu reduzieren oder abzustillen.

Individuelle Stillzeit, individuelle Abstillwege

Wenn sich etwas nicht mehr gut und passend für jemanden anfühlt, ist es immer ein guter Anschubser, etwas an einer Situation zu ändern. Und zu ändern heißt sich zu überlegen, was für einen persönlich passt und nicht mit schlechtem Gewissen irgendwelche Empfehlungen zu lesen, die sagen, dass die WHO eine Gesamtstilldauer von 24 Monaten empfiehlt.

Kurioserweise sind die ohnehin schon viel länger stillenden Mütter viel häufiger von einem schlechten Gewissen geplagt, als jene, die nach den derzeit in Deutschland üblichen rund sieben Monaten ihr Kind abstillen. Und manchmal würde ich mir für die Langzeitstillenden ein bisschen mehr von der Klarheit der Erstgenannten wünschen. Nämlich dann, wenn ich das Gefühl habe, dass es der Mutter nicht mehr gut damit geht und sie nur noch dem Kind zuliebe das nächtliche Stillen „erträgt“.

Nächtliches Abstillen jenseits der Babyzeit ist also völlig in Ordnung. Diese Erkenntnis ist wohl die wichtigste Voraussetzung, um das Ganze in die Praxis umzusetzen. Es ist gut, dem Kind mitzuteilen, was man ändern möchte. Denn die Empfehlung, einfach ohne Kind mal ein paar Tage zu verreisen, ist sicherlich kein guter Abstillweg. Denn damit verschwindet nicht nur das vertraute (Wieder-) Einschlafritual, sondern auch die ganze Mama auf allen Ebenen. Dies ist auch für die Mütter kein schönes Ende der nächtlichen oder gesamten Stillzeit. Das Risiko eines Milchstaus durch das abrupte Beenden und die hohe emotionale Belastung ist zusätzlich gegeben.

Abstillempfehlungen, die sich bewährt haben

Darum an dieser Stelle ein paar Abstillempfehlungen, die sich sowohl in der Stillberatung als auch in meinen eigenen Stillzeiten bewährt haben. Jede Mutter darf sich zu jedem Zeitpunkt das daraus mitnehmen, was passt. Dinge können genauso verändert oder auch mal rückgängig gemacht werden, wenn es sich nicht passend anfühlt. Es gibt keine Universal-Abstillvariante. Der allmähliche Abschied von der gemeinsamen Stillzeit ist für jede Mutter und jedes Kind genauso individuell wie das Stillen selbst.

  • Wenn der innere, nächtliche Abstillwunsch da und gefestigt ist, ist es sinnvoll, dem Kind das Vorhaben mitzuteilen. Es sollte wissen, wann und warum sich liebgewonnene Routinen ändern.
  • Es kann hilfreich sein, einen konkreteren Zeitraum festzulegen, in dem nicht mehr gestillt wird. Zum Bespiel zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens. Der Zeitraum kann auch nach und nach erweitert werden. Diese zeitlichen „Absprachen“ können auch am Tag hilfreich sein, wenn Stillzeiten reduziert werden sollen. Ein „Wir stillen vor dem Mittagsschlaf oder wenn ich dich aus der Kita abgeholt habe“ hilft dem Kleinkind, trotz Veränderung eine Verlässlichkeit zu finden.
  • Erfahrungsgemäß wird das Kind in den ersten Nächten wahrscheinlich (auch etwas lauter) protestieren, wenn nun nicht mehr zum Wiedereinschlafen gestillt werden soll. Schon sprechende Kinder hauen einem auch gerne ein „Doofe Mama“ um die Ohren. Da der Vater nicht so mit dem Stillen assoziiert ist und auch nicht nach Muttermilch riecht, klappt das Beruhigen ohne Brust oft bei ihm besser. Wichtig ist, dass Kind in seinem Kummer ernst zu nehmen und es dabei zu begleiten. Und trotzdem darf man gleichzeitig innerlich sicher sein, dass es die richtige und damit eine gute Entscheidung ist.
  • Das alternative nächtliche Beruhigungsprogramm sollte nicht zu aufwendig werden. Denn es soll ja auch nach dem nächtlichen Abstillen beibehalten werden. Mit dem Kind auf dem Arm herumzulaufen, ist kein guter Tausch im Vergleich zum nächtlichen Stillen. Viel Nähe und Körperkontakt, Streicheln, Händchen halten und Summen kann dem Kind helfen, sich wieder zu entspannen und weiterzuschlafen. Aber auch hier gibt es keine Pauschalempfehlungen. Alle Eltern wissen selbst am besten, was ihrem Kind gut tut. Meinem Söhnchen war es wichtig, sich mit einer Hand an meinem Halsausschnitt festzuhalten. Das ist völlig okay für mich. Das allerdings bei vielen Stillkindern beliebte „Brustwarzen zwirbeln“ kann ich persönlich gar nicht aushalten.
  • Wenn das Kind einen Schnuller benutzt, kann natürlich auch dieser maßvoll weiterverwendet werden.
  • Es kann auch sein, dass das Kind tatsächlich Durst hat und deshalb Wasser angeboten bekommt. Auch richtiger Hunger ist möglich, wenn die Tage vielleicht gerade viel zu aufregend sind, um ausreichend zu essen. Um nachts nicht in der Küche zu stehen, ist es langfristig sinnvoll zu schauen, ob das wuselige Kleinkind am Tage genug isst, damit es nachts nicht durch Hunger aufzuwachen.
  • Wenn das Kind schon richtig wach ist, kann man wie beim Abstillen tagsüber auch versuchen, es mit etwas anderem abzulenken. Ein Buch anschauen oder das Kuscheltier gemeinsam zudecken und in den Schlaf begleiten etwa.
  • Es ist in der ersten Zeit sinnvoll, sich so zu kleiden, dass das Kind nicht so leicht an die Brust heran kommt. Ein großzügiger Ausschnitt, der ihm die Milchquelle beim Kuscheln direkt vor die Nase hält, kann den „Abstillfrust“ eher etwas verstärken.
  • Es ist auch beim Abstillen okay, flexibel zu sein. Zum Beispiel, wenn das Kind krank ist und „Muttermilch als Therapie“ eingesetzt wird. Wenn das Kind dann wieder gesund ist, macht man einfach mit seinen Plänen wie bisher weiter.
  • Auch festzustellen, dass der Zeitpunkt doch noch nicht passt, ist völlig in Ordnung. Es ist kein Zeichen von Inkonsequenz. Wichtig ist auch, dass der Partner das versteht. Ein „Du weisst doch gar nicht, was Du willst“ ist keine Unterstützung im Abstillprozess.
  • Eventuell kommt auch ein Punkt, an dem das Abstillen plötzlich dringlicher für einen wird. Manchen Müttern machen beim Eintritt einer erneuten Schwangerschaft die wieder empfindlicheren Brustwarzen zu schaffen. Auch wenn ein Weiterstillen in der Schwangerschaft generell kein Problem ist, sollte man gut darauf achten, was für einen selbst passt.
  • Und auch beim schnelleren Abstillen gilt es zu akzeptieren, dass das Kind es vielleicht nicht gut findet und ein bisschen darum trauert. Solange es mit seinem „Brustabschiedsschmerz“ nicht alleine gelassen wird, darf das auch so sein. Als Mutter wird es einem ähnlich gehen.
  • Gleichzeitig eröffnet das Ende der Stillzeit auch wieder Raum für Neues. Und der Aspekt, dass es der Mutter besser gehen wird, wenn sie nachts oder generell weniger oder gar nicht mehr stillt, ist sehr wichtig. Denn dem Kind geht es immer nur so gut wie seinen Eltern. Mehr Schlaf in der Nacht könnte auch mehr Energie am Tag für Erlebnisse mit dem Kind bedeuten. Was auch immer die persönlichen Gründe für weniger Stillen oder das Abstillen sind: Sie sind richtig und wichtig. Deshalb sollte man sich da auch von niemandem reinreden lassen.

Und: Für die Beziehung zu unseren Kinder ist weder die Menge der gebildeten Muttermilch noch die Dauer der Stillzeit maßgeblich. Sondern dass wir als Mütter (und Väter) verlässlich mit offenen Armen für sie da sind – in jeder Lebensphase.

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68 Kommentare

Janina 2. April 2021 - 21:46

Ein toller Text, der mir Mut macht! Und ebenso die zahlreichen Kommentare, die zeigen, dass das Abstillen kein Ende einer tollen Beziehung ist, sondern einfach nur ein weiterer Schritt für Kind und Mama, der sie auf einer anderen Ebene zusammen bringt.
Mein Kleiner ist ein echter Milch-Liebhaber, ist 14 Monate alt und wird fast ausschließlich nachts gestillt. Er leidet unter vielen Unverträglichkeiten, hat starke Neurodermitis und kratzt sich nachts die Wangen wund. Ich schaffe es gut, ihn tagsüber ohne seine „Allergene“ zu ernähren, aber ich selbst tappe immer wieder in die ein oder andere Falle (beispielsweise Gluten freies Brot, das wiederum einen Zusatzstoff enthält, den er nicht verträgt oder ein Salatdressing, in dem Essig enthalten ist). Meine Mangelernährung und die Tatsache, dass er im Moment stündlich wach wird, juckt, die Brust benötigt um wieder schlafen zu können, laugen mich seit einigen Tagen sehr aus. Mein Mann wird mich wohl nicht sehr unterstützen können, da er sowieso ständig zu wenig schläft und er nachts nicht aufstehen möchte.
Dennoch werde ich in den kommenden Tagen das Abstillen angehen, ich hoffe, dass mein Sohn es verstehen wird und wir uns gemeinsam in den Schlaf kuscheln können.

