Schwanger guter Hoffnung sein dürfen

von Anja

Wenn man sich ein Kind gewünscht hat, sind die ersten Schwangerschaftsanzeichen und vor allem dann der erste positive Test in den Händen ganz besondere Momente. Große Vorfreude auf das, was da kommen wird, macht sich breit. Aber diese wird schnell getrübt, wenn die ersten Sorgen und Ängste auftauchen. Die gute Hoffnung weicht nicht selten dem Zweifel, dass doch etwas schief laufen könnte. Genährt wird dies sicherlich auch ein wenig durch unser Vorsorgesystem. Das ist wesentlich mehr auf Fehlersuche, als dass es die Gesundheit von Mutter und Kind aktiv fördert.

Es fängt mit Kleinigkeiten an. Statt einem „Herzlichen Glückwunsch“ beim ersten Frauenarzttermin heißt es oft „Wir schauen jetzt mal, ob die Schwangerschaft intakt ist“. Mütter wird lieber nicht erzählt, wie sie mit einer ausgewogenen und leckeren Ernährung gut für sich und ihr Kind sorgen können. Dafür gibt es ganze Broschüren, in denen die „verbotenen“ Lebensmittel aufgeführt sind. Statt sich von der Schwangeren berichten zu lassen und zu tasten, wie es ihrem Kind im Bauch geht, bringt scheinbar nur der Ultraschallblick in den Bauch die Bestätigung, dass alles in Ordnung ist.

Blutdruck, Gewicht und Urinstixergebnisse haben oft mehr Bedeutung als die momentane Gefühlslage der Mutter. Schon im ersten Schwangerschaftsdrittel müssen sich Eltern Gedanken über Untersuchungen mit weitreichenden Folgen machen. Untersuchungen, die die gute Hoffnung wieder in Frage stellen. Mit ihren Fragen und Sorgen diesbezüglich stehen die Eltern nicht selten alleine da.

Sorge in der Vorsorge

Irgendwann geht dann der Stress in Richtung Geburt weiter. Da wird in der 30. Schwangerschaftswoche die Beckenendlage als „Geburtsrisiko“ angesprochen, obwohl das Baby zu diesem Zeitpunkt noch genug Zeit und Platz im Bauch zum Drehen hat. Später wird dann das Baby wahlweise als zu klein oder zu groß geschallt – und wieder belästigen Sorgen und Zweifel die Gefühlswelt der Schwangeren.

Ich möchte damit überhaupt nicht sagen, dass die Schwangerenvorsorge generell falsch und überflüssig ist. Aber es steckt mehr Sorge in der Vorsorge, als dass ein wirklicher Beitrag zum Wohlbefinden der Schwangeren und damit auch zu dem des Kindes geleistet wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit wie folgt:

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ („Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“)

Ja, körperlich werden Mutter und Kind sicherlich sehr umfassend „überwacht“. Doch genau diese Überwachung macht aus dem erst einmal an sich gesunden Zustand Schwangerschaft schnell etwas „Krankhaftes“. Und wo bleibt das von der WHO zitierte geistige Wohlbefinden? Ist das der kurze Moment der Beruhigung, wenn der Ultraschall bestätigt: Es ist jetzt gerade in diesem Moment alles okay? Aber was ist dann mit den Zeiträumen zwischen den Untersuchungen? Was macht es mit Schwangeren, wenn zum Teil bereits ab der 28. SSW regelmäßig ein CTG geschrieben wird, ohne dass es irgendeine Indikation dafür gäbe? Wie wäre es wohl, wenn man in dieser halben Stunde stattdessen mit der Schwangeren bespricht, wie es ihr geht und worauf sie sich freut oder auch, was ihr vielleicht Sorgen macht?

