Der ideale Abstand zwischen Geschwistern

von Anja

Während meiner Schwangerschaft fragte mich eine Leserin, ob wir uns Sorgen machen bezüglich des Altersabstandes zwischen den Kindern. „Habt ihr keine ,Angst‘, dass das Baby bei vier oder mehr Jahren Altersabstand nichts mit den Geschwistern anfangen kann? Und die Geschwister mit ihm?“

Nun, tatsächlich machten wir uns diesbezüglich wirklich gar keine Sorgen. Zwischen dem zweiten und dem dritten Kind liegen ja ebenfalls vier Jahre und der Abstand zum ersten ist ja sogar noch wesentlich größer. Eine Beziehung haben alle drei Kinder zueinander. Sie spielen miteinander, aber machen auch alle ihr Ding. Auch die beiden Mädchen, zwischen denen ja „nur“ zweieinhalb Jahre Abstand liegen.

Aus der Hebammenarbeit weiß ich, dass die Frage des vermeintlich idealen Alterabstands von Geschwistern viele Eltern beschäftigt. Doch eine wirkliche Antwort gibt es darauf nicht. Denn man kann immer nur auf Erfahrungen mit den eigenen Geschwistern oder Beobachtungen im Umfeld blicken. Diese haben aber nichts mit den kleinen oder größeren Menschen zu tun, die in eine Familie hineingeboren werden – in welchem Abstand auch immer. Ob Geschwister sich mögen oder etwas miteinander anfangen können, ist von vielen Faktoren abhängig. Aber sicherlich nicht einzig allein vom Alter.

Alle Kinder sind ein Teil von uns

Wir haben Schulkinder, ein Kleinkind und bald wieder ein Baby. Ich finde es persönlich wirklich wunderbar, so jeden Tag so viel Vielfalt erleben zu dürfen. Denn jede Zeit im Elternleben bringt ganz eigene wunderbare, aber natürlich auch bisweilen anstrengende Dinge mit sich. Es ist wundervoll, die ungebremste Begeisterung für viele kleine Dinge des Vierjährigen zu sehen. Mit dem großen Kind zum Teil schon richtig tiefgründige Gespräche zu führen, ist allerdings auch toll. Ich mag es, wenn die Kinder miteinander spielen. Aber genauso schön ist es auch sie zu erleben, wenn sie mit ihren gleichaltrigen Freunden unterwegs sind.

Es ist natürlich prima, wenn sich Kinder miteinander beschäftigen. Dennoch habe ich nicht den Anspruch, dass sie identische Interessen haben müssen. Und so sehe ich gerade bei unseren Töchtern, dass sie beide auch ganz unterschiedliche Dinge gerne machen. Aber natürlich gibt es auch sehr viel Zeit, die gemeinsam verbracht wird. Auch der Kleinste ist da nicht außen vor. Dieses idealerweise vorhandene enge Band zwischen Geschwistern ist, glaube ich, keine Frage des Alters. Dahinter steckt eher ein Gefühl, sich mit einem anderen Menschen auf ganz besondere Weise verbunden zu fühlen.

Deshalb habe ich keine Sorge, dass unser Baby da keinen Platz finden wird. Schon jetzt sehen wir ja, wie präsent der kleine Mensch in meinem Bauch für seine Geschwister ist. Jedes Kind drückt das auf seine Weise aus. Und gerade das finde ich so großartig. Alle Kinder sind ein Teil von uns – und doch ist jedes trotz der gleichen Eltern und auch äußeren Ähnlichkeiten auf seine Weise ganz besonders und individuell. Und wir sind gespannt, wie unser viertes Kind sein wird.

Zu jedem Kind gehört immer auch ein bisschen ein Wunder

Erfahrungsgemäß ist es schon so, dass sehr kurze Altersabstände der Kinder viel von den Eltern fordern. Einfach deshalb, weil dann zwei oder drei kleine Menschen da sind, die einfach altersentsprechend viele Bedürfnisse mitbringen. Doch auch in dieser Hinsicht sind die Kräftekapazitäten für jede Familie anders. Während sich die eine Mutter noch innerhalb des ersten Babyjahres eine erneute Schwangerschaft vorstellen kann, ist für andere dieser Gedanke in den ersten zwei oder drei Jahren völlig unvorstellbar. Tatsächlich ist es auch da gut, einfach zu schauen, wie es einem persönlich damit geht und nicht, in welchem Abstand die anderen Frauen aus der Krabbelgruppe wieder schwanger geworden sind.