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Jennifer Meier 27. März 2021 - 13:22

Ich habe eine Tochter mit 8,5 Monate im Juni soll sie in der Kita eingewöhnt werden sie isst mal gut mal schlecht sehr verschieden tagsüber wird sie ca 3 mal gestillt manchmal auch gar nicht mehr je nach Gefühl. Im Juli möchte ich wieder arbeiten gehen inklusive Nachtdienst aber meine Tochter schläft nur bei mir ein und zwar in der Trage oder kiwa oder an der Brust. Ich hab keine Ahnung wie dass klappen soll dass sie wenn ich nicht da bin bei meinem Partner einschläft und auch eine Nacht ohne stillen auskommen soll wenn sie 1 Jahr alt ist. Flasche trinkt sie Tee\Wasser abgepumpt Milch aber kein Milchpulver. Sie wacht dennoch nachts oft nach 1 1/2 – 2 Stunden auf und möchte wieder an die Brust. Hat mir jemand Tipps

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Karin Stieger 29. März 2021 - 22:59

Hi Jennifer
Mein kleiner Milchtieger ist seit Kurzem 2 Jahre alt und seit er 9 Monate alt ist einen Tag in der Kita und einen Tag schaut Papa. Wenn ich nicht da bin, isst und trinkt er, ohne meine MuMilch gross zu vermissen. Er fand Milchpulver auch schrecklich. Meine Brüste waren allerdings schon sehr froh, wenn sie vom Milchtieger wieder richtig entleert wurden. Auf jeden Fall hat er schnell verstanden, dass es „Nunu“ nur bei Mami gibt.
Wie es in der Nacht klappt, kann ich dir nicht erzählen, da der Kleine auch heute noch nei mir nuckelt. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass er das schnell lernen würde. Wenn er mit Papi einschläft, ist ihm in der Nacht auch bald klar, dass Papi und nicht Mami da ist.
Herzlich
Karin

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Alexandra 8. September 2020 - 05:03

Hallo, ich habe meinen Sohn mit17 Monaten nachts abgestillt. Er hat schon immer sehr unruhig geschlafen und brauhte viel Kontakt und Stillen. Nach einigen sehr heftigen Nächten wegen Zahnen usw. wollte ich nun nachts abstillen, in der Hoffnung das die Nächte besser werden. Ich habe Nachts die Brust sofort komplett weggelassen, um es nicht lange heraus zu zögern. Mein Sohn scheint mit recht kompromisslos und in seinem Protesten sehr wehement. Die erste Nacht hat er stündlich geschrien, ist aber auf dem Arm immer gleich wieder eingeschlafen. In der zweiten hat er nur zweimal geschrien, war dafür um 4.30 Uhr wach. Morgens hat man ihm den Ernährungsmangel deutlich angesehen. Hatte rote Haut im Gesicht und sah recht verquollen aus. Die darauffolgenden Nächte waren ruhiger, wobei er unruhig geschlafen hat und etwa 2-3 Mal Kontakt brauchte, aber er wachte eine Stunde früher auf. Dann folgten einige sehr unruhgie Nächte, indenen er teils lange 1- 1,5 Stunden wach war. Ich vermutete Zahnen oder Entwicklungssprung (wahrscheinlich beides). Dann wurde er krank, erkältet, wieder sehr, sehr unruhige Nächte. Gefühlt hat er nur auf mir oder im Atemkontakt geschlafen. Ich bin verzweifelt. Es ist nun die dritte Woche, in der ich kaum Schlaf bekommen. Nichts hat sich gebessert. In den ersten Nächten habe ich stark emotional reagiert, hatte den Eindruck unter Hormonschwankungen zu leiden. Hatte richtige Heulkrämpfe (nicht während ich ihn beruhigen wollte). Tagsüber stille ich ihn meist dreimal (morgens und mitags+abends zum einschlafen u. geg. nach Bedarf). Ich bin von den Nächten so geschafft, dass ich überlege ihn wieder zu stillen, aber den Schritt zurück will ich ihm und mir auch nicht antun. …Ich weiß nicht weiter.

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Sabina 28. Januar 2021 - 22:01

Hallo liebe stillmamis,
Mein Sohn wird morgen 2 Jahre alt und ich stille ihn meistens nur mehr in den schlaf. hin und wieder auch mal so unter Tags, das kommt aber schon seltener vor. Mir geht es in der letzten Zeit psychisch nicht mehr gut damit ich möchte einfach nicht mehr stillen. Meistens werde ich innerlich wütend, fühle mich sehr unwohl damit. Ich habe bereits versucht ihn zu erklären dass ich ein aua habe und ich es nicht mehr möchte aber dies kann er nicht akzeptieren er gibt mir ein Bussi auf mein aua und sagt papa aua dann hab ich versucht mir ein Pflaster auf die Brustwarzen zu geben aber auch das hat nichts geholfen.
Kann mir vlt jemand helfen was ich machen könnte. Wäre es vlt sinnvoll die Milchproduktion zu stoppen sodass nichts mehr raus kommt vlt tut er sich dann leichter damit?
Lg Sabina

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Eli 8. Juni 2020 - 22:41

Liebe Anja,
Danke für den tollen Artikel. Mein Sohn ist 10 Monate und ich stille schon seit einiger Zeit ziemlich regelmäßig nur noch zwei Mal in der Nacht, selten ist es auch etwas mehr. Wenn der Kleine 11,5 Monate ist, kann ich ihn wegen einer Operation eine Nacht nicht stillen. Wir haben uns nun entschlossen, diese „Gelegenheit“ auch mit dem Abstillen zu verbinden. Mein Mann wird dann auch in Elternzeit sein und sich nachts um den Kleinen kümmern, in der Hoffnung, dass er sich von ihm auch ohne Brust beruhgen lässt.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob mit 11 Monaten ein Abstillen ohne Ersatz (Milchflasche) überhaupt sinnvoll/möglich ist. Ich möchte ungern auf Flasche „umsteigen. Kann ich davon ausgehen, dass er nachts keine Nahrung mehr braucht oder ist das mit 11 Monaten noch zu früh?

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Christin 10. Juli 2020 - 10:48

Liebe Eli, ich überlege dasselbe gerade für meine zweiten Sohn (fast 12 Monate). Meinen ersten Sohn habe ich mit 10 Monaten abgestillt. Zuerst nachts (das war bei ihm etwas leichter), dann am Tag. Nun ist es anders herum, was sich vielleicht schwieriger gestalten wird.
Bei meinem ersten Sohn habe ich darauf geachtet, dass er morgens und abends eine Milchmahlzeit isst, z.B. Milchbrei oder Kleinkindmüsli. Manchmal hat er zum Abendbrot auch etwas Kuhmilch getrunken. Das war total in Ordnung und ich glaube hungrig war er nachts nie. Deswegen glaube ich, dass es mit knapp einem Jahr für Kinder zu verkraften ist, wenn sie nicht mit dem Fläschchen anfangen. Zumal man die ja dann auch irgendwann wieder abgewöhnen muss. Und die Vorstellung, vielleicht auch nachts zur Beruhigung ein Fläschchen zu machen stellt für mich keine Erleichterung im Vergleich zum Stillen dar. Außer, dass mein Mann dann gut übernehmen kann. Aber mittlerweile wäre wir auch beide froh über etwas mehr Schlaf. Bin gespannt, ob es klappt. Liebe Grüße!

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Kathrin 20. Juli 2020 - 13:06

Toller Artikel. Mein kleiner ist 9 Monate alt. Tags Stille ich seit Wochen gar nicht mehr. Ohne protest das klappt super. Nachts wird er allerdings mit oft viel Geschrei wach. Nach 2 Std Knicke ich ein. Beruhigen lässt er sich nur mit der Brust. Die Flasche verweigert er von Beginn an. Keine Chance. Manchmal schläft er tatsächlich durch. Aber am nächsten Tag wieder nicht. Ich glaube er hat keinen Hunger sondern muss einfach beruhigt werden. Wir nehmen ihn dann mit in unser Bett was manchmal klappt. Nun wünschen wir uns ein 2. Kind was ohne Medikamente nicht möglich ist. Es steht eine harte Zeit für uns bevor. Ich fühle mich oft egoistisch und weine viel.

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Elisabeth 31. Mai 2020 - 14:39

Liebe Anja,
danke für diesen schönen Artikel!
Wir wollen nun bei unserer zweiten Tochter (13 Monate) mit dem nächtlichen Abstillen beginnen, da ich einfach mal wieder etwas mehr schlafen möchte und vor allem der Papa sich nachts mehr kümmern möchte.
Eine Frage dazu: Hast du eine Rat, wer die Nächte zu Beginn übernehmen sollte? Also der Papa, so dass die Brust wirklich „weg“ ist? Oder lieber ich als Mama, so dass nicht Brust und Mama auf einmal nachts weg sind? Weißt du, wie ich das meine?
Vielleicht hast du ja einen Tipp….?!
Danke!!
Liebe Grüße
Elisabeth

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Anja 7. Juni 2020 - 19:49

Liebe Elisabeth,

das lässt sich pauschal nicht sagen und hängt von vielen Faktoren, aber vor allen vor den individuellen Bedürfnissen eures Kindes ab:)
Hat sich denn eure Tochter schon mal tagsüber oder in anderen Situationen vom Papa (wieder) in den Schlaf bringen lassen?
Und wenn ja, welche Beruhigungswege haben sich da gut bewährt?
Wenn das hin und wieder schon ganz gut klappt, ist das eine ganz gute Grundlage, um auch nachts das Wiedereinschlafen nach und nach zu verändern.
Für manche Familien ist es aber auch der passende Weg, wenn zunächst die Mutter die Stillzeiten nach und nach etwas länger hinaus dehnt und erst mal versucht mit kuscheln, streicheln, Wasser anbieten zu beruhigen.

Gerne könnt Ihr euch noch mal von eurer Hebamme zum nächtlichen Stillen bzw. Abstillen beraten lassen. Bis zum Ende der Abstillzeit werden die Kosten für diese Beratung auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Alles Gute für euch und liebe Grüße,

Anja

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Sandra 15. Februar 2020 - 06:15

Der Beitrag ist schon etwas älter, aber trotzdem noch so aktuell.
Es ist gerade 6 Uhr morgens und unser Bub (15 Monate) schläft drüben mit Papa auf dem Sofa.
Tagsüber stillen wir eigentlich gar nicht mehr, seit Wochen. Außer ich dränge ihn dazu, wenn ich merke, dass er total ungehalten wird (meistens am Nachmittag). An sich schläft er auch ohne Brust ein, bei Papa, Oma oder sonst wem und lässt sich auch wieder beruhigen – nur von mir nicht. Bei mir gibt es die Milch und nichts anderes wird akzeptiert. Kein Tragen, kein Singen, kein Kuscheln.
Er hat jedenfalls gut geschlafen, mit Papa auf dem Sofa und müsste bald wach werden.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wünsche allen ganz viel Kraft ❤️
Ich habe höchsten Respekt vor allen alleinerziehenden Müttern da draußen, die den Spuk alleine mit ihrem Kind vereinbaren müssen.

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Yvonne 10. März 2019 - 21:46

Auch wenn man seinen persönlichen (Abstill-) Weg nicht im Internet findet – dieser Artikel ist wunderbar. Vor allem der schöne Schlusssatz aus der Feder einer liebevollen und erfahrenen Mutter die lange und gerne stillt nimmt manch einer Langzeitstillenden sicherlich viel Druck.
Danke dafür!

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Hannes 26. März 2018 - 21:08

Ich wundere mich immer wieder, dass in solchen Texten Väter höchstens in Klammern vorkommen.

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Anja 26. März 2018 - 21:23

Der letzte Satz bezieht sich auf die Menge der gebildeten Muttermilch und die Dauer der Stillzeit, deshalb im Folgesatz auch die Klammer, weil korrekterweise der Vater ja nicht stillt. Der Vater kommt jedoch auch davor im Text als wichtige Unterstützung im Abstillprozess vor. Wo hättest Du Dir in diesem Text über das Stillen denn noch mehr Erwähnung des Vaters gewünscht ? Dann kann ich das ja evt. noch ergänzen.

