Personalisierungsphase

Personalisieren von Dingen

von Anja

Gerade in der Weihnachtszeit offerieren viele Onlineshops Hilfen für das Personalisieren von Dingen. Meist sollen die als Geschenke für Kinder unter dem Weihnachtsbaum landen. Da kann man das Handtuch mit dem Namen des Kindes besticken lassen. Oder selbigen auf Spielzeuge und Büchern drucken. Selbst elektronische Gagdets können auf Wunsch graviert werden. Eigentlich eine nette Idee…

Bei uns ist das allerdings gänzlich überflüssig. Denn unsere Kinder sind große Meister im Personalisieren. Im Kleinkindalter wurden und werden nur ein bisschen Gekrickel oder wahlweise auch ein Stempel zur Reviermarkierung eingesetzt. Sobald sie Buchstaben schreiben können, kommt die ganz konkrete Beschriftung der Dinge oder wahlweise auch der Wände dazu. Eines unserer Kinder schaffte es bereits im zarten Alter von vier Jahren, ihren Anfangsbuchstaben kunstvoll in den 1000-Euro-Holztisch der Großeltern zu ritzen. Trotz des enttarnenden Buchstabens behauptete sie natürlich, dass sie jetzt auch nicht wisse, wie das da gerade hingekommen sei…

Personalisierungsphase wird besser

Zuhause wird meist mit vollem Namen personalisiert – und trotz anders lautender Absprachen natürlich gerne überall drauf. Seit wir mal ein Buch zur Mitnahme für die Kinderladenfahrt mit Namen versehen haben, sind natürlich alle Bücher beschriftet. Und wenn man sich mit dem kleinen Bruder oder der großen Schwester gerade darum streitet, wird der Name einfach durchgestrichen und durch den eigenen ergänzt. Praktisch! Und so enthalten manche Bücher ganze Namenslisten.

Als eines der Mädchen in der ersten Klasse war, hat sie sich eine Zeit lang sehr mit der wirklich tollen Lehrerin identifiziert und wochenlang nur Schule gespielt. Natürlich muss auch eine Lehrerin ihre Materialien beschriften, damit in der Schule nicht alles verloren geht. So prangt bis heute auf einem gelben Spielpolster der komplette Lehrerinnenname. Dass diese Spielpolster nicht gerade billig waren, geht natürlich nur durch unsere Elternköpfe…

Während die Personalisierungsphase bei den Großen natürlich irgendwann besser wird bzw. die Namen sinnvoller platziert werden, wächst die nächste Generation der Personalisierer heran. Man kaum schnell genug alle Stifte wegräumen, damit das Kleinkind nicht überall seine Unterschrift hinterlässt. So werden wieder einmal bei jeder sich bietenden Gelegenheit Wände, Möbel und nicht selten auch der Künstler selbst beschriftet, indem großzügig alle erreichbaren Körperstellen angemalt werden. Die persönliche Note findet sich hier also überall, weshalb wir keine Weihnachtsgeschenke personalisieren lassen werden. Das machen unsere DIY-Kinder schon im Alleingang.

Diesen Text schrieb ich übrigens, während Christian im Flur mal wieder die persönlichen Reviermarkierungen eines Kindes an der Wand überpinselte…

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2 Kommentare

Kerstin 16. Dezember 2018 - 22:18

Bei uns hilft auch der Schmutzradierer, zumindest an den hellen Wänden. Aber was zumindest beim großen Kind unsere Wände und Möbel echt gerettet hat, ist eine Kinderschreibtisch an der größten, hellen Wohnzimmerwand in dem immer viele verschiedene Materialien zur Verfügung stehen. Wenn die Gestaltungswut dann hoch kommt kann die sich dort so frei entfalten, dass alles andere verschont bleibt. Einzig als einmal ein Pferd in Lebensgröße gemalt werden musste war es dort zu klein, aber auf den Hof passen sogar Elefanten und T-Rex in Originalgröße, das wurde zumindest im Sommer akzeptiert. Ich hoffe wir finden auch im Winter eine Lösung. Und ich bin gespannt wann die Kleine allem bildlich Ausdruck verleiht…

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Melanie 17. Dezember 2014 - 16:41

Ein kleiner Tipp: auf der Arbeit ( Wohnheim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche) wird ebenfalls alles personalisiert. Da wir nicht die Möglichkeit haben ständig zu streichen, dürfen die Künstler ihre Kunstwerke mit einem Schmutzradierer beseitigen.

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