Hebammen nur noch für erfahrene Mütter?

von Anja

Es wäre mir gar nicht aufgefallen, wenn ich nicht gemerkt hätte, dass mein Geschwisterkinder-Büchlein-Vorrat aufgebraucht ist und ich dringend neue bestellen muss. In diesem Jahr habe ich nämlich bisher ausschließlich Betreuungsanfragen angenommen, die von Frauen kamen, die bereits ein oder zwei Kinder haben. Natürlich sind es zum Teil Mütter, die ich von den vorherigen Kindern kenne. Aber auch alle „Neuen“ haben bereits Kinder. Dahinter steckt kein Plan meinerseits, weil man vielleicht denken könnte, dass Ersteltern arbeitsintensiver wären. Auch Mehrfacheltern haben viele Fragen – es sind nur andere.

Der entscheidende Punkt, der zu dieser einseitigen Verteilung führt, ist die Tatsache, dass sich Ersteltern in der Regel später melden. Frauen, die bereits geboren haben, haben meist bereits Erfahrung mit Hebammenbetreuung gesammelt und haben wahrscheinlich auch viel mehr mitbekommen, wie es sich mit der Hebammenversorgung aktuell verhält. Auch wenn Tageszeitungen und andere Medien über die Hebammensituation schreiben, in Elternzeitschriften oder -portalen wird meist eindringlicher beschrieben, dass das eigentliche Dilemma nicht nur ein für Neueltern wahrscheinlich eher abstraktes Versicherungsproblem ist, sondern dass es einfach zunehmend weniger Hebammen gibt.

Natürlich informieren sich auch erstmalig schwangere Frauen, aber in der Regel brauchen sie erst mal etwas Zeit, um in der neuen Situation anzukommen. Logisch: Wenn ich übermüdet in der siebten Schwangerschaftswoche mit Übelkeit auf dem Sofa liege, ist der Gedanke an meine Betreuung während oder nach der Geburt noch ziemlich weit weg. Auch wenn die Vorsorge durch Hebammen von Anfang an möglich ist, geht der größte Teil der Mütter erst einmal nach dem positiven Schwangerschaftstest zum Frauenarzt. Und auch der weist nicht unbedingt beim ersten oder zweiten Termin darauf hin, sich doch besser fix eine Hebamme zu suchen.

Ausgebucht

Und zack ist die Frau in der zwölften oder vierzehnten Schwangerschaftswoche angekommen, was mittlerweile in manchen Regionen Deutschlands viel zu spät ist, um überhaupt noch eine Hebamme zu bekommen. Insbesondere dann, wenn eine Hebamme für die Geburtsbegleitung gesucht wird. Doch auch für die Vorsorge und die Wochenbettbetreuung sind zu diesem Zeitpunkt bereits sehr viele Kolleginnen „ausgebucht“.

Und wenn dann eine Schwangere die zehnte Absage bekommen hat, ist vielleicht die Energie für die Hebammensuche schon erloschen. Schließlich gibt es noch so viel anderes zu tun. Oder die werdende Großmutter tut das Ganze mit einem: „Wir haben das schließlich früher auch ohne Hebamme hinbekommen“ ab. Natürlich kann man bei medizinischen Fragen auch zum Gynäkologen, zum Kinderarzt oder in die Klinik gehen. Hebammenbetreuung ist aber durchaus noch ein bisschen mehr, als Schwangerschaftsbeschwerden zu lindern oder die Wundheilung nach einem Kaiserschnitt zu kontrollieren. Auch in Bezug auf das Baby geht die Betreuung weit über Gewichtskontrollen und Nabelpflege hinaus. Gerade die Stillberatung nimmt beim ersten Kind viel Zeit in Anspruch.

Fehlende Hilfe in den ersten Tagen und Wochen hat hier oft weitreichende Folgen. Die privat zu zahlende Still- und Laktationsberaterin wird meist erst dann kontaktiert, wenn gar nichts mehr funktioniert. Aber es ist natürlich trotzdem gut, sich überhaupt Hilfe zu suchen. Doch hier ist es bisweilen auch genauso schwer, eine Stillberaterin zu finden, die im Akutfall auch zeitnah kommt. Ersteltern müssen sich zudem erst überhaupt einmal orientieren, welche Hilfsangebote und Beratungsoptionen es überhaupt gibt. Als Hebamme sind wir hier oft Impulsgeber, sich weitere Unterstützung zu suchen, zum Beispiel bei psychischen Problemen im Wochenbett oder nach einer traumatischen Geburt. Auch der Gang in die Schreiambulanz, wenn ein Baby mit sehr großen Bedürfnissen zu einer zu hohen elterlichen Belastung führt, wird oft von der Hebamme angestoßen.

