„Es war ja abgemacht, dass ich zu Hause bleibe“

von Anja

Immer und immer wieder begegnet mir als Hebamme die Situation im späten Wochenbett, dass eine Mutter mit dicken Augenringen die Tür öffnet und gefühlt völlig am Ende ihrer Kräfte ist. Oft sind es Frauen, die einen Partner an ihrer Seite haben. Einen Partner, der sie liebt und der das Kind liebt. Elternzeit hin oder her – die meisten Mütter stehen bereits ein paar Wochen nach der Geburt alleine mit dem Baby da, weil der Vater wieder in seine Berufstätigkeit zurückgekehrt ist. Nicht selten in einen Job mit langen Arbeitszeiten und vielleicht auch hoher Verantwortung. Aber was tun die Mütter in dieser Zeit?

Richtig: Einen Job ausüben, der die Verantwortung für einen sonst völlig hilflosen und bedürftigen kleinen Menschen übernimmt. Einen Job, der manchmal gefühlt endlose Arbeitszeiten hat – und das ohne Pause. Es soll an dieser Stelle kein verbaler Machtkampf werden, welches Elternteil mehr leistet. Aber wenn sich Paare für diese recht klassische Rollenverteilung entscheiden, sollte trotzdem klar sein, dass die restliche gemeinsame Zeit auch gemeinsam aufteilt wird.

Oft sagen mir Mütter den Satz „Es war ja abgemacht, dass ich zu Hause bleibe“, wenn ich danach frage, ob der Vater in der Nacht auch mal phasenweise das unruhige Baby übernehmen kann. So könnte die Mutter vielleicht doch mal ein wenig mehr als nur eine Stunde am Stück schlafen. Ja, vielleicht war vor der Geburt abgemacht, dass sich die Mutter in der Zeit, um das Baby kümmert, in denen der Vater beruflich abwesend ist. Aber damit sollte nicht gemeint sein, dass die restliche Zeit ungleichmäßig zu Lasten eines Elternteils verteilt ist. Oft wird gegen die Unterstützung in der Nacht argumentiert. Der Partner müsse ja halbwegs ausgeschlafen sein, um den nächsten Tag an seiner Arbeitsstelle gut bewältigen zu können.

Jedes Kind bringt andere Bedürfnisse mit

Eine Mutter sollte aber ebenso ein Mindestmaß an Schlaf bekommen. Sie muss am nächsten Tag ihre verantwortungsvolle Tätigkeit ebenso gut bewältigen können. Denn die Tage mit Baby werden zu einer teils nicht mehr tragbaren Belastung, wenn ein massiver Schlafmangel vorliegt. Mit ein bisschen Müdigkeit hingegen können beide Eltern ihren Job halbwegs gut bewältigen. In dem Wissen, dass auch wieder leistungsfähigere Tage kommen werden. Bei der Absprache darüber, wie Eltern sich Beruf und Familienalltag zukünftig aufteilen möchten, sollten nicht nur die acht oder vielleicht auch mehr Stunden Berufstätigkeit am Tag berücksichtigt werden. Auch die restlichen Stunden bedeuten als Eltern nun eben nicht mehr nur noch ein bisschen Haushalt, relativ viel Freizeit und vor allem ausreichend Schlaf.

Sicherlich muss man nicht im Vorhinein sklavisch festlegen, wer wann was macht. Aber eine generelle Bereitschaft, sich die Dinge zu teilen, ist sicherlich wichtig. Jedes Kind bringt andere Bedürfnisse mit und jede Entwicklungsphase ebenso. Das, was eine Zeit lang gut lief, passt vielleicht ein paar Wochen später schon nicht mehr. Es wird einem also als Eltern nichts anderes übrig bleiben, als immer wieder neu darüber zu reden. Und Vereinbarungen so zu justieren, dass es für alle passt.

