„Ihre Milch reicht nicht!“

von Anja

Nähe und Nahrung sind zwei der zentralen Bedürfnisse von Babys. Stillen kann beides geben. Ein Großteil der Mütter entscheidet sich dafür, das Baby nach der Geburt zu stillen und bringt auch alle notwendigen Voraussetzungen dafür mit. Zumindest theoretisch, denn es gibt biologisch nur wenige Gründe, warum eine Mutter ihr Kind nicht mit der eigenen Muttermilch ernähren kann.

Die erlebte Realität sieht anders aus. Oft ist als Folge von zu wenig Unterstützung in der Anfangszeit der Stillstart mehr als schwierig. Manchmal ist es aber auch trotz eines optimalen Stillmanagements nicht möglich, dass eine Mutter ausreichend Milch für ihr Baby bilden kann. Ob nun biologisch oder anders begründet, kann es also erforderlich werden, dass ein Baby zugefüttert werden muss – entweder mit zusätzlich abgepumpter Muttermilch oder mit einer künstlichen Säuglingsnahrung.

Für die Mütter ist das oft gar nicht so einfach, weil sie die „Schuld“ sofort bei sich suchen. Und sich dadurch in ihrer Mutterrolle manchmal nicht mehr kompetent fühlen. Anstatt mit der zu diesem Zeitpunkt besonders verletzlichen Frau einfühlsam zu besprechen, warum und wie das momentane Stillen unterstützt werden kann, damit das Baby gut gedeiht, bekommen Frauen oft etwas anderes zu hören. „Ihre Milch reicht nicht.“ – „Ihr Baby wird nicht satt von ihrer Muttermilch.“ – „Sie haben nicht genug Milch für ihr Kind.“ Oder: „Wollen Sie, dass Ihr Baby an der Brust verhungert?“

Die alte Angst und Verunsicherung

Diese und andere Sätze bekommen nicht wenige Mütter zu hören. Sie sind so schlimm, weil sie genau in die größte mütterliche Urangst hineintreffen. Die nämlich, dass das eigene Kind verhungert, auch wenn das faktisch hier in Deutschland nicht geschehen wird, weil wir genug Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung haben. Aber solche rationalen Überlegungen hat man als junge Mutter im frühen Wochenbett nicht. Darum treffen diese Sätze mitten ins Mutterherz. Mit den Tagen und Wochen wird sich das Stillen im Regelfall einspielen. Manchmal wird langfristig weiter zugefüttert, oft ist bei guter Begleitung das Vollstillen doch noch möglich. Das Kind gedeiht gut. In der Regel ist es rund und gesund, wenn ich kurz vor dem Halbjahresgeburtstag zur Beikostberatung vorbeikomme.

Und trotzdem ist sie plötzlich wieder da: die alte Angst und Verunsicherung, dass man das Baby nicht adäquat ernähren kann. Wenn das Kind sich nicht an irgendwelche Beikostpläne hält, was übrigens sehr viele Babys nicht tun. Das zwischen Mutter und Kind entstandene Vertrauen wird erneut erschüttert, wenn die liebevoll gekochten Mahlzeiten vom Baby nur in homöopathischen Dosen probiert werden. Der Stress am Esstisch ist vorprogrammiert, wenn Eltern in großer Sorge sind, dass ihr Kind nicht genug Nahrung bekommt. Und dabei ist es völlig egal, ob da ein halsloses Baby mit kleinen Speckfingerchen sitzt oder ein eher schlankes, zartes Kind.

Die Sorge, dass das Kind nicht zunimmt, sie bleibt

Ich spreche den gespürten Druck der Eltern beim Essen an. Oft höre ich als Antwort genau die oben zitierten Sätze. Diese haben Frauen ganz am Anfang zu hören bekommen und nie vergessen. Selbst wenn sich das Stillen längst gut und scheinbar problemlos eingespielt hat. Die Sorge, dass das Kind nicht zunimmt, sie bleibt. Und so werden nicht selten zu Hause Gewichtstabellen geführt, obwohl das Baby bei allen U-Untersuchungen alle Kriterien für ein gutes Gedeihen erfüllt.

Und ich rede hier nicht von früh- oder krankgeborenen Babys, bei denen sich für die Eltern oft noch einmal eine besondere belastende Still- und Füttersituation ergeben kann. Es geht um Familien, bei denen der Stillstart „nur“ etwas holperig war, aber dennoch nicht einfühlsam begleitet wurde. Mütter wurden auf ihre „Defizite“ hingewiesen, anstatt sie zu loben und zu stärken. Ganz egal, wie viel Muttermilch sie für ihr Kind bildeten. Der Stress aus diesen ersten Tagen hält lange an. Viel länger als die Stillprobleme, die bestanden.

