Herr Gröhe, haben Sie eine Antwort für diese Familien?

von Anja

Am kommenden Dienstag bin ich zum Bürgerdialog mit den Schwerpunktthemen Gesundheit, Pflege und Gesundheitsförderung eingeladen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird zugegen sein und vielleicht kann er mir ja sagen, was ich all den Eltern empfehlen kann, die sich tagtäglich zunehmend verzweifelter auf der Suche nach einer Hebamme an meine Kolleginnen und mich wenden. Ob es nun um die Schwangerschaft, die Geburt oder die besondere erste Zeit mit dem Baby geht…

Auch Jana vom Hebammenblog hatte diese Frage schon gestellt und eine Antwort bekommen. Eine Antwort, die den verzweifelt suchenden Eltern leider nicht weiterhilft. Während nun eine Schiedsstelle über Qualitätskriterien und die Vergütung in Bezug auf die Geburt entscheiden muss, bricht auch die Versorgung vor und nach der Geburt still und leise zusammen. Den Frauen, die jetzt schwanger sind oder gerade ein Kind bekommen haben, fehlt die Zeit, um auf Ergebnisse zu warten, die wahrscheinlich nichts besser machen werden.

Ich hoffe also, Herr Gröhe, Sie können mir am nächsten Dienstag verraten, wie der Plan B aussieht, damit junge Eltern auch weiterhin in diesem Land eine passende Unterstützung bekommen. Damit Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen eine Idee davon bekommen, was in den Menschen vorgeht, habe ich eine Auswahl von Anfragen aus den letzten Wochen und Monaten gesammelt. Die Fälle illustrieren auf tragische Weise die Notlage, in der sich die Familien akut befinden.

