Elternzeit, Elterngeld, Familienzeit

Warum die Elternzeit für Väter so wichtig ist

von Christian

Ich bin Vater in Elternzeit, zwölf Monate am Stück. Dafür gibt es viele kleine Gründe und einen großen: Ich will Zeit erleben mit meiner Familie. Es ist ein kostbares Gut, diese Zeit verbringen zu können. Sie kommt niemals wieder. Kein Geld der Welt kann sie kaufen. Und weniger Geld ist in der Regel das einzige, was einer langen Elternzeit im Weg steht. Das Elterngeld ersetzt kein Gehalt, aber macht doch alles etwas einfacher, als es noch vor Jahren bei unserem ersten Kind der Fall war. Noch haben wir zwar keinen Cent Elterngeld bekommen, aber das liegt an den in Berlin völlig überlasteten Ämtern und Elterngeldstellen.

Ende März ist unsere Tochter geboren worden – und direkt mit ihrer Geburt startete meine Elternzeit. Als festangestellter Kulturjournalist in leitender Funktion werde ich Vollzeitvater. Warum? Weil es geht und ich das will. Es sind „nur“ zwölf Monate, in denen ich aber unmittelbar und intensiv daran teilhaben darf, meine Tochter in ihrem ersten Jahr zu begleiten. Und mit ihr den Alltag der drei anderen Kids und meiner Frau. Es ist ein Jahr für die Familie, ich bin dankbar, dass es diese Option gibt.

Elternzeit heißt weniger Einkommen aber mehr Zeit für alles

Klar, ich verzichte auf einen Teil meines Einkommens und weiß am Ende nicht ganz genau, wie gut oder schlecht mein Chef diese Entscheidung findet. Aber von den damit verbundenen Ängsten muss man sich wirklich frei machen, denn sie führen ohnehin ins Nichts. Und alles, was man dafür bekommt, ist so viel mehr wert als ein paar Euro auf der Bank. Bestätigt hat mich in meiner Entscheidung ein Zufallstreffen mit einem ZDF-Kameramann einige Wochen vor der Geburt. Er ist genau den gleichen Weg schon vor über 15 Jahren gegangen. Damals kannte er niemanden sonst, der das beim Zweiten Deutschen Fernsehen getan hatte. Oder sonst irgendwo. Und Elterngeld gab es damals auch noch nicht.

Seine Frau arbeitete freiberuflich, ebenso wie meine. Es war einerseits viel simpler, dass er Elternzeit nimmt, ebenso wie heute bei uns. Aber viel wichtiger war dieser eine Satz, den er sagte: „Meine Tochter und ich haben bis heute ein so inniges Verhältnis, können über alles reden und haben einen tollen Zugang zueinander.“

Fundament für die Beziehung

Natürlich garantieren zwölf Monate Elternzeit nicht, dass ich als Vater später eine tolles Verhältnis zu meinem Kind habe. Diese Zeit legt einen Grundstein. Je mehr man sich anfangs Zeit für Kind und natürlich den Rest der Familie nimmt, umso höher ist die Chance auf ein festes Fundament. Es ist eine so wichtige Zeit für alle. Je mehr Druck eine Familie rausnehmen kann, umso besser. Wir verzichten für diese Zeit gemeinsam auf Geld und leben von Ersparnissen, die nicht in materielle Güter oder die teure Flugreise fließen. Dafür gibt’s im Gegenzug Zeit für Familie, Liebe und wir schaffen Vertrauen, von dem wir in den kommenden Jahren zehren werden. Das haben wir bei allen Kindern so oder so ähnlich versucht und gemacht. Es hat sich für uns vielfach ausgezahlt.

Elternzeit als Angebot ist sinnvoll und richtig, vor allem für Väter. Dennoch nehmen noch immer viel zu wenige Väter in Deutschland länger als zwei Monate Elternzeit. Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nach der Zeugung zu leisten. Es muss sich weiter in den Köpfen der Menschen (und Väter) etablieren, dass Zeit mit dem Kind extrem wichtig und wertvoll ist. Wir sind in der glücklichen Lage, diesen Weg gehen zu können – aber auch nur, weil wir ihn gehen wollen. Wie gesagt: Zwölf Monate Elternzeit heißt Verzicht auf Einkommen und Vorplanung auf genau diesen Umstand.