Hebammenhilfe nur noch beim ersten Kind?

Und so frage ich mich bei jeder Absage schon, wie es diesen Frauen wohl ergehen wird. Ich hoffe natürlich immer, dass sie doch noch irgendwie irgendwo eine Kollegin finden. Allerdings können die Kolleginnen, die aus Mitgefühl jede Betreuung annehmen, irgendwann auch nicht mehr gut arbeiten, da die Arbeitsbelastung viel zu hoch wird. Das spüren am Ende auch die Mütter. Es ist also deshalb sehr gesund, wenn man als Hebamme sein noch gut machbares Arbeitspensum kennt und entsprechend plant. Planen kann man ohnehin nie wirklich, da weder die errechneten Geburtstermine verlässlich sind, noch die Tatsache, dass eine Frau keinen Bedarf mehr hat, weil das Wochenbett beendet ist. Der Milchstau kommt immer plötzlich und bevorzugt an frei eingeplanten Wochenenden.

Immer weniger werdende Hebammen können also nicht immer mehr Frauen betreuen. Somit bringt es wahrscheinlich gar nicht all zuviel, werdende Ersteltern darauf hinzuweisen, sich ganz, ganz früh um die Hebamme zu kümmern. Denn wenn sich dann alle in der fünften Schwangerschaftswoche melden, gehen halt künftig die leer aus, die eine Woche weiter sind…

Sollte es deshalb zukünftig Hebammenhilfe nur nur noch beim ersten Kind geben, in der Hoffnung, dass die Mehrfacheltern schon zurecht kommen werden? Nein, auch das kann und soll und darf keine Lösung sein. Es würde sicherlich auch nicht dazu anregen, weitere Kinder zu bekommen. Gerade nach der Erfahrung einer schweren Geburt beim ersten Kind ist es oft besonders wichtig, bei einer weiteren Geburt gut für sich zu sorgen und zum Beispiel durch eine Beleghebamme die zuvor fehlende 1:1-Betreuung unter der Geburt abzusichern. Dies betrifft natürlich auch die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt. Es ist und bleibt schwierig mit den Hebammen. Aber da es ja momentan ab Sommer nächsten Jahres scheinbar wirklich keinen Versicherer mehr für die Hebammen gibt, müssen wir uns vielleicht um dieses neu durch die Hebammenmisere entstandene Problem auch keine Sorgen mehr machen…

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23 Kommentare

Danke, aber ich bin nicht krank #meineGeburtmeineEntscheidung | Noob|Born 14. März 2015 - 19:12

[…] als müsste ich demnächst anfangen mir eine Hebamme zu suchen bevor ich überhaupt schwanger bin, also quasi schon in der Planungsphase. Und wenn ich dann ganz viel Glück habe, kriege ich noch eine, weil ich nicht auf dem Land sondern […]

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Die erste Zeit als Mama: Hormonchaos, Gefühlsachterbahn und ein Hoch auf die Hebammen! | Seit Du da bist… 24. Februar 2015 - 20:38

[…] erst…) zu finden… Hintergründe und Infos zur Hebammenmisere findest Du zum Beispiel hier bei Anja, deren Blog “von guten Eltern” ich immer wieder gerne […]

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Julia 13. Februar 2015 - 18:59

Liebe Anja, ich kann, was du schreibst nur bestätigen… Die meisten Frauen, die ich jetzt noch für die kommenden drei Monate annehme, haben zuvor nur Absagen bekommen, weil sie eben mittlerweile viel zu spät dran waren. Für die Sommermonate hatte ich mittlerweile auch schon so viele Anfragen, die ich alle absagen musste, da ich selbst im Juni das dritte Kind erwarte (u d auch ich habe mich schon seeeehr früh um eine Hebamme gekümmert 🙂 ) ich hoffe so sehr, dass es eine Lösung für uns gibt bis ich dann, pünktlich zum Ablauf der Versicherung 2016,wieder aus Elternzeit komme… Viele liebe Grüße von Julia

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Barbara 13. Februar 2015 - 12:12

