Wadenkrampf, Gegenmittel

Fragen an die Hebamme: Was hilft gegen Wadenkrämpfe?

von Anja

In der ersten Schwangerschaft dachte Christian wohl noch kurz darüber nach, den Notarzt zu rufen, als ich laut schreiend mitten aus dem Tiefschlaf heraus aus dem Bett sprang und auf einem Bein hüpfte. Während ich tagsüber mit wachsenden Bauch immer schwerfälliger wurde, klappte das aus dem Bett springen auch in der 38. Schwangerschaftswoche noch erstaunlich gut. Die Wadenkrämpfe, die sich bei mir aber meist im Fuß- oder auch Oberschenkelbereich abspielten, begleiteten mich verlässlich durch alle Schwangerschaften von Anfang an bis Ende. Und sogar noch unter den Wehen.

Soll das jetzt also heißen, dass man ohnehin nichts dagegen tun kann? Nein, denn es gibt schon ein paar Dinge, die die Intensität und die Häufigkeit der Krämpfe mindern können. Ursache für die häufig in der zweiten Schwangerschaftshälfte und gerne in der Nacht oder in Ruhe auftretenden Waden- und Beinkrämpfe können ein Magnesium- und Kalziummangel sein. Magnesium hat maßgeblich, neben anderen Aufgaben, eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion.

Doch bevor man sofort zur Mineralstofftablette greift, kann man erst einmal versuchen, in der Ernährung den Fokus auf Magnesium- und kalziumreiche Lebensmittel legen. Reich an Magnesium sind zum Bespiel Mandeln, Weizenkeime, Samen, Nüsse, Vollkornprodukte, ungeschälter Reis, Hülsenfrüchte oder Bananen. Auch beim Mineralwasser kann man darauf achten, eine magnesiumreichere Sorte zu trinken. Gute Kalziumquellen sind Milchprodukte, Sesam, getrocknetes Obst wie Datteln, Pflaumen oder Rosinen und grüne Gemüsesorten wie Mangold oder Grünkohl.

Bewegung und Massage

Eventuell müssen auch die Kalium- oder Vitamin-B12-Speicher wieder etwas aufgefüllt werden. Eine Ernährungsberatung zu geeigneten Lebensmitteln und einer nährstoffschonenden Zubereitung kann hier sinnvoll sein. Eine eventuell erforderliche Substitution mit Mineralstoffen sollte am besten in Absprache mit Hebamme oder Gynäkologen erfolgen.

Eine andere Ursache für die Krämpfe im Bein kann das Abdrücken von Nerven durch den stark gewachsenen Bauch sein. Oder das Einnehmen einer Fehlhaltung über längere Zeit, zum Bespiel auch unbewusst im Schlaf. Wadenkrämpfe sind unter Umständen auch Anzeichen einer muskulären Überbelastung. In der Schwangerschaft ist aber häufiger das Gegenteil eine mögliche Ursache, nämlich die mangelnde Bewegung.

Prophylaktisch helfen einfache Übungen, wie die Füße mehrmals täglich von den Zehenspitzen auf die Ferse wippen lassen. Das geht sowohl im Stehen als auch im Sitzen und lässt sich somit auch am Schreibtisch durchführen. Auch das Kreisen mit den Fußgelenken kann unkompliziert im Alltag eingebaut werden. Generell ist es sinnvoll, immer wieder am Tag in Bewegung zu kommen und langes Sitzen und Stehen ebenso zu vermeiden, wie das Übereinanderschlagen der Beine.

Prophylaxe gegen Wadenkrampf

Im Akutfall aber auch als Prophylaxe hilft das Strecken und Dehnen des Muskels. Wenn der Krampf anrollt, winkelt man den Fuß an und stemmt ihn am besten gegen eine Wand oder auch die Hand des Partners. Nach dem Krampf hilft etwas Bewegung und eine leichte Massage, damit sich das Bein wieder ganz entspannt

Gute persönliche und berufliche Erfahrungen bei Wadenkrämpfen habe ich auch mit regelmäßigen, prophylaktischen Massagen der Beine gemacht. Diese helfen nicht nur unmittelbar nach dem Wadenkrampf, sondern können auch vorbeugend durchgeführt werden. Ich empfehle dafür gerne eine Ölmischung aus Lavendel, Lemongras, Myrte, Schafgarbe, Wacholderbeere und Zypresse, die es als Mischung für die Anwendung bei schweren Beinen fertig zu kaufen gibt. Auch ein warmes Bad bzw. ein Fußbad kann lindernd wirken. Anderen Betroffenen wiederum helfen kalt-warme Wechselduschen.

Wenn ein dauerhafter Schmerz in einem Bein auftritt, sollte zum Ausschluss einer Venenentzündung oder einer Thrombose immer ein Arzt aufgesucht werden. Nach einem heftigen Wadenkrampf kann zwar ein leichtes Muskelkatergefühl noch eine Weile spürbar sein, aber die Schmerzen hören letztlich komplett wieder auf. Auch wenn die Beinkrämpfe sehr unangenehm sind, sind sie in der Regel harmlos und verschwinden nach der Geburt des Babys.

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1 Kommentar

Claudia 26. Januar 2017 - 21:42

In der ersten Schwangerschaft hatte ich fürchterliche Krämpfe, da habe ich bis zum Ende dann Magnesiumtabletten genommen und die auch problemlos vertragen. Bei der Geburt dann unter den Presswehen im rechten Bein sowohl in der Wade als auch im Oberschenkel einen fürchterlichen Krampf – der Schmerz war schlimmer als zu pressen!! (Trotzdem eine super Geburt gehabt.)
In der zweiten Schwangerschaft hatte ich gar keine Krämpfe! Total verrückt wie unterschiedlich das laufen kann.

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