Ein weiterer Aspekt bezüglich des idealen Altersabstandes ist auch die Frage, ob wir Menschen eine Familie überhaupt so planen können, wie wir uns das vorstellen. Gerade Paare, die lange Zeit – zum Teil viele Jahre – auf ein Kind warten müssen, wissen, dass sich das längst nicht immer alles so steuern lässt, wie wir es gerne hätten. Zu jedem Kind gehört immer auch ein bisschen ein Wunder. Und diese Wunder geschehen halt einfach und lassen sich nicht herbeiplanen. Natürlich kann man sich als Eltern überlegen, ob man sich entscheidet, nicht mehr zu verhüten und ein Kind von Herzen einzuladen, zu kommen. Aber ob und wann das geschieht, liegt letztlich nicht wirklich immer in unser Hand.

Deshalb gibt es wahrscheinlich für jede Familie nur den individuell idealen Altersabstand zwischen den Geschwistern. Und auch sehr große Abstände von zehn und mehr Jahren führen oft zu ganz wundervollen, innigen Geschwisterbanden. Denn Liebe ist ja ohnehin keine Frage des Alters.

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34 Kommentare

Theresa 1. Oktober 2017 - 21:17

Wir haben Kinder von 15, 13, 7 und 1 und die beiden mit dem „idealen“ Abstand von 2,5 konkurrieren unglaublich stark um alles und streiten viel. Alle anderen Konstellationen sind sehr harmonisch. Man weiß es also nie. Und deshalb kann ich allen, die sich Sorgen um den idealen Abstand machen, nur sagen: Man weiß es vorher nie, ob die Geschwister super oder nur mäßig miteinander auskommen, egal wie der Abstand ist. Deshalb kann man in der Hinsicht wirklich vollkommen entspannt sein.
Ich selber habe mich mit meine vier Jahre älteren Schwester super verstanden, während ich meinen vier Jahre jüngeren Bruder meistens ziemlich doof fand.
Heute liebe ich beide sehr. 🙂

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PatrWink 22. Mai 2017 - 16:58

Naja, ich denke immer, dass man am Abstand der Kinder nicht rumplanen sollte. Denn da gibt es so viele Faktoren, die den Abstand im Nachhinein als gut oder schlecht darstellen lassen, die man einfach nicht beeinflussen kann. Einfach ein bisschen Optimismus an den Tag. das geht sich schon aus und dann sich wird schon kein Rechtsanwalt für Familienrecht mit der Sache beschäftigen.

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Claudia 6. Dezember 2016 - 21:55

Danke für diesen tollen Bericht! Ich habe einen eineinhalb Jahres Abstand bei meinen Kindern. Wir haben diesen Abstand bei unseren beiden eigenen Geschwistern auch so und finden das schön.
Ich blickte allerdings in viele große Augen als ich mit kleinem Baby die erneute Schwangerschaft verkündete. Gerade von Eltern mit mehreren Kindern oder in Kursen wurde ich entweder gefragt ob das geplant war oder mir tätschelnd besorgt dreinblickend erklärt das wird hart werden. Ich hatte mir gar keine Gedanken gemacht und heute bin ich so froh dass es so kam. Das wir nicht gewartet haben auf den einen guten Abstand von 2-3 Jahren. Seit einem Jahr üben wir erfolglos für Kind Nummer drei und es passiert gar nichts. Ich wollte beim dritten einen größeren Abstand von mindestens drei Jahren jetzt bekomme ich mit 37 Jahren wahrscheinlich gar keines mehr was auch schmerzt. Ich bin so glücklich über mein zweites Kind und über den Abstand und ja die erste Zeit war sehr anstrengend. Aber meine beiden Mädels lieben sich seit die kleine 2,5 Jahre ist heiß und innig (davor auch schon ☺️) spielen und lachen und schmusen zusammen. Jetzt mit vier und fünfeinhalb sind die unzertrennlich und glücklich in einer Kindergarten Gruppe. Sie haben so viel Spaß zusammen und bis zur Pubertät genieße ich das in vollen Zügen.
Viele Grüße aus München ich lese sehr gerne bei dir! Und herzlichen Glückwunsch zum vierten!