Beim ersten Kind haben wir jungen Eltern auch versucht, „neben dem Baby“ noch eine laufende Hebammenpraxis, ein Studium und eine Vollzeitstelle unter einen Hut zu bekommen. Und sind damit natürlich auch streckenweise immer wieder gescheitert. Wir hatten vorab viel Zeit investiert, das Berufsleben zu organisieren. Aber dabei wohl ein bisschen vergessen, dass die Absprachen für die Zuständigkeiten in der gemeinsamen Zeit zu Hause genauso wichtig sind.

Aber vieles lernt man im Elternleben auch erst dann, während man das Leben als Eltern lebt. Das habe ich selbst so wahrgenommen. Ich sehe es auch immer wieder in der Hebammenbetreuung. Wenn Familien noch auf der Suche nach einem für sie passenden Weg sind, mit dem letztlich alle zufrieden sind. Aber eines ist klar: Die Tatsache, dass einer „zu Hause bleibt“, bedeutet eben nicht, dass er dort deshalb 24 Stunden am Tag für alles zuständig ist.

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21 Kommentare

Oma Wetterwachs 18. April 2017 - 12:38

Wir teilen uns die Arbeit mittlerweile nach der klassischen Rollenverteilung.
Mein Mann hat nach dem ersten Kind oft geholfen, ist nachts auch mal aufgestanden und hat die Windeln gewechselt. Das Ergebnis war, dass er völlig übermüdet auf der Arbeit war und seine Tätigkeit nur mit Mühe ausführen konnte. Das war bei seiner Arbeit etwas, das man nicht tolerieren kann. Also habe ich nach und nach alle Aufgaben übernommen. Auch beim zweiten Kind. Und obwohl das zweite Kind ein Nichtschläfer war, hat es funktioniert. Ich war zwar täglich übermüdet und hatte nachts praktisch gar keinen Schlaf und tagsüber zwei Kinder zu betreuen, aber ich war ja mit ihnen zu Hause. Oder draußen. Alles für mich eingeteilt, wie ich es brauchte. Und wenn die Große intensiv spielte, konnte ich mich mit dem Kurzen auch mal hinlegen und beim Stillen eindösen. Das kann der arbeitende Part nicht. Der muss morgens füh zur Arbeit und funktionieren. Teils ohne Mittagspause, etliche Aufghaben, die alle mit höchster Konzentration bewältigt werden müssen… und abends kommt der erschöpfte Mann von der Arbeit und die Kinder springen um ihn herum. Ehrlich: Vor den Kindern habe ich auch gearbeitet. Abends konnte ich ein Minimum an Hausarbeit erledigen, meist habe ich aber alles liegen lassen, mir etwas zu Essen gemacht und die Hausarbeit auf das Wochenende verschoben. Ich war fertig von der Arbeit. Meinem Mann geht es immer noch so. Trotzdem spielt er mit den Kindern nach der Arbeit Uno oder Memory. Nur spielen. Mehr nicht. Mehr soll er auch nicht mehr tun. Die Kids sind jetzt 4,5 und 3 Jahre alt. Ich habe das Privilig noch zu Hause sein zu dürfen und es wird noch von Monat zu Monat einfacher. Ich übernehme mittlerweile auch noch immer mehr Aufgaben des Mannes zusätzlich. Alles, was er von zu Hause aus erledigen muss, mache ich jetzt soweit es geht für ihn. Ich verlange von ihm nur, dass er nach der Arbeit für die Kinder präsent ist. Und wenn der Tag anstrengend war, dann darf er auch gerne einfach mal die Tür hinter sich zu machen. Er liebt seine Kinder und es fällt ihm schwer. Er versucht so oft er kann für sie da zu sein. Und wenn er sich nur auf das Sofa setzt und anwesend ist. Warum sollte ich, die den ganzen Tag so aufteilen kann, wie sie es möchte, ihn noch mit zusätzlichen Aufgaben betreuen? Er kann sich den Tag nicht aufteilen, wie er es möchte oder auf der Arbeit wirklich entspannen… Kinder sind etwas wunderbares und sie geben mir jeden tag neue Kraft, die mir hilft den Alltag mit ihnen wunderbar zu bewältigen. Meist sind die Mütter doch nur so gestresst, weil ihre Anforderungen an sich selbst, den Haushalt und die Kinder dermaßen hoch sind, dass sie es ohne weitere Hilfe nicht schaffen. Seltsamerweise sind die meisten Väter, die zu Hause bleiben zur Kinderbetreuung, oft wesentlich entspannter… Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich sehr froh bin mit unserer klassischen Rollenaufteilung. Wir müssen uns nicht darüber streiten, ob jeder auch seine 50% perfekt erledigt hat. Jeder hat seine Aufgaben. Und wenn der Haushalt mal liegen bleibt, nervt das zwar, aber es ist kein Weltuntergang. Hauptsache die Kids sind glücklich.

