Fragen an die Hebamme: Was ist ein Sternengucker?

von Anja

Die meisten Kinder liegen zur Geburt mit dem Köpfchen nach unten. Sie drehen sich unter der Geburt so, dass der meist zuvor seitlich liegende kindliche Rücken sich zur Vorderseite der Mutter dreht. Dadurch befindet sich das Hinterhaupt ebenfalls vorne. Das Hinterhaupt (der Hinterkopf des Babys) führt deshalb, weil das Kind bei dieser Drehung im Becken sein Köpfchen beugt, sprich das Kinn Richtung Brust nimmt.

So tritt das zunächst gebeugte Köpfchen durch den Beckenausgang und stemmt sich dafür mit dem Nacken ein wenig am Schambein (Symphyse) ab. Dann streckt es sich wieder aus der gebeugten Kopfhaltung. Das Köpfchen wird weiter über den Damm geboren. Steht die Mutter bei der Geburt, schaut das Baby also zwischen ihren Beinen hindurch nach hinten. In der Rückenlage, die in der Regel nicht die bestmögliche Gebärposition darstellt, würde das Kind aufs Bett gucken. Das Liegen auf dem Rücken ist deshalb nicht besonders günstig, weil unter anderem die helfende Schwerkraft nicht genutzt werden kann. Die Mutter muss ihr Kind so sogar etwas „bergauf“ hinausschieben.

Hintere Hinterhauptshaltung = Sternenguckerposition

Wenn nun aber das Baby nicht mit seinem Hinterhaupt und seinem Rücken zur mütterlichen Vorderseite, sondern zu ihrer Rückseite gewandt ist, verläuft die Geburt aus dieser Einstellung anders. Normalerweise beugt das Baby unter der Geburt sein Köpfchen, um so mit dem kleinstmöglichen Durchmesser geboren zu werden.

Das Baby mit einer „hinteren Hinterhauptseinstellung“ – so der korrekte Fachbegriff für den „Sternengucker“ – beugt sein Köpfchen zwar auch. Aber es dreht dabei das Hinterhaupt regelwidrig in die Kreuzbeinhöhle. Das Köpfchen kann in dieser Haltung die Biegung im Becken schwerer passieren. Das führt meist zu verlängerten Geburten und kann beim Austritt das Dammgewebe mehr belasten. Bereits die Eröffnung des Muttermundes kann bei dieser Haltung des Kindes verzögert ablaufen. Weil das breitere Hinterhaupt in dieser Position mehr auf den Darm drückt, haben die Mütter oft schon vor der vollständigen Eröffnung des Muttermundes das Bedürfnis, aktiv mitzuschieben.

Wird das Baby nun aber aus dieser Position geboren und die Mutter befände sich in der schon eingangs als nicht empfehlenswert beschriebenen Rückenlage, würde das Baby nicht aufs Bett schauen, sondern als erstes an die Decke seines Geburtsortes. Wenn dieser Ort kein Dach hätte und es dann noch Nacht wäre und der Himmel klar, würde das Baby als erstes die Sterne am Himmel erblicken. Deshalb also der Name „Sternengucker“. Was sich eigentlich ganz niedlich anhört, bedeutet in der Realität meist eine deutlich erschwerte Geburt.

Positive Motivation und unterstützende Maßnahmen

Gründe für die hintere Hinterhauptshaltung können Besonderheiten in der Anatomie von Becken oder der Gebärmutter sein. Auch eine Vorderwandplazenta (der Mutterkuchen sitzt an der vorderen Gebärmutterwand) oder Myome (gutartige Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter) können diese Einstellung begünstigen. Ebenso kann eine zu kurze Nabelschnur die regelrechte Drehung des Babys behindern. Mit einer Häufigkeit von 0,5 bis 2,0 Prozent kommt die hintere Hinterhauptseinstellung eher selten vor.