Liebe Grüße, Anja

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Barbara 25. Januar 2018 - 14:24

Hallo,
Ein kleiner Erfahrungsbericht von mir zum nächtlichen abstillen:

Meine Tochter war knapp über 4 als mein Wunsch nach Nächten ohne stillen so stark war, dass ich es in Angriff nahm. Tagsüber stillte sie sehr selten noch.

Der Ausschlaggebende Punkt war folgender: ich war auf einem Junggesellinnen Abschied und wollte ein bisschen was trinken und konnte sie somit natürlich nicht stillen. Ich erklärte es ihr, dass es in der Nacht nicht geht aber am nächsten Abend wieder alles ok wäre und der Alkohol weg sei.
Diese Nacht war ruhig und entspannt und sie schlief das erste mal seit langem fast durch!

Ein paar Abende später war ich mir dann ganz sicher, dass ich nachts nicht mehr stillen möchte. Also erklärte ich es ihr so, dass ich sie gerne stille aber gemerkt habe, dass sie es nachts auch ohne Brust kann und wir beide besser schlafen wenn wir nicht mehr im Bett /Schlagzimmer stillen.
Es folgten drei Nächte in denen sie nachfragte und auch ihren Unmut äußerte, aber mit einem „du kannst gerne kuscheln kommen, komm in meinem Arm, die Brust kannst du morgen wieder haben wenn wir aufgestanden sind“ gab sie sich zufrieden.

Ich fragte sie einige Zeit lang immer bevor wir ins Schlafzimmer gingen ob sie noch stillen möchte, dies tat sie dann auch. Mit der Zeit wurde das stillen weniger und auch die Nachfrage danach.

Jetzt, mit 4,5, kommt sie ca 1x die Woche tagsüber und will mal kurz nuckeln. Das ist nach 5sec. Erledigt…

Irgendwie glaub ich merkt man wenn der richtige Zeitpunkt kommt, solange man sich nicht stressen lässt durch andere.

Liebe Stillmamis, macht es so wie ihr euch wohl fühlt und nur konsequent sein weil es erwartet wird obwohl das Gefühl was anderes sagt, macht es nur unnötig schwer!

Antworten
Vivi 3. Dezember 2019 - 19:32

Hallo, meine Tochter ist mittlerweile 14 Monate alt und ich habe vor zwei Wochen das Abstillen nachts zu beginnen. Die ersten zwei Tage waren wirklich schlimm, aber danach hat sie wirklich super durchgeschlafen bis sie wieder um 6uhr gestillt wurde. Aber seit einer Woche läuft es wieder gar nicht gut und sie wieder immer wach, alle halbe Stunde und schreit. Sie beruhigt sich so gut wie gar nicht und ich habe langsam keine Energie mehr, da ich noch Zwillinge im schulkindhalter habe… ich habe immer mehr das Gefühl, dass sie einfach noch nicht soweit ist?! ich verzweifle gerade wirklich… tagsüber versuche ich sie nur alle 3-4 Stunden zu stillen. Das klappt ganz „gut“.
Ich muss dazu sagen, dass sie seit der Geburt eine Milcheiweiss- sowie eine Hochgradige Haselnussallergie hatte. Das zum Glück nur ca bis zu ihrem 9/10.ten Lebensmonat. Sie hat instinktiv alles gemieden, wo Milch und Nüsse vorkamen. Deswegen beginne ich jetzt erst mit dem Abstillen, da sie nachts wirklich manchmal einmal die Stunde an die Brust kam. Das war ebenfalls zu viel für mich. Sie sah meine Brust als Schnullerersatz, da sie diesen komplett meidet the Struggle is real
Ich weiß das jede Mama da auf sich hören muss, aber ich brauch grad echt Unterstützung von einer Außenstehenden Person.ich höre nämlich nur: bleib hart, die muss langsam normal essen( was sie tut:sie isst alles!)
Ich weiß grad nicht mehr was richtig und falsch ist.
Lg

Antworten
Barbara Niklaus 30. März 2020 - 11:20

Hey vivi, hat sich deine Situation verbessert?
Ich habe auch fast 2 Monate schlecht geschlafen als meine Tochter 10 Monate war.
Jetzt ist sie 12 Mon. und ich stille immer noch.
War bei einer Frau, die hat mit ihr gesprochen. Es kam raus das meine kleine dachte sie dürfe ihre Gefühle nicht zeigen. Dies hat sich dann in der Nacht ausgewirkt auf unruhiges Schlafen, häufiges nuckeln, dran und drab hin und her…
Dann hat die Frau mir gesagt ich soll tief ins Herz atmen und aushalten und zuhören.
Mann staune, es hat sich sehr schnell mega verbessert….

Antworten
Maxi Stöver 27. März 2021 - 11:30

Hey, das klingt sehr liebevoll. Darf ich fragen was das für eine Frau war, die mit deiner Tochter gesprochen hat?
Lieben Dank im Voraus!
Grüße
Maxi

Antworten
Sonja 15. März 2017 - 08:47

Hallo,
ich möchte nur kurz meinen Erfahrungsbericht aufschreiben, da auch ich voller Sorge ob das nächtliche Abstillen wohl funktionieren wird sämtliche Kommentare durchforstet habe.
Mein Sohn ist 20 Monate alt und wird seit zwei Wochen nur noch Mittags, abends jeweils zum einschlafen und morgens (wenn er möchte) gestillt. Wir waren aber vorher in einer Sackgasse aus nächtlichem Dauerstillen (und trotzdem nicht gut schlafen) gefangen. Da ich ihn immer zum einschlafen gestillt habe und auch nachts (er schläft direkt neben mir im Bett) immer direkt, hatte ich keine alternative Beruhigungsmethode, da er nachts auch nicht gerne angefasst werden möchte. Nach einer ganz schrecklichen Nacht habe ich schweren Herzens beschlossen das nächtliche Stillen auszusetzen, da wir mit stillen genauso schlecht geschlafen haben (keinerlei Tiefschlafphasen, immer wenn ich ihn abgedockt habe ist er aufgewacht) wie ohne. Aber natürlich hatte ich die Sorge vordem ganz großen Gebrüll, in der Überzeugung ihn nicht anders beruhigt zu bekommen.
ABER… es kam so viel leichter. Ich habe es ihm vorher erklärt, dass es erst morgen früh wieder was gibt, er abends aber so lange stillen darf wie er möchte. Ich hatte mir selber keinen richtigen Zeitpunkt gesetzt, wollte spontan schauen wie weit wir kommen. Das Ganze hat auch ein kleines bißchen den Hintergrund, dass ich mit fast 38 gerne noch ein weiteres Kind hätte, aber stillbedingt keinen Zyklus bisher. Würde ihn aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht komplett abstillen wollen, es sei denn er will es so.
Die erste Nacht war dann zwar unruhig, mit oft wachwerden, Unruhe etc… aber ohne weinen und ohne Terror (und ohne Brust suchen). In der ersten Nacht habe ich morgens um 4 einmal gestillt, eine Stunde später noch mal. In der zweiten Nacht ungefähr dassselbe. Aber ab Nacht drei wurde es deutlich besser. Nun sind fast zwei Wochen vergangen und er schläft zum ersten Mal seit Monaten gut. Er geht um 19:30 ins Bett und regt sich 1-2 Mal pro Nacht, lässt sich aber durch schschsch Laute beruhigen oder leichtes ankuscheln oder sprechen udn trinkt einmal kurz um 6. Insgesamt ist er anhänglicher geworden, vorallem morgens, er scheint die Nähe anders zu holen und er isst DEUTLICH mehr am Tag. Da war er vorher eher Typ Spatz.
Es ist jetzt einfach für Außenstehende zu sagen, kaum ist er nachts abgestillt schläft er durch und isst vernünftig… aber ich denke, es war einfach der richtige Zeitpunkt. Habe sogar das Gefühl das restliche Stillen könnte bald vorbei sein.
Möchte nur den anderen Muttis Mut machen, denn gerade die Langzeitstillerinnen haben ja oft das schlechteste Gewissen und manchmal überraschen einen die Kinder, wie leicht es auf einmal geht.

Macht weiter so!!!!!

Antworten
Do Ri 20. September 2017 - 19:07

Liebe Sonja,
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Ich bin gerade in einer ähnlich Situation ( Sohn 22 Monate und 1-2 stündliches Stillen nachts). Ich starte meine ersten Abstillversuche an diesem Wochenende. Ich hoffe es geht auch so leicht wie bei dir:-).
Alles Gute!

Antworten
Lilly 29. Oktober 2017 - 21:47

Danke für deinen Kommentar!
Ich befinde mich gerade in einer ganz ähnlichen Situation.
Nein großes Problem ist das schlechte Gewissen.
Die Horrornächte nehmen kein Ende trotz Stillen im Familienbett seit nun 19 Monaten.
Ich kann nicht mehr. Aber noch weniger kann ich es meiner Tochter antun, ihr geliebtes und offensichtlich noch sehr gebrauchtes Stillen wegzunehmen.
Hab es eben versucht, wollte stark sein, aber sie hat sich irgendwann vor Weinen übergeben!!! Ich habe sie gestreichelt, gesungen, ihr Wasser angeboten, ihr gut zugeredet…
Wie kann ich das so noch durchziehen??
Ich bin sehr verzweifelt.
Ich weiß, dass ich nicht mehr will, aber mir fehlt das „Fell“, es durchzuziehen, weil ich überzeugt bin, dass Stillen gut für sie ist, so lange sie es will und mir für das Ende unserer Stillbeziehung ein natürliches Abstillen wünschte.

Antworten
Kathi 11. Januar 2018 - 21:49

Liebe Lilly, ich bin in einer sehr åhnlichen Situation. Wie geht es euch nun? Hat sich etwas verändert?

Antworten
Kathrin 20. Juli 2020 - 13:53

Toller Artikel. Mein kleiner ist 9 Monate alt. Tags Stille ich seit Wochen gar nicht mehr. Ohne protest das klappt super. Nachts wird er allerdings mit oft viel Geschrei wach. Nach 2 Std Knicke ich ein. Beruhigen lässt er sich nur mit der Brust. Die Flasche verweigert er von Beginn an. Keine Chance. Manchmal schläft er tatsächlich durch. Aber am nächsten Tag wieder nicht. Ich glaube er hat keinen Hunger sondern muss einfach beruhigt werden. Wir nehmen ihn dann mit in unser Bett was manchmal klappt. Nun wünschen wir uns ein 2. Kind was ohne Medikamente nicht möglich ist. Es steht eine harte Zeit für uns bevor. Ich fühle mich oft egoistisch und weine viel.

Antworten
Sarah 6. Dezember 2019 - 21:40

Hallo Lily, auch wenn es schon was her ist hoffe ich du liest das hier. Wir befinden uns in der gleichen Situation und ich würde gerne wissen wie ihr es damals gelöst habe.