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Opa Regenzeit 31. Oktober 2019 - 17:08

@Oma Wetterwachs

Nachteil eures Modells ist jedoch, dass du (vermutlich) 100%ig von deinem Mann und seinem Einkommen abhängig bist.
Eure Jobs klingen ganz schön anstrengend. Bei allen “Büromenschen” hingegen kann ich es nicht nachvollziehen, wenn in der stressigen Kinder-Anfangszeit abends nicht mehr bei Kindern und Haushalt mit angepackt werden kann… aber solange _wirklich_ alle glücklich sind – bitteschön. 😉

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Anne 26. Februar 2017 - 12:29

Sicher kann man morgens noch etwas länger liegen bleiben, wenn die Nacht anstrengend war und der Mann schon längst hoch musste. WENN man nur ein Kind zu versorgen hat. Beim zweiten Kind geht das nicht mehr, denn ersteres möchte in die Kita und ist im schlimmsten Fall Frühaufsteher. Und dahin ist das längere ausschlafen.
Ich finde es in Ordnung, wenn ich nachts mehr gefordert werde, beanspruche dann aber auch Ausgleichszeiten. Entweder er geht nach der Arbeit mit den Kids noch eine Stunde raus oder (was Gold wert ist) er steht am Wochenende mit den ihnen auf und ich darf noch weiterschlafen.

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Sabinchen 14. Februar 2017 - 21:28

Widerspruch! Wer stillt, entscheidet sich per se auch für die Nächte, da brauchen wir uns nix vorzumachen. Und mit Elterngeld und Elternzeit haben die meisten von uns den Luxus, ein Jahr oder länger auszusetzen und müssen nicht frühmorgens frisiert im Büro oder sonst wo sitzen. Sorry, aber mir geht das Gejammer auf den Keks. Wer das anders will, sollte von Beginn an eine andere Aufteilung wählen. Geht doch heute. Machen aber nur wenige..

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Sarah 13. Februar 2017 - 10:17

Wir bekommen hier nach 2 Jahren eine 50% Aufteilung hin. Nur die ersten paar Wochen im Wochenbett mussten wir uns erst einspielen und da war die Überraschung abends schon manchmal groß, dass im Haushalt nichts gemacht war. Das hatte sich nach einigen hitzigen Diskussionen aber schnell gelegt. Vor allem, als ich meinem Mann vor Augen führte, dass er jeden Mittag in die Kantine geht und ihm dort jemand einen Teller mit warmen Essen in die Hand drückt. An schlechten Tagen hat man als Elternteil, der daheim bleibt, mit Glück ein belegtes Brot oder eine Banane im Magen, wenn es auf die Abendzeit zugeht.

Und es stimmt: lieber sind beide ein wenig müde als einer am Ende seiner Kräfte. Und zumindest bei uns hatten und haben alle Kollegen des Mannes Verständnis, wenn eine Nacht mal weniger prickelnd war (“ach ja, die Zeiten kennen wir auch noch…”).

