Fragen an die Hebamme: Sind Gewichtskontrollen in der Schwangerschaft sinnvoll?

von Anja

Rückblick. Ich stehe in der 30. Schwangerschaftswoche am Empfangstresen in der Praxis meiner Frauenärztin. Beim Blick in meinen Mutterpass auf das heute morgen von mir ermittelte und eingetragene Gewicht, höre ich folgenden Satz: „Sie müssen sich aber noch einmal hier auf die Waage stellen, weil wir sonst nicht sicher sein können, ob das von ihnen ermittelte Gewicht stimmt und wir dann die Verantwortung nicht übernehmen können.“

Nun, natürlich ist das „Praxisgewicht“ mit Schuhen und umfangreicher Bekleidung wesentlich weniger aussagekräftig, als das zur immer gleichen Tageszeit von mir selbst ermittelte Nacktgewicht. „Winterschwangere“ wiegen immer mehr als „Sommerschwangere“, die im leichten Kleid und in Flip Flops auf die Waage hüpfen. Und die Verantwortung für mich und mein Kind kann ohnehin kein anderer übernehmen als ich selbst. Aber wie verantwortungsvoll oder -los ist diese ganze Wiegerei der Schwangeren überhaupt?

Schwangere, die um den errechneten Termin herum ein etwa drei bis vier Kilo schweres Kind zur Welt bringen, nehmen bis dahin durchschnittlich sieben bis 18 Kilogramm zu. Doch auch eine Gewichtszunahme darunter oder darüber hat erst einmal keine klinischen Konsequenzen, wenn keine anderen Parameter hinzu kommen. Das regelmäßige Wiegen wird weder eine ungesunde Ernährung verhindern noch alleine ohne Blickdiagnose erkennen lassen, dass die Schwangere eventuell deutlich zu viel Wasser eingelagert (bzw. Ödeme) hat…

Wiegen nicht generell unsinnig

Ich will damit nicht sagen, dass Wiegen generell unsinnig ist. Es ist schon bekannt, dass ein hoher Body-Mass-Index (über 25) mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einhergeht, Probleme wie das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder Geburtskomplikationen zu bekommen. Doch es ist primär jenes Gewicht, mit dem eine Frau in die Schwangerschaft startet, das sich negativ auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken kann. Sinnvollerweise müssten also schon vor der Schwangerschaft bei Bedarf Beratung und Unterstützung angeboten werden. In Deutschland sind immerhin über 30 Prozent aller Frauen zwischen 20 und 39 Jahren übergewichtig oder adipös.

Aber auch Frauen mit sehr niedrigem BMI (unter 19) haben beispielsweise ein höheres Frühgeburtsrisiko. Beide Situationen erschweren bisweilen auch den Schwangerschaftseintritt. Denn sowohl Unter- als auch Übergewicht können sich negativ auf die Produktion der Fortpflanzungshormone auswirken. Deshalb ist es am sinnvollsten, möglichst schon vor einer Schwangerschaft ein Normalgewicht anzustreben.

Trotzdem würde man stark übergewichtigen Frauen nun keine Diät in der Schwangerschaft anraten. Was aber jeder schwangeren Frau gut tut, ist eine Ernährungsberatung. Und zwar eine, die darüber hinaus geht zu sagen, dass Rohmilchkäse nicht erlaubt ist. Die einmalige Ermittlung des BMI aus Gewicht und Körpergröße zu Beginn der Schwangerschaft sowie eine ausführliche Beratung zu einer gesunden, bedarfsgerechten Ernährung wären sicherlich wesentlich sinnvoller, als ständiges Wiegen unter ungenauen Messbedingungen. Wobei ohnehin schon länger an der Aussagekraft des BMI gezweifelt wird. Das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang und die Zahl, die sich ergibt, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt, auch WHtR (Waist to Height Ratio) genannt, scheinen aussagekräftiger zu sein, wenn man den Körperbau eines Menschen in Bezug auf gesundheitliche Risiken betrachtet.

Beratung statt Kontrolle

Das Führen eines Ernährungstagesbuchs über ein paar Tage hinweg kann zudem eine gute Beratungsgrundlage sein. Statt zu verbieten, können sinnvolle Alternativen aufgezeigt werden. Auch die Beratung zur Bewegung in der Schwangerschaft gehört mit dazu. Bewegung und Sport in mäßiger Intensität wirken sich auch positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus.