Werte statt Wohlbefinden

Auch der Mutterpass lässt viel mehr Platz, um die Ergebnisse von in der Regel gar nicht in dieser Häufigkeit erforderlichen vaginalen Untersuchungen einzutragen. Da ist aber kaum Raum, etwas über das Befinden von Mutter und Kind zu notieren. Es gibt keinen Platz, um dort aufzuschreiben, dass das Baby vielleicht am Abend besonders aktiv ist oder die Mutter sich gerade sehr wohl fühlt. Stattdessen werden dort primär „Fehler“ gesucht – in der eigentlich meist ganz gut von alleine funktionierenden Lebensphase der Schwangerschaft. Und eine als gesund erlebte Schwangerschaft ist sicherlich die beste Geburtsvorbereitung. Denn als Frau lernt man dadurch, seinem Körper und seinem Kind zu vertrauen. Wichtige Voraussetzungen, um auch guter Hoffnung in die Geburt zu gehen.

Auch Väter sind oft eher verunsichert von der Vielzahl an Untersuchungen und Vermessungen des Kindes. Und wer fragt die eigentlich mal, wie es ihnen dieser neuen besonderen Lebensphase geht? Ebenso ist es bei nicht ganz komplikationslosen Schwangerschaftsverläufen sehr sinnvoll den Fokus auf die gesunden Anteile zu setzen. Denn gerade dann, wenn Schwierigkeiten vorhanden sind, ist doch die gute Hoffnung ganz besonders wichtig. Auch wenn in Deutschland die meisten Schwangeren primär zum Arzt und zur Geburt dann in ein Krankenhaus gehen, sind sie trotzdem nicht krank. Es ist erwiesen, dass Angst und Stress gesundheitliche Risiken für die Schwangerschaft erzeugen können. Es ist also längst Zeit, sich damit zu befassen, wie sich beides reduzieren lässt. Zum Beispiel durch eine Schwangerenvorsorge, bei der nicht nur ermittelte Werte, sondern auch das Wohlbefinden eine entscheidende Rolle spielen.

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15 Kommentare

Mimi 23. November 2016 - 07:36

So wahr!
Auch bei mir fand trotz perfektem Wohlbefinden eine Überversorgung seitens der Frauenärztin statt. CTG quasi ab Beginn, Verunsicherung durch „ein zu tief liegendes Baby“ und so weiter und so fort. Meine Hebamme war in dieser Zeit der Fels in der Brandung, denn sie war es, die mich wieder beruhigt hat – und nicht der gefühlt 100. Ultraschall! Zum Schluss hin bin ich auch nicht mehr zur Frauenärztin, da eine Krankschreibung und die Vorhersehung kam, dass das Baby AUFJEDENFALL weit vor errechneten Geburtstermin kommt.
Das Ende vom Lied: ich hatte dann zum Glück noch eine entspannte Hebammenversorgung, hab bis 2 Wochen vor Entbindung gearbeitet und mein Baby 14 Tage über Termin in Armen gehalten – ohne medizinisch „notwendigen“ Firlefanz.

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Maike 22. November 2016 - 21:35

Liebe Anja,
Heute habe ich eine wunderbar schwangere Freundin getroffen, welche sämtliche Vorsorgeuntersuchungen ablehnt und mit sich und ihrem Körper im reinen scheint und ich dachte:“Wow!“
Gleichzeitig ist dieses für mich momentan vollkommen unverständlich, da ich vor drei Wochen meine 2.Fehlgeburt in Form einer missed abortion erleiden musste. Wir wünschen uns sehr ein weiteres Kind, aber in meiner Vorstellung würde ich der Zeit, wenn dem so wäre, am ehesten bei meiner Frauenärztin einziehen wollen, um mir via Ultraschall, des Kindes sicher sein zu können. Ich war „guter Hoffnung“-ehrlich gesagt, ist das Leben in mir gegangen, als ich zu hoffen begann.
Ich weiß, dass eine Fehlgeburt nichts ungewöhnliches ist, nichts desto trotz emotional zerrüttend und schwer zu verkraften. Aber da in unserer Gesellschaft das Thema Tod eh todgeschwiegen wird, ist darüber wenig bekannt. Gerne wäre ich mehr aufgeklärt über dieses Thema. Missed abortion, späte Fehlgeburten, Todgeburt sind Dinge die passieren, in meinem Freundeskreis habe ich inzwischen von allem gehört und es macht mich unsicher. Aber ich finde keine Informationen, doch glaube ich, dass ich es nur schaffe vielleicht noch einmal guter Hoffnung zu sein, meinem Körper und mir zu vertrauen, wenn ich dem Monster „Guten Tag“ gesagt habe. Kannst du mir vielleicht professionelle Seiten empfehlen oder hast du zufälligerweise schon über diese Themen geschrieben?
Ich danke dir für deinen Artikel, ich werde in vermutlich mantramäßig wieder und wieder lesen und über ihn nachdenken. Er trägt unheimlich viel Zuversicht und Hoffnung in sich.

