Babysmile, Babylachen, soziales Lächeln

Fragen an die Hebamme: Wann lächelt ein Baby zum ersten Mal?

von Anja

Auch in meinem Fotoalbum gibt es Bilder von unseren Kindern als lächelnde Neugeborene. Da waren sie wenige Tage alt. Vor allem im Schlaf lässt es sich ein solches Babylächeln immer wieder beobachten. Allerdings geschieht dieses erste Lächeln, auch Engelslächeln genannt, in den ersten Tagen und Wochen noch nicht bewusst. Sogar schon per Ultraschall lässt sich dieser scheinbar lächelnde Gesichtsausdruck des Babys im Bauch gegen Ende des zweiten Schwangerschaftstrimenons beobachten.

Ausgelöst wird dieses Babylächeln reflexhaft. Das unwillkürlich gesteuerte Hochziehen der Mundwinkel sorgt für den lächelnden Gesichtsausdruck. Es kann auch durch sanfte Stimulation im Bereich der Mundwinkel ausgelöst werden. Anders als beim sozialen Lächeln ist beim Engelslächeln die mimische Muskulatur rund um die Augen noch nicht beteiligt. Das Engelslächeln ist also noch nicht als Gefühlsausdruck zu sehen, so wie sich Lächeln in der Regel als Ausdruck von Freude zeigt.

Die Frage nach dem ersten Lächeln des Babys bezieht sich also auf das erste bewusste Lächeln, was auch als soziales Lächeln bezeichnet wird. Vorbereitend auf diesen Moment verändert sich in den ersten Wochen zunächst der Blickkontakt des Babys. Das Baby baut immer mehr Blickkontakt auf und kann diesen immer länger halten. Eltern erleben es so, dass ihr Baby nach und nach interessierter an seiner Umwelt aber vor allem an den Gesichtern der Eltern ist.

Ungefähr mit sechs Wochen fangen Babys – übrigens überall auf der Welt – an, bewusster zurück zu lächeln als Reaktion auf das Verhalten und die Mimik ihrer Bezugspersonen. Auch auf vertraute Stimmen wird mit Lächeln reagiert. Sechs Wochen sind natürlich nur ein Durchschnittswert. Der Zeitpunkt lässt sich individuell bei jedem Baby auch etwas früher oder später beobachten. Da das erste Lächeln auch mit ein Anhaltspunkt für eine unauffällige Entwicklung des Säuglings ist, wird der Kinderarzt bei der U4 (zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat) darauf achten bzw. danach fragen.

Lächeln macht glücklich

Als Hebamme erlebe ich es meist gegen Ende der sechs- bis achtwöchigen Wochenbettzeit, dass mir die Eltern davon berichten, dass ihr Baby jetzt lächelt. Und irgendwie kommt es da auch ganz passend, weil sich meist dann die erste Elternerschöpfungsphase bemerkbar macht. Natürlich zaubert ein Lächeln des Babys nicht jede Müdigkeit, Erschöpfung oder zeitweise Überforderung weg. Aber es schüttet doch eine große Portion Glückshormone aus, wenn das eigene Kind einen so anstrahlt nach einer kurzen Nacht.

Zeitgleich mit dem ersten sozialen Lächeln fängt das Baby auch an, ab dem zweiten Lebensmonat vermehrt zu lautieren. Die sich wiederholenden, oft gurrenden Laute gehören mit zu den Anfängen der Sprachentwicklung. Dieser Einladung zum Zwiegespräch dürfen und sollen Eltern gerne nachkommen. Intuitiv werden die Stimmlage und der Sprechflow an das Baby angepasst. Diese Anpassung unterstützt die Aufmerksamkeit sowie die Aufnahmefähigkeit des Kindes. Eltern beobachten ihr Baby und erkennen an seinem Gesichtsausdruck und seinem Verhalten, wenn es müde wird und zunächst erst einmal genug von diesem aktiven Zwiegespräch hat.

Auch wenn es vielleicht noch eine ganze Weile dauert, bis die ersten Worte gesprochen werden, so findet doch von Anfang an reichlich Kommunikation zwischen Eltern und Kind statt. Und genau wie Schreien und Weinen gehören Lächeln und Lachen auch recht bald mit dazu.

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