Liebe Grüße
Sarah

Antworten
Nadine 2. Januar 2020 - 23:45

Meine Tochter ist 18 Monate alt und das nächtliche Abstillen funktioniert auch nicht. Je entspannter ich dem Stillen gegenüber bin desto tiefer die Nachfragefrequenz. Ich vertraue darauf dass Mutternatur uns so eingerichtet hat dass wir das gut wegstecken und meistens kommt mit dem positiven Denken dann etwas Energie zurück. Meine Tochter geht dann ins Bett wenn ich gehe so bekomme ich am meisten Schlaf weil sie in der ersten Nachthälfte manchmal vier Stunden am Stück schläft, das tut mir auch gut. Zusätzlich bin ich jede Nacht viel länger im Bett als vor dem Kinder haben. Schlaftemperatur/Kleidung, Schmerzen nochmals genau nachprüfen wenn sie alle 30min wach wird. Ich würde einen Babysitter oder (Ersatz-)Grosseltern zur Entlastung mit den Zwillingen suchen, es kann noch Monate gehen bis das Kleinkind so weit ist. Besonders wenn das mit dem Sprechen los geht wollen sensible Kinder sehr viel Milch/Nähe. Der Satz glückliche Eltern glückliche Kinder heisst nicht dass Eltern ihrem Wunsch treu bleiben müssen sondern wieder ins Gleichgewicht kommen sollen. Vielleicht klappt das mit tief durchatmen, unverkrampft sein, das Kind akzeptieren, Hilfe von aussen für alles andere, Humor, viel Liebe und Lachen,… Stress entsteht auch wenn andauernd die Frage kommt: wie schafst du das blos???- daher gebe ich normalerweise auch keine detaillierte Auskunft über das Schlafverhalten meiner Tochter, eine passionierte Schlechtschläferin, oder ein perfektes Kind dass immer gut aufpasst dass es nicht verloren geht und sein Hirnwachstum mit Muttermilch optimal ankurbelt. Viel Kraft und alles Liebe

Antworten
Anne 29. April 2021 - 12:21

Hallo Sonja,
Mein Sohn ist auch 20 Monate und er schläft bei mir im Bett und wird in den Schlaf gestillt und nachts wann immer er will…nun will ich gern damit aufhören, weil ich einfach nicht mehr kann…ich hab leider in deinen Bericht nicht ganz verstanden wie du das genau gemacht hast!??? Danke und viele Grüße Anne

Antworten
Hanne 5. März 2017 - 11:29

Liebe Anja,
auch ich habe gerade etwas verzweifelt das Netz durchforstet nach weiteren Tipps… habe schon so viel gelesen und bin trotzdem so unsicher. Meine Tochter ist 2 Jahre und 3 Monate alt und stillt sehr viel und gern. Tagsüber habe ich damit nicht so ein Problem, sondern genieße die Pausen oft, nachts wird es aber immer untragbarer. Ich kann einfach nicht mehr. Seit Weihnachten hadere ich sehr, habe auch damit angefangen, sie abends nicht mehr beim Nuckeln einschlafen zu lassen. Das klappt recht gut. Dann folgte ein nächtlicher Abstillversuch mit Gro Clock und bis 5 nicht mehr stillen. Es ging ein paar Tage ganz gut, dann hat sie auf einmal angefangen, ganz wach zu werden, aufzustehen, nicht mehr schlafen zu wollen. Dann wurde sie krank. Jetzt stille ich wieder nachts und bin total unsicher, wie ich weiter machen soll. Ich habe solche Angst, ihr diese Geborgenheit zu nehmen und sie so zu verunsichern, dabei weiß ich auch, wie wichtig es ist, auf meine Grenzen zu achten und ihr da ein gutes Vorbild zu sein. Ich überlege hin und her, ob ich tagsüber auch öfter Nein sagen sollte zum stillen, damit es nachts nicht so schlimm ist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich machen soll, wenn sie dann so wach wird. Leider akzeptiert sie meinen Partner nachts überhaupt nicht, sie kriegt einen Tobsuchtsanfall und schreit hysterisch. Sie will auch was essen, aber danach wieder stillen.
Hast Du noch eine Idee, wie ich mehr Klarheit finden kann und wie ich einzelne Schritte festlegen kann? Ich würde eigentlich auch gern eine Beratung dazu in Anspruch nehmen… aber habe dazu keinen Kontakt.
Liebe Grüße
Hanne

Antworten
Mia 14. Dezember 2016 - 10:29

Liebe Anja,
ich habe eine Frage…. meine Tochter ist 11 Monate alt und die allgemeine Meinung lautet „In diesem Alter braucht ein Kind in der Nacht keine Nahrung“. Nun versuche ich seit 1 Woche nachts abzustillen, doch ich habe das Gefühl sie ist hungrig. Wie sicher kann ich mir sein, dass ich konsequent bleibe oder meiner Tochter somit Nahrung entziehe?
Ich würde mich sehr freuen deine Gedanken dazu zu lesen, da ich deine Meinung sehr schätze.
Vielen Dank.

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Anja 14. Dezember 2016 - 11:35

Liebe Mia,

die gern agumentativ genutzte Aussage, dass ein Kind nachts keine Nahrung mehr benötigt, heisst letztlich nur, dass es weder verhungern noch unterzuckern würde, wenn es nachts keine Muttermilch trinkt. Ob Dein Kind tatsächlich hungrig ist, kannst Du am besten beurteilen. Meist unterscheidet sich ja das Trinkverhalten etwas, wenn die Kinder wirklich Hunger oder Durst haben oder nur nuckeln waren.
Außerdem weisst Du ja auch, wie das Essen und Stillen am Tag aussieht. Viele Babys sind tagsüber auch zu „beschäftigt“ um ausreichend zu essen und holen das dann tatsächlich nachts nach.
Am besten hörst Du auf Dein und Dein Gefühl. Natürlich kannst Du Dich auch gerne von Hebamme oder Stillberaterin beim nächtlichen Abstillen unterstützen lassen, die noch einmal ganz individuell auf die momentane Situation eingehen kann.

Alles Gute für Euch und liebe Grüße, Anja

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Lena 1. Dezember 2016 - 14:07

Endlich habe ich einen Ausdruck für das „Brustwarzen zwirbeln“. Das macht mein Sohn liebend gerne. Er nimmt also beide Brüste in Beschlag. Er ist schon 2,5 Jahre alt und braucht den Busen zum Einschlafen und wenn er nachts aufwacht zum Wiedereinschlafen. Zum Glück sind die Durschlafphasen jetzt immer länger (manchmal sogar von 22 Uhr bis 6 Uhr). Da ich aber in der 18 Woche schwanger bin, möchte ich langsam meinen Busen für mich und dann für das dritte Kind haben. Der Abschied vom Busen wird für meinen Sohn sicherlich recht groß und da er keinen Schnuller nimmt, weiß ich noch nicht so recht, wie ich das machen soll, aber Danke auf jeden Fall für die Tipps.

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Svenja A. 14. November 2016 - 21:16

Hallo,
ich habe auch einen Sohn (15 Monate), der gerne und oft nacht gestillt wird. Seit einigen Nächten habe ich sieben Stunden in der Nacht abgestillt (Nach den Schritten des Kinderarztes Dr. Jay Gordon, dessen Tipps auch im Internet auf Deutsch zu finden sind.) Es hat nichts mit „Schreien lassen“ zu tun, sondern respektiert den Mutterinstinkt und das Kind, indem die Mutter die ganze Zeit beim Kind ist, während der Nächte der Veränderung. Dies ist gut für das Urvertrauen des Kindes.
Außerdem habe ich das Kinderbuch „Nursies when the sun shines“ von Katherine Havener benutzt, um ihm klarzumachen, dass man, wenn es dunkel ist, schlafen soll und die Brust dann auch schläft. Das Buch hat wunderschöne Bilder, die dem Kind verständlich sind, und der Text ist zwar englisch, aber sehr einfach, sodass man ihn auf deutsch einfach wiedergeben kann.

Ich möchte diese Erfahrung allen mitteilen, die wie ich übermüdet sind, aber sanft abstillen wollen. Wir folgen den Schritten von Dr. Jay Gordon jetzt seit 9 Nächten und mein Sohn hat schon drei Nächte verbracht, in denen er sieben Stunden nichts getrunken hat, außerdem hat er gelernt, ohne Brust in den Schlaf zu finden, was ich eventuell in einigen Monaten auch tagsüber mit ihm üben werde.

Liebe Mütter, denen es so geht wie mir: ich möchte euch Mut machen!
Ich schreibe auch bald einen Erfahrungsbericht und veröffentliche ihn in populären Foren, um meine Erfarhung mit euch zu teilen. Wer daran interessiert ist, kann mir auch schreiben.

Liebe Grüße, Svenja

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Maria 23. Dezember 2016 - 18:13

Hallo Svenja,
wie ist es euch nun ergangen? Hat das abstillen nachts wie tagsüber gut funktioniert?
Lg Maria

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Jule 5. September 2016 - 09:19

Ich stehe jetzt vor dem gleichen Problem. Mein Sohn (11 Monate) schläft nur mit Brust. Seit Ca. 4 Wochen habe ich ihn tagsüber abgestillt, nachts keine Chance. Zeitgleich beginnen wir mit der Kita-Eingewöhnung. Funktioniert auch sehr schleppend bis gar nicht. Jetzt hatte der kleine 3 Tages Fieber, hat nix getrunken und gegessen, sodass ich ihm auch tagsüber an die Brust gelassen habe. Das führte natürlich dazu, dass er meinte die Milchbar sei wieder ständig geöffnet. Letzte Nacht habe ich ihn nicht mehr gestillt, weil mein Mann mich wieder unter Druck gesetzt hat. Ich fange in 2 Monaten wieder an zu arbeiten und muss dann auch Nachtdienste machen und er weiß dann nicht was er mit dem Kind machen soll. Ich bin todunglücklich ( Abschiedsschmerz?), mein Sohn hat heute morgen keinen Ton gesagt( ist er sauer oder hat er Halsschmerzen vom Schreien? Die Nacht war natürlich sehr unruhig), ich fühle mich schuldig und bin sauer auf meinen Mann weil er mir kein Verständnis entgegenbringt. Ich hoffe nur dass die Nächte jetzt besser werden.

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Stefanie 22. September 2016 - 10:54

Hallo Jule,

Dein Post ist schon einige Tage alt. Ich schreibe Dir trotzdem, weil ich es grandios finde, wie Du trotz der Umstände alles für Deine Familie, insbesondere Deinen Sohn, probierst. Alles klingt nach einem sehr sensiblen kleinen Menschen. Änderungen verunsichern da schnell, insbesondere solche einschneidenden wie Abstillen und Kitaeingewöhnung sowie die zunehmende Mobilität (krabbeln, laufen). In unserer heutigen Welt verlangen wir den Kleinen echt viel ab, manchmal zu viel.

Ich könnte jetzt viel schreiben, probiere hier eine Kurzfassung. Bei Fragen melde Dich gern.

