Fragen an die Hebamme: Die Folgen der Folgemilch…

von Anja

Auch nicht (mehr) oder zum Teil gestillte Babys brauchen Milch zum Wachsen und Gedeihen. Die erste Wahl ist immer Muttermilch- die der eigenen Mutter (von Hand entleert oder abgepumpt) oder auch unter kontrollierten Bedingungen gespendete Muttermilch. Aber diese steht in Form von Muttermilchspenden nur in sehr eingeschränkten Mengen zu kontrollierten Bedingungen zur Verfügung. Daher profitieren meist nur Frühgeborene und kranke Neugeborene davon, die in einer Klinik mit einer angeschlossenen Muttermilchbank behandelt werden.

Die nächste beste Wahl und vor allem flächendeckend und in der Regel immer erhältlich ist industriell hergestellte Säuglingsnahrung. Diese ist auf Kuhmilchbasis hergestellt. Sie wurde aber entsprechend im Eiweißgehalt der Muttermilch angepasst. Auch alle anderen für die Entwicklung von Babys notwendigen Nährstoffe sind in der Menge entsprechend justiert oder zugesetzt. Die in der Muttermilch enthaltenen Immunstoffe beinhaltet sie allerdings nicht. Auch bei geringer Muttermilchproduktion lohnt es sich, das Kind trotzdem zu stillen. In jedem Tropfen Muttermilch stecken zusätzliche wertvolle Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit des Kindes auswirken. Die Voraussetzung für das Teilstillen ist natürlich immer, dass auch die Mutter dies möchte.

PRE, HA…

Die Hersteller versuchen kontinuierlich, durch laufende Forschung die Säuglingsnahrung zu optimieren. So setzen zum Beispiel seit ein paar Jahren einige Hersteller der Pre-Nahrung sogenannte Prä- und Probiotika bei. Die sollen das Immunsystem stärken und beim Aufbau einer gesunden Darmflora helfen. Bisher sind diese möglichen Vorteile wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Darum wird von Experten diese Nahrung nicht bevorzugt empfohlen.

Die Herstellung von Säuglingsnahrung in Deutschland unterliegt strengen gesetzlichen Richtlinien. Man kann davon ausgehen, dass in jeder Milchnahrung, egal von welchem Hersteller, die benötigten Nährstoffe für gesundes Wachstum eines Babys enthalten sind. Teurer ist also hier nicht unbedingt besser.

Von Geburt an wird eine so genannte Pre-Nahrung empfohlen. Diese hat die Aufschrift „von Geburt an“, „ab der ersten Lebenswoche“ oder „ab dem ersten Fläschchen“. Für allergiegefährdete Kinder – wenn die Eltern oder ein Geschwisterkind selbst Allergiker sind – wird zudem die Verwendung so genannter HA-Nahrung empfohlen. Bei dieser hypoallergenen (HA) Nahrung sind die Kuhmilcheiweißbestandteile weiter aufgespalten. Dies sorgt dafür, dass der Körper es nicht so schnell als Fremdeiweiß erkennt. Die HA-Nahrung ist durch die Aufspaltung leicht bitter im Geschmack. Sie wird aber trotzdem in der Regel von den Babys akzeptiert, wenn sie von Anfang an gegeben wurde. Da Kinder mit Beginn der Beikosteinführung mit einer Vielzahl potenzieller Allergene in Kontakt kommen, ist ein Nutzen dieser Nahrung über die Beikostzeit hinaus bisher nicht belegt. Es gibt die HA-Nahrung auch als Folgemilch ab dem Beikostalter. Für einen Vorteil dieser Nahrung in Bezug auf die Allergieprävention von Risikokindern gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Beleg.

Eins, zwei oder drei…

Doch die große Frage, die sich alle Pre-Nahrung fütternden Eltern stellen, ist ja die, ob und wann Folgemilch denn nun notwendig ist. Wenn man vor den prall gefüllten Drogerieregalen steht, kommt man schon ins Grübeln. Ist denn nun die Nahrung mit der zusätzlichen Kennzeichnung 1, 2 oder 3 die bessere Wahl als die nummernlose Pre-Nahrung? Zumal diese Nahrungen oft mehr Sättigung und manchmal sogar „besseren Schlaf“ auf der Umverpackung versprechen.

Pre-Nahrung enthält ebenso wie die Muttermilch als einziges Kohlenhydrat Laktose. Die so genannte 1er-Nahrung kann zusätzlich noch weitere Kohlenhydrate wie Maltose, Maltodextrin oder auch Stärke enthalten. Diese sorgen zum Beispiel dafür, dass die Milch etwas sämiger ist und optisch gehaltvoller wirkt. Große Unterschiede im Energiegehalt gibt es da aber nicht. Deshalb sollen sowohl Pre-Nahrung als auch 1er-Nahrung nach Bedarf des Kindes gegeben werden. Das heißt, dass nicht die Vorschrift auf der Verpackungsrückseite, sondern das Baby die Häufigkeit und Menge der Mahlzeiten bestimmt. Auch Flasche fütternde Eltern sollten deshalb die frühen Hungerzeichen ebenso wie die Sättigungsignale ihres Babys kennen.