Ich bin ganz ehrlich: ich muss mich immer sehr darüber ärgern, wenn alles an dem Elternteil hängen bleibt, der dabei ist (oftmals die Frau). Immerhin hat man zusammen ein gemeinsames Kind bekommen!

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Krüml 10. Februar 2017 - 21:47

Ich gehöre zu den “Der Mann muss doch Nachts schlafen und morgens früh raus”-Mamas. Aber Ich habe da meine Hintergedanken, die mit bisher nur einem Kind und einem wunderbarem Mann ganz gut passen: Mein Mann muss unter der Woche früh raus, kommt dafür aber auch verhältnismäßig viel früher heim und übernimmt dann auch mal das Kind. Ich kann eh noch ein bisschen länger schlafen, da unser Sohn doch noch halbwegs lange schläft – dafür aber den ganzen Tag über fit wie ein Turnschuh ist und mich zu kaum etwas kommen lässt.
Am Wochenende bin ich auch die Nachtaufwacherin – dafür übernimmt mein Mann dann ab Babyaufstehzeit und ich kann tatsächlich mal ein bisschen “ausschlafen” wofür ich ihm jedes mal aufs neue Dankbar bin. Als Langschläfer sind dies 2-3 Stunden morgens gefühlt viel mehr wert als das “aufwachen, Kind andocken und wieder wegdösen” mitten in der Nacht.

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Kerstin 10. Februar 2017 - 06:16

Die Idee ist sicher richtig. Aber was, wenn das Baby bei der Betreuerteilung nicht mitspielt? Unser Kind wollte ausschließlich nur bei Mama sein. Papa ging nur bei guter Laune, und schon mal gar nicht in der Nacht. Und schreien lassen war für uns keine Option, auch wenn das Kind scheinbar grundlos beim liebenden Papa brüllt – für das Kind war es Stress, und für die Eltern auch. Also bin ich in die klassische Mutterrolle gerutscht, in die ich doch so gar nicht hinein wollte – weil unser Kind sich nur eine Bezugsperson ausgesucht hat, bei der es sich wohl fühlte.

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Julia 9. Februar 2017 - 14:14

Wir hatten auch die klassische Rollenverteilung. Mein Mann musste um 5 auf und verrichtete körperlich schwere Arbeit, mir hat es am Anfang so leid getan, ich bin nämlich zu nichts zu Hause gekommen und wenn er heim kam wartete auch noch viel Haushaltsarbeit auf ihn. Unser Sohn war ein Dauertrinker an meiner Brust, nachts stündlich wach und die erste Zeit hat er eigentlich nur auf mir geschlafen. Das Stillen hat mein Mann natürlich nicht übernehmen können, aber nachts ist er auch fast jedes Mal aufgewacht, obwohl ich versucht habe ihn nicht zu wecken. Ich hab dann mit unserem Sohn noch den halben Vormittag im Bett verbracht und konnte etwas Schlaf aufholen. Später konnte er besser schlafen und nur mehr ich bin zum Stillen aufgestanden. Meinem Mann bin ich sehr dankbar, dass er mich so im Haushalt und mit dem Baby unterstützt hat, obwohl er körperlich echt fertig von der Arbeit war. Jetzt hat er zum Glück eine Arbeit, die ihm nicht seine ganze Energie raubt und er auch morgens länger schlafen kann. Wichtig ist denk ich einfach, dass beide Partner das geben, was sie können und sie sich gegenseitig so gut wie möglich unterstützen.

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Nadine 9. Februar 2017 - 11:44

Bei uns war es andersrum: Mein Mann war zu Hause und ich erst im Studium&Arbeit, später in der Vollzeit-Arbeit. Ich denke schon, dass man auf Arbeit dem Stress auch entfliehen kann. Morgens im Büro einen Kaffee zu trinken, ist ein Luxus, den der Elternteil zu Hause eher nicht bekommt. Abhängig von Charakter und Anzahl der Kinder sicherlich, aber ich erinnere mich noch an Tragen-Tragen-Stillen-Windelnwechseln-Tragen-Tragen und ja, das Baby schläft auch mal, aber viel zu wenig 😀 und in dieser Zeit versucht man dann ja doch schnell mal zu kochen, Wäsche zu waschen, aufzuräumen ect.. Beide Elternteile haben nach ihrem Arbeitstag Sehnsucht nach Entspannung, denke ich und man sollte einander die Entspannung auch ermöglichen.