Darum ist gute Stillberatung so viel mehr, als dafür zu sorgen, dass eine bestimmte Menge Nahrung ins Kind hinein kommt. Und gerade in schwierigen Situationen ist es umso wichtiger, nicht nur darauf zu achten, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird. Damit Mütter ein gutes Vertrauen in ihr Kind in Bezug auf die Nahrungsaufnahme bekommen, müssen sie erst einmal ein gutes Selbstvertrauen entwickeln dürfen. Die Wertschätzung, dass sie ihr Baby gut mit Nahrung, Nähe und Liebe versorgen, tut allen Mütter gut. Ganz unabhängig von der gerade produzierten Muttermilchmenge.

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27 Kommentare

Eva Maria 4. September 2018 - 09:11

Danke für diesen aufschlussreichen Artikel. Auch der Arzt meiner Mutter drängte sie, als ich ein Baby war, förmlich dazu, endlich abzustillen. Sie hielt sich allerdings auch an den Rat ihrer Hebamme, dass dies absolut keine schädlichen Auswirkungen haben kann – und siehe da: Ich bin kerngesund geworden 😉
Wir haben auf dem Blog auch mal einen interessanten Artikel zu dem Thema veröffentlicht vielleicht magst Du ja mal vorbeischauen: regenbogenkreis.de/blog/leben-mit-kindern/von-der-wichtigkeit-des-stillens-fuer-die-mutter-kind-beziehung-und-die-gesundheit-des-babys

Liebe Grüße,
Eva

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Kerstin 23. November 2017 - 20:40

Danke dafür. Zu hören, dass es bei anderen auch so ist. Unser 3. Mäuschen ist sehr zart, demzufolge durfte ich mir noch extremer anhören, dass das Stillen doch nicht reichen kann. Und als er 3 1/2 Monate war, sollte ich ihm endlich Brei geben, das „konnte man sich ja nicht mit ansehen“, „Der arme Zwerg“, etc.
Und auch dagegen musste ich mich stellen, immer wieder erklären dass ich ihn nicht damit vollstopfe und er selbst entscheidet. Natürlich kann auch das keiner verstehen und die Blicke und Worte wurden noch kritischer. Ich bin generell kein Breifan und hab mit BLW sehr gute Erfahrungen gemacht. Vor zwei Wochen haben wir angefangen ihm einfach etwas auf sein Tischchen zu legen, weil er anfingnach unserem Essen zu greifen und immer stärker beobachtete. Möhre, Kartoffel, Banane, Brot, alles weich versteht sich. Und manchmal lutscht er dran, dann schluckt er einen Happen runter und ein ander Mal interessiert es ihn nicht. Aber auch das ist falsch, denn das Kind hat ja noch keine Zähne und könnte das noch nicht und satt wird es davon auch nicht. Schade, dass es hier keine Wutsmileys gibt 😉 Nunja, ich lass ihm die Zeit die er braucht. Denn trotz allem was „ich falsch mache“ ist er immer so zufrieden, ein richtiger Sonnenschein, munter, ausgeglichen… Vielleicht liegt es daran, dass er auch noch mit in meinem Bett schläft, wenn er schon hungern muss 😉 Aber das ist wieder so ein anderes Thema 😀

Lg 🙂

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Martina 10. November 2017 - 18:42

Danke für diesen tollen Beitrag. 🙂 Ich habe leider ähnliches erlebt, Unterstützung im Krankenhaus gleich null (Zeitmangel der Schwestern) und so recht hilfreich war meine Hebamme auch nicht… Die Stillberatung kommt immer zu kurz! Und hinterher ist man immer klüger – bringt mir aber jetzt auch nichts mehr. Mir wurden von Anfang an Stillhütchen angedreht („mit ihren Brustwarzen können sie so nicht stillen“ – Doch! Hätte man sich für uns Zeit genommen!) Nunja, meiner Kleinen kann ich die nicht mehr abgewöhnen, sie reißt sie zwar ständig runter, aber ohne schafft sie es nicht und macht mittlerweile auch den Mund nicht mehr weit genug auf.. Alles in allem ist das für mich sehr blöd gelaufen und deshalb werde ich auch so langsam abstillen. Der Stress und die Belastung dadurch sind auch nicht gut für meine Kleine. Vielleicht läuft es ja dann mal beim zweiten Kind besser… Auf jeden Fall suche ich mir dann eine richtige Stillberaterin.