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Ich bin verzweifelt auf der Suche nach einer Hebamme (so wie wohl alle, die sich nicht sofort nach der Empfängnis auf die Suche begeben).
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Ich würde mich riesig freuen, bin aber bestimmt zu spät. Falls Sie schon ausgebucht sind, können Sie mir vielleicht sagen, wer mein Kind regelmäßig begutachtet, wenn ich keine Hebamme bekomme. Der Kinderarzt? Ist unser erstes Kind und im Freundeskreis ist leider niemand der schon Mutti ist.
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Die beiden sind noch im Krankenhaus, da meine Freundin kurz vor der Geburt Bluthochdruck entwickelt hat und einen Kaiserschnitt bekam. Dadurch ist unser Baby vier Wochen zu früh auf die Welt gekommen und wiegt nur zwei Kilo. Leider bekommt sie in der Klinik keine Unterstützung, was Stillen angeht. Nun hat meine Freundin leider keine Hebamme, die sie im Wochenbett weiter betreuen kann, sobald sie nach Haus kommt. Ich bin mir sicher, sie hat sie bereits angefragt. Dadurch, dass der eigentliche Geburtstermin im Juli stand, konnte sie keine Hebamme finden.
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Ich bin dringend auf der Suche nach einer Hebamme zur Betreuung. Ich habe schon in verschiedenen Praxen (Hebammen) nachgefragt, doch leider sind alle Hebammen für Dezember schon ausgebucht und nehmen keine neuen Klienten mehr auf, da mein Geburtstermin in die Weihnachtszeit fällt, wofür ich natürlich Verständnis habe. Ich würde keine Betreuung über die Feiertage in Anspruch nehmen wollen. Falls keine Schwangerschaftsbetreuung möglich ist, wäre ich auch über eine Wochenbettbetreuung glücklich.
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Ich habe bereits einige Wochen versucht, eine Beleghebamme für unser erstes Kind zu finden. Leider vergeblich. Nun würden wir gerne eine liebe und erfahrene Hebamme finden, die uns während der Vorsorge auch zu Hause besucht und bei möglichen Schwangerschaftsbeschwerden helfen kann.
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Ich bin, mittlerweile leider schon recht verzweifelt, auf der Suche nach einer Hebamme und hoffe, bei Ihnen eine passende Betreuung zu finden.
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Ich bin dringend auf der Suche nach einer Stillberaterin, da ich seit Wochen sehr gereizte Brustwarzen habe und fast jeden zweiten Tag einen Milchstau. Daher kann ich nur noch unter Schmerzmedikation stillen und suche schnelle Hilfe, um nicht abstillen zu müssen.
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Seit fast drei Monaten bin ich auf der Suche nach einer Hebamme. Die Geburt soll im Krankenhaus sein und dort wird es auch eine Beleghebamme geben. Ich suche nun eine Hebamme für die Zeit nach dem Krankenhaus (Wochenbettbetreuung), die ich bei Fragen anrufen und die auch bestenfalls mal zu Hause vorbei schauen kann. Da dies mein erstes Kind ist und mein Mann leider auch kein Urlaub erhält, wäre ich für eine Unterstützung dankbar.
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Ich bin im vierten Monat schwanger (15. SSW) und bin mittlerweile schon fast verzweifelt auf der Suche nach einer freien Hebamme zur Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung. Es ist übrigens mein erstes Kind. Haben Sie noch Kapazitäten?
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Ich bin in der 18. SSW und suche aktuell dringend nach einer Hebamme. Da es aktuell sehr schwierig ist, eine Hebamme zu finden, würde ich mich sehr über eine baldige Rückmeldung freuen.
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Ich suche noch eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung bzw., falls das nicht mehr klappt, eine Stillberatung, da es mein erstes Kind ist. Bisher lief alles sehr unkompliziert, ich hoffe das bleibt weiterhin so, aber es wäre gut zu wissen, dass wenn etwas nicht so klappt, ich mich an jemanden mit Erfahrung wenden kann.
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Ich bin ziemlich verzweifelt und bräuchte dringend Beratung beim Stillen.
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Ich suche ganz dringend eine Hebamme für die Betreuung nach der Geburt, da meine jetzige Hebamme mit der Freiberuflichkeit aufgehört hat. Ich stehe nun ohne da.
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Leider scheine ich für meine Suche nach einer Hebamme recht spät dran zu sein. Was vermutlich an meinem kinderlosen Freundeskreis liegt und ich nicht darauf vorbereitet wurde, dass man sich zeitnah darum kümmern muss. Auch in den Geburtshäusern ist kein Plätzchen mehr frei. Dennoch möchte ich es nicht unversucht lassen und frage nun, ob Sie noch freie Kapazitäten hätten?
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Ich bin gerade ziemlich verzweifelt, da das Stillen nicht mehr funktioniert.
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Ich hatte bereits eine Hebamme für die Nachsorge, allerdings hat sie mir nun plötzlich abgesagt, weil sie aufgehört hat. Ich wäre auch mit weniger Terminen direkt nach der Geburt einverstanden, also Besuchen alle zwei bis drei Tage statt einmal am Tag.
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In der letzten Zeit wären wir über eine unterstützende und beruhigende Person sehr dankbar gewesen, weil es leider schon Komplikationen gab. Wir haben von vielen Eltern gehört, dass es schwierig ist, eine Hebamme zu finden. Die Kapazitäten sind wohl sehr gut ausgeschöpft. Hast du noch Zeit?