Durch die zusätzliche Stärke in der 1er-Nahrung kann die Magenverweildauer der Milch etwas länger sein. Das kann eventuell zu größeren Abständen zwischen den Mahlzeiten führen. Dies mag ja zum Beispiel nachts durchaus gewünscht sein. Die zusätzlichen Zuckerzusätze in der 1er-Nahrung sorgen für einen oft etwas süßeren Geschmack und damit auch für eine Prägung der ohnehin von Babys bevorzugten Geschmacksvorliebe „süß“. Es ist also sicher sinnvoll, genau aufs Etikett von 1er-Nahrungen zu schauen und Produkte mit zusätzlichen Zuckerzusätzen (etwa Glukose oder Maltose) außer der Laktose im Regal stehen zu lassen. Oft ist die 1er-Nahrung etwas preisgünstiger. Das kann durchaus ein Kaufargument sein. Denn industriell hergestellte Säuglingsnahrung kostet Eltern durchschnittlich 75 Euro im Monat inklusive benötigtem Zubehör.

Der Blick aufs Kleingedruckte

Genau wie bei gestillten Kindern, die mit drei oder vier Monaten gerne mal unruhiger trinken oder nachts öfter aufwachen, trifft das auch oft auf mit Pre-Nahrung gefütterte Kinder zu. Während die stillende Mutter dann eventuell an ihrer Milchproduktion zweifelt, wird die nicht stillende Mutter vielleicht den Nährwert der so dünn aussehenden Pre-Nahrung in Frage stellen. Beide kann ich in der Regel beruhigen. Weder die Muttermilch muss irgendwie angereichert oder optimiert werden, noch ist es notwendig, auf Folgenahrungen (auch 2er-und 3er-Nahrung genannt) umzusteigen. Ganz im Gegenteil bergen diese sogar einige gesundheitliche Risiken. Sie sind in der Nährstoffzusammensetzung im Vergleich zur Muttermilch weniger gut. Proteingehalt und Eiweißzusammensetzung sind oft in unphysiologischer Weise erhöht – und das bei einer eher geringen Erhöhung der Gesamtkalorienmenge. Für Kälbchen, die ja schnell an Muskelmasse zunehmen, ist der höhere Eiweißgehalt von Kuhmilch ja durchaus sinnvoll.

Für Menschenkinder mit einem raschen Hirnwachstum sind andere Nährstoffzusammensetzungen sinnvoller. Eine Aufnahme zu hoher Eiweißmengen kann das spätere Risiko für Übergewicht (Adipositas) mit all seinen Folgen erhöhen. Folgemilch darf deshalb auch nicht als „Muttermilchersatz“ gegeben werden, sondern frühestens nach Einführung der Beikost ergänzend dazu. Der Hinweis nach dem „4. Monat“ oder auch ab dem 6. Monat“ auf den Folgenahrungspackungen heißt also nicht, dass diese zu dem Zeitpunkt jetzt „dran“ wären, sondern – wenn überhaupt – frühestens dann gegeben werden dürfen. Ernährungsgphysiologisch werden sie aber von Experten nicht empfohlen.

Wenn Eltern doch Folgenahrung füttern möchten, soll diese nach Packungsanweisung und nicht nach Bedarf gefüttert werden. Es sollte aber klar geworden sein, dass es sich bei Folgemilch eigentlich um eine weniger optimal konzipierte Nahrung (gegenüber der Pre-Nahrung) handelt, die zum Teil auch noch unerwünschte Zusatzstoffe wie z.B. Vanillin enthalten. Die Entscheidung für oder gegen Folgenahrungen obliegt den Eltern, aber ein Blick aufs Kleingedruckte lohnt sich immer.

Orientierung im Babynahrungsdschungel

Und damit Eltern jetzt nicht weiterhin überfordert vor dem Babynahungsregal stehen, noch mal alles kurz zusammengefasst:

  • Die Pre-Nahrung, die von Geburt an gegeben wird, kann im ganzen ersten Lebensjahr weiter verwendet werden.
  • Falls ein Kind mit erhöhtem Allergierisiko (wenn Eltern oder Geschwister eine Allergie haben) HA-Nahrung erhält, kann mit Beikostbeginn von der HA auf reguläre Pre-Nahrung gewechselt werden.
  • Pre-Nahrung und 1er-Nahrung werden nach Bedarf des Kindes gefüttert.
  • Folgenahrungen (2er, 3er, 4er) sind nicht notwendig. Wenn Eltern diese doch für ihr Kind wünschen, sollten sie auf Produkte mit keinen oder möglichst wenigen überflüssigen Zusatzstoffen zurückgreifen und diese erst nach der Beikosteinführung und entsprechend der Herstellerempfehlung füttern.
  • Und wer jetzt immer noch im Säuglingsnahrungs-Dschungel umherirrt, kann auch gerne noch mal seine Hebamme fragen. Bis zum Ende des neunten Lebensmonats übernehmen die Krankenkassen die Kosten für bis zu acht Beratungen zur Babyernährung auch bei nicht stillenden Müttern.