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Sabine 4. Oktober 2016 - 19:48

Ach wenn es doch nur so einfach wäre..kein Kind verhungert in Deutschland…guck dir doch das gesunde proppere Kind an…ich stecke mitten drin im Esszwang…mein Kind wird Flaschenernährt weil das stillen nicht klappte nicht reichte und letztendlich aus der Brust weniger getrunken wurde als aus der verhassten Flasche die zu dem Zeitpunkt schon abgelehnt wurde…abstillen mit dem wissen dass die Milch durch das zufüttern nicht mehr reicht…Flaschenernähren mit dem wissen dass die Flasche nur angebüllt wird….kein Kind verhungert in Deutschland….ein Kind das hungrig ist trinkt auch…leider nicht!Mein Kind nicht….sie hangelt sich manchmal mit 100 ml durch den ganzen Tag…trinkt nur im Schlaf…brüllt die Flasche an…nuckelt lieber am Daumen…ja noch hat sie ihre kleinen speckrollen…noch….ja sie ist quick lebendig….aber ein 4 Monate altes Baby nimmt von 400 ml in 24 stunden nicht konstant zu….ein Baby das nur im Schlaf trinkt ist sicher kein Musterbeispiel für essen macht Spass…ein Baby das zum trinken gezwunen werden muss hat sicherlich schon keine liebevolle Bindung mehr zur mama…und doch geht es ohne nicht…alles würde ich dafür geben dass sich diese Situation wieder ändert….doch bei Flaschenkindern ist leider auch keiner zuständig…weder eine stillberaterin noch eine Hebamme…der KInderarzt verweist nur aufs Krankenhaus und das Krankenhaus verweist auf den Psychologen für die Mutter da ja bei solchen dingen außschlißlich immer und nur die Mutter schuld an dieser Situation ist….

Keine Ahnung ob das hier rein gehört,aber raus musste es genau hier 🙂

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Stephanie 5. Oktober 2016 - 10:00

Ich denke mal ich werde jetzt keine große Hilfe sein, aber ich frage trotzdem mal: habt ihr alle körperlichen Probleme bei ihr ausgeschlossen, auch Blockaden etc? Hattet ihr die Möglichkeit statt aus der Flasche mit einem Brusternährungsset zuzufüttern? Hört sich wirklich nach einem Teufelskreis bei euch an 🙁 Ich wünsche viel Kraft und hoffentlich ändert es sich noch!

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Sabine 6. Oktober 2016 - 20:37

Ja klar, körperlich top fit ostheopatisch wohl ein traum…ich habe wirklich alles probiert…brusternährungsset fingerfeeding diesen komischen Trinkbecher…spritze..alles….ganz krass war das fingerfeeding.sie hat wie wild am finger genuckelt und dann kam dieses gummiding dazu und sie hat sofort aufgehört!
Ja es ist ein Teufelskreis und das schlimme ist das wirklich keiner zuständig ist…wenn du stillst hast du ne Anlaufstelle…bei flaschen Babys bist du ganz auf dich allein gestellt.und bei Problemen bist immer du schuld…es liegt an dir an deiner Einstellung…wenn ein stillbaby die flasche verweigert ist das keine Seltenheit aber ein flaschenbaby muss diese aktzeptieren sonst hat die mama was falsch gemacht und gehört psychologisch betreut.das ist doch nicht fair.
Ich hab heut 2 kleine Zähnchen entdeckt und hoffe dass es nun ein klitze kleines bisschen besser wird.aber gut wird es nicht mehr dazu stecken wir schon zu tief drin.ich denke sie sieht keine notwenidgkeit zum essen.es ist ihr nicht wichtig und wenn es wichtig wird ist sie zu müde und nimmt lieber den Daumen.irgendwann gewöhnt man sich an ein einschlafen mit hunger…sie ist so hell wach und interessiert dass sie schlicht keine zeit zum essen hat…ich kann nur hoffen das es bald bald bald besser wird…
Hoffnung gibt noch eine Logopädin die sich damit wohl auskennt….ich wäre so dankbar wenns nur ein bisschen besser wird-

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Manuela 31. März 2018 - 14:08

Ich kann sie so gut verstehen ich hatte genau das selbe Problem mir meinem kleinen Mann. Bei uns lag es an seinen regulationsstörungen. Er ist auch hochsensibel, essen hat ihn noch nie interessiert auch jetzt nicht, wirklich egal was ich anbiete. Würde das bei ihrem Kind ausgeschlossen?
Ich weiß es ist so schwer immer diese Sätze zu hören kein Kind verhungert am gedeckten Tisch, bla bla! Meiner würde es. Also arbeite ich beim Essen mit Ablenkung es geht nicht anders auch wenn ich nicht stolz drauf bin.