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Anja 22. November 2016 - 22:03

Liebe Maike,

es tut mehr sehr leid zu hören, dass Du Dein Kind verloren hast und bereits diesen Verlust schon zuvor erleben musstest. Es geht vielen Frauen so, dass das Vertrauen in den eigenen Körper zunächst erst mal ein Stück weit verloren gegangen ist und es braucht einfach Zeit und auch Kraft, es wieder aufzubauen. Ich hoffe, Du und auch Dein Partner habt Unterstützung auf diesem Weg. Hast Du eine Hebamme, die Dich betreut? Zum Thema habe ich auch mal dies gebloggt: http://www.vonguteneltern.de/?p=4016
Kennst Du das Buch „Meine Folgeschwangerschaft“ von Heike Wolter? Darin stehen auch viele hilfreiche Dinge und auch viele Erfahrungsberichte von betroffenen Frauen.
Wenn es Dir bei einer neuen Schwangerschaft hilft, oft zu Deiner Gynäkologin zu gehen, kann das auch ein passender Weg sein. Wenn die „vermeintliche Sicherheit“ aber immer nur bis zum Verlassen der Praxis anhält, kann es eventuell auch verhindern, dass Du wieder Vertrauen in Dich aufbaust. Warum ein Kind sich in einer Schwangerschaft entscheidet wieder zu gehen, wissen wir oft einfach nicht. Das hinterlässt oft eine große Hilflosigkeit. Es macht uns aber sehr bewusst, was für ein großes Wunder jeder Mensch ist und dass wir doch am Ende nicht all zu viel dazu tun können, ausser tatsächlich immer wieder auf das Beste zu hoffen. Auch wenn das mit jeder erlebten Enttäuschung sicherlich zunächst schwerer wird. Denn trotz aller Untersuchungsoptionen und medizinischer Möglichkeiten, haben wir es doch wenig in der Hand, wie alles verläuft. Diese Erfahrung mache ich auch als Hebamme immer wieder. Doch trotz großer ( von außen als fast nicht aushaltbar gesehener) Schicksalsschläge, haben Menschen die Fähigkeit, immer wieder erneut guter Hoffung zu sein und dem Leben erneut zu vertrauen, dass alles gut wird. Aber es braucht einfach auch Zeit, Erlebtes zu verarbeiten. Wenn das geschafft ist, wirst Du bestimmt spüren, was Dir individuell bei einer neuen Schwangerschaft gut tun wird. Und oft sind Gespräche über mögliche Sorgen und Ängste noch ein bisschen effektiver als der sehr häufige Blick in den Bauch via Ultraschall. Schau einfach, was dann für Dich passt. Und lass auch alle Gefühle jetzt zu- sie haben alle ihre Berechtigung.
Auch eine Hebammenkollegin schrieb kürzlich hier über ihre Fehlgeburt nach dem ersten Kind: http://www.vonguteneltern.de/?p=10967

Ich wünsche Dir und Euch alles Gute.