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Ceyda 9. Februar 2017 - 11:36

Unsere Nächte waren zum Glück so einfach, dass weder ich noch mein Mann auf viel Schlaf verzichten mussten (Familienbett usw.)
Auch bei uns gibt es die traditionelle Rollenverteilung und jetzt beim dritten Kind merke ich, dass mein Mann auch etwas im Haushalt übernimmt und es gut macht (klar, nicht so wie ich, er vergisst einiges, aber hey, Stichwort komparativer Vorteil, ich nehme was ich kriegen kann).
Ich merke auch, dass man viel mehr reden und verabreden muss, dass man selbstverständliches einfordern darf/muss.
Wer zu Hause bleibt hat aus meiner Sicht den anspruchsvolleren Job. Neben den siche vielen schönen Dingen, hat man spätestens ab Kind 2 weniger Zeit und muss gut organisieren: Bring-/Holzeiten, Sport, Freunde treffen, Einkaufen, Arzttermine. Und während der Mann inder Kantine aussucht, was ihm denn schmecken könnte, hoffe ich manchmal noch etwas im Kühlschrank vorzufinden, dass als (gesundes) Mittagessen durchgeht.
Oft reicht ja eine halbstündige Auszeit vom Familienleben, um sich wieder wie ein normaler Mensch zu fühlen oder einen Abend pro Woche nur für sich (Sport, Kino, Freunde).

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Nadine 9. Februar 2017 - 11:25

Mein Mann war direkt nach der Geburt vier Wochen zu Hause. Er hat das in den Schlaf wiegen übernommen, wenn Stillen nicht reichte, ist nachts aufgestanden und hat Windeln gewechselt bevor er mich zum Stillen weckte und hat mich auch sonst entlastet wo’s nur ging. Auch als er wieder arbeiten war.

Ein großes Problem ist auch nach elf Monaten mein eigenes Gefühl. Intellektuell ist mir bewusst, dass mein job zu hause nicht minderwertig zur Erwerbstätigkeit meines Mannes ist. Es fühlt sich aber irgendwie minderwertig an, auch weil ich so viel im Kopf habe das ich tun möchte und nicht dazu komme. Und dann fällt es mir schwer, um eine Massage oder eine Stunde in der Wanne zu bitten.

Aber es ist auch gesellschaftlich und selbst unter Müttern scheinbar einfach faul wenn man die Kinderbetreuung selbst übernimmt und nicht nach dem MuSch schon wieder arbeiten geht. Wie bei fb mehrfachmamas die ihre Kinder nicht in den KiGa schicken sondern zu Hause bleiben als asozial tituliert werden und dass sie ihren kindern ja schon ein schlechtes arbeitsloses vorbild wären (von anderen Müttern!) erschreckt mich immer wieder. Vielleicht der Neid sif den luxus zeit mit den kindern zu verbringen?

Wie soll irgendwer ein positives Bild von Care Arbeit bekommen, wenn es noch nichtmal die Betroffenen untereinander mit Respekt betrachten? In jeder Selbshilfegruppe ist man froh, Menschen mit gleichem Schicksal/Problem zu treffen und sich auszutauschen und Mut zu machen, nur im Mama Club scheint das ein Ding der Unmöglichkeit zu sein

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Anna 9. Februar 2017 - 10:00