Mit meiner Tochter war die Situation ähnlich: Fast voll gestillt mit einem Jahr, mit 11 Monaten Kitaeingewöhnung, mit 12 Monaten ging ich wieder arbeiten (Außendienst, wochenweise unterwegs!), einschlafen bei mir nur mit Einschlafstillen, nachts ca. alle zwei Stunden bei mir getrunken/in den Schlaf genuckelt. Und dann: Unsere Tochter schlief bei meinem Mann meistens durch!!!

Wenn ich zu Hause war, gab es so oft Stillen wie die Kleine wollte! Mama wieder da und zwar vollständig! Mein Mann und ich haben ja auch nicht auf ein gemeinsames Schlafzimmer verzichtet, um uns nicht zu sehr daran zu gewöhnen, weil ich doch so oft außer Haus schlief!

War die Kleine krank, Mittelohrentzündung mit 15 Monaten, mit 18 Monaten kamen Eckzähnchen: Keine Nahrungsaufnahme, kein Trinken, nur Stillen. Zum Glück habe ich noch gestillt!!! (Sonst Einlieferung ins Krankenhaus mit „Zwangsernährung“.)

Zur Kitaeingewöhnung: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manche Kinder einfach viel mehr Zeit benötigen als andere und auch als die üblichen drei Stunden an drei Tagen (Berliner Modell). Wir haben unsere Tochter, nachdem die Eingewöhnung „fehlgeschlagen“ ist, erneut eingewöhnt, über mehrere Wochen, mit Teilnahme am Frühstück, am Mittagessen, an den Freizeitaktivitäten wie Buddelkasten. Für die Erzieher war das sicher auch gewöhnungsbedürftig, dass immer noch ein Elternteil dabei war. Dann hatte ich ein gutes Gefühl, irgendetwas war anders. Wir probierten eine erneute Trennung und siehe da, sie blieb gleich zwei Stunden ohne mich dort. Ich hatte mir immer gesagt, dass sie mit den Großeltern auch zurechtkam. Doch hatten sie so viel gemeinsame Zeit zusammen verbracht… wie sollte es da nach insgesamt drei Stunden schon klappen? Feste Bezugspersonen sind für sie wichtig, es ging lange Zeit nur gut, wenn ihre Bezugserzieherin da war.

Was kann ich Dir empfehlen/ Was würde ich anders machen? (Hab nicht viel Zeit, daher nur Stichpunkte, alle freundlich gemeint und nur als Anregung gedacht)
– Himmel und Erde in Bewegung setzen und mindestens bis zum Jahresende zu Hause bleiben, wenn möglich länger. Im Nachhinein hätten unsere Ersparnisse schon noch für drei, vier Monate gereicht. Man sagt ja immer „für den Notfall“ – das ist ein Notfall bzw. Glücksfall. Bin nun zum Glück wieder in Elternzeit zu Hause und meine Tochter geht nur kurz in die Kita. Die Dosis macht’s.
– Himmel und Erde in Bewegung setzen, um Teilzeit zu arbeiten. Elternzeit verlängern und aus Elternzeit heraus woanders arbeiten, in Teilzeit, für die Miete.
– Stillen, so oft Dein Sohn möchte und solange es für Dich so ok ist. Einschlafstillen geht auch. Kinder können auch mit Einschlafstillen durchschlafen und werden andersherum auch wach, wenn sie nicht mehr gestillt werden. Meine Tochter wird bald drei Jahre alt und wacht jede Nacht noch auf! Einschlafstillen abends bis sie knapp zwei Jahre alt war, oft schlief sie zu dem Zeitpunkt durch. Allerdings lässt sie sich nun auch von meinem Mann beruhigen.
– Nuckeln lassen, wenn Du es möchtest. Wenn nicht, konsequent das Nuckeln abgewöhnen. Mögliches Vorgehen: Immer abdocken, wenn Sohnemann fast eingeschlafen ist. (Das letzte tatsächliche Einschlafen ohne Brust) Sucht er erneut nach der Brust, einfach wieder andocken. Dann nach kurzer Zeit wieder abdocken. Hat bei uns funktioniert. Am ersten Tag zehnmal die Runde, am zweiten nur noch fünfmal, dann nur noch zweimal. Brustersatz wollte unsere Tochter nicht (Nuckel).
– Unterstützung suchen: Stillgruppen und -Beratung der La Leche Liga, Bücher von Sears: Unbedingt lesen: „Das 24-Stunden-Baby“! „Mein Kind will nicht essen“ und „Born to be wild“ von ?
– Eventuell, falls Du doch unregelmäßige Arbeitszeiten hast, mit Abpumpen (gesetzliche Regelung!) beschäftigen und Chef darüber informieren. Milch kannst Du im Kühlschrank aufbewahren und mit nach Hause nehmen. (Ich musste sie immer wegschütten.) Produkte von Medela sind hilfreich.
– Deinem Mann sagen, dass Du das so und so machst und dass er es anders machen kann. Du vertraust ihm und Deinem Sohn und dass sie das zusammen hinbekommen, wenn Du nicht da bist. Wann auch immer Du wieder anfängst zu arbeiten. Ob Du dann nachts noch stillst oder nicht bzw. ob Sohnemann grundsätzlich noch Nahrung nachts benötigt (Flasche, vielleicht einfach Kuhmilch mit Wasser probieren, dann ist der Aufwand nicht so groß), wirst Du dann sehen. Es ist ja noch Zeit. Hebamme dazu befragen.
– Dein Mann braucht Deine Zuversicht. Du bist seine Frau und Du bist die Mutter, Du hast das Gespür für alle. Stell Dir vor, Du wärst er. Das ist bestimmt nicht leicht für ihn.

Natürlich wird bei Euch alles anders sein, jede Familie hat Ihr „Eigenleben“. Ich hoffe, Ihr findet einen guten Weg für alle. Und: In ein, zwei Jahren sieht die Welt ganz anders aus. Dann wird aus einem sensiblen Baby ein sensibles Kleinkind, später Kind, welches ein feines Gespür für viele Dinge hat und irgendwann einmal ein wunderbarer Erwachsener. ;-)

Ich wünsche Euch alles Gute!!!

Stefanie

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Kat 2. Juli 2016 - 13:54

Liebe Mamas,

wie so oft durchforstete ich in meiner Verzweiflung mal wieder die Foren und bin dankbar, auf diesen Blog gestoßen zu sein. Der ein oder andere Beitrag trieb mir auch unwillkürlich die Tränen in die Augen, denn auch ich gehe mittlerweile am Stock. Mein kleiner Wildfang ist nun auch bald 17 Monate alt und vergöttert „seine“ Brust ins Unendliche. Ich kann von allen hier beschriebenen Gewohnheiten ebenfalls berichten: Tagsüber war es zunächst kein Problem, das Stillen zu reduzieren, ja teilweise sogar komplett abzustellen. Auch das gefürchtete Beenden des Einschlafstillens beim Zubettbringen war letztlich harmloser als ich dachte. Das monatelange Einschlafritual hat der Papa übernommen und siehe da, geht ja offenbar auch ohne die geliebte Brust. Nur sobald das Söhnchen dann zum ersten Mal aufwachte, meist 2-3 Stunden später, gab es Geschrei, der das ganze Viertel aus dem Koma erwecken musste…
Sämtliche Programme (10 Tages Programm und was es sonst noch für wohlklingende Therapien zum Abgewöhnen des Einschlafstillens gibt) halfen nur bedingt oder gar nicht. Meine Verzweiflung wuchs ins Endlose. Und ja, eines kann ich nur bestätigen: Meine Selbstzweifel, ob das alles so richtig ist und ich denn wirklich schon Abstillen soll, wuchsen. Lange war ich unsicher, ob mein Wunsch nach Abstillen größer ist als das Verlangen meines Sohnes nach der Brust. Wieso tue ich ihm nicht länger etwas Gutes, wenn es mich nicht weiter behelligt? Tat es auch nicht, bis Söhnchen begann, nach meiner Brust nach Lust und Laune regelrecht zu „Grapschen“, diese an sich zu reißen, ja, es quasi fast schon mit Gewalt einzufordern, um in ein hysterisches Geschrei überzugehen, wenn Mama es in einigen Situation wie zum Bsp. an der Supermarktkasse zu verwehren. Da wird das T-Shirt runtergerissen, die Brustwarze mit den Fingern gequetscht oder die Brust gehauen. Was ich mir niemals habe vorstellen können trat ein, dass ich mich etwas missbraucht fühle und meinen Körper nicht mehr im Griff haben darf. Diese Situationen erlebe ich gerade auch wieder in diesen Tagen, wo er mit dem drei Tage Fieber sehr krank war und ich ihm natürlich alles geben möchte, damit er sich geborgen und sicher fühlen kann. Hunger hat er ganz sicher nicht, Durst auch nicht. Er trinkt und isst sehr gut, aber er verlangt nach der Brust, als wäre er kurz vor dem Verhungern. So sind wir wieder im Rund-Um-Die-Uhr Stillen angekommen. Was sich wenigstens herauskristallisiert hat, dass ich durch bin mit meiner Entscheidung. Es kommt nur noch Abstillen in Frage. Möglicherweise hat es mir an der Klarheit in meiner Entscheidung bislang gemangelt, was der Kleine wohl nur zu gut gespürt haben muss.
Im Übrigen sind die Nächte die schlimmere Zeit, vor allem, weil mein kurzzeitiger Erfolg beim stufenweisen Abstillen (erstes Mal Aufwachen nicht stillen, dann wieder stillen und das Ganze einfach nach Gefühl stufenweise erweitern) gerade durch das Krankheitsstillen scheinbar wieder ausbleibt. Weil hier öfter der Vorschlag kam, ob man Papa nicht die nächtliche Wiedereinschlafprozedur übertragen kann: Funktioniert leider nicht. Denn Papa riecht nicht nach Milch und hat auch keine entsprechende Quelle. Sobald er auch nur den Raum betrat, stimmte Söhnchen ein hysterisches Schreikonzert an, das sich gewaschen hat. Also blieb wieder alles an mir hängen.
Was letztlich zu sagen bleibt ist, Euch geht es nicht allein so. Wofür auch immer Ihr Euch entscheidet oder nicht, es ist Euer gutes Recht, eine schlafreiche Nacht und die Gewalt über Euren Körper einzufordern.