Alleiniges Wiegen und kritisches Kommentieren wirken sich dagegen eher gegenteilig aus. Auch mit dem Satz „Essen sie mal ein bisschen weniger oder mehr“ wird keiner schwangeren Frau ein Gefallen getan. So schreibt die wissenschaftlich arbeitende und forschende Hebamme Christiane Schwarz ganz klar in dem Buch „Schwangerenvorsorge durch Hebammen“ folgendes dazu:

„Gewichtskontrollen sind in der Schwangerschaft nicht erforderlich. Allerdings werden sie in der Hebammengebührenverordnung ausdrücklich als Leistung der Schwangerenvorsorge aufgeführt. Sie können aber schwangere Frauen verunsichern, ohne dabei positive Effekte zu haben.“

Es gilt wie immer zu hinterfragen, warum und mit welchem gewünschten Ergebnis ich etwas messe oder tue. Die routinemäßige Gewichtskontrolle in der Schwangerschaft ist sehr zu überdenken. Auch ich schicke die von mir betreuten Schwangeren noch immer auf die Waage. Aber sie dürfen sich selbst wiegen und es gerne auch selbst in ihrem Mutterpass dokumentieren. Denn ich vertraue darauf, dass die allermeisten Schwangeren die Verantwortung für sich und ihr Kind wesentlich besser übernehmen können, als die Hebamme oder der Gynäkologe es jemals könnten.

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21 Kommentare

Jenny 7. Dezember 2016 - 12:36

Ich hatte schon vor der Schwangerschaft Übergewicht. Meine damalige Frauenärztin hat mir gleich zu Beginn Angst gemacht, dass ich unbedingt strikt auf meine Ernährung achten muss, sonst stünden schwere Komplikationen im Raum. Ich habe in der gesamten Schwangerschaft 6 kg zugenommen, ohne dabei Diät zu machen. Ich habe mich lediglich gesund ernährt und Zucker weitestgehend weg gelassen. Meine Tochter wurde dann mit 2700 g geboren (sogar übertragen) und jeder war verwundert warum sie so zart ist. Ich frage mich bis heute, ob das mit meiner geringen Gewichtszunahme zusammenhing.

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Meike 7. Dezember 2016 - 09:35

Ich wüsste nicht, was mir das wiegen gebracht hat. Ich hatte die 19kg + ganz flott wieder runter, ohne auch nur einen Handschlag dafür zu tun. Ich war allerdings sehr froh, kurz vor meiner Schwangerschaft die Ärztin gewechselt zu haben. Die hatte schon immer blöde Kommentare zu meinem unschwangeren Gewicht gemacht. Ich bin halt etwas moppelig. Na und? Ich bin mir sicher – sie wäre richtig fies geworden!

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Sally 30. August 2016 - 16:55

Ich habe in meiner schwangerschaft 10 Kilo bisher zugenommen bin jetzt 26 ssw. Aber irgendwie sieht man nicht viel.viele Klamotten passen noch .naja laut Schwester vom Frauenarzt bin ich Fettleibig. Habe vorher 58 gewogen und jetzt 68 … merkwürdig ist aber das ich bei einer Waage daheim 65 wiege ( ohne Klamotten ect) … die Ärztin hat auch eine falsche Größe eingetragen .ich bin 1,68 nicht 1,58 groß. Und trotzdem sagt die Schwester ich bin 1,58.ich hab Hammer Angst wieder die Sprüche zu hören “ sie sind eindeutig zu fett.“,“als ich sie gesehen hab ,hab ich mich richtig erschrocken…“ ect. Muss ich das alles weiter erdulden ? Wie wehre ich mich da am besten?

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Reh 31. März 2016 - 13:20

Was einem da eingeredet wird… Ich hatte zu Beginn schon etwas Übergewicht, nahm dann aber fast die ganze Schwangerschaft lang einfach nicht zu – klingt für viele traumhaft, lag aber an fiesen Magenschmerzen (nicht Übelkeit) und daran, dass ich mich einfach so gesund wie quasi nie zuvor ernährt habe. Ich hatte auch keine Fressattacken, habe aber Räucherschinken usw. tierisch vermisst.