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Marie 12. August 2017 - 12:39

Das mit dem Psychologen für die Mutter ist doch kein Stigma mehr, wer ist denn heutzutage noch nicht auf der Couch gelegen…

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Wiebke T. 4. Oktober 2016 - 18:27

Schöner Artikel. Ich hatte Gott sei Dank keine Probleme mit dem Stillen. Meine Hebamme hat mich toll unterstützt. Und das ist so wichtig. In der ersten Zeit nach der Geburt ist so eine Stressmacherei fehl am Platz.
Die ca. 12 kg, die mein Sohn mit seinen 9 Monaten wiegt, sind nur aus Milch und das finde ich klasse. Von meiner Kinderärztin habe ich mit 3 Monaten gehört, ich könne ja im vierten Monat Gemüsebrei einführen, da war Sohnemann sehr propper. Ich hab gestillt wie bisher und alles ist gut. Bei der letzten U-Untersuchung habe ich dann das mit der Eisenversorgung gesagt bekommen, Fleisch sei wichtig. Mein Sohn trinkt aber nachwievor lieber Muttermilch, entwickelt sich prächtig dabei und darf am Esstisch probieren oder Obst und Gemüse als Fingerfood selber essen, wie er möchte. Ich genieße die Stillzeit immer noch. Jede Mama sollte das so handhaben dürfen, wie sie möchte, ohne sich rechtfertigen zu müssen, wir Mamas haben ein gutes Bauchgefühl. Wenn das Kind gesund ist und sich gut entwickelt, ist doch alles gut.

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Imke 4. Oktober 2016 - 11:10

Toller Artikel! Du hast einen Nerv bei mir getroffen. Da kullern die Tränen…

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Stephanie 4. Oktober 2016 - 09:56

Wir hatten auch einen holprigen Start. Die Kleine nahm im Kh in den ersten beiden Tagen etwa 400g ab (Geburtsgewicht 3600) und ich musste zufüttern, mir wurde eine elektrische Milchpumpe ans Bett gestellt und gesagt ich solle aller 2h zusätzlich zum Saugbedürfnis meiner Tochter abpumpem. Ich empfand das Kh sowieso schon als Stress pur und dieser Umstand machte es nicht einfacher. Zu Hause machte ich trotzdem mit dem Abpumpen weiter. Meine Hebamme ermutigte mich, da ich ja Milch hatte und die Kleine auch mit einer geringen Zufüttermenge zunahm (nur ganz ohne stagnierte ihr Gewicht). Ich war trotzdem der Meinung das mein Milcheinschuss einfach noch nicht erfolgt war. Ich trank Stilltee mit Bockshornklee, pumpte, fütterte mit Kanüle an der Brust zu und überlegte, wie lange ich mir den Stress noch antun will. Am 8. Tag nach der Entbindung pumpte ich wieder im Beisein meiner Hebamme ab die erstaunt war, wie wenig ich immer noch durch das Abpumpen raus bekam. Wir einigten uns darauf es einfach sein zu lassen. Gesagt getan, die blöde Pumpe in die Ecke gestellt, den Mann Malzbier kaufen geschickt, eines getrunken, wieder mit Baby auf dem Sofa eingeschlafen und als ich abends aufwachte kribbelten meine Brüste. Endlich, am 8. Tag, hatte ich meinen Milcheinschuss. Von da an lief das Stillen problemlos. Ich bin fest davon überzeugt, dass der ganze Stress in der ersten Zeit zu diesem späten Start geführt hat. Jetzt ist meine Tochter 7 Monate alt und knabbert sporadisch an verschiedenen Nahrungsmitteln,wird aber sonst noch voll gestillt. Mein KiA kam mir deswegen auch gleich mit Eisenunterversorgung und ich solle ihr doch endlich Brei geben, insbesondere täglich Fleisch wäre wichtig. Ich hab dann einfach den Mund gehalten und ihn ignoriert, ihm zu sagen das ich nur etwa einmal im Monat selbst welches esse – auf die Diskussion hatte ich dann wirklich keine Lust.

