Fragen an die Hebamme: Zu viel Muttermilch – nur ein Luxusproblem?

von Anja

Wenn in der Stillgruppe eine Mutter berichtet, dass ihre Milchbildung nicht ausreichend ist, ist ihr das Mitgefühl der anderen Teilnehmerinnen sicher. Denn die Sorge, dass das Kind nicht satt wird, ist eine tief in Müttern verwurzelte Urangst. Eine Mutter, die den Wunsch hat, ausschließlich zu stillen, fühlt sich oft enttäuscht. Enttäuscht darüber, dass die Stillsituation gerade so stressig ist. Und davon, dass der eigene Körper scheinbar nicht das tut oder zumindest nicht ausreichend, was er nach der Geburt eines Kindes eigentlich tun sollte. Das kann wohl jeder nachvollziehen.

Berichtet allerdings eine Mutter darüber, dass sie gerade unter einer zu reichlichen Milchbildung leidet, wird oft gesagt: „Sei doch froh, dass du so viel Milch hast!“ Doch auch diese Frauen sind nicht froh. Denn eine übermäßige Muttermilchproduktion kann das Stillen ebenso sehr schwierig gestalten. Bisweilen sogar so schwierig, dass die Kinder nicht gut gedeihen. Sie kommen mit der großen Milchmenge und dem starken Milchspendereflex so schlecht zurecht, dass sie nur noch ganz kurz an der Brust trinken.

Unruhige Stillzeit

Typisch ist in diesen Fällen eine recht unruhige Stillzeit. Zum einen haben die Frauen ständig gespannte Brüste. Es läuft oder spritzt sogar zwischen den Mahlzeiten viel Milch aus der Brust heraus. Zum anderen docken sich die Kinder immer wieder ab, weil sie durch den starken Milchspendereflex nahezu von Milch „geduscht“ werden. Sie haben Hunger, können aber nicht entspannt trinken und weinen deshalb. Diese Unruhe macht das Stillen extrem stressig. An ein entspanntes Einschlafen beim Stillen ist gar nicht erst zu denken. Oft schlucken die Kinder viel Luft an der Brust. Das führt dazu, dass sie häufiger mit Blähungen und Koliken zu tun haben. Weil das Baby die entsprechende Menge gar nicht abtrinken kann, haben die betroffenen Mütter vermehrt schmerzhafte Milchstaus.

Wenn die betroffenen Babys immer nur extrem kurz an der Brust trinken können, nehmen sie vermehrt Laktose durch zu viel „Vordermilch“ auf. Das kann zu grünem und schaumigem Stuhlgang führen. Da sie parallel weniger „Hintermilch“ erhalten, kann die Fettaufnahme vermindert sein. Es ist möglich, dass das Baby trotz reichlicher Milchmenge nicht satt wird oder sogar nicht mehr gut gedeiht. Normalerweise ändert sich die Fettzusammensetzung im Laufe einer Stillmahlzeit, so dass „Vorder- und Hintermilch“ sich vermischen und das Ganze in der Regel überhaupt gar keine Rolle spielt.

Abhilfe durch „Bergauf-Stillen“

Doch selbst wenn die Kinder gut gedeihen, ist die geschilderte Stillsituation für viele Mütter sehr stressig. Sie wird hoffentlich ein Anlass, sich geeignete Unterstützung in Form einer Stillberatung zu holen. Denn es gibt durchaus ein paar Möglichkeiten, um die Situation zu verbessern. In „leichteren Fällen“ kann es vielleicht schon ausreichen, dass die Mutter eine Stillposition einnimmt, bei der die Schwerkraft nicht zusätzlich den reichlichen Milchfluss verstärkt. Das „Bergauf-Stillen“ in Rückenlage der Mutter oder auch die Australia-Haltung können solche Positionen sein. Manchmal kann mittels vorheriger Handentleerung der Brust nach Marmet erreicht werden, dass das Baby nicht gleich die großen ersten Mengen so hastig schlucken muss.