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Haben Sie vielleicht noch irgendwie Kapazitäten für mich? Es ist unser erstes Kind, keine Familie ist vorhanden in Berlin, und ich werde viel allein mit dem Baby sein. Unterstützung ist daher sehr gewünscht
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Aufgrund von Personalmangel durch Kündigung in der Hebammenpraxis, wo ich leider keine Wochenbettbetreuung mehr bekommen kann, würde ich gerne bei Ihnen anfragen, ob Sie noch Kapazitäten für die Wochenbettbetreuung haben.
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Ich habe extreme Schmerzen beim Stillen und pumpe im Moment ab, würde es aber gerne nochmal versuchen. Bitte melde Sie sich bei mir, gerne telefonisch.
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Ich bin wirklich in großer Not, mein Baby lehnt es mittlerweile ganz schnell ab zu versuchen, von dieser Brust zu trinken.
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Ich suche für die Schwangerschaft und die Wochenbettbetreuung im November noch dringend eine Hebamme. Es ist mein zweites Kind und alles entwickelt sich anders als erwartet.
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Danke für die schnelle Rückmeldung. Aber wen soll ich denn NOCH anrufen? Könnten Sie nicht wenigstens einmal in der Woche kommen?
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Sie sind schon die 17. Hebamme, die ich jetzt kontaktiere.
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Die haben mir in der Klinik erstmal eine Pumpe gegeben und gesagt, das Stillen kann ich ja dann zu Hause mit meiner Hebamme besprechen. Leider habe ich bisher noch keine Hebamme, die zu mir nach Hause kommt.
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Ich dachte, man kann sich eine Hebamme aussuchen. Bisher habe ich aber nur Absagen bekommen.
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Ich kann sie auch abholen und wieder nach Hause bringen, wenn ihnen die Anfahrt zu weit ist oder sie keinen Parkplatz suchen wollen.
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Sie sagen, Sie nehmen dieses Jahr niemanden mehr an. Unser Baby kommt wahrscheinlich kurz nach Weihnachten. Könnten Sie denn ab Januar kommen? Die ersten zwei Wochen können wir uns ja selbst versorgen.
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Meine Krankenkasse sagt, ich habe ein RECHT auf eine Hebamme. Nun habe ich aber schon mehr als zehn Hebammen angerufen und alle haben mir abgesagt.
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Ich möchte so gerne stillen, glaube aber, dass wir es aufgrund unserer Vorerfahrung nicht ohne Unterstützung schaffen können. Könnten Sie denn vielleicht wenigstens für die Stillberatung im Wochenbett vorbei kommen?
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Ich habe Angst vor dem Alltag mit Baby – wie soll ich das hinkriegen, wenn mir niemand sagt, was richtig ist?
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Ich bin schon in der 19. SSW und habe leider immer noch keine Hebamme gefunden. Hättest du vielleicht Kapazitäten?
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Ich habe schon die ganze Liste abtelefoniert und keine hat noch Platz, dabei bin ich doch erst in der 8. Woche.
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Hätte ich das gewusst, dass ich für Weihnachten keine Hebamme finde, hätten wir anders familiengeplant – oder gar nicht…
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Meine Krankenkasse sagt, Sie MÜSSEN mich betreuen.
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Ich habe in der Schwangerschaft bisher auch viele Probleme gehabt und brauche jetzt dringend Hilfe einer Hebamme.
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Sie sind meine letzte Hoffnung, es gibt hier im Umkreis von 100 Kilometern keine Hausgeburtshebamme mehr.
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Wir bezahlen Ihnen das auch extra, wenn Sie uns noch betreuen können
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Ich habe das Gefühl, es gibt kaum noch Hebammen.
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Wir gehen morgen nach Hause, es kommt keine Milch, wir füttern mit Sonde zu. Können Sie morgen nachmittag gleich kommen? Wir haben so viele Fragen, wie es damit zu Hause weitergehen soll. Die sagen hier nur, wir sollen die Hebamme fragen.
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Habe ich schon durchtelefoniert ohne Erfolg. Sagen SIE mir doch, wen ich noch kontaktieren kann.
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Natürlich kenne ich die aktuelle Situation der Hebammen und engagiere mich auch für eine Lösung wo es geht. Trotzdem wünsche ich mir nach zwei tollen außerklinischen Geburten im Geburtshaus eine Hausgeburt. Ich kann mir vorstellen, wie schwierig es wird, jemanden zu finden. Darüber hinaus suche ich natürlich auch eine Hebamme für die Vor- und Nachsorge. Wie gesagt, noch bin ich nicht schwanger. Aber bei den beiden letzten Malen ging das ziemlich schnell.
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Dies ist nur eine kleine Auswahl von Anfragen, die an mich und ausgesuchte Hebammenkolleginnen in den letzten Wochen gestellt worden sind. Sie sind anonymisiert und im Sinne der Lesbarkeit in der Rechtschreibung korrigiert. Gerne kann diese Liste in den Kommentaren von Hebammen erweitert werden. Gerne dürfen auch Eltern hier ihre Erfahrungen ergänzen.