Liebe Anja,

ich kann das nur bestätigen. „Meine“ Hebammenpraxis nimmt zur Zeit nur noch Anfragen von Schwangeren bis zur 7. Woche an! Eine Bekannte kümmerte sich erst in der 12. und hat 40 Hebammen abtelefoniert, ich hab auch schon von 100 Anfragen gehört. Die Info, sich frühzeitig zu kümmern, bekam ich beim ersten Kind nicht vom Frauenarzt, sondern von Freundinnen mit Kindern.
Ohne Hebammenbetreuung hätte ich mich vermutlich auf meine Ärztin verlassen und aufgrund der BEL einen geplanten Kaiserschnitt vor Termin in kauf genommen, einfach, weil ich es nicht besser gewußt hätte, obwohl sich das für mich total falsch angefühlt hat. Meine Hebamme hat mich hier super informiert und bestärkt, so dass meine Tochter zwar 55km entfernt geboren wurde, aber dafür nicht vor Termin aus mir rausgeschnitten worden ist. Dafür bin ich meiner Hebamme heute noch unendlich dankbar. Leider (für mich 😉 ist sie zur Zeit selbst in Elternzeit, so dass ich für Nr. 2 eine neue suchen mußte. Hier habe ich mich frühzeitig gekümmert (ich kannte das Drama ja schon) und bin wieder sehr begeistert. Ich mache dieses Mal auch Hebammenvorsorge, was ich bei Nr. 1 noch für eine merkwürdige „Ökovariante“ gehalten habe. Die Termine mit meiner Hebamme sind ganz anders als die beim Arzt, da es um alles mögliche rund um die Schwangerschaft geht, nicht nur das Medizinische. Natürlich kenne ich aus dem Freundeskreis leider auch negative Erfahrungen mit Hebammen. Bei einer Freundin hat es meiner Meinung nach ihre wirklich unfähige Hebamme mit dem Stillen verdorben (sie sollte zufüttern, da das Kind angeblich zu leicht war und das tatsächlich jedes Mal mit einem Fläschchen VOR jedem Stillen). Aber es gibt auch genug schlechte Ärzte, deswegen würde aber keiner den Beruf generell in Frage stellen. Gerade weil so viele Hebammen aufgeben, werden die schlechten nicht ausgesiebt, da auch sie genug zu tun haben. Das ganze System ist völlig krank. Ich hoffe wirklich, dass sich hier bald was tut, denn ich wünsche jeder Familie eine gute Hebamme zur Vorsorge, Geburt und Betreuung danach!

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Antje 13. Februar 2015 - 10:57

Nach einer Fehlgeburt Ende 2010 habe ich auf Anraten meiner Therapeutin direkt zu Beginn der zweiten Schwangerschaft eine Hebamme gesucht, die mich während der Schwangerschaft besucht hat. Als auch diese zu früh endete war es so tröstend für mich, noch einige „Nachsorgetermine“ mit der Hebamme zu haben. Inzwischen bin ich das 4.Mal schwanger. Angela – so heisst unsere himmlische Hebamme tatsächlich – betreut mich auch jetzt wieder. Ohne ihre Unterstützung hätten wir vielleicht nach der zweiten Schwangerschaft aufgegeben. Dann gäbe es unsere wundervolle Tochter heute nicht. Deshalb möchte ich jeder Frau raten, sich direkt eine Hebi zu suchen. Auch wenn die Schwangerschaft nicht glücklich endet, ist das GOLD wert. Danke!

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moni 12. Februar 2015 - 22:57

Mir macht diese ganze hebammenmisere wirklich irgendwie sorgen. Als ich vor drei Jahren ungeplant mit 19 schwanger wurde war mir die notwendigkeit einer hebamme überhaupt nicht bewusst.meine schwester machte mich allerdings darauf aufmerksam dass ich schnell anfangen sollte nach einer hebamme zu suchen, da es sicherlich schwer werden wird. Ich bekam viele absagen und hatte dann 3 wochen vor entbindung doch noch das glück eine tolle hebamme gefunden zu haben.zum Glück!! Ich war wirklich dankbar für jeden besuch und wenns nur für die bestätigung war dass alles gut ist, ich schon alles richtig mache und es meinem baby gut geht.das war wichtig für mich um entspannt mit der neuen situation und meinem kind umgehen zu können und einen ansprechpartner für all die großen und kleinen fragen zu haben. Ich konnte meiner hebamme sogar nachts sms schreiben wenn mich etwas verunsichert hat und sie konnte mir einfach sicherheit gegeben..für meine nächste Schwangerschaft wünsch ich mir wirklich dass es noch hebammen gibt denn ich find die hebammenarbeit soo wichtig und wunderbar! Wär so schade wenn frau in zukunft darauf verzichten müsste…

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Ina 12. Februar 2015 - 21:43

Ich möchte gern noch anmerken,dass es wundervolle Ergänzung in der Wochenbettzeit für euch Hebammen gibt, die Mütterpflegerin/FamilienLotSinn 🙂
Ich kann dir nur zustimmen „Fehlende Hilfe in den ersten Tagen und Wochen hat hier oft weitreichende Folgen“ Es ist schön, wenn die FamilienLotSinnen bei den Müttern, aber auch bei den Krankenkassen bekannt sind. Ich hoffe, dass ist auch in deinem Sinn, liebe Anja.