Das Baby öfter aufstoßen lassen, ist meist auch sinnvoll. Manche Kinder brauchen eventuell auch einen Beruhigungssauger. Sie können nämlich ihr Saugbedürfnis an der immer vollen Brust gar nicht stillen. Hier empfiehlt sich eine vorherige Absprache mit der Stillberaterin, ob und was für ein künstlicher Sauger passen könnte. Maßnahmen, die die Milchmenge reduzieren, sind das Kühlen der Brüste nach dem Stillen oder auch das Trinken von Salbei- oder Pfefferminztee. In ganz seltenen Fällen ist vielleicht auch nach Abklärung der hormonellen Situation durch den Arzt die Verschreibung eines Medikamentes mit abstillender Wirkung angezeigt, um die Milchproduktion zu drosseln.

Blockstillen kann bei Hyperlaktation helfen

Ein weiteres Vorgehen, dass sich in dieser schwierigen Stillsituation bewährt hat, ist die Methode „Vollständiges Entleeren und Blockstillen“. Hier wird die Brust einmalig durch eine Milchpumpe „entleert“. Anschließend wird für einen vorab festgelegten Zeitraum immer nur eine Brust angeboten. Danach wir die Seite gewechselt und die andere Brust pausiert entsprechend.

Das Stillen in Zeitblöcken sorgt dafür, dass die gerade nicht gestillte Seite durch ihren entsprechenden Füllungszustand dem Körper durch bestimmte dadurch ausgelöste Mechanismen signalisiert, entsprechend weniger Muttermilch zu produzieren. Das einmalige Abpumpen führt zudem meist dazu, dass Mutter und Kind erstmalig eine entspannte Stillsituation erleben können. Vielleicht kann das Baby sogar entspannt einschlafen, weil es nicht mit den großen Milchmengen „kämpfen“ muss.

Es gibt also auch für Mütter, die Stillprobleme durch eine zu reichliche Milchbildung haben, Lösungsansätze mit hoher Erfolgsquote. Deshalb ist es sicherlich immer sinnvoll, sich bei der Hebamme oder Stillberaterin adäquate Hilfe zu holen, als „doch einfach nur froh zu sein, dass man so viel Muttermilch hat“.

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21 Kommentare

Sabine 26. Januar 2019 - 15:33

Ich frage mich, da ich beim ersten Kind auch zu viel Milch hatte, wie sich das dann beim zweiten verhält wenn das erste nich mittrinkt?
Gibt es da noch zusätzliche Infos liebe Anja?

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Anja 28. Januar 2019 - 17:55

Liebe Sabine,

aus der Praxis kenne ich es in der Regel so, dass die Hypergalaktie auch beim zweiten Kind auftritt. Mit diesem Vorwissen und einer guten Stillunterstützung kann man das aber gleich mit berücksichtigen, so dass die Stillzeit insgesamt meist viel weniger stressig ausfällt. Ich würde hier bereits in der Schwangerschaft einen Termin zur Stillvorbereitung mit Hebamme oder Stillberaterin empfehlen.

Liebe Grüße,

Anja

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Sarah 12. Januar 2018 - 13:14

Mit wurden Medikamente gegen Soor empfohlen, da sich keiner meine Schmerzen beim andocken und auch nach dem Stillen erklären konnte. Mir konnten weder mein Frauenarzt, noch Hebamme, noch Stillberaterin helfen. Habe viel Geld und Zeit ausgeben. Nach langer Suche ( habe 7! Frauenärzte angerufen) habe ich dann einen Kompetenten gefunden. Der hat einen Brustultraschall gemacht, sich viel Zeit für die Anamnese gelassen und mir folgende Tipps gegeben: viel ausstreichen und kein abpumpen mehr, Pfefferminztee trinken und ab und zu für kurze Zeit einen engen Sportbh tragen.
Mit hat es geholfen und die Stillbeziehung ist viel besser geworden!