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21 Kommentare

Jessi 4. März 2016 - 10:02

Ich habe on der 12ten SSW 45 Hebammen angeschrieben, darunter auch einige Praxen mit mehreren Hebammen. Ich wohne im Rhein-Main Gebiet, also in einem Ballungsgebiet mit, wie ich bisher dachte, toller medizinischer Versorgung und Auswahlmöglichkeiten.
Zu meinem Glück hat sich eine Hebamme gefunden. Eine einzige positive Rückmeldung von 45. Meine Krankenkasse die ich panisch vor der Zusage kontaktiert habe, wusste auf die Frage ‚was nun‘ oder ‚wie ist der Plan B‘ auch keine Antwort und schickte mir 3 Mal (!) eine Standardmail mit der Aussage sie dürften nicht beraten, ich hätte das Recht auf eine Hebamme und der Hebammensuchmaske.

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AnnaMama 26. Juli 2015 - 13:35

Ich war gerade aus Neugier auf Herrn Gröhes Internetseite….eigentlich sollten wir ihn mit Mails und Tweets überschwemmen, den Server lahmlegen, gleichzeitig unsere Krankenkassen „nerven“, die Frauenärzte und Kinderärzte befragen und mit einbeziehen bzw. zum Engagement „zwingen“ (weil die ja nicht wirklich helfen können, wenn wir Stillprobleme haben oder nicht wissen, wie wir das Neugeborene beim Baden halten sollen)

….Herr Gröhe schreibt so nette DInge wie: Vorfahrt für Familien – “ Als überzeugter Familienmensch setze ich mich mit Nachdruck dafür ein, unsere FamiIien nach Kräften zu unterstützen.“ Mit keinem Wort werden aktuelle Probleme erwähnt, es ist zum k…

Ich habe gerade richtig Angst, weil ich gerade schwanger werden will und vom ersten Kind weiß, wie wichtig meine Hebamme war, was ich alles von ihr gelernt habe und wieviel Sicherheit sie mir gegeben hat. Was würde ich ohne sie tun? Mir Halbwissen im Internet suchen? Abstillen, wenn es Probleme gibt? Heulend zuhause sitzen? Mit Schmerzen, Baby und Kleinkind in den Zug setzen und 30 min zum Arzt fahren? Auf dass alles noch schlimmer wird und die Behandlungskosten steigen?

Jammern hilft nicht, aber was kann man denn tun?

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Anja 26. Juli 2015 - 23:28

Mal sehen , ob ich übermorgen die Idee einer Antwort von Herrn Gröhe bekommen werde…
Ich kann Deine Gedanken dazu gut nachvollziehen.

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Katrin Böttner 24. Juli 2015 - 11:38

Ich habe vor ca. einem Jahr in einem Krankenhaus entbunden, welches sich mit seiner Vielzahl an Geburten brüstet. Inklusive Petinatalzentrum Level 1. Alles schön und gut. De facto hieß das für mich, das man mich nach sekundärer Sectio mit Fieber und 3 Tagen intravenös Antibiose am 4. Tag entlassen hat. Ich wollte das auch, weil man sich vorstellen kann, wieviel Ruhe ich hatte, wenn man sich auf die Fahnen schreiben möchte, das sich auch die Kaiserschnittmütter ja soooo schnell erholen…. Ich bin mehr oder minder nach einer großen Bauch-Op nach Hause gekrochen. Mit einem sich anbahnenden Milchstau und einem Kind mit grenzwertigen Billirubinwerten … Krankenhäuser arbeiten mittlerweile gewinnorientiert und wo noch es noch vor Jahren üblich war, nach einer Entbindung 14 Tage im Krankenhaus zu verbringen, geht’s heute nach 2 bis 3 Tagen nach Hause. Mir persönlich hat meine Wochenbetthebamme quasi den „Hintern gerettet“. Stillen war zwar nicht mehr möglich, aber sie hat mit ihren Tipps den Milchstau verhindert. Nicht auszudenken, was passiert, wenn es diese Art der Betreuung nicht mehr gibt. Wer kümmert sich um die Frauen? Kostet es „das System“ am Ende vielleicht viel mehr, weil Frauen wie ich nach der Entbindung aufgrund von Komplikationen gleich wieder beim Arzt vorstellig werden oder vielleicht sogar erneut stationär aufgenommen werden müssen???