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Corinna 22. April 2017 - 11:36

Hallo Claudia,
ich habe gerade Deinen schönen Kommentar gelesen und wollte Dir nur Mut machen – natürlich kann es sein, dass es jetzt nicht mehr klappt, aber es ist auch gut möglich, dass es einfach noch ein bisschen dauert und dann doch noch Euer Wunsch nach einem 3. Kind in Erfüllung geht. Ich bin mit 43 (!) nach einer früheren Fehlgeburt und als ich wirklich nicht mehr daran glaubte noch schwanger geworden, alles ist sehr gut gegangen. Das einzig Schwierige daran ist, dass bei uns nun wirklich nicht mehr mit einem Geschwisterchen zu rechnen ist (mittlerweile bin ich 47). Wie auch im Artikel sehr schön gesagt: Planen kann man das alles nicht, aber gib die Hoffnung nicht auf… 🙂 Liebe Grüße, Corinna

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Sandra 5. Dezember 2016 - 10:06

Also bei uns Geschwistern ist der Altersabstand enorm groß (ich 37, Bruder 34, Schwester 26, Schwester 15) und ich habe beispielsweise mit der „Kleinen“ nie zusammengelebt, aber hey die Geschwisterliebe hat es nicht gemindert ! Meine Mutter hat halt früh angefangen (mit 18) und spät (mit 40) aufgehört 🙂
und meine eigenen Kinder finden es supertoll eine junge Oma und junge Tante zu haben…

Ich glaube, es ist müßig über ideale Altersabstände nachzudenken – es muss halt zu jeder Familie und jeder Lebenssituation passen.

Alles Gute für euch – vier Kinder bzw. Geschwister sind toll!

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Angela 3. Dezember 2016 - 11:05

Ich denke, dass der oftmals gewünschte kleine Abstand zwischen den Kindern auch den Grund hat, dass vor allem Paare, die mehrere Kinder wollen, Angst haben, dass insbesondere die Frau dann schon bald zu alt ist und der Kinderwunsch eher unerfüllt bleibt (bekanntlich sinkt die Fertilität ja rapide mit dem Alter). Und entwicklungspsychologisch gesehen sind meines Wissens die „klassischen“ zwei Jahre Unterschied die schwierigsten für das jeweils nächstältere Geschwisterkind. Hat wie immer alles Vor- und Nachteile, die wir aber nur im Ansatz im Vorhinein erahnen können. Ansonsten glaube ich auch, dass der Altersabstand nur ein kleiner Baustein in der Beziehung der Geschwister untereinander ist.

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Liza 2. Dezember 2016 - 22:01

Hallo, mich würde interessieren, was es für Verhütungsmöglichkeiten gibt, wenn man über kurz oder lang ein weiteres Kind haben möchte. Gerade, wenn man auf eine hormonelle Methode verzichten möchte, ist die Auswahl ziemlich eingeschränkt, in der Stillzeit ja eh. Mit einer Spirale greift man so stark in die „Natürlichkeit“ ein, finde ich. Die Verhütungsmethode spielt keine unwesentliche Rolle in der Abstandsfrage.
>> Toller Blog übrigens 🙂 <<

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Frank 6. Dezember 2016 - 13:42

Wir verwenden so kleine Tütchen aus ganz dünnem Gummi. Die sind einzeln verpackt und aufgerollt. Nach dem Verkehr werden sie einfach im Mülleimer entsorgt – sind allerdings Einmal-Produkte, also ökologisch nicht ganz einwandfrei. Frag mal in der Apotheke oder der Drogerie danach, ich weiß gerade nicht genau, wie die heißen, aber die wissen sicher, was ich meine.

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Susanne 25. Juni 2019 - 09:29

Wir benutzen eine Kupferkette. Keine Hormone und Zyklus läuft völlig natürlich. Frag mal bei deinem FA nach.

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Daniela 1. Dezember 2016 - 21:43