Trotzdem hörte ich von der Vertretung meines Hausarzts, ich müsste zunehmen (und hab mich von der Kuh, die mich nur dieses eine Mal gesehen hat, auch noch irre machen lassen) und der Diabetologe deutete an, ich hätte Schwangerschaftsdiabetes (was nicht stimmte, ich glaube, er wollte mich einfach nur etwas ängstigen, damit ich mich keinen Fressattacken hingebe, was ja wegen des Magens eh nicht möglich war).

Meine Hebamme und Frauenärztin waren in Sachen Gewicht zum Glück lockerer drauf!
Auf jeden Fall bin ich seitdem kritischer gegenüber Ärzten, gerade die haben offenbar manchmal einfach keine Ahnung, verkaufen sich aber eben so, dass man ihnen glaubt. Ein Trauerspiel…

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Maria H. 23. Oktober 2015 - 22:48

Ich war schon vor der Schwangerschaft zu pummelig, nahm dann rapide zu, schon im 3. Monat passte vieles nicht mehr. Gewogen würde ich immer – Unterschied von Praxis zu daheim (nackig) teils 4kg. Die Ärztin sagte nie was dazu, erst meine Hebamme, die im 8. Monat in die Vorsorge einstieg, zeterte sofort los: “ Sie sind viel zu dick, wenn Sie so weiter machen, werden Sie nie wieder normalgewichtig und Sie werden ein riesiges, schweres Kind gebären müssen!“ Sie setzte mich allen Ernstes auf Diät zu einem Zeitpunkt, wo ich aus Freude über meine Schwangerschaft glücklich über meinen runden Körper war. Letztlich nahm ich genau 20 Kilo zu, mein Kind war vollkommen normal (und ich erfuhr, dass meine Diät mir zwar zwei, drei Kilos erspart hat, das Geburtsgewicht meines Kindes aber nullkommagarnicht beeinflusst hat und hätte). Heute ist mein Kind 8 Monate alt, ich habe 30 Kilo abgenommen, ohne Diät, ohne Sport, und habe damit den Jackpot meines Lebens. Und zum zweiten Mal meine Hebamme widerlegt. Ich werde bei einer weiteren Schwangerschaft jedenfalls mir meinen schönen Mamakörper nicht nochmal zerreden lassen, zumal ich nie gefressen habe, sondern genussvoll und noch gesünder als eh schon ass.

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Lieblinge der Woche #14 - One Year of Sunday 5. Mai 2015 - 22:09

[…] Sind Gewichtskontrollen in der Schwangerschaft wirklich sinnvoll? – Diese Frage beantwortet Anja vom Blog Von guten […]

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Sabine 5. Mai 2015 - 10:26

Hallo,
Also ich bin jetzt in der 23 SSW und musste bis heute noch kein einziges Mal bei meinen FA auf die Waage.
Naja ich habe auch eine eigene Hebamme und nicht die aus der Praxis von meinem FA. Selbst die Hebamme hat mich nicht gefragt was ich wiege. Ich war schon vor der Schwangerschaft stark Übergewichtig hab bis jetzt aber echt aufgepasst und nur 6kg zugenommen.
Irgendwie kommt mir das alles komisch vor.
Beim Arzt fühl ich mich irgendwie abgestempelt weil ich eine eigene Hebamme habe und im Geburtshaus entbinden will…. Mein FA ist nämlich Leiter der Gyn bei uns im örtlichen Krankenhaus.

Mhh alles irgendwie komisch.

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Antonia 14. April 2015 - 21:22

Ich besitze keine Waage und stand demzufolge die letzten 10 Jahre auch auf keiner. Mein Gewicht vor der Schwangerschaft kann ich daher nur schätzen (es war vermutlich leichtes Untergewicht). Jetzt bin ich in der 18. SSW und stand bisher sage und schreibe ein einziges Mal auf der Waage beim FA. Ohne Vergleichswert hat das natürlich keine Aussagekraft. Meine Hebamme habe ich gefragt, ob ich mir für die Schwangerschaft eine Waage zulegen soll, sie hat verneint. Also werde ich wohl noch zwei Mal eine Waage zu Gesicht bekommen, nämlich zum 2. und 3. Ultraschall beim FA. Aber da ich auch nach der Schwangerschaft nicht vorhabe meinen Körper mit einer Waage zu kontrollieren, ist mir ehrlich gesagt egal, ob ich 12 oder 20 kg zunehme. Ich verlasse mich lieber auf mein Bauchgefühl. Wenn ich mich in meiner Haut wohlfühle, ist das sicher auch gesund.