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Stine 1. Januar 2018 - 19:18

Vielen Dank für diesen Beitrag, ich lese schon seit Beginn meiner zweiten Schwangerschaft in eurem Blog, bin aber leider erst jetzt auf den Artikel gestoßen. Auch bei mir super viel Milch, andocken – abdocken – schreien – Milchdusche…totaler Frust im ersten Wochenbett. Irgendwann nach nem halben Jahr stillen hat es sich dann etwas eingependelt…zum Ende unserer Stillzeit (mit 14 Monate) brauchte ich nicht mal mehr Stilleinlagen.
Jetzt, ein halbes Jahr später, im Wochenbett mit Baby Nr. 2, hatte ich eigentlich gehofft, die Hyperlakation gehört der Vergangenheit an…schließlich kennt mein Körper das ja schon. Aber auch hier nach ein paar Tagen das gleiche Problem, jetzt nach vier Wochen hatte ich das Gefühl, dass es immer schlimmer wird. Also Blockstillen seit drei Tagen…im sechs-Stunden Rhytmus, am ersten Tag habe ich noch ausgestrichen…bisher klappt es gut…meine Maus muss nicht mehr husten-schreien usw. Der nie enden wollende Frust-Kreislauf scheint durchbrochen 🙂 ich danke dir unendlich, liebe Anja! <3

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Stine 25. Januar 2019 - 21:52

Ich möchte mich noch einmal für diesen Beitrag bedanken. Das Blockstillen hat uns sehr geholfen und eine entspannte Stillbeziehung möglich gemacht. Danke!

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Romy 20. Juni 2017 - 22:27

Danke! Ich hatte die ersten zwei Monate unglaublich pralle Brüste und irre Mengen Milch. Meine Hebamme sagte, dass locker Drillinge satt geworden wären. Meine Tochter ist zum Glück prächtig gewachsen und gediehn, aber durch das ständige Ab- und Andocken waren meine (immer schon) superempfindlichen Nippel ständig wund und es tat wirklich weh. Richtig nervig war der Milchspendereflex auf der Seite, auf der gerade nicht gestillt wurde. Ich hatte solche Schalen von Medea, musste mein Baby mehrfach andocken um diese auszuleeren, damit diese nicht überlief. Ich habe mal 24 Stunden diese herausspritzende Milch gesammelt – es waren über anderthalb Liter. Nach einigen Wochen habe ich bis zu drei Liter Pfefferminz- und Salbeitee am Tag getrunken – kein Effekt. Zum Glück hatte ich wenigstens null Probleme mit Milchstau und Baby konnte teilweise ein Milchbad nehmen. Irgendwann hat es sich einfach reguliert, jetzt ist es immer noch recht viel, Stilleinlagen sind meine besten Freunde, aber es ist nicht mehr zu viel für Baby. Die Kommentare sind wirklich unnötig… ‚Besser als zu wenig‘ Ja. Danke.

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Alex 15. September 2015 - 18:36

Ich bin nur Calcium-Mangel , und ich habe gehört, dass die Muttermilch wurde mit Vitamin D angereichert , und diese Vorteile auf der corp wurde auch nach Bebe fühlte , was gut für Babys ist gut für alle , so wenn einer von euch interessiert und hat die so freundlich, mir zu stillen würde ich mich sehr freuen . Das ist mein e mail , mich zu kontaktieren : [email protected]
Ich lebe in Hamburg
Danke. Tschuss. ( sorry for my deutsch I am new in deutschland I am french ).

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Azoricus 2. April 2017 - 17:14

Mir hat folgendes geholfen innerhalb von zwei Tagen,
die Nachfrage bestimmt das Angebot:

1. Immer abwechselnd NUR eine Seite anbieten. Auch wenn sie das letzte Mal rechts nur 5 Minuten trank.
2. Pfefferminztee, wenn das nichts hilft eine halbe Tasse Salbeitee.
3. So oft wie möglich Kühlpads aus dem Eisfach im Sockengewickelt auf die Brust legen.

Viel Erfolg. Lg, Anna

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Gardiners-Seychellenfrosch 7. Mai 2015 - 00:24

DAAAAAAANKE!!!! Hier gibts den starken Milchfluss in 2-ter Generation. Spritzmlichalarm… Mich hatte im KH noch ne Schwester angemeckert, warum ich die Brust beim Stillen gemolken habe, er solle die Milch allein rausholen. Ja wenn ers aber nich schafft weil, zu prall… und nach 15 min ja war schluss und flasche. Grrrrrrr, wenns nach den Schwestern gegangen wäre, wäre es kein Immernoch-Brustkind.