Ein toller Artikel, danke.
Mein Lieblingssatz ist, dass jedes Kind ein bisschen Wunder ist.
Wir wollten immer mehrere Kinder (bei der Gesamtzahl von Anfang an unstimmig). Als der Große 3 war kam der „perfekte Zeitpunkt“: Studium fertig, 2 feste Einkommen und der Sommer (ich wollte unbedingt ein Frühlingskind, wie egoistisch…). Und ich wurde schnell schwanger. In der Mitte der Schwangerschaft verloren wir unser Kind. Dahin war es mit den perfekten Plänen. 9 Monate später ging noch ein Kind zu den Sternen, wieder sehr spät. Und ich war durch. Nichts konnte mich trösten. Also planten wir den Rest des Lebens mit einem Kind an der Hand.
Kurz bevor der Große 6 wurde schlich sich eine kleine Kämpferin ein und schaffte es durch die Schwangerschaft. Die beiden lebenden Geschwister sind 6,5 Jahre auseinander und sie lieben sich heiß und innig. Für sie ist es der perfekte Abstand. Und ihre Sternenbrüder haben uns noch mehr bewusst gemacht, wie viel Wunder sie sind.
Früher dachte ich immer dass 2-3 Jahre der ideale Abstand sind. Heute glaube ich, dass es perfekt nicht gibt und jedes Kind so ein großes Wunder ist, dass der Altersabstand zu den Geschwistern schnurzpiepegal ist.

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hoffnungsvoll ;) 1. Dezember 2016 - 17:53

hallo, danke fuer den text! ich google oft sogar zu diesem thema, weil uns das (unfreiwillig) sehr beschaeftigt! unsere tochter hab ich mit ende 30 bekommen, bereits als sie 10 monate alt war haben wir beschlossen „es darauf ankommen zu lassen“. zum einen weil wir extrem gerne mehr kinder haben moechten (ich hab immer schon von 4 kindern getraeumt, herzlichen glueckwunsch liebe anja an dieser stelle!!!), zum anderen weil ich natuerlich auch diese idee im kopf herumschwirren hatte, dass ein knapper abstand fuer die kinder „besser“ waere, und natuerlich auch fuer mich „praktischer“ was arbeit, und das in der kleinkind-mama-welt bleiben betrifft. leider sind daraus jetzt schon mehr als 3,5 jahre geworden, und ich kann euch ganz ehrlich sagen, das beschaeftigt einen schon sehr! und viel! der abstand zu unser tochter waere jetzt schon 5 jahre. mein mann und ich sind beide voellig gesund (natuerlich haben wir das in dieser zeit abklaeren lassen), 35 jahre alt und (immer noch) voller hoffnung, aber ich haette mir NIEEEE gedacht, dass dieses thema fuer uns ueberhaupt eins werden wuerde. man vergisst als frau oft viel zu schnell, dass ein kind zwar (im „perfekten“ abstand) geplant werden kann, es aber keinerlei garantie dafuer gibt dass der plan auch aufgeht.
alles liebe nochmals!

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hoffnungsvoll ;) 1. Dezember 2016 - 18:01

… ende 30 soll heissen kurz vorm 31. geburtstag 😉 … ganz offensichtlich zuviel rechnerei bei diesem thema

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Inga 1. Dezember 2016 - 13:25

Herzlichen Dank für deine tollen Worte! Mein Sohn ist gerade drei geworden, im Freundeskreis kommen nun die zweiten und dritten Kinder und immer wieder muss ich mich anscheinend rechtfertigen, warum das bei uns noch nicht so ist. Der „perfekte Abstand“ spielt dabei dauernd eine Rolle- und ich kann nur sagen: diesen Abstand muss wohl jede Familie selbst bestimmen. Denn neben den zukünftigen Geschwistern spielen eben auch die Eltern eine Rolle- und eben auch oft ein kleines Wunder. Ich kann mir schon lange das zweite Kind vorstellen, doch bis jetzt hat es noch nicht zu uns gefunden. Und anstatt dauernd zu hören dass „ein bis eineinhalb“ Jahre ja perfekt seien, sollten diese laut tönenden Frauen mal innehalten, das Hirn einschalten und sich ihr gegenüber mal genauer ansehen- denn aus so lapidar gesprochenen Worten können schnell Verletzende Spitzen werden. Liebe Grüße!

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weib 1. Dezember 2016 - 10:40

Vielen Dank, Anja, für Deine – wie so oft – wahren Worte. 🙂
Meine Kinder sind 24, fast 23, 8, 6 und 4 Jahre alt, die „Beutekinder“21 und 16, und es ist mal perfekt, mal weniger – aber immer liebe-voll.
Es hat nach Tod meines Mannes eben 10 Jahre nicht der richtige Partner meinen Weg gekreuzt. Und dann begegneten wir uns und hatten sogar das Glück, gemeinsame Kinder zu bekommen. Und der Wunsch nach einem weiteren kleinen Sonnenschein schwebt hier täglich herum. Bisher war es uns nicht nochmals vergönnt.
Gedanken um den idealen Abstand, den idealen Geburtsmonat, ….was auch immer ideal sein soll…..sind oft von der Realität, dem Leben, der Fügung… abhängig. Und dann?
Erfreuen wir uns an den Gegebenheiten oder hadern wir?
Ich wünsche Dir von Herzen eine schöne Kugelzeit, eine stärkende Geburt und eine wunder-volle Zeit mit Deiner großen Familie. 🙂