Beim Abtasten des Bauches lässt sich dann der Rücken des Kindes nur schwer ertasten. Dafür sind die kleinen Teile (Arme und Beine) des Babys eher im Bereich des Bauchnabels zu spüren. Manchmal verursacht diese Position des Kindes im Bauch der Schwangeren auch vermehrte Rückenschmerzen. Wenn die Geburt noch in der Eröffnungsphase ist, wird meist versucht, durch bestimmte Gebärhaltungen die Drehung des kindlichen Rückens nach vorne zu erreichen.

Dabei können der Vierfüßlerstand, die Knie-Ellenbogen-Lage oder auch das Beckenkreisen hilfreich sein. Wenn das Baby trotzdem in der Position bleibt, versucht man durch bestimmte Haltungen mehr Platz zu schaffen, da der Kopfdurchmesser bei der Geburt etwas vergrößert ist. Dies kann zum Beispiel durch die tiefe Hocke oder eine asymetrische Haltung wie dem Hirtenstand erreicht werden. Die Hebamme wird gemeinsam mit der Mutter versuchen, die bestmögliche Position zu finden.

„Sternengucker“-Babys fordern ihre Mütter

Erschwerte Geburten ziehen häufiger auch geburtshilfliche Interventionen wie die Unterstützung mittels Saugglocke nach sich. Das muss aber nicht zwingend so sein. Damit die Mutter unter der Geburt bestmöglich mitarbeiten kann, ist es sinnvoll, wenn die Hebamme unter der Geburt genau erklärt (z.B. mit einem Beckenmodell plus Puppe), wie das Baby gerade liegt. Und was mit einer bestimmten Position erreicht werden soll. Positive Motivation und unterstützende Maßnahmen begünstigen den Geburtsverlauf. So kann zum Beispiel das „Äpfelschütteln“ – eine Massage im Gesäßbereich, die das Becken lockert – den vorzeitigen Drang mitzuschieben mindern.

Die „Sternengucker“-Babys fordern ihre Mütter schon etwas mehr unter der Geburt. Aber oft sind sie kein Grund, dass das Baby nicht vaginal geboren werden kann. Natürlich ist es aber günstiger, wenn das Baby zum Zeitpunkt seiner Geburt die optimale vordere Hinterhauptshaltung eingenommen hat.

Doch bereits in der Schwangerschaft ist eine gute Einstellung des Kindes von Vorteil. So lassen sich zum Beispiel mütterliche Rückenbeschwerden reduzieren. Unser heutiger Lebensstil mit vielen Tätigkeiten im Sitzen wirkt eher kontraproduktiv. Vor allem, weil man im Auto oder auf der Couch kaum in eine Sitzposition kommen kann, bei der das Kind nicht auch dazu animiert wird, sich eher in den hinteren Teil des Beckens zu legen. Auch das Übereinanderschlagen der Beine über einen längeren Zeitraum verkleinert den Beckenraum so, dass das Baby in eine eher ungünstige Position ausweicht.

Trotz „bester Haltung“ ein „Sternengucker“

Für eine gute geburtshilfliche Ausgangslage sorgen Positionen, in denen die Mutter aufrecht ist und eher nach vorne gebeugt. Das Knien oder Einnehmen des Vierfüßlerstandes ist ebenfalls empfehlenswert. Das gilt auch für viele bei der Schwangerschaftsgymnastik oder beim Schwangerenyoga praktizierte Haltungen. Die die Schwangerschaft begleitende Hebamme kann da sicherlich noch einige Anregungen geben.

Auch bei „bester Haltung“ entscheiden sich manche Kinder dafür, sich so ins Becken einzustellen, dass sie schließlich als „Sternengucker“ geboren werden. Aber über eine gute Haltung in der Schwangerschaft freut sich ja nicht nur das Kind. Auch Rücken und Beckenboden werden es danken. Deshalb darf man einer guten Haltung in der Schwangerschaft generell gerne ein bisschen mehr Beachtung schenken.

Umgangssprachlich wird von der „hinteren Hinterhauptslage“ gesprochen. Da sich aber die Lage nur auf das Verhältnis der Längsachse des Kindes zur Gebärmutter bzw. zur Mutter (Längs-, Schräg- oder Querlage) bezieht, wird hier der fachlich korrektere Begriff der „hinteren Hinterhauptshaltung“ oder der „hinteren Hinterhauptseinstellung“ verwendet.