Eltern versuchen, vieles noch „nebenbei“ zu wuppen

Aber gerade als Mann bekomme ich unendlich viel dafür, die ganze Familie profitiert davon. Nach aktuell fast drei Monaten mit dem neuen Baby zeigt sich für uns, dass wir trotz vier Kindern in dieser Babyzeit am entspanntesten unterwegs sind. Es ist fast ein bisschen ironisch, wenn ich auf die Zeit mit dem ersten Baby zurückblicke. Und auf die nicht wenigen Probleme, die wir damals hatten. Natürlich einfach deshalb, weil es das erste Kind war. Aber auch weil wir versuchten Hebammenpraxis, Vollzeitjob und Studium noch „nebenbei“ zu wuppen. Es war ein langer Lernprozess.

Jetzt haben wir durch die Elternzeit die Ruhe, unser Baby kennenzulernen und das Familienleben zu sechst neu zu sortieren. Das Baby ist entspannt, stillt viel, strampelt rum und wird viel von Anja oder mir im Tragetuch durch die Gegend geschuckelt. Die wenigen Phasen des Schreiens lassen sich bis jetzt immer gut abfangen. Vermutlich auch deshalb, weil wir die Zeit haben, es zu tun. Natürlich: Eine lange Elternzeit gibt auch keine Garantie für ein tiefenentspanntes Baby. Aber wenn Kinder besonders hohe Bedürfnisse haben, brauchen die Eltern doch gerade viel Zeit für die Begleitung ihres Kindes und nicht noch mehr zusätzliche berufliche Belastung.

Keine Angst vor der Elternzeit

Bei uns ist der Druck von außen relativ gering. Anja arbeitet zwar schon wieder, aber sehr reduziert und gut planbar. Ich muss derweil nicht zwischen Abliefern im Job und Abliefern zuhause hin und her pendeln. Gerade dieser Umstand hat mir in der Zeit nach der Geburt des dritten Kindes doch einiges abverlangt. Das lag sicherlich auch daran, dass das Söhnchen etwas mehr Aufmerksamkeit beanspruchte.

Natürlich habe ich ein bisschen Respekt vor der Zeit nach der Elternzeit. Wie geht es im Job weiter. Wie empfängt mich mein Team? Was denkt mein Chef? Wissen kann man es vorher nicht. Was ich weiß: Bei mir ist es sicherlich auch durch individuelle Umstände so, dass mir mehr Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern wichtiger ist als die Anhäufung von Besitztümern. Natürlich braucht man Geld, aber nicht so viel, wie man denkt. Und wir investieren es seit geraumer Zeit lieber in Erlebnisse. Und zuletzt noch ein wichtiger Satz für euch werdende Väter und Väter da draußen: Bitte bitte habt in Sachen Elternzeit keine falsche Scham vor dem Arbeitgeber, denn der profitiert in allen Fällen stärker von motivierten und glücklichen Arbeitnehmern als von unglücklichen.

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21 Kommentare

Richard & Hugo 5. April 2019 - 09:15

Ich bin voll & ganz bei Dir! Leider lässt unser „System“ in Deutschland dies zu selten zu bzw. sind in den seltensten Fällen die Grundvoraussetzungen gegeben, da Mann & Frau nach wie vor nicht gleichberechtigt sind.
LG, Richard & Hugo

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Beppi 3. April 2019 - 16:42

Als Vater mehr als die üblichen zwei Monate Elternzeit nehmen (in meinem Fall ein ganzes Jahr) wird im konservativen deutschen Mittelstand weder verstanden noch unterstützt: Mir wurde schon vor Beginn der Elternzeit in einem persönlichen Gespräch gesagt, dass ich nicht wiederkommen soll. Können die das machen? Rechtlich nicht, aber was soll ich mich in so eine Firma wieder reinklagen? Also habe ich die angebotene (kleine) Abfindung genommen und mir enttäuscht einen anderen Job gesucht (was zum Glück im Moment nicht schwer ist).

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Christian 4. April 2019 - 10:00

Ach man, das klingt ziemlich schlimm. Zum Glück konntest du da raus! Toxische Menschen gibt es leider immer noch sehr viele, es ist ein langer Weg, Änderungen herbeizuführen.