Liebe Grüße, Anja

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Maike 22. November 2016 - 23:25

Vielen tausend Dank für deine ausführliche und empathische Antwort. Die links werde ich gleich lesen und auch das Buch klingt interessant. Und an den Punkt, dass Statistiken und Vorsorge-Sorge im Prinzip nichts bringen, bleibe ich stets harken, denn sie schenken dir kein „gesundes“ Kind, geben dir keine Gewissheit. Dein Artikel, die Kommentare hierzu im Anhang gepaart mit dem Besuch meiner Freundin haben etwas wesentliches losgetreten. Ich muss noch darauf rumdenken und gewiss muss die kleine Seele noch ein wenig heilen, aber es tut unheimlich gut. So nah war ich der guten Hoffnung lange nicht. Vielen Dank dafür!

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Saskia 21. Februar 2016 - 17:55

Ich glaube, dass ein Stückweit die Aufklärung zu dem Thema fehlt oder eine Form der Sensibilisierung der Frauen.
Mir war zwar relativ früh im Stadium des Kinderwunsches klar, dass ich nicht in diese Maschinerie Schulmedizin im Krankenhaus verfallen möchte, allerdings bin ich auch Krankenschwester in einem großen Uniklinikum und bin regelmäßig davon verstört, dass häufig die Wirtschaftlichkeit wichtiger als das Wohl des Patienten ist (am Ende des Jahres ist kein Geld mehr für mobile Windelhosen da, also werden sie schlichtweg nicht mehr gekauft und man muss zusehen, wie der Patient und man selber klarkommt. Urks.)
Beim positiven Test habe ich zuerst eine Hebamme angerufen, viel mehr das Geburtshaus, bevor ich einen Termin beim Arzt vereinbart habe.
Ich werde nicht müde, jeder Schwangeren immer wieder vorzubeten, wie wichtig, wie toll und wie anders (als beim Arzt) die Vorsorge und die Versorgung durch eine Hebamme ist. #hebammenfangirl 😉
Frauen, die „einfach so“ schwanger werden, ohne sich im Vorfeld schon Gedanken zu Wünschen, Träumen und Ansichten machen zu können, sind häufig auch einfach aufgeschmissen, da sie sich zu spät mit dem Thema „Hebamme“ auseinandersetzen und dann Probleme haben, jemanden zu finden. Besonders schwer ist es bei dem Wunsch nach einer Beleghebamme. Wie gesagt – Aufklärung, Mundpropaganda und einfach eine Sensibilisierung sind wichtig. Abgesehen auch vom offensichtlichen – mehr Hebammen für die Welt! 😉

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Anna 21. Februar 2016 - 11:15

Danke für diesen schönen Artikel, der mir so aus der Seele spricht.
Als ich nach meinem positiven Schwangerschaftstest, den ich schon in der 6.SSW in der Hand hielt, beim Gynäkologen war, wurde mir direkt nach der Beglückwünschung eine Liste mit Adressen gegeben, wo ich die Nackentransparenz-Untersuchung machen lassen kann mit dem Hinweis, dass ich mir das schnell überlegen soll, damit ich alle Optionen(=evtl. Abbruch bzw weitere Abklärung im Wirrwarr der Pränataldiagnostik) habe.
Zum Glück hat es mich dahingehend abgeschreckt, dass ich mir unmittelbar danach eine tolle Hebamme gesucht habe, und dort alle weiteren Vorsorgetermine wahrgenommen habe, abgesehen von den „großen“ Ultraschalluntersuchungen in der 10., 20. und 30 SSW. Im Rahmen meiner Vorsorge war neben meiner und Mini’s körperlicher Gesundheit der psychosoziale Aspekt im Fokus, was für mich super wichtig war. Raum zu haben für Fragen, Sorgen, Emotionen, fern ab von “ Labor ist OK, was gibts außerdem?“ tat mir unheimlich gut, und ich bin froh, so eine tolle Erfahrung gemacht zu haben.
Ich habe es in meinem Umfeld ähnlich empfunden wie es hier geschildert wird, große Sorgen um MEINEN Bauch und meine Schwangerschaft, schließlich schallt die Hebamme nicht. Als sei dies das einzig valide Messinstrument für eine gesunde Schwangerschaft.
Ich bin total froh, für mich und uns diese Erkenntnis so schnell erlangt zu haben, dass ich eine für mich perfekte Vorsorge bei meiner Hebamme hatte – die uns Paar als werdende Eltern ganz nebenbei auch gut kennengelernt hat, was sicherlich sehr förderlich für die Wochenbettbetreuung war 🙂