DVD-Tipp
Schwangerschaftsgymnastik von Christine Niersmann

Literatur
Die Optimierung der Kindslage von Jean Sutton und Pauline Scott | Geburtsarbeit von Deutscher Hebammenverband | Schwierige Geburten – leicht gemacht: Dystokien erfolgreich meistern von Penny Simkin und Ruth Ancheta

19 Kommentare

Nadja Tonder 14. Oktober 2019 - 22:48

Meine Tochter ist 2008 mit Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Sternengucker. Hat sich gedreht und durch den Kreis durch, die Nabelschnuhr hatte einen Knoten. Nicht fest gezogen. Ich glaube sie hatte einen Schutzengel. Ein Not Kaiserschnitt.

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Mona 13. April 2018 - 04:57

Mein Sterngucker würde 2006 geboren. Mir wurde das weder beim Ultraschall noch unter der Geburt gesagt. Erst als das Köpfchen da war, würd es nebenbei erwähnt. 4150 gr 56 cm 37;5 kopfumfang.
Zum Glück war es mein zweites Baby und bei ihm hatte ich aufgrund der langen Geburt mach 68 Stunden eine PDA bekommen. Allerdings müsste ich mit dem Kleinen zum Osteopathen.

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angus 4. Februar 2020 - 12:37

bei mir hat man bis zum schluss nicht gemerkt, dass mein kind ein sternengucker war. stundenlang quälte ich mich und eine pda haben sie mir verweigert, weil „das kind bald da sei“. pustekuchen! trotz immenser wehen haben sie mich noch an einen wehentropf gehängt und sich anscheinend weiter gewundert, warum die geburt zum stillstand gekommen ist. dann endlich entschieden sie sich, das -große!- kind per saugglocke zu holen. dabei hat der oberarzt noch kräftig auf meinem bauch mitgedrückt.
ich wurde quasi ausgewrungen und dann kurz „ups, ein sternengucker“ gesagt. eigentlich hätte ich die klinik verklagen müssen. leider war es mein erstes kind und ich war zu unerfahren.

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Meike 1. Februar 2018 - 08:36

Danke für den Artikel. Jetzt ist mir klar, warum soviel Schaden entstand: mein großer Junge (>4000g, 56 cm) hat in nur 3 Stunden den Weg geschafft. Eine Betäubung gab es nicht, die Wehen ließen keine Pause, es half die Badewanne und ein Seil. Trotzdem war alles überwältigend.
Lange hatte ich mit der Symphysen Lockerung, Hexenschuss und Rectusdiastase zu tun. Und mein Sohn hatte auch einen schlechten Start: Intensivstation…. Inzwischen ist alles verheilt.
Liebe Grüße

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Carola Missall 14. August 2019 - 11:32

Und meine Töchter sind jetzt 21 und 22 Jahre alt – nach Lesen dieses Beitrags habe ich endlich eine Vorstellung davon, was da unter der Geburt so passiert sein könnte und ich habe auch das Gefühl jetzt deutlich mehr zu wissen als alle damals an den Geburten beteiligten Hebammen! Vielen Dank hierfür

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Anne 6. August 2017 - 13:43

Hi, meine Nabelschnur war auch noch zu kurz und mein Kind hatte sie sich um den Hals gewickelt. Folge Notkaiserschnitt, wegen fallender Herztöne. Die SSW war völlig unkompliziert und ich habe viel Sport gemacht. Frage ist nun, wäre das beim 2 Kind wieder das selbe Problem? Einmal zu kurze Nabelschnur, immer zu kurz?
Vielen Dank für solche informative Beiträge

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Anja Constance Gaca 7. August 2017 - 14:44