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Eva 24. Juli 2015 - 10:05

Da wird einem echt Angst und Bange, wenn man drüber nachdenkt,was da auf uns zu kommt. Wie soll Deutschland denn so mehr Kinder bekommen????? Wenn man sich schon sagen muss, kein weiteres Kind, wer weiß, wie die Schwangerschaft usw. Betreut wird. Das ist doch unfassbar traurig. ich persönlich kann mir nicht vorstellen, die Schwangerschaft und die Zeit danach ohne Hebamme zu verbringen, das gehört für mich so sehr zusammen! Es gibt sicher auch Eltern,die keine Betreuung wollen, aber ich vermute, daß das eher die Minderheit ist. Wie kann man bloß so die Augen davor verschließen,was man mit diesen Entscheidungen GEGEGN Hebammen, GEGEN Eltern, GEGEN Kinder GEGEN Familien, anrichtet?????!!!!! Da ist die Lobby der Ärzte und Krankenkassen einfach zu mächtig. Ich hoffe so sehr,daß noch ein Einsehen kommt und umgedacht wird. Ich war sehr froh über meine Hebamme, v.a. in der Zeit nach der Geburt. Sie hat mir sehr sehr viel geholfen, bei jeder Kleinigkeit hat sie sich Zeit genommen, ist her gekommen oder ich durfte zu ihr. Unvorstellbar, was man machen soll, wenn es diese Betreuung nicht mehr gibt…Wenn ich wieder schwanger bin, hoffe ich sehr, daß mich diese Hebamme wieder betreuen kann. Denn es ist einfach eine sehr, sehr intime und nahe Betreuung,die durch nichts zu ersetzen ist und man ist froh, wenn man sich einem solchen Mensch anvertrauen kann und nicht noch jemand anders suchen muss.
Ich hoffe so sehr,das sich alles zum Guten wendet!!!!!!!!! Allen,die sich für Hebammen und Eltern und Kinder einsetzten, ein großes DANKESCHÖN für den Kampf. Ich glaube, es ist schon viel gewonnen. Auf jeden Fall ist das Them ein wenig mehr in den Fokus geraten! Weiter so, gemeinsam sind wir STARK!!!!!!!!!

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Kathi 23. Juli 2015 - 23:38

Boar ich wette wenn Männer Kinder bekommen würden, würde ihnen von der Politik her ab positiven Test eine persöhnliche Rund um die Uhr Betreuung zur Verfügung stehen.

Und diese Zustände obwohl wir eine Bundeskanzlerin haben!

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Mo 23. Juli 2015 - 22:57

Ganz ehrlich, ein zweites Kind ja gerne. Aber wenn ich das alles so lese, wird mir himmelangst. Und ich überleg mir das noch mal. Und dann wundern sich die Politiker noch, dass es immer weniger Geburten gibt. Wartet mal, wo ist der Fehler?
Ausgetragen auf dem Rücken derer, die nun mal nicht dauern Zeit haben, für Ihre Interessen so lästig und laut einzutreten, dass es auch mal in der Politik ankommt. Traurig.
Wütend, traurig, ratlos. Oh mann.
Danke, Anja für dein Engagement.

Antworten
Tabea 23. Juli 2015 - 21:58

Mir schwemmt es die Tränen in die Augen – denn was du und deine Kolleginnen da abweisen müssen sind ja nicht irgendwelche eMails – in jeder dieser Abschnitte hängt das Schicksal einer Familie.

Natürlich hat Natalie recht, wenn sie sagt, dass man Politikern kaum mit „Einzelfällen“ kommen kann, sondern mit Zahlen.

Was mich immer sehr verwirrt sind tatsächlich die Zahlen, die genannt werden und „gegen Hebammen“ sprechen. Da wird ja mit zweierlei Maß gemessen. Es wurde nie genauer analysiert, wo die Arbeit genau mehr geworden ist – vielleicht kann man dort noch ansetzen? Denn faktisch arbeiten alle Hebammen die ich kenne weit ÜBER ihrem Limit, teilweise so verdammt arg, dass Frauen dann enttäuscht sind von ihrem Hebammen, weil die die Betreuung zugesagt hatten und dann nur dreimal kamen – das bessert den Rückhalt in der Gesellschaft ja nicht.