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Kat 2. Juli 2016 - 13:45

Liebe Mamas,

wie so oft durchforstete ich in meiner Verzweiflung mal wieder die Foren und bin dankbar, auf diesen Blog gestoßen zu sein. Der ein oder andere Beitrag trieb mir auch unwillkürlich die Tränen in die Augen, denn auch ich gehe mittlerweile am Stock. Mein kleiner Wildfang ist nun auch bald 17 Monate alt und vergöttert „seine“ Brust ins Unendliche. Ich kann von allen hier beschriebenen Gewohnheiten ebenfalls berichten: Tagsüber war es zunächst kein Problem, das Stillen zu reduzieren, ja teilweise sogar komplett abzustellen. Auch das gefürchtete Beenden des Einschlafstillens beim Zubettbringen war letztlich harmloser als ich dachte. Das monatelange Einschlafritual hat der Papa übernommen und siehe da, geht ja offenbar auch ohne die geliebte Brust. Nur sobald das Söhnchen dann zum ersten Mal aufwachte, meist 2-3 Stunden später, gab es Geschrei, der das ganze Viertel aus dem Koma erwecken musste…
Sämtliche Programme (10 Tages Programm und was es sonst noch für wohlklingende Therapien zum Abgewöhnen des Einschlafstillens gibt) halfen nur bedingt oder gar nicht. Meine Verzweiflung wuchs ins Endlose. Und ja, eines kann ich nur bestätigen: Meine Selbstzweifel, ob das alles so richtig ist und ich denn wirklich schon Abstillen soll, wuchsen. Lange war ich unsicher, ob mein Wunsch nach Abstillen größer ist als das Verlangen meines Sohnes nach der Brust. Wieso tue ich ihm nicht länger etwas Gutes, wenn es mich nicht weiter behelligt? Tat es auch nicht, bis Söhnchen begann, nach meiner Brust nach Lust und Laune regelrecht zu „Grapschen“, diese an sich zu reißen, ja, es quasi fast schon mit Gewalt einzufordern, um in ein hysterisches Geschrei überzugehen, wenn Mama es in einigen Situation wie zum Bsp. an der Supermarktkasse zu verwehren. Da wird das T-Shirt runtergerissen, die Brustwarze mit den Fingern gequetscht oder die Brust gehauen. Was ich mir niemals habe vorstellen können trat ein, dass ich mich etwas missbraucht fühle und meinen Körper nicht mehr im Griff haben darf. Diese Situationen erlebe ich gerade auch wieder in diesen Tagen, wo er mit dem drei Tage Fieber sehr krank war und ich ihm natürlich alles geben möchte, damit er sich geborgen und sicher fühlen kann. Hunger hat er ganz sicher nicht, Durst auch nicht. Er trinkt und isst sehr gut, aber er verlangt nach der Brust, als wäre er kurz vor dem Verhungern. So sind wir wieder im Rund-Um-Die-Uhr Stillen angekommen. Was sich wenigstens herauskristallisiert hat, dass ich durch bin mit meiner Entscheidung. Es kommt nur noch Abstillen in Frage. Möglicherweise hat es mir an der Klarheit in meiner Entscheidung bislang gemangelt, was der Kleine wohl nur zu gut gespürt haben muss.
Im Übrigen sind die Nächte die schlimmere Zeit, vor allem, weil mein kurzzeitiger Erfolg beim stufenweisen Abstillen (erstes Mal Aufwachen nicht stillen, dann wieder stillen und das Ganze einfach nach Gefühl stufenweise erweitern) gerade durch das Krankheitsstillen scheinbar wieder ausbleibt. Weil hier öfter der Vorschlag kam, ob man Papa nicht die nächtliche Wiedereinschlafprozedur übertragen kann: Funktioniert leider nicht. Denn Papa riecht nicht nach Milch und hat auch keine entsprechende Quelle. Sobald er auch nur den Raum betrat, stimmte Söhnchen ein hysterisches Schreikonzert an, das sich gewaschen hat. Also blieb wieder alles an mir hängen.
Was letztlich zu sagen bleibt ist, Euch geht es nicht allein so. Wofür auch immer Ihr Euch entscheidet oder nicht, es ist Euer gutes Recht, eine schlafreiche Nacht und die Gewalt über Euren Körper einzufordern. Egal mit welcher Methode Ihr abstillt oder Weiterstadt, dass Ihr UV

Antworten
Kat 2. Juli 2016 - 13:50

…da fingerte glatt ein kleiner 16monatiger dazwischen, dass ich aus Versehen auf Senden geklickt habe, obwohl ich gerade bei der Korrektur war 😉
Was ich sagen wollte: Egal mit welcher Methode Ihr abstillt oder weiter stillt, es ist wichtig, dass Ihr Euch mit der Entscheidung wohl fühlt. Der Abschiedsschmerz ist wohl normal und auch gut und zeigt nur, dass Ihr lieb umsorgende Mamis seid. Viel falsch machen kann man damit wohl nicht. Alles Gute!

Antworten
julia I mintlametta 13. Oktober 2015 - 20:29

ich habe deinen artikel erst gestern gelesen und er hat mich bekräftigt. dass wir nun den richtigen weg gehen. ich habe meine tochter (10 monate) die letzten 7 monate jede nacht alle zwei stunden in den schlaf gestillt und konnte nicht davon ablassen obwohl ich seit einiger zeit gefühlt habe, dass es für uns beide besser sei, nachts ohne einander (zumindest nicht-nahezu-ununterbochen-stillend…) zur ruhe zu kommen. heute liegt nun die erste nacht ohne stillen (nur vorm zu bett gehen allerdings außerhalb des bettes und heute früh zum aufwachen) hinter uns, und ich hoffe wir bleiben trotz der vehementen schreiphasen ebenso liebevoll-konsequent (streicheln, zureden etc. statt anlegen….) wie in der zurückliegenden nacht, ich hatte das gefühl es tat uns trotz allem tohuwabohu gut und bin nun guter dinge als auch bestärkt durch deine offenen ausführungen in dem Artikel – vielen dank dafür und liebe grüße! julia

Antworten
Madeline 8. April 2016 - 10:32

Hallo Julia 🙂
Dein Kommentar ist zwar schon etwas her, aber habt ihr für das nächtliche „Problem“ gelöst bekommen?
Ich bin nun in der selben Situation wie du letztes Jahr! 🙁
LG Madeline

Antworten
nadja 5. Oktober 2015 - 09:16

danke für den artikel. das thema ist grade für mich sehr aufreibend. meine tochter ist 11 onate und tagsüber eigentlich komplett abgestillt (sofern sie nicht krank ist, da wird dann auf einmal wieder gestillt bis zum geht nicht mehr :D), abends sind wir mittlerweile auch so weit, dass ich sie ohne stillen ins bett kriege, doch wenn sie danach aufwacht (was meist so nach 1,5 – 2 stunden der fall ist), habe ich ohne stillen keine chance mehr. nachts kommt sie dann auch noch häufiger und da ist es dann auch so, dass eigentlich nur stillen hilft. EIGENTLICH finde ich das auch gar nicht so schlimm bzw. vielleicht bin ich auch bequem, weil dies die schnellste möglichkeit ist, dass wir alle schnell und stressfrei wieder einschlummern. ABER es ist nun mal auch so, dass wir uns sehnlichst ein zweites kind wünschen und das stillen – auch wenn es nur noch nachts ist – offensichtlich meinen körper nachhaltig ko setzt, also was die fruchtbarkeit angeht. das ist dieser wehrmutstropfen, der mir den wunsch nach abstillen immer stärker werden lässt. außerdem wünsche ich mir nach fast einem jahr auch mal ab und an zumindest die möglichkeit, länger als 22 uhr wegzubleiben. *seufz* vielleicht merkt sie, dass ich im moment selbst ein wenig rumeiere damit oder ich mache was falsch… hmpf

Antworten
Blätterfee 1. August 2015 - 10:12

Liebe Anja,

Wieder so ein wunderbarer Artikel zu einem Thema welches so viele Mütter umtreibt – egal in welcher Lebensphase des Kindes. Auch ich habe ein stillendes Kleinkind-Mädchen (gerade zwei geworden) und dazu nun noch ein 14 Wochen altes Baby-Söhnchen. Meine Tochter wollte auch von Anfang an bis zur Geburt des Söhnchen ungefähr alle zwei Stunden nachts stillen, lange auch mit Einschlafstillen. Als ich dies aber irgendwann abstellte (weil ich auch mal wieder ins Kino/Theater wollte) gingen irgendwann die Nächte auch nur mit Papa ohne Stillen. Aber sobald die „Bu“ in der Nähe war/ist wird sie auch eingefordert. Da wir nun noch unseren kleinen Herzbuben haben und der Versuch mit beiden Kindern im Familienbett zu schlafen im Chaos mit Geschrei endete, hat sich das nächtliche Stillen vorerst von allein erledigt – da Papa und Mädchen im Kinderzimmer nächtigen. Allerdings stille ich mein Mädchen tagsüber
noch. Das würde ich auch gerne abstellen, aber der Zeitpunkt ist gerade sehr sehr ungünstig, wenn sie dauernd sieht wie ihr Brüderchen die „Bu“ bekommt. Kurzum: nicht nur das nächtliche Abstillen eines Kleinkindes kann einem schlaflose Nächte bereiten.

Liebe Grüße nach Berlin

Antworten
Leonie 31. Juli 2015 - 21:43

Danke für diesen Artikel! Und auch an die vorangegangenen Kommentatorinnen! Ich finde es immer erleichternd zu lesen, dass es bei anderen auch nicht so glatt läuft!
Mein Sohn ist zwar „erst“ 11 Monate alt und ich hab auch echt noch Lust ihn zu stillen, aber… Er geht gegen 18 Uhr ins Bett, ich gegen 23 Uhr. Und in der Zeit wacht er ca alle dreißig Minuten auf und lässt sich durch nichts anderes beruhigen als durch stillen. Wenn der Papa auftaucht und nicht ich, ist der Alarm gleich ganz groß und wenn ich mich nicht sofort neben ihn lege und die Brust auspacke, dann dreht er auch durch. Ich hab ein paar Abende versucht ihn mit kuscheln, nuckeln, Wasser, singen etc zu beruhigen, aber er brüllt sich so in Rage, dass er dann nur noch verzweifelt im Bett rum kreiselt. Das hab ich ungefähr ne Dreiviertel Stunde durchgehalten, dann hab ich ihn wieder gestillt und selbst an der Brust hat das wieder einschlafen über ne halbe Stunde gedauert…
Ist das ne „normale“ Zeit für so einen kleinen Kerl, sich zu ärgern? Ich weiß nicht wieviel da wirklich Ärger ist oder schon Angst…
Naja, vielleicht erkennt sich ja jemand wieder, der auch so einen kleinen Wutzwerg zu Hause hat??