Liebe Anne,

Komplikationen in Bezug auf die Nabelschnur sind zum Glück wirklich selten und meist ist es auch kein Problem, wenn diese um den Hals des Babys liegt. Dazu hatte ich hier schon mal geschrieben: http://www.vonguteneltern.de/fragen-an-die-hebamme-22-was-ist-eine-nabelschnurumschlingung/
Du hast da natürlich eine sicherlich sehr traumatische Situation erleben müssen, aber es spricht trotzdem nichts generell dafür, dass sich das wiederholen wird. Aber es ist natürlich verständlich, dass Dich das beim zweiten Kind jetzt beschäftigt. Vielleicht kannst Du ja auch mit Deiner Hebamme oder Gynäkologin ein Dich beruhigendes Gespräch führen.
Alles Gute für Dich und herzliche Grüße,

Anja

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Kerstin 12. April 2017 - 20:00

Liebe Anja,
Mein erstes Kind war auch ein Sternenkucker.
Die Hoffnung auf eine zweite, leichtere Geburt war groß.
Und was suchte sich Nummer zwei aus? Die Gesichtslage (ich wusste nicht mal, dass es sowas gibt!), zum Glück mentoanterior (dann wohl auch eine Art Sternengucker, oder?) und überraschend dann doch noch spontan.

Ich hätte gerne weitere Kinder, aber habe doch Bammel, dass das Dritte auch „so einen Blödsinn“ macht.
Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich so etwas wiederholt?

Danke für Deinen tollen Blog, ich empfehle Deine Texte gern und häufig weiter!

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Anja 9. Mai 2017 - 21:30

Liebe Kerstin,

verzeih die verspätete Antwort. Deine Frage fiel ein bisschen in unsere frühe Wochenbettzeit:)
Da haben es Dir Deine Kinder aber nicht gerade leicht gemacht mit ihren jeweiligen Einstellungen unter der Geburt. Wie schön, dass aber trotzdem noch eine spontane Geburt möglich war.
Gründe für Haltungsanomalien können ein Missverhältnis zwischen Becken und Kopf sein, aber manchmal auch eine vorliegende Hand o.ä., die die richtige Drehung und Beugung verhindert.
Deshalb lässt sich schwer sagen, ob eine Wiederholung wahrscheinlich ist.
Man könnte evt. vorab noch mal Dein Becken untersuchen (Austastung, MRT), ob da eine mögliche Ursache sein könnte. Diese Untersuchung wird meist von Geburtskliniken angeboten.
Vielleicht war es aber auch wirklich nur ein Zufall, dass sich beide Kinder einen etwas „schwereren Weg“ für ihre Geburt gesucht haben.

Alles Gute für Dich und liebe Grüße,

Anja

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Kerstib 18. Juli 2017 - 20:15

Danke für Deine liebe Antwort!
Und natürlich für den großartigen Blog (der von mir sehr gerne gelesen und häufig weiter empfohlen wird;)
Ich glaube eher dran, dass Nummer drei dann ne Beckenendlage oder so was wird, gebe mir da aber selbst noch ein bisschen Schonfrist…
Herzliche Grüße
Kerstin

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Anna 16. September 2016 - 13:15

Ich hatte auch zwei Sternengucker.

Bei meiner Tochter war es trotzdem eine traumhafte Geburt. Die Wehen haben sich zwar über 24 Stunden hingezogen, aber die Geburt selbst habe ich als weniger schlimm als erwartet, ja richtiggehend schön erlebt und es hat irgendwie einfach funktioniert. Ich bin zwischendurch intuitiv in den 4-Füßler-Stand gegangen, was wahrscheinlich sehr geholfen hat…

Bei meinem Sohn dagegen hat es sich schlimm angefühlt. Er wog 4,5 kg und das in der Kombination mit „Sternengucker“ war dann doch zu schwierig. Vor allem aber haben mich die Hebammen davon abgehalten, andere Positionen als Rückenlage zu versuchen. Und vorher hatten sie schon darauf bestanden, mir einen Einlauf zu geben, was in dem Krankenhaus „Standard“ war – ich hatte aber dadurch das Gefühl, überhaupt keine Energie mehr zu haben. Irgendwann ging es einfach nicht mehr weiter. Zum Glück hat eine erfahrene Hebamme mit ihrem Ellenbogen und viel Kraft mitgeholfen, so dass es trotzdem ohne Saugglocke oder Dammriss noch gut geklappt hat…