Kann man also irgendwie eroieren, wieviel Arbeitsaufwand im Durschnitt pro Betreuung auf euch zukommen (incl Fahrten usw) um dann klarer aufzeigen zu können, dass ihr zu wenige seid für die Arbeit und dass ein weiteres Wegbrechen die chaotische Situation weiter zuspitzt?
Weil einfach nur zu sagen wir haben x Geburten und y Hebammen das muss doch reichen verkennt den Aufwand der hinter Hausbesuchen steckt!

Danke für deine Artikel ~Tabea

Antworten
Natalie 23. Juli 2015 - 18:49

Kann man diese Diskussion mit Herrn Gröhe/Poltikern vielleicht auch weniger emotional führen?
Was sagen die Statistiken?
Bsp:

1. Wieviele Hebammen praktizieren noch / Wieviele Schwangere müssen pro Jahr betreut werden (Geburtsstatistik)? Ist die Versorgung flächendeckend deutschlandweit ausreichend?

2. Wieviele Schwangere gehen nicht mind. 1 Mal zu einem Arzt während der Schwangerschaft? Würden Geburtsrisiken dadurch gemindert werden, wenn mindestens einmal ein Ultraschall (Den die Hebamme in der Schwangerenvorsorge nicht anbieten kann) gemacht wurde? Könnten dadurch Klagegründe gegenüber der Hebamme gemindert werden, wenn sie sonst alle Vorsorgen übernimmt und eine Hausgeburt betreut? – Das wäre auch mein einziger Punkt zum Thema Hausgeburt.

3. Könnte man die Punkte auch objektiver aufgreifen, sodass deutlicher wird, dass es kein reines „ländliches“ Problem ist, sondern genauso auch Großstädte trifft? Wo wenden sich die Frauen jetzt hin, die einen Milchstau haben, Brustentzündungen bekommen oder Stillprobleme bekommen oder eine Wochenbettpsychose/-depression entwickeln? Hat sich die Anzahl der Konsultationen deswegen bei den Frauenärzten oder in den Kliniken erhöht? (Und die Fragen stelle ich nicht aus Dummheit – die Anzahl der freiberuflichen Hebammen IST schließlich auch zurückgegangen, aber laut Medien auch die Geburtenrate… irgendwo dazwischen gibt es sicherlich auch Zusammenhänge).

4. Was sagen die Krankenkassen dazu? Welche Tipps geben sie jetzt den Schwangeren/Frisch-Entbundenen, wenn sie sich dort melden, weil sie einfach keine Hilfe gefunden haben. Gibt es interne Listen an Hebammen, die noch Kapazität haben? So wie einen „Wir rufen für Sie beim Facharzt an, damit Sie (vielleicht schneller?) einen Termin kriegen“. Welche Kosten entstehen eigentlich, durch nicht rechtzeitig erkannten „typischen“ Erkrankungen wie Brustentzündungen etc.
Wieviele Fälle gibt es nun für ausserklinische (ungeplante) Geburten, die nicht gut ausgingen, weil die Kliniken nun auch überfüllt sind? Sicherlich ist ein Monat jetzt ein sehr kurzer Zeitraum, um es konkret vergleichbar zu machen, aber ein Anfang.

Letztendes sind konkrete Zahlen wohl das Maß, um es mit den vorigen Jahren und für die Zukunft vergleichbar zu machen. Und was eine stabilere Diskussionsgrundlage bildet als emotionale Hebammengesuche.