Ja, es ist sicher richtig, dass die Mutter auch einen verantwortungsvollen “Job” hat und auf Schlaf angewiesen ist. Aber…. Sie hat, wenn sie im ersten Jahr zu Hause bleibt, schon auch mal die Möglichkeit einen Mittagsschlaf einzulegen oder sich morgens, wenn das Baby nochmal einschläft, mit hinzulegen. Ist für Berufstätige sicher nicht ganz so einfach möglich, wenn sie nicht gerade selbstständig sind oder in einem hippen Start-Up-Unternehmen arbeiten.
Ich finde, es ist auch so, dass man als Mutter nicht mehr unbedingt soooo viel Schlaf braucht. Wenn man auf 5-6 Stunden innerhalb von 24 Stunden kommt, dann passt das schon eine ganze Zeit lang. Ich finde es wichtig, dass zumindest ein Elternteil gut ausgeruht ist, damit das Nervenkostüm nicht irgendwann total löcherig wird. Bei Beiden. Und der Weg dahin, kann mal so, mal so aussehen. Ich merke immer, wenn ich einen ganzen Tag lang im eigentlichen Job war und nicht die Kinder betreuen musste, dass ich auch recht müde und kaputt bin und auch Pause brauche.

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kiddo the kid 9. Februar 2017 - 11:49

Ehrlich gesagt, war mir der Rat “Schlaf, wenn das Baby schläft” schon immer etwas suspekt. Wenn eine Person mit Baby zuhause ist, fallen ja durchaus auch babyfremde Tätigkeiten an. Die man häufig nur dann in Ruhe erledigen kann, wenn das Baby eben schläft. Oder aber das Baby schläft immer nur eine halbe Stunden am Stück, wie das bei meiner Tochter lange der Fall war. Es war maximal drin, sich mal kurz nebendran zu legen, aber an Schlaf ist zumindest bei mir in so kurzer Zeit nicht zu denken. Oder aber das Baby schlief ausschließlich in der Trage. Hatten wir auch schon.

Und ich finde nicht, dass 5-6 Stunden Schlaf in 24 Stunden ausreichen, nicht einmal, wenn es nur ein paar Wochen sind. Das mag typ- oder altersabhängig sein, bei mir haut das keinesfalls hin.

Ich gebe Dir recht, wenn ich den ganzen Tag gearbeitet habe, brauche ich auch ne Pause. Genauso dringend wie der Mann, wenn der den ganzen Tag mit Kind allein war (mittlerweile ist es im Kindergarten, aber da ist ja auch mal Krankheit oder Wochenendarbeit). Wer braucht nun die dringendere Pause? Kann man nicht verallgemeinern, finde ich, muss man nach individuellem Tageszustand entscheiden.

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Ann 9. Februar 2017 - 12:02

Nicht jedes Baby schläft alleine. Meine Maus schläft tagsüber nur in meinen Armen und mit Stillen zwischendurch. “Schlaf, wenn dein Baby schläft ” ist für mich (und sicher für manch andere Mama/Papa auch) ein Rat, der mich nur müde lächeln lässt.

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Steffi 10. Februar 2017 - 08:51

… und spätestens beim zweiten Kind kann man den tollen Rat “schlaf, wenn das Baby schläft” vergessen. Ich seh es tatsächlich eher andersrum: Wer zur Arbeit geht, kann auch mal eine echte Pause machen… daher: Aufgaben und Belastungen teilen, denn beide müssen an nächste Tag fit sein für ihren Part!

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FrauSchroeder 14. Februar 2017 - 19:51

Mein Mann ist seit heute nach einem Monat Elternzeit wieder am Arbeiten. Und mein “Plan” nach ein paar Nächten war, dass ich diese während der Woche übernehme und er das Wochenende… Mir reichen nämlich 5-6 Stunden nicht und vor allem die Unterbrechungen machen mich fertig. Das Problem: mein Mann wird einfach nicht wach! Das heißt, er würde es sofort machen, aber ich muss ihn wecken, dann bin ich eh wach bis er zurück kommt oder werde dann wieder wach und dann kann ich auch direkt selbst aufstehen.
Ich bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt.