Was mit unseren Hebammen in diesem Land geschieht, ist so ein Trauerspiel !
Mit herzlichen Grüßen, Ina

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Kathi 11. Februar 2015 - 22:14

Ich hoffe für alle zukünftigen Eltern das wirklich eine Lösung gefunden wird.
Ich habe Gestern mit meiner Hausgeburtshebamme mein zweites Kind in aller Ruhe und Entspannung bei uns im Wohnzimmer bekommen. Und habe für die Nachsorge die Hebamme die ich schon vor zwei Jahren bei meinem ersten Kind hatte.
Ich bin, klar immer noch Hormon überschwemmt, so glücklich das ich diese Möglichkeit erhalten habe das ich es garnicht in Worte fassen kann.
Das diese Möglichkeit tatsächlich nicht jedem der sie gerne nutzen möchte offen steht empfinde ich, hallo Hormone, geradezu schmerzhaft.

Ich wünsche euch Hebammen einfach viel Glück, auch in meinem Interesse fals wir uns in einigen Jahren noch eine Nr. 3 wünschen.
Kathi

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Anja 11. Februar 2015 - 23:42

Liebe Kathi,

meiner allerherzlichsten Glückwünsche zur Geburt Deines zweiten Kindes. Das hört sich aber wirklich nach einer schönen Geburt an und die wünsche ich auch allen Müttern-egal ob in den eigenen Wänden, Im Geburtshaus oder in der Klinik. Und es ist wirklich schlimm, wenn wir diese Wahl nicht mehr haben…
Aber genieße Du jetzt erst einmal Deinen Glückhormonrausch und Dein Wochenbett (denk dran- es dauert acht Wochen) und Dein Baby:)

Alles Liebe und Gute für Euch,

Anja

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Katharina 11. Februar 2015 - 20:51

Liebe Anja,

obwohl zweitgebärend war ich ja leider zu spät dran bei Dir…Doch Du hast durch Deine hilfreiche Weiterempfehlung eine Kette in Gang gesetzt, die mich letztlich bei meiner jetzigen Hebamme enden ließ. Mit ihr habe ich auch großes Glück. Ihr Know-How, aber auch unsere Gespräche jetzt und vor allem in der allerersten, emotional so bewegten Zeit haben mir unheimlich geholfen. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass das auch beim zweiten (und sicher auch beim dritten, vierten,…) Mal noch SOOO wichtig ist! Wochenbett ist und bleibt ja einfach Wochenbett. Die Herausforderungen sind nur andere, finde ich. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ohne Hebamme wäre.
Es MUSS eine Lösung geben!
Noch eine Frage zum Thema „andere Herausforderungen“: Hast Du auch ein Buch, das Du als Elternlektüre empfehlen könntest, wenn das Geschwisterchen da ist? Unser „Großer“ leidet zur Zeit manchmal sehr und ich bin mir oft nicht sicher wie ich ihm manches erklären kann…

Liebe Grüße
Katharina

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Anja 11. Februar 2015 - 23:57

Liebe Katharina,

wie schön von Dir zu hören und noch schöner, dass Du so eine gute Begleitung für die jetzige und kommende schöne und aufregende Zeit an Deiner Seite hast.
Wie alt ist das Geschwisterkind denn ?
Für das Alter so 4 bis 7 finde ich ja diesen Astrid-Lindgren-Klassiker schön: http://www.amazon.de/Ich-will-auch-Geschwister-haben/dp/3789160334/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1423694759&sr=8-1&keywords=ich+will+auch+geschwister+haben

Für ca. ab 5 ist das hier ganz nett (auch schon etwas älter):http://www.amazon.de/Peter-Minimum-Familie-Lindstr%C3%B6m-bekommt/dp/3473355674/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1423695004&sr=1-1&keywords=peter+ida+und+minimum

Ansonsten gibt es halt viele dieser Klappenbücher, die die Kinder meist auch ganz gerne mögen:
http://www.amazon.de/Wieso-Weshalb-Warum-13-kleinen/dp/3473332658/ref=pd_bxgy_b_img_y