Antworten
Yvonne Pommer 23. Juli 2015 - 16:20

Man sollte für die Erhaltung der Hebammen sein und sie nicht abschaffen. Viele Frauen sind froh wenn vor und vorallem nach der Geburt und aus dem Krankenhaus sind eine Hebamme kommt die die erste Zeit unterstützend zur Seite steht und hilft mit einem neugeborenen zurecht zukommen
Ich war froh und auch viele andere in meinem Bekanntenkreis hätten nicht auf die Hebamme verzichten wollen weil man doch gerade am Anfang unsicher ist
ist. Und Hebammen können auch hinter Die Fassade kucken. Na ob die Mutter gut mit dem Kind um geht und Haushalt und so weiter. BITTE SCHAFT DIE HEBAMMEN NICHT AB SONDER FÖRDERT SIE DEN SIE SIND FIE WICHTIGE UNTERSTÜTZUNG WÄHREND UND NACH DER SCHWANGERSCHAFT.! ‚!!

Antworten
Kerstin 23. Juli 2015 - 16:02

Es ist so schwer eine Hebamme zu finden. Ich habe ca in der 15. Woche angefangen zu suchen, habe keine Beleghebamme gefunden, kein Geburtshaus was mich betreut und keinen Vorbereitungskurs mehr bekommen (gab es nur noch Plätze abends, am Ende der Welt, was mit schon 2 Kindern zuhause nicht machbar war). Eine Nachsorgehebamme habe ich mit viel Glück und Finger wundtelefonieren gefunden, eine, die gerade erst zugezogen ist. Jetzt ist mein Mäusel 1 Woche und ich hänge wieder am Telefon/Internet und versuche einen Rückbildungskurs zu finden (Voranmeldungen in der Schwangerschaft wurden nicht angenommen). Ich bin so froh, dass es unser 3. und nicht unser erstes Kind ist, sonst würde ich sicher verzweifeln. In den letzten 2 Jahren war ich bei ziemlich jeder Hebammendemo in der Nähe, habe Flyer verteilt, Petitionen unterschrieben und Werbung dafür gemacht…es ist zermürbend, dass sich über die lange Zeit nichts zu tun scheint in der Politik. Dafür ging es ziemlich schnell bei uns dieses Jahr wieder die Kitakosten zu erhöhen und das Betreuungsgeld zu kippen. Ich bin froh, dass unsere Kinderplanung abgeschlossen ist, denn die Zukunftsaussichten für werdende Mütter und Hebammen machen echt Angst

Antworten
Sylvia Reischert 23. Juli 2015 - 15:26

nimm diesen Bericht mit damit Herr Gröhe einsieht dass es nicht nur um ein paar freiberufliche Hebammen geht sondern um die gesamte Geburtshilfe in Deuschland auch um die Klinken:
http://www.bz-berlin.de/berlin/neukoelln/schwangere-abgewiesen-baby-drama-in-berliner-klinik

Antworten
Anne 23. Juli 2015 - 14:47

Oh Gott, ist das traurig! Ich bin so dankbar, dass ich im April noch eine Hebamme für Vorsorge, Hausgeburt und Nachsorge hatte. Ein drittes Kind wird es wohl nicht geben – schon gar nicht unter solchen Umständen.

Antworten
Caro 23. Juli 2015 - 13:48

Noch vor dem Termin bei meiner Gynäkologin habe ich in der 6. Woche im Krankenhaus angerufen. Die nehmen mich leider nicht auf….. Keine Kapazitäten mehr für Ende März 2016! Nur für Privatpatienten, die sich für eine Chefarztbetreeung entscheiden gibt es eine Warteliste.
Wenigstens hat meine Wochenbetthebamme vom ersten Kind noch Kapazitäten gehabt. Mal sehen ob ich die dann für eine spontane Hausgeburt anheuern darf…..

Antworten
Anna 23. Juli 2015 - 13:23

Ich bin entsetzt, wie Deutschlands Politik die Hebammen ausmerzt und dazu beiträgt dass hier immer weniger Kinder (geborgen) geboren werden. Die Geburt als Wirtschaftsfaktor…anstatt als Gesellschaftsaufgabe.
Langsam bin ich richtig froh, dass ich mein erstes Kind vor gut vier Jahren bekommen habe und keine Probleme hatte, eine Hebamme zu finden, die mich sowohl vor als auch nach der Geburt betreut hat. Mein zweites Kind durfte ich zuhause bekommen, ein paar Monate bevor meine Hebamme die Hausgeburtsbetreuung aufgab. Mittlerweile ja schon fast ein exklusives Privileg, es sollte die Regel sein!!!!
Ein weiteres Kind wird immer unwahrscheinlicher mit jeder Meldung bezüglich der Situation der Hebammen.
Und ich mache mir Sorgen um alle Frauen, die künftig ein Kind bekommen. Ohne die fachkundige und vor allem vertraute Unterstützung.
Was können wir noch tun, damit das ein Herr Gröhe, ein DKV usw kapiert???