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Teresa 9. Februar 2017 - 09:39

.
Mein Mann war zum Glück von Anfang an bereit, auch nachts Verantwortung zu übernehmen und mich zu unterstützen, wo es geht. Stillen konnte/kann er mir natürlich nicht abnehmen. 😉 Aber von außen kam dann oft, aber er muss doch arbeiten! Mich hat das so aufgeregt. Schließlich hab ich den Job, bei dem man nie Feierabend hat und nur dann mal Pause machen unddurchatmen kann, wenn das kleine Menschlein es zulässt und nicht, wann ich will. Mein Mann sieht das auch so und hilft mir, wo er kann.

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Silke 9. Februar 2017 - 09:33

Bei unseren beiden Kindern haben wir auch die klassische Rollenverteilung gemacht, einfach weil man Mann besser verdient und ich es genossen habe, zuhause zu sein. Daher fühle ich mich auch eher für die Nächte zuständig, mit den oben genannten Argumenten. Bei uns war es aber eine gute Lösung, dass so etwa morgens ab 4 Uhr mein Mann zuständig war, ggf. mal später ins Büro ist, so dass ich ab da ein paar Stündchen Schlaf am Stück hatte. Und wenn es tagsüber nicht mehr ging, konnte ich ihn auch anrufen und er hat versucht es irgendwie zu organisieren, schnell zuhause zu sein, notfalls mit einer Schreibtischrunde am Abend. Ich fand es übrigens bei unserer zweiten Tochter viel anstrengender und brauchte seine Unterstützung, weil ja das erste Kind auch meine Zeit fordert und ich nicht uneingeschränkt Pause machen konnte, wenn Baby mal schläft. Daher hatten wir da auch deutlich mehr Diskussionsbedarf und auch Streit, wie unsere Aufgabenteilung aussieht. Ja, auch wenn man vom Geldverdienen-Job heimkommt, braucht man mal eine Auszeit und Minuten für sich – aber ich kann mir meine Auszeiten vom Mama-Job mit einem Baby auch nicht immer hinlegen, wie ich sie gerne hätte.

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Silvia 9. Februar 2017 - 09:23

Neben dem Kind eine Praxis, ein Studium und ein Vollzeitjob? Nebenbei? Haha, sorry, hätte dir von Anfang an sagen können, dass es scheitert. Wir haben “nur” Studium und Vollzeitstelle, und das ist schon eine Herausforderung. Eine zweite Verantwortung, die womöglich thematisch noch ganz woanders liegt (ich meine damit also nicht das zweite Kind, sondern ein eigenständiges Aufgabengebiet), wäre nicht machbar. Beim besten Willen nicht. Aber es gibt sicherlich Erfolgsgeschichten dazu. Von disziplinierten Menschen 🙂

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Gunzi 9. Februar 2017 - 08:53

… und wenn der arbeitende Elternteil sich aus dem Staub macht und nur noch in die eigene Tasche wirtschaftet, sich weigert, Unterhalt zu zahlen, kommen neben den dicken Augenrändern auch noch Geldsorgen dazu. Grausam, was wir Müttern mit unseren Wohnformen antun. Zum Glück gibt es eine Gemeinschaftsbewegung…

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Kathinka 9. Februar 2017 - 08:35

Schön, das auch mal von einer Expertin zu hören, danke! Die meisten Paare, die ich kenne, teilen Familien- und Erwerbsarbeit doch recht klassisch auf. Und immer wieder höre ich
gerade von den Frauen, dass der Partner doch
arbeiten müsse und daher nachts seine Ruhe
brauche. Da komme ich mir als Mütter, die
mehr Engagement einfordert, manchmal
geradezu egoistisch vor. Dabei geht es doch auch darum, die eigenen Grenzen der Belastbarkeit zu kennen und die genauso zu akzeptieren wie die des Partners. Auf Dauer bleiben doch sonst beide auf der Strecke. ..

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