Ok, eine Schwester hatte Ahnung erklärte mir wie ich harte Stellen rauskriege und sagte ich soll nicht wie immer abpumpen sonst reicht die Milch für 3 Kinder.
Die Hebi sagte dann ich soll den Stilltee lassen, dann weniger trinken…. Hihi, ich hab dann zwischendurch oder vorher schon mal abgemolken, ging auch super ohne Milchpumpe wie beim Kuhhandmelken… Mein Bruder zählte mal fasziniert die Milchsträhle und kam auf 8.

Nasse T-shirts und Dolly-Buster-Busen, kenn ich…. alles roch nach Milch.

Es waren mal Milchspritzer auf dem Fernseher und alle fragten sich wie dahin kamen… Beim Rückbildungskurs kam so ne kleine Vormlichdusche da konnte ich nicht amders als fasziniert gucken.

Tjo, irgendwann fand sohn gefallen dran Mund dran, ansaugen und nur noch schlucken. Ab und zu hustet er heute noch beim Trinken… Der schnuller wird nicht mehr benötigt.

Das Blockstillen hat bei mir auch geholfen.

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Anika 11. März 2015 - 22:33

DANKE!!!!! Jetzt hab ich endlich eine Idee, warum Stillen bei uns im Moment soooo schwierig ist. Ich mache morgen direkt einen Termin bei der Stillberatung. Es tut so gut, sich endlich verstanden zu fühlen…

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Lu 7. März 2015 - 22:09

Danke, der Artikel trifft auch genau auf mich zu. Ich habe sehr viel Milch und einen starken Milchspendereflex. Die ersten Monate war es furchtbar in der Öffentlichkeit zu Stillen, weil ich sofort alles vollgespritzt habe, wenn der Kleine abgedockt hat (Und das passiert jetzt immer noch, nur die Zeitspanne ist kürzer). Und auch ich trage nonstop BH, weil ich immer wieder auslaufe. Mein Kleiner ist ein Spuckkind (mit 8 Monaten immer noch!) und ich denke, dass die viele Milch das sehr gefördert hat. Und auch wir mussten früh einen Schnuller einführen, da er bei mir nicht trocken nuckeln kann. Da wurde das Stillen oft zum Kampf.

Sobald man aber genau das erwähnt hatte, bekam man immer wieder zu hören: Sei doch froh, dass genug Milch da ist. :/

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Julia 5. März 2015 - 22:51

Danke für diesen Artikel, auch ich habe eine stets reichliche Milchproduktion und kann erst jetzt (nach fast 12 Monaten Stillen zum zweiten Mal) ohne Stilleinlagen sein.
Tagsüber stille ich meist nur noch 2mal und sonst zum Einschlafen/einmal nachts und so ist die Produktion mittlerweile echt eingespielt. Allerdings habe ich ab und an immer noch einen Spontan-Milcheinschuss am Tag (wenn ich arbeite), den ich aber mittlerweile auch so stoppen kann ;-).
Das Gedeih-Problem hatte ich bei meinem Sohn auch, leider hat das dazu geführt, dass wir früh mit Beikost angefangen haben, er den Schnuller bekam (mit 4-5 Monaten) und er dadurch sich ganz schnell „selbst“ abstillte (mit fast 8 Monaten). Da wurde die Produktion natürlich immer weniger und dann wollte er gar nicht mehr trinken…jetzt weiß ich auch warum. Leider war es dann ein Kreuz, ihn an die Flasche zu gewöhnen, damit er noch Milch trank, denn die Brei-Begeisterung hielt nicht lange an..