Antworten
kiddo the kid 23. Juli 2015 - 11:07

Oh Mann. So bedrückend. Ich kann vor lauter Ratlosigkeit gar nix mehr dazu sagen 🙁

Antworten
Katharina 23. Juli 2015 - 10:55

Vielen Dank für dein Engagement! Schon beim Lesen treibt es mir die Tränen in die Augen…weil ich noch genau weiß, wie schwierig die Suche vor 2 Jahren war. Und ich brauchte NUR eine Hebamme für die Betreuung nach der Geburt. Und die ist sooo wichtig. Als frischgebackene Mama ist man extrem verunsichert. Man weiß nicht, was man tun soll wenn das Baby schreit oder das Stillen nicht klappt oder es einem nach der Geburt selbst noch nicht gut geht. Eine liebe und verständnisvolle Hebamme gibt einem ein sicheres Gefühl und gibt wertvolle Tipps. Ich hätte nicht gewusst, wie ich beim Milcheinschuss meine fast explodierende Brust hätte behandeln können… 🙁
Und man kann so viele Ratgeber lesen wie man will. Man denkt, man ist vorbereitet und es wird schon, aber plötzlich ist der kleine Mensch da und nichts ist so, wie man es erwartet hat und man fühlt sich hilflos und ängstlich und will ja nix falsch machen. Daher hoffe ich so sehr, dass sich die aktuelle Situation der Hebammen ENDLICH verbessert. Es ist doch wiedersinnig – es wird gekämpft, dass in Deutschland mehr Kinder geboren werden und dann schafft man diejenigen, die die Kinder auf die Welt holen sollen, quasi ab! Ich wünsche dir viel Kraft und viel Erfolg! Auf das JEDE FRAU und JEDES BABY in Zukunft wieder von einer Hebamme betreut werden können, ohne dass diese abwägen muss, ob es sich für sie finanziell lohnt. Schade, dass es immer nur ums Geld gehen muss!

Antworten
Nadine 23. Juli 2015 - 10:48

Ich bin ebenfalls den Tränen nahe. Was mich ebenfalls erschreckt, ist der mitunter sehr harsche Ton, der hier (mal wieder) eindeutig an der falschen Adresse (nämlich bei den Hebammen) landet.
Anstatt die wenigen Hebammen zu beschimpfen, die es noch gibt, sollte dem Ärger lieber bei der Krankankasse, der Politik und dem GKV-Spitzenverband Luft gemacht werden!

Antworten
Miriam 23. Juli 2015 - 09:35

So viel Verzweiflung. Da kommen mir wirklich die Traenen. Wenn das nicht wach ruettelt, was dann?

Antworten
Larissa 23. Juli 2015 - 08:49

Hi Anja!
Ich bekomme Tränen in den Augen – zu entsetzlich ist das Bild, dass du da malst. Ich bin 28 und bis jetzt kinderlos. Deutschland will und braucht Kinder, statt Hebammen Betreuung gibt es lieber rechtswidriges Betreuungsgeld… Die Situation scheint einfach aussichtslos…
Ich wünsche dir viel Erfolg in deinem Kampf, aber vor allem Frieden für dich selber – egal wo du ihn findest!
Larissa

Antworten
Susanne 23. Juli 2015 - 08:43

Es zerreißt mir das Herz. Und dennoch finde ich es gut, dass Du diese Sammlung hier zeigst. Ich finde ja, es sollte eine zentrale Stelle geben, wo all diese Anfragen gesammelt werden, um zu verdeutlichen, wie viel Mangel wirklich herrscht. Es ist erschreckend!

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