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32 Kommentare

Johanna 25. Januar 2020 - 13:59

Hallo!

Mein Kind ist 14 Monate, wird noch oft gestillt und hat noch nie Flaschenmilch bekommen, trotzdem würde mich folgendes interessieren:
wie lange wird die (Zu)Fütterung von Milch (1er, Kuhmilch, was auch immer) für die nichtgestillten Kinder denn empfohlen? Und in welcher Menge? Also gibt es z. B. für ein 2-jähriges Kind eine Empfehlung zur täglichen Milchmenge? Kuhmilch ist ja teilweise umstritten, sie enthalte gar nicht so viel Kalzium, bzw die Aufnahme wäre nicht gut und man könne seinen Bedarf auch gut über Gemüse decken (bin kein Experte).
Übrigens eine tolle Seite, habe hier schon oft gelesen!

Antworten
Anja 25. Januar 2020 - 14:38

Liebe Johanna,

das lässt sich tatsächlich pauschal nicht beantworten, weil das ja vom gesamten Speiseplan des Kindes abhängt. Mit 14 Monaten essen manche Kinder schon komplett am Familientisch mit und andere haben durchaus noch Milchmahlzeiten. Wie Du schon schreibst, gibt es ja auch andere Kalziumquellen und beim Milchkonsum muss natürlich auch der sonstige Verzehr von Milchprodukten (Käse, Joghurt, Quark…) mit einkalkuliert werden.

Liebe Grüße und Danke für Deine netten Worte zu unserer Seite 🙂

Anja

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Nichtmehrganzsoratlos 11. Dezember 2018 - 03:51

Ein großes Dankeschön für die ausführlichen Informationen. 🙂
Liebe Grüße

Antworten
RATLOS 7. Dezember 2018 - 19:11

Hallo, wir haben das Problem, dass unser Kleiner (7,5 Monate) sich sehr schwer tut mit dem Brei. Er hängt an seiner Flasche (1er HA). Nun mach ich mir immens Sorgen um seinen Eisenbedarf, da er sowohl Fleischbrei als auch Hirse ablehnt. Macht es Sinn aus dieser Sicht auf Folgemilch 2 umzusteigen oder ist die Eisenresorption aus Milch ohnehin so extrem schlecht, dass egal ist, ob 0,7 oder 1mg pro 100 ml enthalten sind. Einzig die Überlegung zum Mineralstoffbedarf bringt mich ins Grübeln bezüglich eines pot. Wechsels auf Folgemilch. Aber so bin ich immer unentspannter bezüglich der zögerlichen Breiakzeptanz.

Antworten
Anja 9. Dezember 2018 - 12:23

Liebe „Ratlos“,

aus der Ferne und ohne Anamnese lässt sich (auch aus Haftungsrechtlichen Gründen) keine konkrete Empfehlung aussprechen. Deine Hebamme kann Dich aber in Ernährungsfragen bis zum Ende des neunten Lebensmonats beraten. Wende Dich also ruhig noch mal an eine Hebamme vor Ort.
Wenn es tatsächlich Symptome oder Anhaltspunkte für einen Eisenmangel gibt, ist der Kinderarzt der passende Ansprechpartner. Dieser würde dann auch die entsprechenden Blutwerte untersuchen. Bei einem Mangel würde dieser aber dann vor allem mit einem Eisenpräparat behandelt werden.
Druck beim Essen sollte unbedingt vermieden werden, weshalb eine Abklärung und individuelle Beratung sicherlich sinnvoll ist, um Deinen Sorgen zu begegnen.

Herzliche Grüße,

Anja

Antworten
RATLOS 9. Dezember 2018 - 21:48

Hallo, vielen Dank für die Antwort, ich dachte, Sie könnten mir vielleicht sagen, ob die schlechte Eisenresorption aus Säuglingsnahrung stimmt, oder ob man ähnlich wie beim Stillen bei einem gesunden Kind theoretisch die ersten 12 Monate komplett mit Pre füttern könnte, ohne dass ein Mangel zu befürchten ist (nicht dass ich das vor hätte, es wäre nur beruhigend zu wissen). Liebe Grüße