Liebe Grüße, Anja

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Manati 11. Februar 2015 - 19:18

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe mich auch erst in der 14. SSW vorstellig gemacht, 1. weil ich wegen Hyperemesis flach lag und 2. weil ich aufgrund einer vorangegangenen Fehlgeburt erstmal die „kritische“ Zeit abwarten wollte.
HIer gibt es fast „nur“ noch Wochenbetthebammen. Eine zusätzliche vorgeburtliche Vorsorge ist eine Rarität, maximal Geburtsvorbereitungskurse, aber keine weitere Einzelbetreuung. Im Krankenhaus zur Entbindung hat man dann die diensthabende Hebamme und somit Glück oder Pech. Als Option gibt es noch eine kleine Hebammenpraxis mit Geburtshaus, die aber sehr früh ausgebucht ist und auch nur Schwangere nimmt, die definitiv bei ihnen im Geburtshaus entbinden wollen. Auch verständlich, aber für mich als Klinikgebärende habe ich da leider keien Chance auf eine pränatale Betreuung.
Tja, wenn wunderts bei unserem Geusndheitsystem.
LG

Antworten
Anja 11. Februar 2015 - 22:48

Liebe Manati,

wie traurig, dass auch bei Euch die Versorgungslage so schlecht ist. Auch in den ganz frühen Wochen mit allen Ängsten und Sorgen, aber auch konkreten Beschwerden wie der Hyperemesis kann Hebammenbegleitung sehr hilfreich sein. Schade, wenn es niemanden mehr gibt, der diese Form der Unterstützung anbietet 🙁

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Larissa//No Robots Magazine 11. Februar 2015 - 14:23

Ich bin echt froh, dass ich hier so viel darüber gelesen habe, sodsas ich mich frühzeitig darum gekümmert habe.
Ich muss allerdings sagen, dass hier in München die Situation bisher noch ziemlich entspannt ist. Ich verstehe das auch nicht so richtig. Beim ersten Info-Abend waren damals fast nur Mütter, die weit im zweiten Trimester waren. Mit unter 12 Wochen war man schon echt ein Exot. Eine Freundin von uns hat sogar im 9. Monat noch eine Hebamme für die Nachsorge bekommen. Liegt vielleicht daran, dass wir in einer Hebammen-Praxis sind, wo einfach mehr Personal zur Verfügung ist. Oder hat Bayern andere Gesetze als alle anderen?

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Anja 11. Februar 2015 - 22:37

Liebe Larissa,

ich habe vor diesem Artikel noch meinen erweiterten Hebammenkreis dazu befragt. Viele berichteten ganz ähnliche Dinge z.B. aus Hamburg oder Frankfurt am Main. Die genaue Lage in Bayern kenne ich leider nicht, aber da dort sehr wesentlich mehr Hebammen geburtshilflich im Belegsystem (also freiberuflich) arbeiten , gibt es vielleicht generell ein größeres Angebot an freiberuflicher Hebammenbetreuung? Die Gesetzeslage ist überall gleich. Liebe Grüße, Anja

Antworten
Myriam 11. Februar 2015 - 13:37

Genau daran habe ich auch schon gedacht, dass Ersteltern meist später auf die Suche nach einer Hebamme gehen, da zu Beginn alles neu ist und man sich an das Schwangersein gewöhnen muss. Eltern, die schon ein Kind haben, wissen besser um die Situation der Hebammen und haben schon erfahren, wie wertvoll es ist, eine gute zu haben. Meine erste Frage, wenn ich von Bekannten höre, dass sie schwanger ist, ist mittlerweile auch immer, ob denn schon eine Hebamme vorhanden ist.
Ich selbst kam mir etwas merkwürdig vor als ich im Oktober ’13 beim Infoabend einer Hebammenpraxis war und mit Abstand den kleinsten Bauch hatte. Im Nachhinein habe ich wohl alles richtig gemacht und beim nächsten Kind wird meine Hebamme direkt mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand angerufen in der Hoffnung, dass sie dann auch noch in ihrem Beruf arbeitet.

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Diana 11. Februar 2015 - 13:31

Ich war in der sechsten Woche, als ich mich fix per Mail vom Smartphone aus zwischen Bahnfahrt und Arbeitsstelle, zwischen Morgenübelkeit und Mittags-Heißhunger, beim Geburtshaus gemeldet habe. Und die Antwort war positiv – es war aber wirklich gut, dass ich mich so zeitig gemeldet hatte, sagte man mir noch. Eine Freundin, in etwa zum selben Zeitpunkt schwanger geworden, wollte ca. 5 Wochen später eine Nachsorge-Hebi im Geburtshaus finden. Sie hatte schon keine Chance mehr.