Antworten
Jacqueline 6. August 2015 - 21:26

Hallo Leonie,

Ich antworte mal auf deine Frage:D ich habe auch einen Sohn, der noch gestillt wird. Er ist 1,5 Jahre alt und er findet es auch überhaupt nicht lustig, wenn sein Papa ihn ins Bett bringt oder nachts zum Beruhigen kommt. Aber manchmal bin ich nicht greifbar, wenn ich mal einen Abend mit Freundinnen Auszeit brauche und da wütet er so lange bis ich entweder wieder heim komme oder er vorher vor Erschöpfung einschläft. Er tut mich zwar leid, wenn er in dieser Situation so leidet weil ich nicht zum Stillen da bin, aber manchmal brauche ich auch einfach Zeit ohne ihn. Ich denke das gibt sich mit der Zeit einfach. Wenn unsere Tage sehr spannend sind, stillt er tagsüber sehr wenig;)
Und mit Wasser, Kuscheln etc abzulenken funktioniert bei ihm auch leider gar nicht. Aber ich denk er wird es überleben;)
Grüsse

Antworten
jAnE 3. September 2015 - 14:08

Hi Leonie,
hier wuselt ganz genau so eine kleine fast 12 monate junge Wutzwergin herum, jedenfalls was das einschlafen NUR mit stillen angeht. Die Schlafzeiten sind bei uns ähnlich. Sie geht gegen 19Uhr, ich dann gegen 23Uhr. Meist hab ich sie in der Zeit 1-2x nochmal gestillt. Schaut der Papa bei kleinen Unterbrechungen rein und ist sie nicht auf der Suche nach dem Nuckel, sondern nach der Brust, wird es ganz schnell ganz laut. Protest und wütendes umhergekreisel im Bett! Der Papa kann sie da überhaupt nicht beruhigen. Ich frag mich, wie lange das noch so gehen soll … und komm auf keinen Nenner. Im eigenen Bett will sie nicht schlafen – durch ihren Platzbedarf wäre so ein Gitterbett auch viel zu klein für sie 😉 und sie mag es gern kuschelig, am liebsten auf mir drauf.

Wir ziehen bald um, dann gibt es unter dem Hochbett der großen Schwester die Etage für die kleine Schwester. Die Etagen sind versetzt, so dass sie sich auch sehen können. Ich hoffe, dass mit dem neuen Zimmer, dem neuen großen Bett, der neuen Schlafumgebung vielleicht auch eine neue Schlafgewohnheit kommt – mal sehen, wie es sich entwickelt. Ich bin voller Hoffnung, ich hätte vor allem gern mal meinen Mann wieder mit im Bett, der ist nämlich grad bei der großen Schwester „einquartiert“.

Du bist nicht allein und ich sehr froh, von anderen zu lesen und dass es einfach ganz normal ist, dass die Kleinen mit 11 oder 12 Monaten an Mamas Brust hängen, als wären sie erst 2 Wochen alt 😉 … also Fast 😉

Grüße!

Antworten
helen 31. Juli 2015 - 07:20

Den Text hätte ich vor etwa zwei Jahren gebraucht. 😉 Da hätte mich alleine die Aussage, dass es völlig normal ist dass ein kleinkind nachts noch oft stillen will total beruhigt. Bei uns war dann genau die von dir beschriebene Situation mit der erneuten Schwangerschaft der Grund. Ich habe der Großen dann erklärt dass mir das Stillen weh tut und nach zehn Minuten Protest war es dann gut. Und zwei Wochen später hatte sie hohes Fieber und ich habe ohne nachzudenken wieder gestillt und bekam dann richtig Herzrasen weil ich dachte ich habe das Abstillen wiedet rückgängig gemacht. In der nächsten Nacht hat sie aber gar nicht mehr danach verlangt. Bei ihrem 9 Monate alten Bruder bin ich viel entspannter 🙂 Allerdings bin ich da jetzt in Sorge, weil ich in drei Monaten zwei Tage die Woche arbeiten gehe und wir stillen tagsüber noch recht häufig…

Antworten
Tabea 29. Juli 2015 - 21:18

Du hast echt ein Händchen für den rechten Text zur rechten Zeit. Erstmal danke… Ich werd mal sehen was ich mit deinen Gedanken machen werde…. Das Thema beschäftigt mich grade selbst total. Liebe Grüsse, Tabea

Antworten
Anja 30. Juli 2015 - 20:21

Liebe Tabe,

alles hat seine Zeit und Du wirst merken, wann es für Euch passt:)
Alles Liebe für Euch, Anja

Antworten
Katrin 29. Juli 2015 - 17:43

Oh je, ich habe ja einen Roman geschrieben, sorry!

Antworten
Anja 30. Juli 2015 - 20:23

Vielen Dank für den wertvollen Roman;)
Es tut vielen Müttern gut zu lesen, dass Sorgen und Nöte überall ähnlich sind.

Liebe Grüße,
Anja

Antworten
Katrin 29. Juli 2015 - 17:42

Oh, das war bei mir auch eine Frage, mit der ich mich bei beiden Kindern monatelang ohne Lösung gequält habe. Ich stimme Dir sehr zu, Anja, was die wünschenswerte Klarheit und Entschlossenheit bei Müttern angeht, die ja sowieso schon länger als die allermeisten stillen – mir fehlte diese nämlich auch und ich habe monatelang unter schlaflosen Nächten und „erzwungenem“ Stillen gelitten und war eben dadurch aber wiederum zu kraftlos, um auch nur eine Nacht mit ständigem Geschrei durchzuhalten. Es war bei beiden meiner Kindheit der so, dass das Stillen als Einschlafmethode so „drin“ war, dass sie dachten, anders ginge es nicht (außer tagsüber beim Spazierengehen), und dass sie nachts – d.h., schon ab 30 Minuten nach dem Einschlafen ging es los – alle 30-120 Minuten (nie seltener) aufwachen und, wenn es nicht nach 30 Sekunden die Brust gab, losschrien, als ginge die Welt unter. Und nur Stillen brachte Ruhe – aber, wie Bea auch schreibt, es war ein Teufelskreis. Wie gesagt, ich ging monatelang deshalb auf dem Zahnfleisch und fand keine Lösung. Auch deshalb, weil ich beim ersten Kind zuviel Angst hatte, dass jede Änderung nur klappen könnte, wenn ich konsequent bliebe (das verbreiten ja viele mit großer Überzeugung), und die Angst, dass das Kind dann eine Stunde oder länger schreien würde und ich dann durch Nachgeben mir für die Zukunft erst recht alles verbauen würde, hat mich gelähmt. Also danke schonmal, dass Du das hier auch thematisierst und sagst, dass es nicht stimmt! Um den anderen, die daran kauen, vielleicht einen brauchbaren Tipp zu geben, hier meine Methode von Kind 2 (damals bei Beginn 16 Monate alt): Ich habe fest beschlossen, sie beim ersten Aufwachen, das ja immer schon abends erfolgte, nicht zu stillen, danach dann aber wieder. Stattdessen habe ich mich mit ihr in den Schaukelstuhl gesetzt und ca. 40 min. mit ihr durchgehalten, sie festgehalten und sie beruhigt. Das war schon heftig, und das Ablegen auf dem Bett, als sie endlich schlief, natürlich ein Drahtseilakt. Ab dem 3. Abend hat sie sich dann aber ziemlich schnell beruhigt und v.a. fing sie dann scjon an, länger am Stück zu schlafen. Als ihr Schreien dann beim ersten Wachwerden nur noch ein paar Minuten dauerte, habe ich es beim zweiten Wachwerden wieder so gemacht und bin dann auch mit ihr im Bett geblieben. Ich habe nie mehr als einmal pro Nacht das anstrengende Schreien durchgehalten, also das Stillen trotz heftigem, längeren Geschrei verweigert, aber mindestens einmal durchgehalten. So habe ich meine Kräfte nicht mehr als ich konnte belastet, irgendwie aber dennoch kontinuierlich gezeigt und erklärt, dass sie auch ohne Stillen wieder einschlafen kann. So wurde es nach und nach immer leichter, und nach ein paar Wochen ging es ganz ohne stillen. Für mich war das ein guter Weg. Er führte zum Ziel, auch wenn es ca. einen Monat dauerte. Dafür war diese langsame Methode aber eine, die ich wenigstens durchhalten konnte. Und ich hatte kein schlechtes Gewissen, sondern wusste einfach, dass es nicht anders ging, wenn ich nicht völlig vor der Hunde gehen wollte, und dass ich ihr damit auch nicht zuviel zumutete, weil ich sie ja immer im Arm gehalten habe (nach dem Schaukelstuhl dann am Kopfende des Bettes sitzend).

Antworten
Tanja 29. Juli 2015 - 14:03

Danke für den interessanten und wichtigen Artikel. Ich habe auch lange gestillt (gut 2.5 Jahre). Nachher wirklich nur noch zum „Einschlafen“ und mir ist es schwergefallen, das liebgewonnene Ritual aufzugeben (ist auch mein definitiv letztes Kind, deswegen wohl auch, bei den anderen Beiden fand ich das Abstillen leichter). Ich habe dann aber doch immer mehr gemerkt,, dass ich nicht mehr will und diese Klarheit spüren die Kleinen auch. Damit macht man es ihnen auch leichter. Und für mich war es eine Aufgabe, ein schönes neues Einschlafritual zu finden. Jetzt – ein paar Monate danach – bin ich froh, über die neue Freiheit und Unabhängigkeit. Und ja, im Falle von Krankheit war ich auch ein-, zweimal inkonsequent und habe noch mal gestillt und es hat null ausgemacht. Danach ging es wieder gut ohne. Meine Erfahrung ist eh, wenn man alles richtig langsam macht und sich Zeit lässt, gibt es auch keine Brustprobleme oder Milchstau. Ich war häufiger ein-zwei Nächte auf Dienstreise und trotz der Gewöhnung ans Stillen funktionierte das gut (zumindest bei „Kleinkindern“, die nur noch selten trinken. Schöner Blog, weiter so! Finde auch gut, über solche Themen zu sprechen. Gerade Langzeitstillen ist ja immer noch ein Tabuthema und eigentlich doch ganz was Natürliches. ES wird immer so übertrieben gesehen (Stillen bis der Schulbus kommt), dabei ist es wirklich schön, wenn man es ohne schlechtes Gewissen über das erste Lebensjahr hinaus genießen kann.