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Lorelai 27. Juli 2016 - 18:06

Interessant! Mein erstes Kind war ein Sterngucker, leider wusste ich das bis zum Schluss nicht. Wegen der Schmerzen wollte ich eine PDA und ich lag darum auch leider auf dem Bett… das führte dann, weil die Herztöne wohl kurzfristig absanken, dafür, dass der Arzt einen Dammschnitt machte und meinen Sohn mit der Zange herausziehen half oder vlt drehte er ihn dabei auch, ich weiss es nicht mehr… gottlob hatte ich die PDA und spürte von dem doch recht „brachialen“ Eingriff nichts… mitschieben konnte ich zwar, aber vor der Zange bewahrte es uns trotzdem nicht… die Geburt war OK so wie sie war, dennoch war ich enttäuscht, dass ich mich nicht darauf vorbereiten konnte weil ich von dieser Lage meines Kindes nichts geahnt hatte…

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Ju 8. Juni 2020 - 10:02

Bei mir gab’s schon viele Vorzeichen zum Ende der Schwangerschaft. Erst lag das Baby noch recht spät in Beckenendlage. Drehte sich dann zwar in Geburtsposition, aber pendelte bis kurz vor Geburt immer wieder in Schräglage unten von rechts nach links. Meine Rückenschmerzen und Vorderwandplazenta habe ich der „Problematik“ nicht zugeordnet.
Zum Glück hatte ich eine sehr erfahrene Hebamme. Nachdem wir die Fruchtblase bei 8cm gesprengt haben, fühlte sie an der großen und kleinen Fortanelle, das meine Kleine Rücken an Rücken in Sternguckerposition lag. Nachdem sie nochmal genau die Lage von Füßen, Rücken etc gecheckt hatte, sollte ich mich auf die rechte Seite legen und sie hat während der Wehen mein Bein nach oben in Drehbewegung bewegt. Sie ermutigte mich, dass der Winkel schon besser geworden ist und ich „turnte“ ca 2 Std weiter. Dann in der tiefen Hocke drehte sich die Kleine das letzte Stück und kam in einer langen Wehe raus. Wir hatten jetzt 2 Hausgeburten mit dieser tollen Hebamme, die in ihrem Wissen einfach nicht zu toppen ist. Wenn ich hier die anderen Kommentare lese, kann ich einfach unendlich dankbar sein, dass sie uns trotz dieser Umstände, eine tolle Geburt geebnet hat.

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MamaBlume 27. Juli 2016 - 12:50

Ach schau, meine zwei waren auch beides Sterngucker und meine Nachsorgehebamme hatte bei Nummer 2 auch gesagt, dass es ggf. am Beckenschiefstand liegen könnte, dass sich beide falschrum eingestellt haben. Was mich aber erstaunt ist, dass „nur“ 0,5 – 2 % aller Kinder so zur Welt kommen. Bei Gesprächen mit anderen Müttern kommt bei mir der (subjektive) Eindruck hoch, dass es deutlich mehr sind. Genaue Zahlen kann ich nicht nennen aber so grob geschätzt 15 – 20 % haben auch Sterngucker-Babies gehabt, schon allein in unserem Pekip-Kurs waren es von acht Kindern zwei, die so geboren wurden *staun* Kann Zufall gewesen sein aber irgendwie klingen 2 % so verschwindend gering..