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Rosalie 13. April 2015 - 11:15

Was ich ja durchaus erschreckend finde, dass jede generell pathologisiert wird in der SS. Und was der Post schön darstellt, dass medizinisches Personal gern mal nach Handbuch verfährt und das verabsolutiert. Die haben ihre Gründe so zu verfahren. Aber ich muss gar überhaupt nix von dem tun, was die einem vorschlagen. Dessen sind sich Schwangere viel zu wenig bewusst. Wenn ich persönlich also den Eindruck habe, mit dem Essen gut zurecht zu kommen und fit bin, muss ich auf gar keine Wage stehen.
Ich hab volle 9 Monate bitterste Übelkeit in beiden Schwangerschaften gehabt, hab dennoch nur gegessen, was ich essen konnte, hab dennoch enorm abgenommen in der Zeit und hatte nie das Gefühl, dass das eingeschränkte Essen ein Problem für mich bedeutet. Im Gegenteil. Allen ging’s gut damit. Ich wär aber jedem Arzt, der mir ein Ernährungstagebuch empfohlen hätte auf’s Dach gestiegen.
Mich stört zudem, dass immer so getan wird, dass wenn man als Mutter nicht jeden Scheiß genau richtig macht, dass das Kind dann darunter leiden würde und irgendwas Schlimmes passieren würde. Als ob das einen Unterschied macht, wenn ich ess, was halbwegs gesund ist und mir schmeckt, oder was die Empfehlung des Arztes ist. Es geht ja in einer Schwangerschaft nicht immer nur ums Kind, sondern hauptsächlich um meinen eigenen Körper und mein Leben. Mich stört, dass immer so getan wird, als sei das Kind wichtiger, als die Mutter, die kindliche Gesundheit wichtiger als die Belastung der Mutter. Genau genommen ist das ungeborene Kind noch nicht einmal eine anerkannte Person, soll aber über mich und mein gesamtes Verhalten bestimmen? Das ist doch falsch herum gedacht!

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Madame Confetti 11. April 2015 - 01:06

Dieser Artikel kommt wie gerufen! Gerade heute habe ich schon wieder eine Rüge von meiner Frauenärztin bekommen, dass ich zu viel zugenommen habe. Jedes Mal, wenn ich zur Untersuchung muss habe ich schreckliche Angst davor wieder ausgeschimpft zu werden. Ich wende schon bestimmte Tricks an um nicht zu viel auf die Waage in der Praxis zu bringen (ich esse nur ganz wenig abends, verzichte auf das Frühstück und jegliche Getränke vor dem Arzttermin, überlege mir genau was und wie viel ich anziehe). Ich war noch nie gut im Verzichten beim Essen und in der Schwangerschaft kann ich das sowieso nicht. Ich bin in der 34 Woche und habe schon 16 Kilo zugenommen. Ich finde es auch nicht gut, ich wäre lieber eine „skinny mom“, aber ich kann einfach nichts dagegen tun, da kann die Ärztin schimpfen so viel sie will. Die Ratschläge: „Sie sollen mehr aufpassen“ ohne konkrete Vorschläge helfen da auch wenig.

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kiddo.the.kid 11. April 2015 - 19:23

Ich hatte auch 16 Kilo in der 34. Woche. Habe mir dann entsetzt ausgerechnet, wie viel das wohl noch bis zur 40. werden, aber es kamen nur noch 2 und dann war Ende. Das allermeiste davon war einen Monat nach der Geburt wieder weg.

Jetzt, 14 Monate danach, wiege ich noch 2 Kilo mehr als zuvor, passe aber locker in alle meine alten Sachen.

Also: keine Panik, nicht kirre machen lassen.

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Rosalie 13. April 2015 - 11:23

Wenn du Angst hast, von deiner Ärztin ausgeschimpft zu werden, dann wird es höchste Zeit mal klar zu stellen, dass das dein Körper ist und du damit machen kannst, was immer du willst. Jede Frau nimmt ganz individuell zu und das kann erheblich vom Durchschnitt abweichen.
Ich finde es so schade, dass Schwangere sich von solchen Sachen so schlimm verunsichern lassen müssen, weil die Ärzte nicht wissen, wo die Grenze ist. Wenn du am Ende 5kg mehr wiegst, als du ’solltest‘, dann was? Fällst du Tod um? Oder das Kind? Das einzige was dann passiert ist, dass du hinter 5kg mehr als im Buch steht mit dir rumschleppst und das eventuell wieder runter bekommen möchtest. Und es macht durchaus einen Unterschied, ob die 5kg von zu viel Schokolade kommen, oder von nächtlich Spaghetti-Bolo-Attacken. Wer sich halbwegs gesund ernährt, der sollte zwar informiert werden, aber keinesfalls angegangen.