Antworten
Anja 10. Dezember 2018 - 17:54

Es ist tatsächlich so, dass das Eisen aus der Muttermilch durch das darin enthaltene Laktoferrin besser aufgenommen werden kann als aus der Pre-Milch. Deshalb enthält Pre entsprechend größere Eisenmengen.Eisen wird aus der Muttermilch zu 49%, aus Kuhmilch zu 10% und aus Babynahrung zu 4% aufgenommen (Quelle. „Breastfeeding- A Guide for medical profession; Lawrence &Lawrence)
Bei der Folgemilch 2 ist der Eisengehalt nochmal erhöht, um den steigenden Bedarf in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres mit zu decken. Bei geringer Beikostaufnahme könnte die Überlegung also durchaus sinnvoll sein. Bei der Auswahl der Folgenahrung2 sollte aber genau aufs Etikett geschaut werden, um unerwünschte Zusatzstoffe bzw. Geschmacksverstärker zu umgehen.
Folgemilch 2 wird frühestens mit Beikostbeginn im Rahmen einer Mischkost empfohlen, also nicht als alleinige Nahrung. So schreibt das Netzwerk Gesund ins Leben des BMEL dazu: „Füttern Sie Folgenahrung (2er-Nahrung) frühestens mit Beginn der Beikost. Ihr Baby ist mit Anfangsnahrung zur Beikost gut versorgt. Folgenahrung ist ähnlich zusammengesetzt wie Anfangsnahrung. Sie enthält aber mehr von dem Mineralstoff Eisen. Das kann im 2. Lebenshalbjahr sinnvoll sein. Notwendig ist der Wechsel auf Folgenahrung allerdings nicht.“ https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/saeuglingsnahrung-29434.html
Es wird aber auch pauschal keine Pre-Nahrung als alleinige Nahrung ohne Beikost für die ersten zwölf Monate empfohlen. Aber auch das ausschließliche Stillen ohne dem Kind zumindest regelmäßig Beikost anzubieten, entspricht nicht den Empfehlungen. Trotzdem gedeihen die meisten Kinder gut, auch wenn sie in dieser Zeit nur sehr kleine Beikostmengen verzehren. Aber da muss man natürlich immer individuell auf jedes Kind schauen.
Wenn das Baby also mit 7,5 Monaten kleine Beikostmengen isst, ansonsten stillt bzw. Pre-Nahrung trinkt, sich altersentsprechend entwickelt und im Rahmen zunimmt, besteht vermutlich kein Anlass zur Sorge:)

Aber nimm gerne noch mal eine persönliche Beratung vor Ort in Anspruch.

Herzliche Grüße,

Anja

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Damla 28. April 2020 - 12:20

Hallo,

wir haben das Problem, dass unsere kleine 3 Wochen alt, immer die Flasche will bis vor 1 Woche haben wir ihr Pre-Nahrung gegeben seit 1 woche geben wir ihr 1er Milch.
Sie trinkt immer 120ml alle 2-3 std mal kommt es vor das sie erst nach 4 std was will und sie hat in 1 woche 500gr zugenommen.
Meine Frage liegt es an der 1er Milch das sie so arg zugenommen hat? Sollte ich dann lieber wieder Pre-Nahrung geben? Soll ich die Nahrung laut Packung alle 4 std geben oder dann wann sie hunger hat ?Wir sind echt verzweifelt.

Herzliche Grüße
Damla

Antworten
Anja 1. Mai 2020 - 13:16

Liebe Damla,

leider kann ich auf diesem Wege (auch aus haftungsrechtlichen Gründen) keine individuelle Ernährungsberatung machen 🙁
Bitte kontaktiere Deine bzw. eine Hebamme, damit Du wirklich auf Dein Baby und eure Situation zugeschnitten passend braten wirst.

Liebe Grüße,

Anja

Antworten
Selbstdenkenhilft 4. November 2018 - 22:19

Ich möchte hier warnen blind der Meinung EINER Hebamme zu vertrauen, sondern unbedingt mit Eurem Kinderarzt das Thema durchsprechen.
Es gibt nicht umsonst die Folgenahrungen. In dem Artikel steht sogar dass die Folgenahrung günstiger ist, wenn es tatsächlich wie beschrieben wäre – warum wirbt die Industrie nicht massiv dafür weiter PRE zu verwenden wenn sie damit mehr verdienen?
Das hat mich schonmal sehr misstrauisch gemacht…
Und ein Vergleich der Inhaltsstoffe zeigt dann auch, dass z.B. die 2er Folgemilch deutlich mehr an Menge bei den Zusatzstoffen enthält. Nur mal ein Beispiel: Man liest überall wie wichtig Jod für die Gehirnentwicklung ist, meine 2er Folgemilch enthält ca. 60% mehr Jod als die PRE…
Das wird wohl schon irgendeinen Grund haben – vermutlich dass eben ein 10kg schweres Kind mehr Jod benötigt als ein 4kg Baby ???

Also nochmal, ich würde jedem ganz dringend raten das Thema sehr genau zu hinterfragen und sich eigene Gedanken zu machen.

Antworten
Anja 5. November 2018 - 10:58

Hallo Selbstdenkenhilft,

dies hier ist nicht die Meinung EINER Hebamme, sondern auch die derzeit vom Netzwerk „Gesund ins Leben“ vertretene Empfehlung in Bezug auf die Folgenahrungen. Dieses Quelle ist auch im Artikel verlinkt. Dieses Netzwerk besteht aus den Fachgesellschaften, Verbänden und Institutionen von Kinderärzten (nicht nur EINER),Gynäkologen, Hebammen, Ernährungsberatern, Stillberatern etc. Dieses Netzwerk arbeitet wissenschaftlich und aktualisiert ihre Handlungsempfehleungen regelmäßig.
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist angesiedelt im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und Teil des nationalen Aktionsplans IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung.
Hier noch einmal die Empfehlungen im Wortlaut des Netzwerkes:

„Anfangsnahrung ist fürs gesamte 1. Lebensjahr geeignet

Laut Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung) [1] sind Säuglingsanfangsnahrungen (Pre- und 1-Nahrungen) „Lebensmittel, die für die besondere Ernährung von Säuglingen während der ersten Lebensmonate bestimmt sind und für sich allein den Ernährungserfordernissen dieser Säuglinge bis zur Einführung angemessener Beikost entsprechen“. Auch mit der Einführung von Beikost können diese Säuglingsanfangsnahrungen weiter gefüttert werden, so die Empfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben“ [2]. Pre- als auch 1-Nahrungen sind somit für Säuglinge im gesamten ersten Lebensjahr geeignet. Das heißt, sie können vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Ende des 1. Lebensjahrs gefüttert werden. Ebenso wie Muttermilch können auch sie – bei richtiger Dosierung und Zubereitung nach den Angaben des Herstellers – nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden.

Wenn überhaupt, dann Folgenahrung frühestens mit Beikost

In ihrer Zusammensetzung sind Folgenahrungen (2- und 3-Nahrung) nicht auf die Bedürfnisse eines sehr kleinen Säuglings angepasst. Im Gegensatz zu Anfangsnahrungen sind sie daher nicht als Ersatz für Muttermilch vor der Beikosteinführung geeignet. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ sowie die relevanten Fachgesellschaften betonen, dass Folgenahrung nicht notwendig ist. Wenn überhaupt Folgenahrung (2-Nahrung) verwendet wird, soll sie frühestens mit Einführung der Beikost gefüttert werden, frühestens mit Beginn des 5. spätestens mit Beginn des 7. Monats, so die Empfehlung von „Gesund ins Leben“ [2]. Auch die Diätverordnung definiert Folgenahrungen als „Lebensmittel, die für die besondere Ernährung von Säuglingen ab Einführung einer angemessenen Beikost bestimmt sind und den größten flüssigen Anteil einer nach und nach abwechslungsreicheren Kost für diese Säuglinge darstellen“ [1]. Ebenso wie Anfangsnahrung muss Folgenahrung exakt nach den Herstellerangaben zubereitet werden, wohingegen sie jedoch nicht „ad libitum“ gefüttert werden soll.“

Quelle: http://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/brauchen-saeuglinge-folgenahrung-29586.html

Und dass die Pre-Werbung nicht beworben wird, hat einen bekannten Grund: Es gibt entsprechende Werbebeschränkungen für Anfangsnahrungen. Für Anfangsmilch gibt es ein Werbeverbot. Mehr zum „Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten“ kann hier nachgelesen werden: https://www.aerzteblatt.de/archiv/111069 und hier: https://www.still-lexikon.de/erweiterte-anleitung-zum-who-kodex-erschienen/

Ich hoffe diese Informationen helfen beim selbst denken.

Viele Grüße, Anja

Antworten
Claudia Herzohr 21. Mai 2018 - 22:07

Hallo Anja,

dieser informative und verständliche Artikel hat mir einen guten Überblick verschafft und ich fühle mich sicher, falls ich mal auf Ersatzmilch zurückgreife. Außerdem habe ich ihm zu Grunde liegend, meinen Artikelzum Thema verfasst und ihn selbstverständlich verlinkt. Vielen Dank für euren tollen Blog!
Alles Liebe, Claudia

Antworten
Rafael 15. Februar 2017 - 01:48

Unsere Tochter ist sehr leicht und nimmt schwer zu. Daher sind wir unsicher, was das Füttern angeht. Stillen ist aufgrund einer Gaumenspalte nicht möglich. Kann es sein, dass die Pre-Milch mehr Energie hat und daher weniger getrunken wird als abgepumpte Muttermilch?

Antworten
Anja 15. Februar 2017 - 12:40

Lieber Rafael,
der Energiegehalt der Pre-Nahrung ist dem der Muttermilch angepasst. Muttermilch liegt bei etwa 70 kcal, Pre bei 66 kcal. Die Muttermilch ist leichter verdaulich, weshalb das Baby evt. schneller wieder Hungerzeichen zeigt. Lasst Euch auch gerne noch mal von Eurer Hebamme oder Eurem Kinderarzt unterstützen, wenn die Füttersituation schwierig ist. Kinder mit Spalten haben auch oft durch die OPs im ersten Jahr bedingt immer wieder mal ein sehr unterschiedliches Verhalten in Bezug auf die Nahrungsaufnahme.

Alles Gute für Euch und herzliche Grüße,
Anja

Antworten
Nina 11. Februar 2017 - 13:06

Wirklich interessant! Danke!
Aber was mache ich nun mit meinem unterdurchschnittlich großen und leichten Sohn, mittlerweile 13 Monate und nur 70 cm groß und 6,5 kg schwer, der zwar tagsüber Brei isst, aber keine Flüssigkeit akzeptiert? Er bekommt nachts 2er-Milch, meist total 250 ml in 2 Portionen, weil ich immer dachte, dass ihm die paar Kalorien mehr ja nicht schaden.