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Simona 28. Juni 2017 - 22:06

Ich freue mich über jeden Papa, der das so sieht und sich traut in Elternzeit zu gehen. Das trägt bestimmt auch zum Umdenken in Chefetagen bei. Mein Mann war auch 13 Monate daheim, weil seine Chefs jetzt langsam Enkel bekommen und merken, was sie bei ihren eigenen Kindern verpasst haben. Dadurch hatte mein Mann einfach Glück. Und ich sehe es als großen Luxus, dass ich (zumindest für das eine Jahr) genug verdient habe. Aber was richtig krass war: 2 Freundinnen (Mitte 30, selbst mit Kind) haben zu mir gesagt „Willst du echt dass dein Mann das macht??“ und „Das ist doch unmännlich!“ Das hat nichts mit Geld zu tun und ist meine Meinung nach einfach altmodisch. Und außerdem: beide haben in ihren jeweiligen Unternehmen Personalverantwortung. Was ich damit sagen möchte: ich kann jeden verstehen bei dem das Geld nicht reicht. Aber: warum lehnen Chefs gerade bei Männern Elternzeit einfach ab? Warum ist Elternzeit ein „Karriereknick? Warum werden oft die Vorteile nicht gesehen? Wer es sich finanziell leisten kann, dem sollten keine Steine in den Weg gelegt werden!

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An 25. Juni 2017 - 12:37

Ich finde es toll, wie Ihr das macht. Aber ich denke, für sehr viele Familien ist es finanziell nicht machbar, dass ein Elternteil ein Jahr lang nur Elterngeld bezieht und nicht arbeitet. Ich finde es immer ein bisschen, hm, weltfremd, wenn jemand sagt, man solle doch dafür auf die „teure Flugreise“ oder auf Materielles wie etwa ein Auto verzichten. So als sei das Normalität für die meisten. Das ist es nicht.

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Christian 25. Juni 2017 - 15:30

Finanziell machbar ist ja auch dehnbar. Wir verzichten schon auf einiges in diesem Jahr, rein finanziell betrachtet. Natürlich gibt es immer Szenarien, in denen der von uns gegangene Weg nicht machbar ist. Der ist aber auch nur ein Vorschlag und natürlich bitte kein Dogma.

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An 26. Juni 2017 - 10:35

Ja klar, und ich finde es super, dass Du darüber schreibst und dadurch diesem Modell zur Normalität verhilfst. Ich finde es aber auch wichtig, deutlich zu machen, dass das Elterngeld zwar einigen Familien solch eine Zeit ermöglicht und dass das großartig ist, dass diese Möglichkeit aber nur bereits privilegierten Familien offensteht. Auch diese müssen verzichten, aber eben nicht auf so ganz Lebensnotwendiges. Ideal wäre es, wenn alle Familien Elterngeld auf einem Niveau beziehen könnten, das zumindest ihr Existenzminimum abdeckt. Politisch wäre das sicher möglich.

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Madlen 23. Juni 2017 - 21:03

ich finde das Elternzeit doch überhaupt nicht notwendig ist, um ein engagierter Vater zu sein. Mein Mann hat zb gar keine Elternzeit genommen weder beim 1. noch beim 2. Kind. Er arbeitet im Schichtdienst und aufgrund der Abzüge würden wir finanziell einfach gar nicht zurecht kommen. gar nicht und nicht dann machen wir halt ne Kreuzfahrt weniger sonder eben wir können die rate fürs Haus nicht zahlen, von essen ganz zu schweigen.
das heisst aber doch nicht das er nicht am Leben Teil nimmt oder alles wichtige verpasst. bei beiden Kindern hat er seinen jahresurlaub nach der Geburt genommen und selbstverständlich alles mitgemacht zu den Zeiten in denen er da war. und das ist doch der Unterschied. Väter die von der arbeiten kommen und eben arbeiten waren und das alles ihren Beitrag sehen und danach nur noch Ruhe und Zeit „für sich selbst“ wollen und denen, die nach Hause kommen und dann einfach mit ihrer Familie LEBEN wollen.so wie es eben kommt. mit allem was dazu gehört. und das gibt es eben selten.
dagegen gibt es so viele 2-monate-elternzeit-väter die das dann als verlängerten Urlaub sehen und trotzdem kein Anteil am Leben mit Kindern nehmen. zumindest in unserem umfeld. da steht ein Vater der wickelt und füttert und nachts runden läuft und sich mit Tragetuch in der Öffentlichkeit sehen lässt oder einfach dem einjährigen hinterher läuft anstatt nach der Mama zu rufen, echt allein da.