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Katrin 10. April 2015 - 12:56

Danke für ein so tolles Statement!
Ich war immer schon etwas kräftiger und habe in beiden Schwangerschaften fast 20-25kg zu genommen. Für mich war das wiegen auch immer der Horror. Ich habe nie anderes gegessen und trotzdem konnte ich beim zunehmen zuschauen. Von der Frauenärztin gab es jedes mal ermahnende Blicke ,sie würde es doch nur gut meinen und ich würde das nachher bereuhen 🙁
Als wenn ich jeden Tag mit fast food und Eis auf den Sofa sitzen würde 🙁
Deswegen habe ich die letzten 15Wochen ,dann auch nur noch mit meiner Hebamme verbracht, die da gar kein Problem mit hatte und mich eher als Mensch gesehen hat ,anstatt mich in eine Gewichtsstatistik zu pressen und zur Nachsorge ein erstauntes ‚oh das hätte ich aber nicht erwartet‘ rauszubringen.

Nach beiden Schwangerschaften hatte ich knapp 8-10Wochen ohne darauf zu achten alles wieder runter (viel Wasser ,was mir niemand glauben wollte und guten still-stoffwechsel).

Ich hab heute noch Angst vor dem erhobenen Zeigefinger und dem ’sie dürfen aber nicht soviel zunehnen mit ihrem Start Gewicht‘ 🙁 obwohl längst alles wieder normal ist.

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Dani 10. April 2015 - 12:12

Ich habe mich einfach geweigert. Habe sogar während der Schwangerschaft den Frauenarzt gewechslet (nicht deswegen!), und in beiden Praxen war das kein Problem, auch nicht für meine Hebamme.

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Kathi 10. April 2015 - 10:46

Auch ich danke für diesen Beitrag. Ich erinner mich noch mit Grauen an meine alte Frauenärztin, die die Waage im Durchgangsverkehr stehen hatte. Anfang März musste ich in der 8. SSW da drauf und bekam gleich, für alle hörbar einen Rüffel: Also 3 kg Zunahme in 4 Wochen so früh, das müsse ja wohl nicht sein. Mein Einwand, dass ich Zuhause noch mein Startgewicht gemessen hätte und es wohl an dem Zustand „nackt“ vs. „angezogen liegt“ wurde als lächerlich abgelehnt. Klar, mit Wintermantel, Jeans, Pulli und Winterschuhen wiege ich genausoviel wie nackt. Logisch….

Nciht nur aus diesem Grund habe ich die Ärztin gewechselt. Meine Hebamme hat immer mein Zuhausegewicht geglaubt und meine neue Ärztin misst im Untersuchungsraum, also ohne Schuhe und Jacke, maximal mit einem Hemdchen bekleidet.

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Linda 9. Dezember 2018 - 08:29

Ja, ganz genauso ging es mir auch. Nach meinem Gewicht vor der Schwangerschaft gefragt, habe ich natürlich mit meinem Gewicht nackt geantwortet. Und dann gab es Stress. Bei jeder Untersuchung wurde auf mein Gewicht hingewiesen. Mein Arzt hat mir allen ernstes eine Apfel-Reis-Diät vorgeschlagen.
Erst meine Hebamme hat dann mal den Vermeintlichen Ausgangswert ignoriert und nur addiert, was ich tatsächlich in der Schwangerschaft zugenommen habe und hat mal ein bisschen den Druck rausgenommen.