Liebe Grüße, Julia

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Katrin 5. März 2015 - 22:21

Es ist so schade, dass dieses Wissen (scheinbar) nicht alle Hebammen haben- nicht einmal die Stillberaterinnen…
Im Nachhinein habe ich oft von „zu viel Milch“ gelesen und mir gedacht, dass das bei uns wohl der Fall war. Aber wer glaubt einem das schon bei einem Mini-Würmchen, das schlecht trinkt, nicht zu nimmt, viel weint und mindestens 1x die Stunde an die Brust will?!
Ganz im Gegenteil- ich wurde noch ermuntert zu pumpen und immer alles rauszuholen- weil Baby das braucht und man die MuMi ja auch gut einfriere kann. Bei Entlassung haben wir 15Flaschen MuMi mit nach Hause genommen, die Brüste waren ständig prall, ich hatte einige rote Stellen oder auch mal Milchstaus- was natürlich am ganzen Stress mit krankem Kind lag, usw…

WIr haben irgendiwe die Kurve bekommen und das mittlerweile Kleinkind stillt immer noch. ich versuche allen Schwangeren verständlich zu machen, dass es wirklich von Vorteil ist, sich VORHER über das Stillen und auch etwaige Stillprobleme zu informieren. Und Mamas mit Stillproblemen spreche ich gern Mut zu.
Erst letztens sagte eine Mama zu mir: „Ach Katrin, hättest du bloß schon vor mir dein Kind bekommen. Dann hätte ich es vllt besser gewusst und wäre bei meinem ersten Kind dran gebleiben“ – so wurde das Baby ein Flaschenkind aufgrund schlechter Gewichtszunahme, ständigem Spucken an der Brust und viel Geweine- „zu wenig Milch“ halt…

So viel wollte ich gar nicht schreiben, aber das Thema beschäftigt mich- immer noch! Oder grade jetzt?! Jetzt, wo so kompetenten Hebammen die Berufung, nein, der Beruf genommen wird…

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Häwelmäuse 4. März 2015 - 21:21

Danke für diesen Artikel. Genau die Kommentare habe ich mir auch immer anhören müssen, dabei war es wirklich schwierig, insbesondere beim ersten Kind, welches auch noch ein zu kurzes Zungenbändchen hatte. Zum Glück hatte ich eine Hebamme, die mir viele Tricks gezeigt hat. Ganz entspannt war das Stillen mit dem ersten Sohn dennoch nie. Ich bin umso glücklicher, dass es mit dem 2. inzwischen besser klappt.

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Dorothee 4. März 2015 - 11:59

Liebe Anja, danke danke danke für diesen Artikel, mein Sohn ist jetzt 13 Wochen alt und ich stille teilweise stündlich, obwohl ich immer nur eine Seite gebe. Danke auch für den Link zum Blockstillen, ich habe es mit Tränen in den Augen gelesen, habe das Gefühl, endlich eine Lösung fürs Söhnchen gefunden zu haben, damit er entspannter trinkt, besser satt wird und das Bäuchlein weniger kneift!

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Frl. Null.Zwo 4. März 2015 - 11:18

3 mal habe ich nun schon sämtliche Probleme durch zu viel Milch mitgemacht, angefangen beim stets heftigen Milcheinschuss, bei dem ich jedes Mal aufs Neue richtig fies litt.
Ohne eine Tasse Salbeitee hier oder da ging gar nichts mehr, bis ich nach 2 bis 4 Wochen endlich das Gefühl hatte, es spielt sich wirklich ein.
Sämtliche genannten Probleme mit Koliken, Verschlucken und Druckbetankung erlebte ich auch bei jedem Kind. Glücklicherweise gediehen alle prächtig 🙂
Ich habe auch stets nur eine Seite gestillt, um die Produktion nicht noch mehr anzukurbeln.
Unangenehm kann zu viel Milch auch nachts werden: so oft bin ich bei verrutschtem BH in einer Milchlache aufgewacht. Das Baby im Liegen stillen? No way! Zuviel Milch lief immer aus dem kleinen Mund wieder heraus und durchtränkte Bettlaken und Matratze. Also habe ich in der Stillzeit meinen StillBh/ mein Stilltop wirklich 24/7 an und konnte eigentlich immer nur in aufrechter Position stillen.
Ohne Stilleinlagen ging auch nichts, da der Milchspendereflex stets für ordentlich Milchfluss sorgte – leider auch auf der nicht angedockten Seite.
Auch Abstillen ist mit „reichlich Milch“ nicht mal eben so gemacht und bedarf mehr Zeit als bei anderen Müttern.

