Essen und Schlafen – die beiden zentralen Themen, die Eltern in den ersten Jahren am meisten beschäftigen. Ein Großteil der Elternfragen im Wochenbett und in der Babyzeit, in Stillgruppen oder Rückbildungsgymnastikkursen dreht sich darum. Dabei wird oft auch schon weit in die Zukunft gedacht.
Das Neugeborene und kleine Babys viel Nähe und Begleitung in den Schlaf brauchen, ist vielen Eltern bewusst. Doch irgendwann stellt sich die Frage „Und wenn das jetzt noch fünf Jahre lang so geht?“ Die Idee, mit dem „Nähe-Vollprogramm“ das Kind womöglich vollkommen abhängig und unselbständig zu machen, ist ja ab einem gewissen Baby- oder Kleinkindalter eine Sorge vieler Eltern. Und dann wird gefragt oder nachgelesen, was man da nur machen kann, um diesen Selbständigkeitsprozess des Kindes zu beschleunigen.
Mama und Papa sind für mich da – auch nachts
Doch dieser Prozess lässt sich nicht wirklich beschleunigen. Das Kind muss einfach erst so weit sein. Natürlich gibt es die brachialen Methoden. Diese ignorieren sämtliche Bedürfnisse der Kinder, sprich „einfach rausgehen und das schreiende Kind mit seinem Kummer alleine lassen“, sind getaktet nach einem vorab definierten Zeitplan. Das „funktioniert“ häufig, weil das Kind irgendwann aufgibt, wenn es merkt, dass seine Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden. Gelernt hat es aber mit diesem Vorgehen aber nicht das selbstständige Schlafen. Dies lernt es nach und nach durch die Erfahrung , als „Mama und Papa sind für mich da – auch nachts und deshalb kann ich beruhigt ein- und weiterschlafen“.
Dennoch ist es verständlich, dass sich Eltern Gedanken machen und manchmal auch der Wunsch nach einfachen Lösungen da ist. Und während man diese sucht (und nicht findet) verändern sich die kindlichen Bedürfnisse in manchen Lebensphasen vielleicht ohnehin ganz von alleine. Da kann man dann hinterher spekulieren, ob es die eigenen Anstrengungen waren oder das Kind jetzt vielleicht ohnehin einfach soweit war, weitere Schritte in Richtung Selbständigkeit zu machen.
Atmen, essen, schlafen…
Wie so oft gibt es keine universelle und gleichzeitig kindverträgliche Lösung. Es gibt nur wieder mal die ewige Lektion für uns Eltern, unser Kind so anzunehmen wie es (momentan) ist. Weder beim Thema Essen oder Schlafen muss man in der Regel an den Kindern herumprogrammieren. Sie atmen, sie essen, sie schlafen – eigentlich ganz einfach. Genauso wie wir die höhere Atemfrequenz eines Babys als ganz normal wahrnehmen, können wir auch das häufiges Wachwerden in der Nacht als Normalität betrachten. Oder eben auch das große Verlangen kleiner Menschen, geborgen und sicher einzuschlafen.
Und kein noch so niedliches Kuscheltier oder schönstes Schmusetuch der Welt gibt soviel Geborgenheit wie Mamas oder Papas Nähe zum Einschlafen. Und die müssen kleine Menschen spüren – ganz nah und ganz direkt. Vielleicht sollten Eltern es einfach als Kompliment sehen, so wichtig für ihre Kinder zu sein. Trotzdem darf man auch dann und wann davon genervt sein oder sich von zu viel Baby- oder Kleinkindnähe fast erdrückt fühlen. Dann ist es höchste Zeit, mal wieder etwas Gutes für sich selbst zu tun.
An den Kindern muss man nicht herumdoktern. Sie werden einfach von alleine groß und unabhängig. Sie können gar nicht anders. Auch wenn einem diese Zeit, in der sie uns so intensiv brauchen, manchmal sehr lang vorkommt – rückblickend sagen alle Eltern: Eigentlich ist sie viel zu kurz.
Alle, die sich trotzdem Gedanken über das Schlafverhalten der Kleinsten machen, finden hier weitere Informationen:
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