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kiddo the kid 1. Dezember 2016 - 09:48

Danke für diesen Text. Ich bin eine mit großen Ambivalenzen. Mein eines Kind ist wundervoll. Und mein Herz flüstert leise den Wunsch nach einem zweiten, aber mein Bauch und mein Kopf sind immer noch dagegen. Klar ist für mich, ich werde nur dann überhaupt versuchen, noch ein Kind zu bekommen, wenn ich es wirklich, wirklich will – und wenn das nie ist, dann ist es so. Und wenn es heißt, dass da ein großer Altersabstand ist, dann ist das auch so.

Und die Biologie wird auch noch mitreden, ich bin nämlich (schon?) 38. Wie auch immer, Deine Worte fand ich sehr schön, sehr in-sich-ruhend, voller Liebe. Danke.

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Anni B 1. Dezember 2016 - 08:19

Erstmal herzlichen Glückwunsch! Toll dass bei euch ein Viertes kommt! Ich krieg beim Altersabstand immer Brechreiz. Wer bitte bestimmt denn den idealen Altersabstand? Entscheide ich mich gegen ein weiteres Kind, weil ich den perfekten Abstand um 3 Monate und 2 Wochen verpasst habe? Was ist mit Familien, die sich schon eher ein weiteres Kind wünschten, es aber nicht klappen wollte? Oder Eltern, die sich bewusst für einen größeren Abstand entscheiden, weil vielleicht in der aktuellen Situation ein weiteres Kind aus welchen Gründen auch immer nicht so gut handelbar wäre? Diese ganze Diskussionen, dass man „irgendwann ja mal durch sein will“ oder lieber keine 2 Wickelkinder parallel oder erst recht 2 Wickelkinder parallel haben will…dieses Thema ist echt ein Aufreger für mich. Ich habe meine Kinder nicht wegen eines Altersabstands bekommen, sondern weil sie gewünscht und heissersehnt waren. Leute gibts…echt…
Und wie Du schreibst: Liebe ist keine Frage des Alters.
VG von Anni.

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Maxmix 1. Dezember 2016 - 08:49

Hallo Anni, ich verstehe, was dich so aufregt, und ich freue mich, dass es Frauen bzw. Familien gibt, die nicht zweifeln, dass sie es nervlich/finanziell/organisatorisch schaffen, wenn noch ein Kind kommt. Aber die Frage nach dem Altersabstand ist im Grunde auch immer die Frage nach „Schaffen wir das noch, ein weiteres Kind, mit allem, was dazugehört?“ und dann spielt eben doch manchmal ne Rolle, wie weit die Geschwister miteinander klarkommen, ob man sich zutraut, zwei Kleinstkinder zu betreuen etc. Es ist klasse, dass Frauen wie du sich das ohne Frage zutrauen, aber es gibt auch welche, die das nicht ohne weiteres für sich sagen können und über alle möglichen Umstände nachdenken (müssen). Das soll keine Kritik an deiner Sichtweise sein, dir aber vielleicht erklären, warum das für manche doch ein Thema ist…

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Anni B 1. Dezember 2016 - 14:02

Naja, das schrieb ich ja oben, dass ein weiteres Kind für die Eltern auch handelbar sein muss. Und da spielen vielleicht auch Gedanken an den Altersabstand rein. Aber letztlich gehört da ja auch Glück dazu. Mir ist dieser Ansatz allein zu theoretisch! Der Altersabstand kann vermeintlich perfekt sein. Dann ist aber vielleicht die Geburt schwer, das Kind krank, vielleicht gibt es Zwillinge, vielleicht kommt das große Kind trotz perfekten Abstands nicht gut mit der neuen Situation zurecht, vielleicht verliert ein Elternteil seine Arbeit. Und ja, natürlich kann und darf man sich Gedanken machen, was man sich selber gerne wünschst. Aber ich finde es unsensibel und Dumm Schwangere oder Mütter anzusprechen ob der (grosse) Abstand denn geplant war oder (vermeintlich) nicht-Schwangere zu fragen, ob sie denn wohl kein Zweites wollen, wenn nicht püntklich zum 2. Geburtstag des 1. Ein Babybauch sichtbar ist. Darum ging es mir eigentlich.