Antworten
Anja 30. Juli 2015 - 20:31

Liebe Tanja,

danke für Deinen wertvollen Kommentar hier. Und wahrscheinlich gibt es sogar viel mehr länger stillende Mütter als wir so denken. Die Resonanz auf Langzeitstillartikel ist jedenfalls immer groß:)

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Lena 29. Juli 2015 - 13:52

Bei uns das selbe Thema…
Unser 2. Sohn, 15 Monate alt , stillt nachts sehr häufig und neuerdings will er am liebsten an der Brust bleiben …
Ich merke, das mich das zunehmend sehr nervt und ich auch Kräfte mäßig an meine Grenzen komme durch den gravierenden Schlafmangel.
Meinen ersten Sohn habe ich mit 16 Monaten in einer ähnlichen Phase abgestillt und er hat 2 Nächte ETWAS protestiert, aber war mit kuscheln und Nähe und Wasserflasche gut zu beruhigen.
Als ich vor einigen Tagen dasselbe mit unserem Kleinen versucht habe ( mit vorheriger Ankündigung etc) hat er so schrecklich geweint.
Nach einer halben Stunde war er so verzweifelt und fast hysterisch, dass ich ihn gestillt habe.
Auch dann konnte er sich fast 2 h kaum beruhigen.
Ich könnte mit einer gewissen Traurigkeit umgehen, aber das war für mich nicht auszuhalten…
Nun bin ich ziemlich ratlos, wie der Abschied von der Brust für ihn machbar werden könnte.
Für mich sind die Nächte so nicht mehr lange zu bewältigen und trotzdem wünsche ich mir einen Abschied, der für beide passt…

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Anja 30. Juli 2015 - 20:26

Liebe Lena, vielleicht kannst Du das Beruhigen ohne Brust an den Papa abgeben. Das macht es oft für alle leichter. Oft haben die Väter auch die besseren Nerven, um den „Stillabschiedskummer“ zu begleiten als wir in der Abstillphase ohnehin etwas hormonell gebeutelten Mütter 😉

Pass gut auf Dich auf- das ist ganz wichtig!! Liebe Grüße, Anja

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Caro 29. Juli 2015 - 13:29

Danke für diesen Artikel, der auch bei uns gerade wie auf magische Weise zur rechten Zeit kommt. Danke für die vielen Denkanstöße, ich denke, so langsam werde ich auch klarer in meiner Entscheidung, das Stillen mit meinem 2,5 Jährigen nachts zu reduzieren. Er schläft selten länger als 2 Stunden am Stück und das Stillen ist die einfachste und schnellste Methode für alle, wieder in den Schlaf zu finden. Ich habe nur das Gefühl, ein bisschen in einem Teufelskreis zu stecken: Durch den massiven, jahrelangen Schlafmangel habe ich nicht die Energe, nachts etwas zu änden. Doof, oder?
Ich werde den Artikel sicher noch viele Male lesen und dann plötzlich wird es „klick“ machen. Es tut gut zu lesen, dass es viele Wege zu einem schönen Ende unserer Stillbeziehung gibt.

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Anja 30. Juli 2015 - 20:29

Liebe Caro,

diesen „Teufelskreis“ kennen sicher viele länger stillende Mütter. Aber wenn etwas nervt, ist das immer die beste Motivation etwas zu verändern. Und Veränderungen können anstrengend sein.
Aber nichts zu verändern, wenn es mir nicht gut geht, ist auf Dauer viel anstrengender.
Also hör gut auf Dich und mal Dir aus, was danach für Dich (und damit letztlich auch für Dein Baby) besser sein wird. Diese Vorstellungen geben Energie:)
Liebe Grüße, Anja

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Caro 5. August 2015 - 14:07

Danke Anja! Das gibt Mut und neue Energie 🙂

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Bea 29. Juli 2015 - 11:28

Danke für diesen Artikel, der gerade zur richtigen Zeit kommt… Wir sind auch einigermaßen verzweifelt, da der Schlafentzug extrem ist und auch unser Sohn (15 Monate) selbst nicht auf genügend Schlaf kommt – was sich am Tag entsprechend zeigt. Bei uns ist es so: Wenn ich nachts nicht (oder nicht sofort) stille, brüllt er sich in einen regelrechten Krampf. Wenn ich nachgebe und stille, ist alles nach 5 Minuten vorbei und er schläft friedlich ein. Kein Wunder, dass ich eigentlich immer nachgebe, aber die Wirkung ist nur kurzfristig: Er schläft unruhig, wacht sehr oft auf, manchmal schon wieder nach 30 Minuten, maximal einer Stunde, und so geht es die ganze Nacht. Er schläft übrigens bei uns im Bett, Versuche, ihn wieder in sein Bettchen (steht bei uns im Zimmer) zu legen, sind erfolglos. Vor einigen Monaten war die Situation schon besser: Er ließ sich immerhin für den größeren Teil der Nacht wieder in sein Bettchen legen, wir haben ihn dann morgens ca. 5/6 Uhr zu uns ins Bett geholt. Das wäre für mich schon ein Fortschritt, da ich ziemlich starke Rückenschmerzen habe und mich mit ihm neben mir kaum bewegen kann. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die körperliche Nähe zu mir (und der Brust) alles nur noch schlimmer macht.
Ich bin für jeden Tipp dankbar! Es ist für mich ganz schlimm, wenn er so furchtbar schreit und ich ihn durch nichts (außer Stillen) beruhigen kan…

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Anja 30. Juli 2015 - 20:20

Liebe Bea,

gibt es die Möglichkeit, dass der Vater das Bettberuhigungsprogramm übernimmt? Denn wie schon im Artikel erwähnt, ist der nicht so mit dem Stillen assoziiert.
Manchmal kann auch ein Stilkissen als kleine „Barriere“ im Familienbett etwas Abstand schaffen, der alle ruhiger schlafen lässt.

Liebe Grüße, Anja

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Vera Rosenauer 29. Juli 2015 - 09:59

Vielen Dank für diesen Artikel – diesem Problem und den Fragen dazu begegne ich sehr oft!
Mir erscheint noch wichtig, dass sich auch die Mutter – trotz des eigenen Wunsches nach Abstillen und bei aller Klarheit – Traurigkeit zugestehen darf, dass die Stillzeit endet, damit endet ja schließlich auch eine Ära, die niemals wiederkommt.

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Anja 30. Juli 2015 - 20:16

Das stimmt, den „Abschiedskummer“ dürfen beide haben. Toll ist es, wenn ein Partner das liebevoll unterstützt und auch die Mutter mal tröstet:)

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Anna 29. Juli 2015 - 09:21

Toller Beitrag! Und ein Thema mit dem man als Hebamme häufig konfrontiert wird. Ich finde den individuellen Abstillzeitpunkt zu finden sehr wichtig. Das Gefühl der Frau ob sie jetzt weiter Stillen möchte oder nicht ist sehr wichtig. Hat sie nur den Hauch eines Zweifels wird das Kind es spüren und das Stillen für sich einfordern. Ich finde absolute Klarheit und Ehrlichkeit gegenüber einem selbst und dem Kind ist der Schlüssel. Meine Kinder haben das Abstillen dann gut aktzeptiert, als ich es ihnen erklärt habe und sie nachts wenn sie etwas traurig waren einfach im Arm neben mir gehalten habe. Es war zwar auch ein bisschen traurig aber liebe-und würdevoll.

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Anja 30. Juli 2015 - 20:15

Wahre wichtige Worte, Anna <3

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Sandra 29. Juli 2015 - 09:07

Danke für diesen Artikel!
Meine Tochter wird im September 3 Jahre alt. Und wir haben vor zwei Wochen abgestillt. Das Stillen war ein sehr wichtiges Ritual vor dem Schlafengehen mittags (in der KiTa problemlos ohne Stillen) und abends zum Einschlafen. Vorbereitet habe ich sie seit Anfang Juni, mit der Begründung dass sie langsam ein großes Mädchen ist und es nicht mehr unbedingt nötig ist, und ich ja nun auch wieder arbeiten bin und abends nicht zuhause bin.
Ich hatte mich auf die schlimmsten Szenarien eingestellt. Aber es hat bisher gut geklappt. Die ersten drei Tage bzw. Abende wo sie lautstark protestiert hat als ich die Milchquelle nicht auspackte; das jedoch maximal eine Minute – danach legte sie sich neben mich, kuschelte sich an und schlief ein. Wichtig war/ist mir dass die körperliche Nähe weiterhin besteht solange sie dies so wünscht und es für uns als Familie nicht belastend ist.
Und das nächtliche Stillen hatte sich schon von selbst vor 2-3 Monaten erledigt als sie mit dem Durchschlafen anfing. Für den Notfall stand ein Becher Wasser bereit den sie sich dann nahm. Problemlos.

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Anja 30. Juli 2015 - 20:34

Liebe Sandra,

ich glaube auch, dass die weiterhin gegebene körperliche Nähe den Kindern den Brustabschied sehr erleichtert. Und ich fand es auch schön, einfach ohne Stillerei zu kuscheln. Da war ich manchmal sogar etwas neidisch auf Christian, der das ja immer konnte;)

Liebe Grüße, Anja

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kiddo the kid 29. Juli 2015 - 08:44

DANKE! Und nochmal: DANKE!

Uns treibt das Thema gerade sehr um. Das Kiddo ist tagsüber abgestillt, war weiter kein großes Drama. Ihr Papa hat es mit Geduld geschafft, sie abends mit Flasche ins Bett zu bringen. Seit einigen Tagen akzeptiert sie das auch mit mir. Aber: Alle Aufwachgelegenheiten danach werden mit totalem Ausflippen quittiert, wenn ich nicht sofort stille. Sobald wir auch nur versuchen, sie zu streicheln oder zu kuscheln, wird sie noch wütender. Bisher haben wir keine Lösung gefunden.

Vielleicht müssen wir da alle einfach durch? Einfach neben ihr liegen und warten, bis sie sich beruhigt?

Ich weiß ja auch nicht. Ich weiß nur – nach 18 Monaten geht mir das nächtliche Stillen echt an die Substanz. Zumal sie selten länger als 2 Stunden am Stück schläft. Puh.

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Jenny 29. Juli 2015 - 09:41

Wir hatten das Problem auch. Mein Sohn ist nachts wach geworden und war direkt wütend, wenn ich nicht gestillt hab. Wir haben alles versucht. Streicheln, kuscheln, beruhigen, hochnehmen – einfach alles. Hat alles nichts gebracht, meistens ist es immer noch schlimmer (und lauter) geworden. Am besten hat er sich beruhigt, wenn wir einfach nur da waren und ihn haben „machen lassen“. Dann gings am schnellsten vorbei. Wir haben ihn natürlich nie stundenlang schreien lassen.

Es ging nachts nur mit mir. Und irgendwann hatte ich das Bedürfnis, auch mal länger als 21.30 Uhr abends unterwegs zu sein. Deshalb musste sich das ändern, und siehe da: Am ersten Abend gab es Traraaa. Am zweiten ganz kurz und am dritten wars vorbei.

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Anja 30. Juli 2015 - 20:14

So ein bisschen wird es wohl so sein, dass es darum geht, es auch mit ihr auszuhalten. Richtung zweiter Geburtstag wird zunehmende Selbstbestimmung eh immer mehr Thema für Dein Kind und sie wird Dich da in vielen Dingen noch herausfordern.
Das Stillen ist natürlich so etwas schon lange Vertrautes und Inniges, so dass es da einem sicher auch schwerer fällt „konsequent“ zu bleiben. Deshalb ist es wirklich gut, seine persönliche „Kosten-Nutzen-Rechnung“ aufzustellen. Denn wenn wir selbst nicht so richtig wissen, was wir wollen, verunsichert das die Kinder oft noch mehr und sie klammern besonders stark am Stillen.
Wenn Du den „Abstillkummer“ positiv assoziiert begleiten kannst, fällt es viel leichter. Es ist also wirklich gut zu schauen, was sich damit für Dich verbessern wird. Und abends nicht immer verfügbar sein zu müssen, kann viel zu Deinem persönlichen Wohlbefinden beitragen. Und davon profitiert auch das Kiddo:) Liebe Grüße, Anja

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