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Samantha 20. Februar 2016 - 13:31

Schöner Artikel!
Ich hätte mal eine frage an die Hebamme, vielleicht wäre die ja auch was für deine Kategorie.
Es gibt ja zahlreiche Zusatztabletten für die Kinderwunsch und erste Schwangerschaftszeit. Was braucht man davon wirklich? Und wann sollte man anfangen es einzunehmen?
Zu dem Zeitpunkt, zu dem diese Frage ansteht haben ja die wenigsten eine Hebamme, die sie fragen können.

Vielen Dank samantha

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Lisa 19. Februar 2016 - 18:40

Der Artikel spricht mir aus der Seele….Am Anfang der Schwangerschaft war es das Essen (Ich träumte schon von Fehlbildungen), dann war es das Risiko einer Fehlgeburt (Nicht baden gehen, da Infektionsrisiko) und das letzte Drittel war es die Größe des Kindes, die im unteren Normbereich lag. Ich selbst hatte immer das Gefühl, dass es meinem Kind gut geht, ich spürte ja wie aktiv es war! Aber wenn einem ständig Angst gemacht wird, geht selbst das stärkste gute Bauchgefühl verloren…Wir waren alle sehr froh, als das Kind dann schließlich auf der Welt war, kerngesund und überaus fit und aktiv. Es ist schade, dass man die Schwangerschaft nicht mit Vorfreude erleben kann, sondern eigentlich nur froh ist, wenn es überstanden ist – Eine weitere Schwangerschaft ist dadurch erstmal in weitere Ferne gerückt, das Schwangerschaftstrauma will erst noch verarbeitet werden 🙂

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Marilena 19. Februar 2016 - 15:20

Meine FÄ ist zwar Schulmedizinerin durch und durch, aber als ich ihr damals (ca. 9SSW) von Problemen im Job erzählt habe und dem damit verbundenen Druck auf mich, hat sie mir mit den Worten: „Ihre Gesundheit und die des Babys sind jetzt am Wichtigsten.“ ein sofortiges Beschäftigungsverbot erteilt.
Dafür bin ich ihr bis heute unendlich dankbar. Das war der Punkt, ab dem ich die Schwangerschaft wirklich genießen konnte.

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Katja 19. Februar 2016 - 15:05

Hm, mich haben die vielen Vorsorgetermine eher beruhigt. Ich hatte allerdings in der Schwangerschaft davor eine späte Fehlgeburt. Gute Hoffnung war daher in der Folgeschwangerschaft sowieso nicht da. Und ich wäre wahnsinnig geworden, hätte ich in der Folgeschwangerschaft nur die drei Ultraschalluntersuchungen gehabt. Ist daher von Frau zu Frau unterschiedlich, was einen wirklich beruhigt.