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Anni B 1. Dezember 2016 - 14:05

Ach ja und gerade weil ich es mir nicht zugetraut habe 2 Kleinstkinder zu betreuen, berufsbegleitend studieren wollte und das große Kind nicht einfach war, haben unsere einen Abstand von knapp 4 Jahren, obwohl ich dachte dass ein kürzerer Abstand sicher besser wäre. Für die Kinder und ihre Beziehung. Und jetzt? Es ist gut bei uns so wie es ist. Das kann einem vorher halt aber auch keiner sagen! Da steckt man doch ganz oft nicht drin!

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Maxmix 1. Dezember 2016 - 19:49

Da bin ich ganz deiner Meinung – man steckt, trotz aller Hirnerei, oft nicht drin. Und ich habe es mir auch nicht zugetraut, 2 Kleinstkinder gleichzeitig zu betreuen, und auch berufliche Gründe spielen da mit. Und ich finde es ebenso unsensibel, wenn Frauen auf den vermeintlich großen Abstand angesprochen werden oder ausgefragt wegen des nächsten Kindes…Und du hast völlig erecht, je mehr ich lese, und auch vor allem nach Anjas Text oben, ist mir auch klar, dass es allein am Altersabstand nicht hängt, nicht hängen darf und hängen soll. Aber auch ich bin wohl opfer genau dieser Denkmuster, dieser Leute, die genau danach fragen: Warum der oder der Abstand, warum noch kein Kind/schon ein Kind…Du bist da wahrscheinlcih schon einen Schritt weiter im Sich-frei-machen von solchen Denkmustern…

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M 1. Dezember 2016 - 09:27

Viel haengt wohl auch einfach damit zusammen, wie man selbst gross geworden ist und wie man Altersabstaende in der Familie und im Umkreis erlebt und erfahren hat.
Beide von meinen Eltern haben grosse Altersabstaende zu ihren jeweiligen Geschwistern, und leider ist es in beiden Faellen so, dass sie sich nicht gut verstehen. Ob es mit geringerem Altersabstand anders waere, weiss man natuerlich nicht, aber so etwas praegt einen einfach sehr. Ob man will, oder nicht, und es beschaeftigt einen.

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Birthe 30. November 2016 - 23:33

Guten Abend und erstmal noch herzlichen Glückwunsch
Meine Geschwister sind 8 und 10 Jahre jünger und ich muss sagen, dass es nach acht Jahren Einzelkind-Dasein ganz schön hart war, „entthront“ zu werden. Ich war oft Babysitter und hatte so meine Rollenkonflikte – große Schwester aber auch Miterzieherin. Und die „vernünftige“ große Schwester sein war oft nervig. Die zwei „Kleinen“ (heißen sie mit Mitte/Ende zwanzig immer noch ) haben immer viel miteinander gespielt und eine sehr innige Beziehung. Ich war mit 14 nicht mehr mit im Familienurlaub und bin ausgezogen, als mein Bruder 9 war. Die Beziehung wird, je älter wir werden enger und ich bin heute unendlich froh und dankbar, noch Geschwistern bekommen zu haben. Wir können uns auf einander verlassen, haben den selben Humor und wissen: wenn unsere Eltern mal nicht mehr so fit sind, kümmern wir uns gemeinsam!

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Lara 30. November 2016 - 21:59

Ja, im Endeffekt ist es wohl wirklich eine sehr persönliche Entscheidung. Familien sind nun mal verschieden. Wir sind uns noch gar nicht sicher, ob es überhaupt ein zweites Kind geben wird. Für mich ist es aber auch wichtig, dass das große Kind schon eine gewisse Eigenständigkeit hat und es nicht im Drama endet, nicht mehr die alleinige Nummer eins. Hinzu kommt, dass ich der Meinung bin, dass sich der Körper der Frau erstmal von der Geburt erholen soll. Die WHO empfiehlt ja einen 2 Jahresabstand zwischen Schwangerschaften. Doch wie eingangs geschrieben, am Ende ist es eine individuelle Entscheidung. 🙂

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Krüml 30. November 2016 - 21:27