Ich kann mein Glück bis heute nicht fassen, vor etwa sieben Monaten brachte ich meinen Sohn im Geburtshaus zur Welt! Die Geburt war rasch, heftig und wunderschön. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto trauriger werde ich… Weil ich Angst habe, dass auch dieses Geburtshaus (Jena) möglicherweise in nicht so ferner Zukunft nicht mehr existiert. Und ich mein vielleicht zweites Kind dann nicht mehr dort zur Welt bringen kann und auch keine der tollen Hebammen zu uns nach Hause kommen kann.

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Ines 11. Februar 2015 - 11:16

Ich habe hier ganz andere Erfahrungen gemacht …. mich frühzeitig gekümmert (als Erstlingsmutter) und zu hören bekommen, dass ich lieber noch etwas warten soll, bevor eine Betreuung festgemacht wird.

Und die Betreuung, die ich dann hatte, war in meinen Augen so bescheiden, dass ich eher denke, dass ich es dann beim nächsten Kind auch alleine hinkriege. Hat dieses Mal ja (gezwungenermaßen und unerwarteterweise) auch geklappt.

Wenn du also früh und viel angefragt wirst, dann sicherlich, weil du super Arbeit leistet! 🙂

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Anja 11. Februar 2015 - 22:31

Liebe Ines,

das tut mir sehr leid zu hören, dass Du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Es ist regional noch mal etwas verschieden. In den Ballungsgebieten ist es entsprechend knapper, aber auch im ländlichen Raum arbeiten Kolleginnen an der Belastungsgrenze, was zum Teil sicher auch mit zu „schlechter“ Arbeit führt. Ich persönlich sage lieber ab, wenn ich keine Kapazitäten habe, um eine vernünftige Betreuung zu machen, denn da haben am ende alle nix davon:( Das frühe Anmelden ist ja auch sinnvoll, um bereits in der Schwangerschaft eine gute Vertrauensbasis für die weitere Betreuung aufzubauen. Schade, wenn diese Chance nicht genutzt bzw. angeboten wird 🙁 Liebe Grüße, Anja

Antworten
Christine Niersmann 11. Februar 2015 - 10:35

Hallo Anja,

Ich habe auf meiner HP inzwischen stehen:
Schwangerschaftstest positiv? –> Hebamme anrufen!

Es wird eng und enger mit unseren Kapazitäten. Mir gruselt es schon vor dem Sommer. Zum Beginn des neuen Haftpflichtversicherungsjahres hören besonders viele Kolleginnen auf, die in Teilzeit freiberuflich tätig waren. Die hohen Kosten lassen sich mit den geringen Einkünften nicht erwirtschaften.

Noch mal enger wird es, wenn Herr Gröhes Idee umgesetzt wird, dass wir Hebammen die Familien nicht nur 8 sondern 12 Wochen betreuen sollen. Im Prinzip ist diese Idee ja gut – aber wer soll das machen?
Nehme ich dann statt 6 Frauen pro Monat nur noch 4 an?
Immer weniger Hebammen, die immer weniger Frauen dann aber länger betreuen?

Keine Entspannung in Sicht.
LG
Christine Niersmann

Antworten
Anja 11. Februar 2015 - 22:26

Liebe Christine,

ich teile leider all Deine sehr berechtigten Sorgen:( Dass das 12-Wochen-Ding die Situation eher verschärft, glaube ich auch. Man muss das ganz anders einplanen. Aber Hauptsache die Politik hat angeblich was für die Mütter getan…
LG, Anja

Antworten
Bettie 11. Februar 2015 - 09:24

Vielleicht wollen die Mehrlingsmütter alles speziell „Dich“ als Hebamme, weil sie damit so gute Erfahrungen gemacht haben? Oder ist das eine zu romantische Vorstellung?

Antworten
Anja 11. Februar 2015 - 22:24

Liebes Frühes Vogerl,

dankeschön für den netten Gedanken, aber vielleicht doch eher zu romantisch;) Ich habe mich vor dem Artikel natürlich noch mal im erweiterten Hebammenkreis umgehört. Viele berichteten ähnliche Dinge, wobei es da regional auch noch einmal Unterschiede gibt. Liebe Grüße, Anja

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