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Eva 4. März 2015 - 08:48

Jou, ich bin auch eine dieser Mütter mit zu viel Millch. Habe mich bei meinem ersten Kind leider selber schlau machen müssen, weil meine Hebamme mir nicht glauben wollte, dass ich zu viel Milch habe und Baby deswegen weint. Bei Nummer 2 wusste ich ja dann was auf mich zukommt. Schade, dass ich deinen Blog damals noch nicht kannte. Lese hier immer wieder gern und mag deine sachliche gelassene Art sehr gern. Hier kann sich einfach jeder wiederfinden. Wie man bei uns in Köln sagt, jeder Jeck ist anders. 🙂 In diesem Sinne, weiter so!

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Ines 4. März 2015 - 08:36

DAAAAANKE! Ich bin eine von diesen Müttern und kann das im Freundeskreis/Familie eigentlich NIE erzählen, stoße da eher auf totales Unverständnis („sei doch froh, andere würden sich freuen“ – Stillberatung; bis hin zu „na wird ja jetzt auch wirklich Zeit zuzufüttern“ – Schwiegermutter). Auch wenn meine Tochter gut zunimmt und wächst-es hat 6Monate gedauert, bis die Stillzeiten einigermaßen entspannt wurden. Das Laktoseproblem haben wir leider immer noch. Nachts funktioniert es bei uns am besten, weil liegend stillen mittlerweile gut funktioniert und ich dadurch im Halbschlaf oft mehrfach hintereinander dieselbe Brust anbiete, was dazu führt das sie nicht jedes Mal geduscht wird, sondern im Laufe des nächtlichen Stillens irgendwann sogar das stillen zum „Einschlaf-nuckeln“ wird. Tagsüber klappt das leider nie, altersgemäß ist bei uns gerade „andocken-abdocken-viel gucken-man könnte ja was spannendes verpassen-wieder andocken-wieder abdocken…“ angesagt. Das hilft natürlich nicht unbedingt. Und da schließt sich der Kreis zum Laktoseproblem, was hier sehr ausgeprägt ist. „Bergauf“ ist auch eher schwierig, meine Brust ist seit dem stillen seeehr groß und seeeehr weich und ich halte grundsätzlich, außer Nachts, immer noch die stillende Seite, sonst wird es einfach unangenehm. Bin dennoch immer wieder froh und stolz, dass wir es bis hierher geschafft haben und hoffe, dass es noch ein bisschen andauert. Einfach toll, dass Du das thematisierst und Mut machst!
***Toller Artikel, toller Blog***

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Lisa 4. März 2015 - 12:47

Hallo Ines,
das Gucken-Wollen beim Stillen kenn ich auch. Hast du schon mal im „Hoppereiter-Sitz“ versucht zu stillen? Da liegt das Kind nicht im Arm, sondern sitzt auf dem Schoß und kann links und rechts wunderbar schauen. Hat bei uns ganz gut funktioniert.
Viele liebe Grüße,
Lisa

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Ines 5. März 2015 - 19:36

Oh Danke! Das probieren wir aus!!!

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sonja 4. März 2015 - 08:34

Genau so war es bei mir. Bis zur Beikost bin ich regelmäßig über gesprudelt. Milchstaus, spannende Büste, das ganze Programm. Über sieben Monate keine Spur von einem „einspielen“ mit der tatsächlichen Nachfrage. Laut meiner Frauenärztin wäre ich eine super Amme gewesen. 😀
Erst jetzt nach neun Monaten stillen kann ich auch mal wieder ohne Stilleinlagen das Haus verlassen und das Stillen wird immer entspannter. Leider hat mir meine Hebamme nur sehr unzureichend durch meine Stillkrisen hindurch geholfen. Lediglich die Empfehlung den Milchfluss mit Phytolacca zu reduzieren, hat geholfen. Ansonsten riet sie mir einfach abzustillen. Ich bin sehr froh, stattdessen auf mein Herz gehört zu haben. Sonst hätte ich diese befriedigende Ruhe und Einheit mit meinem Kind nicht kennenlernen dürfen. Jetzt bin ich bereit so lange zu stillen, wie meine Tochter es möchte und ich genieße jeden Tag.

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