Meine kleine Schwester und ich sind 8 Jahre auseinander und sie ist das coolste von meinen Geschwisterkindern 😀 Mit meinem großen Bruder, der 1,5 Jahre älter ist als ich komme ich so lala zurecht, mit meinem kleinen, von dem mich 4 Jahre trennen überhaupt nicht.
Für meinen Teil möchte ich allerdings einen kurzen Geschwisterabstand hin bekommen, weil ich nicht ovn der Elternzeit wieder auf Arbeit erscheinen möchte „achja..bin schwanger und demnächst wieder zwei Jahre weg.“ Fänd ich ganz schön unfair dem AG gegenüber (auch wenn der mir gegenüber nciht immer fair ist)

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Dani 30. November 2016 - 20:42

Ich muss sagen, de Beitrag beruhigt mich ein wenig. Unsere Tochter ist 6, und von Anfang an war uns klar, dass wir mehrere wollen aber nicht so nah beieinander. Ich selbst habe klar gesagt, das ich erst noch ein Kind haben möchte, wenn ich es WIRKLICH möchte. Ich hatte so eine schwere Zeit, emotional, nach der Geburt, das ich es mir kaum vorstellen konnte noch ein Kind zu bekommen.

Wie gesagt, 6 Jahre später bin ich dann soweit, und weil mir einerseits der Altersunterschied ganz gut gefällt, macht es mir schon Sorgen. Wir arbeiten noch am zweiten 😉 also kann es sogar 7 Jahre Unterschied sein. Oma und Opa waren beide die Jüngsten von drei Geschwistern und der Nächste war 7 Jahre älter. (Und bei meiner Mutti dann nochmal 7 zum grossen Bruder). Meine Mutter hatte da nicht so dolle Erinnerungen, kann aber auch generell an Persönlichkeiten liegen. Man weiss es nicht.

Aber es ist schön zu sehen, das es durchaus sehr positiv sein kann. (Mein Mann ist 9 Jahre älter als sein Bruder..und die beiden verstehen sich ganz gut)

Viel gequatscht, nicht viel gesagt. Toller Beitrag 😀

Dani

Antworten
Franzi 30. November 2016 - 20:29

Hallo Anja, wir haben 4 Kinder im Alter von 6, 4,,2 Jahre und 4 Monate. Ich habe mir den Abstand so gewünscht und es ist für mich gut.es ist durchaus anstrengend, muss oft mehrere Bedürfnisse gleichzeitig stillen. Aber das ist bei einem anderen Altersunterschied auch. Jeder Altersunterschied ist gut, ist doch schön, wenn man Geschwister hat.

Antworten
Martje 30. November 2016 - 20:29

„Dieses idealerweise vorhandene enge Band zwischen Geschwistern ist, glaube ich, keine Frage des Alters, sondern mehr ein Gefühl, sich mit einem anderen Menschen auf ganz besondere Weise verbunden zu fühlen.“ Das ist ein wahnsinnig schöner und wahrer Satz! Danke, für den Artikel, du bringst oft Dinge auf den Punkt, von denen eine Ahnung in meinem Kopf herrscht. Auch abseits von Instagram nochmal alles Liebe zum Bauchbaby.

Antworten
Maxmix 30. November 2016 - 20:26

Liebe Anja ( ich hoffe duzen ist okay…),
Ich bin die Leserin, die diese Frage gestellt hat, und ich möchte zunächst ein großes Danke aussprechen – da schaue ich Grade wieder bei euch rein und Zack, gibt es als Antwort auf meine Frage nicht nur ein Kommentar, wie ich gehofft, aber nicht ernsthaft erwartet hatte ( man kann nicht immer auf alles Antworten, das ist auch völlig ok so!), Sondern es kommt ein ganzer großartiger Artikel! Und dazu noch ein so einfühlsamer! Du ziehst mir einige Gedankengänge auf, die sehr richtig sind, die ich aber in meiner Fokussierung auf den Altersabstand gar nicht bedacht hatte, zum Beispiel dass viel mehr die Charaktere der Geschwister eine Rolle spielen, als der Abstand. Dass in einer Familie ja eh viele Altersabstand drin sind und es trotzdem funktioniert. Dass wenn die Liebe da ist, jeder seinen Platz findet. Und letzten Endes dass eben nicht alles planbar ist und man sich auf das Wunder einlassen muss. Du hast so Recht! Und diese Gedanken lindern auf jeden Fall den Druck, einen gewissen Abstand hinbekommen zu müssen. Vielen Dank für diesen Artikel, die Schnelle Antwort und Reaktion – ein bisschen fühle ich mich beschenkt. Wenn man als Leser doch euch auch etwas von dem, was ihr gebt, zurückgeben könnte! Alles Gute für Nr. 4!
Maxmix