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Julia 23. Juni 2017 - 18:30

Yeeees!!! Schöner Beitrag, entspricht dem Denken und den Vorstellungen von meinem Mann und mir.
Hinter uns liegen bereits 11 Monate voll von schönen gemeinsamen Momenten und Erfahrungen mit unserer Tochter. Möchten wir beide nicht missen! In unserem Fall war sogar der Arbeitgeber meines Mannes wesentlich flexibler bezüglich einem Wechsel zwischen voller Elternzeit und unterschiedlicher Elternteilzeit (ich sag nur SCHWEDISCHER Konzern!!! 😉 In meinem Job im Gesundheitswesen war man(n) da längst nicht so anpassungsfähig…
Frühzeitige Planung ist hilfreich. Und das Angekommensein im Postmaterialismus 🙂 Schöne Grüsse aus Würzburg!

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Tina 23. Juni 2017 - 10:51

Hier in der Schweiz können wir davon nur träumen. Für den Mann gibts 1 Tag bezahlten Urlaub, für die Frau 14 Wochen mit 80% Lohn. Wir hängen bei mir noch ein bisschen unbezahlten Urlaub hintendran… Da muss sich in der Schweiz echt viel ändern (was momentan leider schwierig ist, da über die Hälfte der abstimmenden Bevölkerung über 55 Jahre alt ist, Initiativen diesbezüglich wurden bisher abgelehnt…). Da können wir Deutschland als Vorbild nehmen, schön, dass ihr es euch so einrichten konntet! Lg Tina

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Christian 23. Juni 2017 - 11:15

Die Schweiz ist in dieser Hinsicht natürlich heftig. Ein Freund von mir (aus Deutschland) lebt und arbeitet dort schon eine Weile, der erzählt das ebenso wie du. Und sagt auch, dass sich in diesem „reichen Land noch viel ändern muss“.

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Veronika 27. Juni 2017 - 01:22

Tina, der Mann bekommt aber nur 1 Tag frei, wenn das Kind von Montag bis Freutag geboren wird, für Wochenend-Kinder gibt es keinen zusätzlichen freien Tag.

Der Arbeitgeber meines Mannes war kulant und hat ihm trotz Sonntagskind 1 Tag gegönnt – und sein direkter Vorgesetzer hat ihm noch 4 Wochen unbezahlten Urlaub ab dem Tag der Geburt trotz Sommerferienzeit genehmigt, weil er das vor 20 Jahren bei seinen Kindern auch gemacht hat.

Der vorherige Arbeitgeber in Berlin hätte ihm allerdings was gehustet, wenn er Elternzeit hätte nehmen wollen. Im öffentlichen Dienst ist das möglich, in der freien Wirtschaft stellen sich allerdings viele quer und sagen ganz klar, dass der Mann sich einen Aufstieg in der Firma aus dem Kopf schlagen kann, wenn er Elternzeit nehmen möchte. Und bei befristet Angestellren wird der Vertrag danach oft nicht mehr erneuert. Auch in Deutschland müssen noch viele alte Zöpfe abgeschnitten werden!

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Sophie (Kinder haben ...und glücklich leben!) 22. Juni 2017 - 20:13

Lieber Christian, ich finde es super, dass du dem Thema einen eigenen Text aus Männersicht widmest. Trotzdem glaube ich, dass er den meisten Vätern und Familien überhaupt nicht gerecht wird. Du schreibst:

„Es muss sich weiter in den Köpfen der Menschen (und Väter) etablieren, dass Zeit mit dem Kind extrem wichtig und wertvoll ist.“

Es ist so leicht, den Männern das vorzuwerfen! Ich habe kürzlich selbst einen Text darüber geschrieben, dass ich die sogenannten „Wochenendpapis“ nicht begreifen kann (http://kinderhaben.de/was-ist-luxus-geld-oder-zeit). Aus einer privilegierten Position heraus zu werten oder zu appellieren fällt uns beiden scheinbar ähnlich leicht. 😉