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Claudia 18. Februar 2016 - 21:24

In deinem Artikel spiegelt sich meine Beobachtung wider, dass Schwangerschaft (und Geburt) in Deutschland immer mehr zur Krankheit deklariert wird.
Das wurde für mich deutlich, als ich im letzten Jahr schwanger war. Ich lebe in Schweden und wurde hier von meiner Hebamme betreut, während der gesamten Schwangerschaft (und auch unter der Geburt) habe ich keinen Arzt getroffen. Einfach, weil es keinen Grund dafür gab, da alles sehr unauffällig war.
Für mich war es zunächst sehr ungewohnt, dass ich so selten vaginal untersucht wurde. So viel Vertrauen in meine eigenes Körpergefühl war ich aus Deutschland gar nicht gewohnt.
Hebammen haben hier ein wesentlich festeres Standbein und es war / ist wirklich immer genügend Zeit da, um über mein Wohlergehen zu sprechen.
Besonders interessant fand ich, dass ich bei einem meiner ersten Besuche über häusliche Gewalt befragt wurde, ob ich schon einmal psychische oder physische Gewalt in einer Beziehung erlebt habe, da dies während einer Schwangerschaft wieder aufgewühlt werden kann. Ich fand es unglaublich gut, dass über solche Themen überhaupt gesprochen wird! Natürlich war dies ein Termin zu dem ich allein kam, ohne meinen Partner.
Euer Blog hat mir aber übrigens während meiner Schwangerschaft auch geholfen, so hatte ich ein bisschen das Gefühl auch eine deutsche Hebamme an meiner Seite zu haben 🙂

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Rövardotter 20. Februar 2016 - 15:26

Ich habe meine Kinder ebenfalls in Schweden bekommen, und das auch so erlebt. Den ersten Arzt (Kinderarzt) sahen wir jedesmal erst am Morgen nach der Geburt, alles andere – auch die gesamte Schwangerschaftsbetreuung – wurde ausschliesslich von Hebammen gemacht. Hier gibt es auch nur einen einzigen Ultraschall (18. Woche). Ich fand es auch erstmal komisch, aber irgendwie auch sehr wohltuend dass das Thema Schwangerschaft und Geburt nicht sofort pathologisiert wurde. Und Schweden hat eine geringer Säuglingssterblichkeit aus Deutschland, machen also nichts falsch mit der Strategie…

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Teresa 18. Februar 2016 - 14:46

Das trifft so gut, was mich während meiner Schwangerschaft so gestört hat. Für meine nächste wünsche ich mir eine Hausgeburt und ganz viele Vorsorgen mit einer Hebamme!

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Nicole 18. Februar 2016 - 11:17

Ich habe mich jetzt in meiner ersten Schwangerschaft mit 35 jahren ganz bewusst dafür entschieden, nur die drei Basis-Ultraschalls bei meiner Frauenärztin durchführen zu lassen. Die restlichen Vorsorgen mache ich mit meiner Nachsorgehebamme und meiner Hausgeburtshebamme im Wechsel. Für mich stand von Anfang fest, dass ich bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf zu Hause entbinden möchte. Das ist immer noch der Plan und ich bin guter Dinge, dass sich daran auch nichts mehr ändern wird. Ultraschall ist schön und gut, aber die täglichen (oder auch mal nächtlichen) Turnstunden des Babys in meinem Bauch lassen mich wissen, dass alles in Ordnung ist. Außerdem haben die Hebammen immer mehr Zeit (mind. 45-60 min) als meine Frauenärztin mit ihren 10 min. Oft werde ich von der FÄ nicht mal gefragt, wie’s mir geht, sondern nur auf den Stuhl gebeten, abgetastet, pH-Wert gemessen und US gemacht. Die Hebammen kann ich immer anrufen bei Unsicherheiten (z.B. wenn der Bauch mal über mehrere Stunden hart bleibt) oder sonstigen Wehwehchen.

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Wiebke T. 18. Februar 2016 - 10:05

Sehr schöner Artikel! Ich hatte eine Vorsorge, wo nicht
ständig geschallt und Angst verbreitet wurde.
Meine Ärtzin hat mich angeschaut und gesehen, ob es mir
ging – das war Gott sei Dank die ganze Schwangerschaft so.
Ich kann bestätigen, dass das genauso wichtig ist, wie alle Untersuchungen und Vertrauen in sich und das Ungeborene gibt.

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