Danke ihr Hebammen in meinem Leben

von Christian

Als Hebammenmann ist man vieles gewohnt und so war das heute nicht die erste Veranstaltung, die ich zur Unterstützung der Arbeit meiner Frau mitbesuchte. Und natürlich traf man auch auf der erstaunlich gut besuchten Demo in Berlin für den Erhalt der Hebammenhilfe einige der üblichen Verdächtigen – sprich die anderen Hebammenmänner. Aber dieses Mal waren es eindeutig mehr Männer als sonst. Also offenkundig waren auch Männer zum demonstrieren ganz einfach als Väter gekommen.

Neben meiner ganz persönlichen Hebamme gab und gibt es aber auch andere Hebammen in meinem Leben. Die Hebammen in unserem Freundeskreis, die zu Freundinnen wurden. Die Hebammen, die man als besorgter Mann anrufen konnte, wenn das Gefühl war, dass die schwangere Frau gerade die Nerven verliert, weil sie sich in irgendein Symptom reinsteigerte, dass die zuletzt betreute Schwangere auch gerade hatte. Auch kann man sich bei den befreundeten Hebammen noch mal heimlich rückversichern, dass es wirklich eine gute Idee ist, das Baby auf dem heimischen Wohnzimmerteppich zu bekommen. Außerdem verschwinden auch die Hebammenfreundinnen mal plötzlich vom netten gemeinsamen Essen, weil eine verzweifelte Wöchnerin angerufen hat. Also der normale Wahnsinn, den man selbst kennt…

Unsere Hebammenfreundinnen waren auch bei den Geburten unserer Kinder als vertraute Konstante mit dabei, ohne Rücksicht auf hunderte Kilometer weite Anfahrtswege oder nächtliche Unzeiten. Während ihre Männer die eigenen vier Kinder mal wieder alleine schaukelten. Und dann gibt es da noch die Hebammen, die jeweils die Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett unserer Kinder begleitet haben. Die, die meine Frau beruhigten, bestärkten und sie durch alle Aufs und Abs in dieser Zeit begleiteten. Und irgendwie mich auch. In dem sie einem immer das Gefühl gaben, dass alles gut und normal ist. Die aber auch im Notfall schnell und souverän handelten, ohne je Panik zu verbreiten.

Es war die Klinikhebamme, die sich dafür stark machte, dass wir trotz etwas chaotischer Beckenendlagengeburt und entgegen ärztlicher Empfehlung doch ein paar Stunden nach der Geburt schon wieder gemütlich zu Hause im Bett lagen. Es war die Geburtshaushebamme, die mir die Angst um meine Frau nahm, als es nach der Wassergeburt zu einer verstärkten Nachblutung kam. Es war die Hausgeburtshebamme, die ihre Geduld in der Endphase auf mich übertragen konnte, als es irgendwie alles doch viel länger dauerte als anfangs gedacht. Auch im Wochenbett waren sie alle es, die mich immer wieder bestätigten, meinen Job als Vater doch ganz gut hinzukriegen – auch mit wachsender Kinderzahl, die so ein Wochenbett für den Vater ja doch um einiges arbeitsintensiver machen.

Auch von Anja weiß ich, dass die Hebammen zwar letztendlich nur für die Arbeit mit den Müttern bezahlt werden, aber trotzdem natürlich auch die Väter immer ein Stück mitbegleiten. Und darum ist es gut, dass heute so viele Väter bei der Demo waren. Vielleicht, um auch einfach mal danke zu sagen, an die Hebammen in ihrem Leben.

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3 Kommentare

Yvonne 25. Februar 2014 - 14:02

Mein Traummann nickt. 😀

Danke!

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Frische Brise 24. Februar 2014 - 22:17

Danke, danke, danke!
Ohne Männer geht es nunmal nicht 😉

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Almut 24. Februar 2014 - 21:58

Danke! Gut auf den Punkt gebracht, das Fachliche und das Emotionale., das Persönliche und das Professionelle. Du schreibst fast so gut wie deine Frau ;-)!

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