Nichtsdestotrotz finde ich, dass es deinem Text nicht geschadet hätte, das ganze Ding etwas gesamtgesellschaftlicher anzugehen. Du schreibst doch selbst, du bist Kulturjournalist! 😉 Es ist einfach in vielen Fällen nicht die Schuld der Väter, wenn sie keine oder nur die öden zwei Vätermonate nehmen. Da muss sich einfach noch so viel tun: Im Gehaltgefälle Mann/Frau, in den Köpfen von zahlreichen Geschäftsführern und und und…

Ich selbst kann es auch nicht verstehen, wenn z.B. die Kollegen meines Mannes gar keine Elternzeit nehmen, obwohl mein Mann beim Chef problemlos 5 Monate beim ersten Kind und nun beim zweiten 2 volle Monate und danach reduzierte Arbeitszeit für ein ganzes Jahr durchgekriegt hat. Da bin ich total deiner Meinung und würde mir von diesen Männern auch mehr Engagement für die Familie wünschen.

Trotzdem kann und darf man bei diesem Thema die große Masse an Familien nicht außer acht lassen, die sich leider in keiner vergleichbar privilegierten Situation befinden wie ihr. Wenn da eine beachtliche Summe vom Vollzeitgehalt des Mannes fehlt, kann das mitunter bedeuten, dass die Miete nicht mehr bezahlt werden kann. Oder zumindest der Strom.

So, das wollte ich nur loswerden, vermutlich aufgrund meines übertriebenen Gerechtigkeissinns oder so. 😉
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet!

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Anni B. 23. Juni 2017 - 21:03

Hallo! Elternzeit muss man meines Wissens nicht „durchkriegen“. Als angestellter Arbeitnehmer muss man sie einfach nur nehmen. Das ist doch toll? Und das Thema Gehaltsgefälle resultiert sicher auch darauss dass Frauen Elternzeit nehmen, Teilzeit machen und Kindkranktage auch noch wuppen. Da würde ich als Arbeitgeber auch lieber einem zuverlässigen Mann mehr bezahlen als einer u flexiblen Mutter. Wenn es aber normal ist, dass Väter auch jederzeit ausfallen wegen der Kinder, wirkt sich das sicher auch auf die Gehälter aus. Andernfalls beißt sich die Katze doch in den Schwanz. Heutzutage machen mehr Mädchen Abitur als Jungen. Aber alle reden sich raus, wie sehr sie auf das Gehalt des Mannes angewiesen sind. Selbst schuld sag ich da.
VG v Anni.

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Doro 23. Juni 2017 - 22:59

Das Gehaltsgefälle resulitert oft auch aus den typischen Männer- und Frauenberufen. Da kann die Frau noch so viel Karriere machen, wenn es in dem entsprechenden Beruf überhaupt Aufstiegschancen gibt, dann meist nicht mit mehr Gehalt verbunden. Daran etwas zu ändern hat die Politik im Moment keinerlei Interesse.

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Nadine 22. Juni 2017 - 16:19

Ich finde den Artikel so richtig und auch so wichtig. Mein Mann hat im ersten Lebensjahr viel Homeoffice gemacht und jetzt im zweiten Jahr ist er in Elternteilzeit und ist bis auf wenige Ausnahmen pünktlich zum Frühstück wieder da. Er will einfach nichts verpassen. Und das ist auch so schön. Aber immer noch sehr selten. Die meisten Papas in unserem Bekanntenkreis haben die 2 Monate genommen oder gar nichts, einfach nur weil es nicht in ihren Job oder die Karriere gepasst hätte. Ich denke, es passt immer, wenn man nur will. Uns ist die Zeit mit unserem Kind auch sehr viel wichtiger als Geld oder materielle Dinge. Ist doch alles austauschbar und schnell wieder vergessen, aber die Erlebnisse mit Kind, das vergisst man nie.
LG,
Nadine