Antworten
Anja 12. Februar 2017 - 22:20

Liebe Nina,

in Deiner Situation würde ich individuell schauen, was für Euch am besten passt. Ich weiss nicht, ob Dein Kind ein Frühchen war oder eine Gedeihstörung vorlag. Für besondere Situationen finde ich eine individuelle Ernährungsberatung am besten- dann könnte man zum Beispiel zum einen schauen, wie das Essen am Tag eventuell noch mal Nährstoff-und gehaltvoller gestaltet werden kann und auch warum, Dein Sohn keine Flüssigkeit außerhalb der Nacht zu sich nehmen möchte. Ich hoffe, dass es da eine Möglichkeit bei Dir gibt, bei der Du Unterstützung erhalten kannst. Liebe Grüße, Anja

Antworten
Bianca G 30. Januar 2017 - 22:01

Und was gebe ich meiner 15 Monate alten Tochter, die noch morgens, mittags, abends und in der Nacht gestillt wird, und jegliche andere Milch strickt verweigert? 🙁 Habe schon verschiedene Sorten Kuhmilch und Folgemilch angeboten….Alles für die Katz… Ich möchte demnächst erstmal Nachts abstillen und dann langsam auch am Tag, da ich ab März wieder arbeiten gehe…Vielen Dank für den Artikel und den „Durchblick“ im Dschungel der Milchnahrung 😉

Antworten
Dee 30. Januar 2017 - 11:32

Jetzt bin ich etwas beruhigt! Ich konnte leider nur 6Wochen stillen und habe danach pre gegeben. Allerdings hat mein Kind bereits ab seinem 10.lebensmonat komplett vom Tisch mitgegessen und ich habe ihm keine Pre Milch mehr angeboten, da ich grundsätzlich eher gegen synthetisch hergestellte Produkte (Vitamine) bin. Jetzt hatte ich mir im Nachhinein aber Sorgen gemacht, ob ich ihm nicht doch länger hätte die Milch geben sollen. So wie ich das lese aber unbegründet.
Lg

Antworten
Anke 30. Januar 2017 - 11:18

Danke für die gute, sinnvolle Zusammenfassung!!!
Eine Frage bleibt für mich offen: wenn Stillen nicht möglich ist, welche Milch nach dem ersten Geburtstag? Reine Kuhmilch? Mein Sohn trinkt nämlich noch 2-4 Fläschchen Pre, obwohl er sonst gut am Tisch mitessen kann, aber nicht immer will… 😉

Antworten
Anja 30. Januar 2017 - 15:49

Liebe Anke,

wenn Dein Sohn noch 2-4 Fläschen trinkt, bleibe einfach bei der Pre-Nahrung. Kuhmilch hat eine unphysiologisch hohe Eiweissmenge, die die kindlichen Nieren belasten kann. Deshalb sind davon im ersten Lebensjahr auch nur ca. 200 ml pro Tag (in Form von Milchbrei o.ä.) empfohlen. Für Ein bis Dreijährige sind es 300 ml, also auch nicht so viel. Hier noch mal ein Link dazu: https://gesund-ins-leben.de/ueber-uns/meldungen-aus-dem-netzwerk/detailansicht-news/aktuell/nachgefragt-im-dezember-duerfen-saeuglinge-im-ersten-lebensjahr-kuhmilch-bekommen/

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Anke 3. Februar 2017 - 10:14

Danke!!!

Antworten
Jessika Wilhelm 27. Mai 2016 - 08:58

Ich habe meinen Sohn 6 Monate voll gestillt. Jetzt ist er fast 8 Monate alt. Gläschen mag er nicht und den Instant Brei finde ich zu süß. Er bekommt bei Bedarf Pre Fläschchen und sitzt bei den Mahlzeiten immer mit am Tisch und darf alles was Sinn macht (Kartoffeln. Möhrchen, Banane, Brot…) mitessen. Bei diesem Überangebot in den Drogeriemärkten habe ich manchmal das Gefühl, dass ich mein Baby nicht ausreichend ernähre. Kann mich hier irgend jemand beruhigen???

Antworten
Anja 27. Mai 2016 - 13:16

Liebe Jessika,

das hört sich alles sehr normal und altersgerecht an. Essen kauft man eh am besten im Supermark oder Bioladen oder auf dem Wochenmarkt und nicht in der Drogerie;)
Wenn Du weiterhin nach Bedarf stillst bzw. Pre fütterst, wird Dein Baby sicherlich gut versorgt werden und kann die Beikost in seinem individuellen Tempo entdecken.
Gerne kannst Du auch noch mal Deine Hebamme kontaktieren, wenn Du Dir Sorgen machst. Diese Beratung wird bis zum Ende der Stillzeit bzw. bei abgestillten Kindern bis zum Ende des 9. Lebensmonat von der Krankenkasse übernommen.