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Manati von Manatis Welt 10. April 2015 - 10:28

Ich finde den Gewichtsterror total übertrieben. KLar, wie du auch schreibst, wenn von Haus aus ein erhöhtes Gewicht vorlag ist eine Kontrolle sinnvoll, dass es nicht komplett ausufert oder auch im Hinblick auf einen Gestationsdiabetes- der aber genauso „normalgewichtige“ betreffen kann.
Das sind für mich die beiden einzigen Faktoren, wo die Überprüfung sinnvoll ist. Aber generell ist die Zunahme doch ohnehin höchst individuell und v.a. nicht ausschließlich vom Essen abhängig. Wenn jetzt eine Frau höhere Östrogen- und Progesteronspiegel hat, lagert sie viel mehr Wasser ein und neigt auch mehr zur Ansammlung von Fettdepots, ohne dass sie sich da was „angefressen“ hat.
LG, Manati

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Myriam 10. April 2015 - 09:12

Die Hebamme meines Vorbereitungskurses hat uns gesagt, dass wir jede Untersuchung hinterfragen sollten und wenn uns etwas unangenehm ist, es auch ablehnen dürfen. Dazu kann auch die Gewichtskontrolle gehören, die ihrer Meinung nach nicht mehr zur Vorsorgeuntersuchung gehören sollte. Für mich war das ein bisschen spät, da ich den Kurs erst in meinem letzten Schwangerschaftsmonat besucht habe, aber nachdenklich hat es schon gemacht. Gerade in der ersten Schwangerschaft ist man schon genug verunsichert, da sollte man sich nicht auch noch Sorgen wegen einer Zahl auf der Waage machen. Meine Frauenärztin hat mir schon zu Beginn der Schwangerschaft geraten, ich solle nicht mehr als 15kg zunehmen. Das war bestimmt nur gut gemeint, da sie mitbekommen hat, dass ich in den 1,5 Jahren vor der Schwangerschaft erst gut abgenommen hatte, aber es war doch eine zusätliche Sorge als ich die Zunahme schon in der 30. Woche erreicht habe.

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Rosalie 13. April 2015 - 11:33

Man sollte generell JEDE Untersuchung hinterfragen. Nicht, weil der Arzt einem Böses will, sondern, weil DU IMMER JEDEM medizinischen Eingriff an DEINEM Körper zustimmen musst. Und dafür muss man 1. wissen, was warum gemacht wird. Und 2. ob es für dich ganz persönlich mit deinen Begleitumständen sinnvoll ist. Du allein hast das Recht in geistig zurechenbarem Zustand über deinen Körper zu bestimmen. Auch wenn es noch so Routine ist, dies oder jenes zu machen, das ist leider völlig unerheblich. Aber diese Verantwortung für den eigenen Körper muss man als Patient schon auch wahr nehmen.
In der SS ist das ja alles Vorsorge, also medizinisch überhaupt nicht notwenig, um akut dein oder das Leben des Kindes zu sichern. Es ist schön, dass das alles angeboten wird. Aber wie oft wird es eben nicht ‚angeboten‘, sondern mit ‚Wir machen jetzt noch…‘ einfach gemacht, weil’s ‚dazu gehört‘.

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Simone Paul 10. April 2015 - 08:53

Ich habe beim 3. Kind nur 5kg zugenommen und durfte mir bis zur Entbindung anhören, das Kind wäre völlig unterentwickelt.
Der Gang zur Waage war für mich jedes Mal schrecklich, weil die Ärztin immer „geschimpft“ hat.
Da ich völlig normal gegessen habe, war ich selber eigentlich zuversichtlich, das es dem Kind prächtig geht, was sich dann mit 52cm und 3300g auch bewahrheitet hat.

Gruß Simone

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jungeMama 10. April 2015 - 08:26

Daaanke! Mal wieder!

Ich selbst habe in meiner ersten Schwangerschaft 26!Kg zugenommen, war vorher normalgewichtig, habe das überschüssige Gewicht nach einem Jahr wieder runtergehabt (ohne besonderes Zutun meinerseits), habe immer schlau gesagt „Frau MUSS in der Schwangerschaft nicht so viel zunehmen!“ und nun beim Zweiten ist es wieder das gleiche, trotz gesunder Ernährung. Mein Körper speichert jedes Salatblatt, mein Stoffwechsel ist komplett verrückt. Deshalb machen mich die Wiegeaktionen nicht mehr unsicher. In der ersten Schwangerschaft hat es mich verrückt gemacht. Bzw ängstlich.
Ödeme/Gestationsdiabetes/Bluthochdruck hatte ich dabei nie, diese Parameter erkennt man ja wohl (so sollte es jedenfalls sein) auch ohne Gewichtskontrolle!

Super Artikel!

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