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Doro 22. Juni 2017 - 15:53

Ich finde es sehr cool von euch, dass Ihr Euer Geld in Zeit für den Papa mit der Familie investiert und nicht in den Urlaub oder den SUV. Bei uns ging leider das zweite Jahr Elternzeit für mich auch nicht. Die zwei Monate Elternzeit mit meinem Mann bevor die Kita losging und ich einen Monat später wieder arbeiten musste waren dafür richtig schön. Und sie haben auch beim Übergang in plötzlich ganz anderen Lebensrealitäten geholfen.
Die komplizierte Berechnung des Elterngeldes ist dafür nochmal eine Sache für sich. Bei mir waren es leider keine 67 Prozent meines letzten Einkommens, weil sämtliche Zuschläge, auch die steuerpflichtigen, abgezogen werden. Es waren gerade mal etwas mehr als 50 Prozent meines letzten Nettogehaltes, das ich bekommen habe. Dafür wurde das nicht steuerpflichtige Elterngeld dann auf unser zu versteuerndes Einkommen virtuell draufgeschlagen und hat für im Nachhinein für einen höheren Steuersatz unseres Einkommens gesorgt. Heißt, wir mussten eine Steuernachzahlung von mehr als einem Elterngeld leisten.
Solange sich der Staat solche Klöpse leistet, muss sich keiner wundern, wenn besser verdienende Väter nicht oder nur zwei Monate zu Hause bleiben.

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Steffi 22. Juni 2017 - 20:24

Das kann ich nur bestätigen. Wir kamen uns bei der Steuererklärung ziemlich veräppelt vor. Und locker flockig mit einem Verdienst eine Vorauszahlung zu leisten, wenn laufende Kosten u Versicherungen etc gezahlt werden müssen, das stellt sich das Finanzamt arg einfach vor. Beim ersten Kind arbeitete ich ja vor der Geburt Vollzeit, da waren die 65% ganz prima für ein Jahr. Doch die wenigsten Mütter arbeiten zwschen Kind 1 und zwei Vollzeit, sodass das Elterngeld für Kind 1 logischerweise deutlich knapper ausfällt. Mdein Mann nahm jeweils seine 2 Monate Elternzeit bei beiden Kindern nicht am Stück, sondern teilte sie auf. Das war immer so um den 6./7. Lebensmonat und 10./11. Monat. So war es für uns perfekt.

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Susann 10. April 2021 - 10:53

Mir fällt immer wieder auf, und leider klingt es auch in diesem Artikel so, dass Elterzeit oft gleichgesetzt wird mit „wer in Elternzeit ist, arbeitet überhaupt nicht“. Dabei bietet gerade die Elternzeit ja ein Recht auf Teilzeitarbeit zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche, auf der gleichen Position, sowie Kündigungsschutz, und das für jedes Elternteil für 36 Monate. Wenn vor dem Kind beide Vollzeit gearbeitet haben, gibt es doch dann viele Möglichkeiten, zumindest sobald das Baby aus dem Allergröbsten raus ist. Zb beide nehmen Elternzeit, eine/r reduziert auf 20 Stunden, eine/r auf 30, Elterngeld kommt dann auch noch dazu – so haben beide viel Zeit für Familie, im Job ist der Einschnitt nicht so groß, man hat weniger finanzielle Einbußen und auch noch Kündigungsschutz. Und das Kind muss noch nicht einmal groß fremdbetreut werden. Das ist nur ein Beispiel und klappt bestimmt nicht in allen Familien, aber ich glaube, vielen sind die Möglichkeiten, die Elternzeit bietet, einfach nicht bewusst. Und ja, es ist wahnsinnig mühsam, sich durch alle benötigten Informationen mit Fristen etc zu quälen, aber es lohnt sich!

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KriMaEmLa 22. Juni 2017 - 11:20

Tja, bei manchen ist es aber so nicht möglich, denn ich möchte weiter nach bedarf stillen, und nicht nur 8 Wochen, und ohne ein volles Gehalt + Elterngeld können wir nicht überleben. Sonst würde mein Mann sehr gerne ein Jahr Elternzeit nehmen.
Aber ich freue mich für jeden, für den es klappt.

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Christian 22. Juni 2017 - 11:28

Ja, klar, es gibt immer Szenarien, in denen das leider nicht klappt. Das tut mir leid und wie gesagt, weniger geht auch. Je mehr Elternzeit machbar ist, desto besser. Ich wünsche euch natürlich in jedem Fall alles Gute 🙂

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