Alles Gute, Anja

Antworten
Lina 25. April 2017 - 00:21

Tatsächlich habe mir nie großartig Gedanken über die Unterschiede von PRE, Anfangs- und Folgemilch gemacht, sondern gehöre zu denjenigen, die ab dem 6 Monat vor dem Regal im Drogeriemarkt denken „ah, jetzt ist also die Folgemilch dran“.
Ab dem 6. Monat verwendete ich also bspw. für den Abendbrei und vermehrt als Ersatz bestimmter Stillmahlzeiten (zB vormittags) die Folgemilch. Nun ist meine Tochter fast 9 Monate und ich stille kaum noch, sondern gebe stattdessen gerne – neben den 3 Breimahlzeiten – die Flasche.

Nach der Lektüre dieses Artikels frage ich mich nun allerdings zum einen, ob ich wohl schon viel „kaputt“ gemacht habe durch die stetige Gabe von Folgemilch und zum anderen, ob es sinnvoll wäre nun mit fast 9 Monaten wieder auf PREmilch umzusteigen…?

Antworten
Anja 9. Mai 2017 - 21:19

Liebe Lina,

kaputt hast Du sicher nichts gemacht;) Dein Baby hat ja auch lange noch Muttermilch bekommen. Da sich auch die Folgemilchen unterscheiden ist sicherlich ein Blick auf die Zutatenliste sinnvoll in Bezug auf zusätzliche Zucker- und Aromastoffe. Und natürlich kannst Du auch einfach Pre-oder 1er (auch hier hinten auf die Packung schauen) verwenden, da diese in ihrer Zusammensetzung günstiger ist. Wahrscheinlich wird die Flaschenphase ja eh nicht mehr allzu lange andauern bei Euch, wenn Dein Baby schon so begeistert Beikost isst.

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Katja 17. Oktober 2014 - 22:04

Hallo!
Auch von mir als angehende Gesundheitsberaterin GGB mal ein Kommentar:
es ist ja immer vom „Nährstoffbedarf“ die Rede, die bei künstlicher Säuglingsmilch so wunderbar an die Muttermilch angepasst ist – Leider wird dabei vergessen, dass der Mensch, insbesondere das Baby nicht nur Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) zum Gedeihen benötigt, sondern auch und VOR ALLEM Vitalstoffe (biologische Wirkstoffe, die die Verarbeitung der Nährstoffe überhaupt erst möglich machen – sprich Vitamine, Mineralstoffe, ungesättigte Fettsäuren, Enzyme, Faserstoffe, Duft- und Aromastoffe). Und diese im richtigen Verhältnis zueinander. Ich wage also zu behaupten, dass es gesünder ist, einem Baby/Kleinkind lebendige Beikost zu geben statt es mit einem industriell hergestellen Präparat zu füttern – egal ob es 3 Monate oder 3 Jahre alt ist.

Antworten
Danielle 13. Oktober 2014 - 19:14

Ich teile grundsätzlich die Ansicht, wonach es nicht erforderlich ist, Folgemilchen zu füttern – es ist aber auch definitiv nicht so unsinnig, wie oft behauptet wird.

In diesem Artikel heißt es bspw., dass der Proteingehalt erhöht ist – das ist jedoch unzutreffend – die meisten Folgemilchen enthalten genauso viel Eiweiß, wie die Anfangsmilch. Auch die Kalorienanzahl ist gleich – wenn, dann enthalten Folgemilchen tendenziell weniger Kalorien, als die Pre-Variante. Allein die Eiweiß-Aufspaltung ist anders – ein 6-monatiges Kind kann aber gut nicht ganz so fein aufgespaltenes Eiweiß vertragen. Allein dadurch ist die Folgemilch billiger – sie ist aber in der Regel nicht minderwertiger. Aromen habe ich bei einem großen Vergleich fast aller Marken in gerade mal 6 von 25 Sorten gefunden. Zudem sind Aromen auch nicht pauschal ungesund und oft natürlichen Ursprungs ;-).

Viele Grüße!
Danielle

Antworten
VON GUTEN ELTERN 13. Oktober 2014 - 21:03

Liebe Danielle,

danke für Deine Rückmeldung. Ja, das stimmt- es gibt tatsächlich „bessere“ und „schlechtere“ Folgemilch. Für viele Eltern ist das aber ohne größere Recherche schwer zu überblicken. Zudem sollte man ja auch immer mal bedenken, was der wahrscheinliche Hintergedanke bei dem ganzen Folgemilchthema ist. Ich zitiere da mal Dr. Gonzalez aus „Mein Kind will nicht essen“:

„Die Folgemilch ist eine kommerzielle Erfindung ohne viel praktischem Nutzen. Die WHO betrachtet Folgemilch als überflüssig.
Wozu hat man sie dann erfunden?
Ganz einfach. In vielen Ländern verbietet es das Gesetz, für adaptierte Milch zur künstlichen Ernährung Neugeborener Werbung zu machen. Aber leider verbieten die meisten Länder nicht die Werbung für Folgemilch. Darum ist es für die Hersteller ideal, 2 oder 3 Milchsorten mit dem gleichen Markennamen anzubieten, die sich nur in einer kleinen Zahl unterscheiden. Oder wäre jemand so naiv zu glauiben, dass die Werbung für Babymilch 2 nicht den Umsatz an Babymilch 1 steighern wird?
Der prinzipielle Vorteil der Folgemilch ist der, dass sie billiger ist. Da künstliche Milch teuer ist, könnten die weniger wohlhabenden Mütter in Versuchung geraten, vor dem Ende desw 1.LJ mit der Flasche Vollmilch von Kühen zu füttern, was ungünstig wäre.
Eine künstliche Milch, die zwar nicht ganz so gut an die Bedürfnisse des Kindes angepasst ist wie die adaptierte Milch, dafür aber billiger wäre, könnte sich dann als nützlich erweisen.
Nicht ganz so gut angepasst? In der Tat. Die Kuhmilch hat zu viele Proteine, mehr als 3mal so viel wie Muttermilch. Das ist eine der größten Gefahren, ein Baby kann so viele Proteine nicht verdauen und darum schwer krank werden. Die künstliche Herstellung von Milch erfolgt in mehreren Schritten, von denen einer darin besteht, den größten Teil der Proteine aus der Kuhmilch zu entfernen.
Wenn man nicht ganz so viele davon entfernen muss, vereinfacht dies die Herstellung und macht sie daher billiger.
Die Folgemilch ist für ältere Babys nicht besser. Sie ist schlechter als die Anfangsmilch, denn sie ist nur teiladaptiert. Doch ältere Babys sind in der Lage, sie zu verdauen und können sie vertragen. Natürlich versucht die Werbung der Milchindustrie diese Tatsache als Vorteil darzustellen und verkauft die Folgemilch als „angereichert mit Proteinen, um dem wachsenden Bedarf des Kindes gerecht zu werden“.

Und hier noch mal die Stellungnahme des „Netzwerk Junge Familie“(Projekt von Inform des BM für Ernährung und Landwirtschaft) dazu:
„Folgenahrungen sind nicht notwendig und sollten nur gekoppelt an Beikost, frühestens Anfang des fünften bis siebten Monat, eingeführt werden [2]. Sie eignen sich nicht als Ersatz für Muttermilch vor der Beikosteinführung. Die Hersteller geben allerdings häufig „ab 6. Monat“ auf der Verpackung an, was bei manchen Eltern zu Missverständnissen führen kann. Den Eltern sollte erläutert werden, dass nicht etwa ab dem 6. Monat Folgenahrungen „an der Reihe“ oder gar erforderlich sind. Diese Nahrungen sollten als ein zusätzliches Produktangebot verstanden und wenn überhaupt, dann nur im Sinne der oben genannten Empfehlung verwendet werden.“

Aber wie auch im Artikel gesagt, entscheiden dürfen am Ende natürlich immer die Eltern-idealerweise als informierte Entscheidung;) Liebe Grüße, Anja

Antworten
Christine 13. Oktober 2014 - 15:18

Interessant, vielen Dank ! Was ich auch schon immer mal wissen wollte: wie lange sollte man eigentlich industriell hergestelle Milch geben, also gelten da ähnliche Richtlinien wie beim stillen, zwei Jahre oder so? Oder wird der nährstoffbedarf bei ausgewogener Ernährung auch ohne Milch(pulver) abgedeckt?

Antworten
VON GUTEN ELTERN 13. Oktober 2014 - 21:12

Liebe Christine,

ansich wird die Pre bis zum ersten Geburtstag empfohlen, da das Kind dann wahrscheinlich schon so gut wie alles vom Familientisch mitisst und somit durch eine gesunde Mischkost alle Nährstoffe erhält. Doch genau wie bei gestillten Kindern halten sich nicht alle an irgendwelche ausgeklügelten Beikostpläne und halten einfach länger an der Milchnahrung fest. Dann ist sicher auch weiterhin die Gabe von Prenahrung eine gute Wahl. Bei der WHO-Empfehlung geht es ja gerade in Bezug auf das längere Stillen auch viel um die Immunstoffe und andere spezifische Muttermilchinhaltsstoffe, (welche Pre-Nahrung generell nicht enthält) die positive Auswirkungen auf die kindliche Gesundheit haben. Auch die positiven Effekte auf die mütterliche Gesundheit steigen mit Länge der Stillzeit an. Der Nährstoffbedarf wird ja bei einem größeren Kind ja auch zunehmend mehr durch die Beikost und nicht mehr primär durch die Muttermilch gedeckt. Wenn also ein Kind um den ersten Geburtstag herum ausgewogen ist, braucht es auch keine Pre mehr. Liebe Grüße, Anja

Antworten
Putte 12. Oktober 2014 - 20:31

Mensch, jetzt bin ich im Bilde.
Hab drei Kinder und still(t)e aber ich hab immer gerätselt was es damit auf sich hat und mich bei manchen Freundinnen gefragt was sie nun für Stufen geben und warum. So richtig wusste das immer niemand.
Erschreckend finde ich diese ganzen Zusätze.
Sehr informativ geschrieben..so sieht jetzt jeder Sonne in dem Milchdschungel!

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Frische Brise 10. Oktober 2014 - 22:41

Vielen Dank für den informativen und undogmatischen Artikel!

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