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MamaBlume 27. Juli 2016 - 13:19

Ach so, noch was wichtiges 🙂
Danke für diesen informativen Text <3
Bislang hab ich noch nix gefunden, was diese Geburtslage so erklärt, dass auch ich das verstehe und vorallem, wie und warum es manchmal dazu kommt ^^

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MamaBlume 6. August 2017 - 11:09

🙂 ich kann meinen Beitrag inzwischen nochmal aktualisieren. Im April 2017 ist mein drittes Kind zur Welt gekommen. Ebenfalls aus der Hinteren Hinterhauptslage. Und obwohl sie mit Abstand die Schwerste von meinen drei Kindern gewesen war, hab ich eine interventions- und verletzungsfreie Geburt erlebt.
Wissend, dass ich eine Kandidatin für Sterngucker bin, hab ich in der letzten Schwangerschaft mein menschenmögliches getan, es diesmal zu verhindern in dem ich, vorallem zum Ende der Schwangerschaft hin, oft den Vierfüßlerstand eingenommen habe, auf einen geraden Rücken geachtet habe und unter Anleitung meiner Hebamme diverse gymnastische Übungen absolviert hab. Hat leider nix genützt, meine Tochter wollte den gleichen Weg nehmen wie die Geschwister. Wie gut aber, dass ich das unter der Geburt nicht wusste. Als ich meine betreuende Hebamme kurz vor der Geburt fragte, ob sie erkennen kann, ob das Kind hoch oder runter guckt, schwindelte sie mich ein wenig an und behauptete, sie schaue nach unten. Da erst hab ich mich getraut zu pressen. Drei mal in einer Wehe und schon kam die Kleine sprichwörtlich auf die Welt geschossen <3

Also keine Angst vor der hinteren Hinterhauptlage, auch sie ist machbar. Auch wenn sie schmerzhafter sein soll (hab ja keinen Vergleich) und komplizierter für Mutter und Geburtshelfer.

Übrigens: Auch diesmal machen wir Pekip und in dieser Gruppe sind sogar drei Sterngucker, von denen eines per KS geholt wurde und zwei natürlich zur Welt kamen. Mich wundert die Statistik tatsächlich immer mehr..

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A Bullerbü Life 26. Juli 2016 - 12:45

Sehr aufschlussreich, danke!

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Nadine 26. Juli 2016 - 09:00

Danke, der Artikel kommt genau zur rechten Zeit und so langsam geht mir ein Licht auf :o)
Meine beiden Kids waren Sterngucker und haben mir dadurch (wahrscheinlich) während der Geburt ganz schön zugesetzt. Bei Nr. 3 jetzt der „Schlachtplan“, da vorher bissel gegenzuwirken…
Bisher dachte ich immer, dass es ja vor der Geburt relativ egal ist, wie sich die Kinder ins Becken einstellen, da sich der Kopf ja seitlich einstellt und ob sie sich dann unter der Geburt nach vorn oder hinten drehen, kann ich ja nicht schon vorher beeinflussen. Jetzt habe ich mir aber mal ein paar anatomische Zeichnungen angesehen und dort gemerkt, dass sich der Kopf zwar seitlich ins Becken einstellt, der Körper aber entweder leicht mit dem Rücken nach vorn oder halt nach hinten liegt und es demnach schon Sinn macht, das vor der Geburt ein bissel zu unterstützen. Dann verbringe ich meine letzten Wochen mal hauptsächlich im Vier-Füßler-Stand oder über dem Pezzi-Ball hängend ;o)

Alles Liebe ♥
Nadine

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Inga 26. Juli 2016 - 08:45

Mein zweites Kind – bei dem ich ganz optimistisch auf eine leichte Geburt gehofft hatte – kam als Sternengucker zur Welt. Dank einer sehr unterstützenden Hebamme und den oben genannten Gebärhaltungen (hauptsächlich Vierfüßlerstand) hat der Kleine es aber super auf die Welt geschafft, sogar ohne PDA oder Saugglocke. Wenn ich es vorher gewusst hätte, hätte ich vermutlich Angst gehabt vor einer schweren Geburt. Aber weil die Hebamme so ruhig geblieben ist und ich einfach immer versucht habe umzusetzen, was sie mir sagt, und ihr vertraut habe, war es kein schlimmes Geburtserlebnis. Und im Nachhinein muss ich lachen über meinen kleinen Dickkopf, der sich einfach nicht drehen wollte. Also, ob Sternengucker oder nicht: Vertrauen hilft!

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