Antworten
Frau E. 30. November 2016 - 20:10

Liebe Anja,

ein schöner Text – „Liebe ist ja ohnehin keine Frage des Alters „…so ist es ja. 🙂
Ich wünsche Dir, Euch eine glückvolle Schwangerschaft und freue mich unbekannterweise mit, dass Ihr im kommenden Jahr dann den Status der „Groß-„Familie habt 🙂

Alles Gute von
Frau E.

Antworten
Nicole 30. November 2016 - 20:05

Wir haben 3 Töchter, fast 10, 6 und 1. Wir haben uns nie Gedanken über den Altersabstand gemacht, sondern im jeweiligen Hier und Jetzt geschaut und gedacht „Passt!“. Unsere Mädels haben ein schönes und gutes Verhältnis zueinander. Die beiden älteren teilen sich sogar ein Zimmer. Natürlich gibt es auch mal Zank und Streit, aber das gehört wohl einfach dazu. Wichtig, finde ich, ist zu schauen, dass jedes Kind seine Exklusiv-Zeit bekommt und sich auch mal allein zurückziehen kann.
Ich wünsche dir für das Vierte alles Gute 🙂

Antworten
Ira 30. November 2016 - 19:16

Kinder zu haben ist toll. Vier Kinder zu haben ist mutig. Glückwunsch!!! Ich habe zwei Kinder und würde vom ganzen Herzen mir noch ein Kind wünschen. Nur habe ich selbst zwei Geschwister. Mein älterer Bruder, das Kind Nummer 2 in meiner Familie, hat meinen Eltern vorgeworfen, dass sie sich immer nur um die ältere und jüngere Schwester gekümmert haben, und sehr wenig um ihn, dass sie nie genug Zeit/Möglichkeiten/Geld etc. für ihn hatten. Er ist in der Tat sehr früh selbständig und unabhängig von der Familie geworden. Daher habe ich Angst, dass ich bei meinen jetzigen Kindern zu kurz kommen werde, wenn noch ein Geschwisterkind kommt. Wie ist es in eurer Familie?

Antworten
Anja 30. November 2016 - 20:00

Liebe Ira,

auch ein oder zwei Kinder zu haben ist mutig-einfach weil man bereit ist, sich auf etwas einzulassen, was sich nicht wirklich planen lässt;) Die Erfahrungen die Dein Bruder mit Deinen Eltern gemacht hat, würden ja nicht zwingend die Erfahrungen sein, die Dein (3., 4.,…) Kind mit Euch machen würde. Ich denke, es gibt immer etwas, was Kinder ihren Eltern vielleicht später „vorwerfen“ können, ob Einzelkind oder Kind mit mehr oder weniger vielen Geschwistern. Entscheidender ist da sicherlich, wie es Euch als Eltern mit dem Gedanken an ein weiteres Kind geht und was Ihr Euch vorstellen könnt. Das Gefühl nicht allen Kindern gerecht werden zu können, hatte ich zum Bespiel beim zweiten viel mehr als beim dritten Kind- vielleicht weil der Schritt von einem Kind auf zwei doch größer ist als von zwei auf drei Kinder. Die Veränderungen, die das zweite Kind mit sich brachte, waren irgendwie wesentlich einschneidender und haben den Familienalltag viel mehr verändert. Natürlich „läuft kein Kind einfach mit“, sondern bringt seine Bedürfnisse mit genauso wie die Geschwister schon zuvor, aber vieles ist doch irgendwie auch einfacher. Und manchmal muss man vielleicht doch einfach auf sein Herz hören:)
Ich wünsche Euch eine gute Entscheidungsfindung, die sich für Euch-und nur für Euch- richtig und gut anfühlt.

Liebe Grüße,

Anja

Antworten
Bea 30. November 2016 - 18:00

Hallo Anja, ich kann deine Worte nur bestätigen 😉 wir haben 4 Kinder im Alter von 22, 17, 5 und 2 und alle lieben sich heiss und innig! Alles Gute für Eure Großfamilie!

Antworten
Mimi 30. November 2016 - 18:23

Das ist ja toll! <3

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