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Channah 15. August 2016 - 22:48

Dich hätte ich im KH nach der Entbindung gebraucht. Mir hatte man mit Wegnahme meines Babies gedroht, wenn ich ihn nicht angelegt bekäme. Entspannung geht jedenfalls anders. Das Verrückte: ich hatte und habe keine Hebamme. Ich bin leicht zu verunsichern und eh völlig irre. Deshalb wollte ich keine Fremde die mir reinredet im Haus. Der Kleine Mann ist jetzt fast 3 Monate und wir leben alle noch. Grad so. Schlafmangel ist ja Folter 😉 Naja, ich habe ihn nie zu Hause gewogen oder die Größe gemessen. Wenn mir die KiÄ zu nervig werden sollte, werde ich sie ignorieren. Ich habe keine Lust, mich noch mehr als eh schon damit stressen zu lassen, dass mein Kidn sich vielleicht nicht normgerecht entwickelt. Der kleine hatte vor 2 Wochen 5 kg und 57 cm. Jetzt hat er knappe 6 kg (Papa hat sich mot ihm auf die Waage gestellt weil Oma sein Gewicht wissen wollte). Mich interessiert es nicht mal wirklich. Es sind nur zahlen. Er schläft, trinkt, attern, sabbert und quasselt und robbt mit seinen 11 Wochen munter. Ihm geht’s gut, er wächst. Mehr muss ich nich wissen. 😉

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Anonym 14. Februar 2016 - 14:10

Immer diese Verunsicherung.

Mein Sohn (3) ist mit Flasche groß geworden und hat bei der u6 gerade mal 8 kg gewogen. Er war immer zart und ist es auch heute noch (102 cm und 15 kg)
Da sagte keiner was … 😀

Jetzt meine süße (5 Wochen ) hatte einmal 150 g weniger als 4 Tage vorher, Zack fiehl das Wort zufüttern. Ich hab so geweint. Ich hab dann Dauergestillt und soviel sie wollte und hab gehofft das sie vorm wiegen nicht kackerte. XD. Tat sie auch nicht und hatte dann 200g mehr.

Sie ist gesund und wach und trinkt gerne Brust … 😀

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Maike 20. Oktober 2015 - 16:44

Ich hatte einen sehr holprigen Stillstand bei meinem ersten Kind: Es wollte einfach nicht an die Brust.
Wir haben dann im 3-Stunden-Takt, begleitet von unserer Hebamme, abgepumpt und Fingerfeeding gemacht. Nach 4 Tagen trank sie alleine.
Ich werde nie vergessen, wie fertig und gestresst wir waren, nach dem Abpumpmarathon und dem ständigen Gewichtsverlust unserer neugeborenen Tochter.
Und als sie endlich trank und zum ersten Mal 60g zugenommen hatte, sagte unsere Hebamme diesen Satz: „Das habt ihr alle drei toll gemacht. Und jetzt müsst ihr aufhören mit dem Wiegen und vertrauen.“
Ab da war unsere Stillbeziehung grundentspannt und sehr erfolgreich. Und deswegen seid ihr Hebammen die Besten. Weil ihr unterstützt, wenn die gefühlte Not groß ist und ihr Selbstvertrauen schenkt, was Eltern meistens noch dringender brauchen als Schlaf.

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Pat 9. Oktober 2015 - 16:15

Hallo Anja,
Daumen hoch für Deinen Artikel! Ich erlebe auch ständig, dass das Umfeld den jungen Mütter einredet die Milch wäre zu wenig, zu dünn, zu nährstoffarm und das Baby bräuchte jetzt etwas „besseres“. Durfte mir selbst von Kolleginnen anhören, ich solle meine Tochter doch mal zufüttern. Sie wollte erst mit 14 Monaten feste Kost und war trotz ausschließlichem Stillen ein rundes, zufriedenes Kind, hatte und hat wieder Erwarten keinerlei Mangelerscheinungen;)
An alle Schwangeren und frischen Mütter da draußen: glaubt an Euch selbst, Ihr seid wunderbare Mütter!
Liebe Grüße Pat

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Larissa//No Robots Magazine 5. Oktober 2015 - 11:16

In meinem Fall hat mich die Hebamme extrem verunsichert. Ich habe eigentlich ein recht schweres Kind, das sich meiner Meinung nach auch immer gut entwickelt hat. Nur meine Hebamme meinte, das Kind würde nicht genug zunehmen, und ich müsste öfter stillen (obwohl ich schon sehr oft stille) oder zufüttern. Ich habe ihren Rat schließlich in den Wind geschossen und auf mein Bauchgefühl gehört. Bisher hat es mich nicht getäuscht.

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lira 5. Oktober 2015 - 10:32

Mein Baby war untergewichtig und wollte nicht an der Brust trinken. Ich hatte auch „wenig“ Milch.
AAAAber jeder um mich rum hat mir gesagt „deine Milch reicht“ oder „jede Mutter hat genug Milch für ihr Kind“
ich habe so diese Ängste erst gar nicht bekommen sondern einfach immer wieder angelegt auch wenn ich hin und wieder das gefühl hatte das nichts „drinne“ ist. Denn meine Hebamme sagte zu mir das die Milch sich vorallendingen durch viel saugen und meine Entspannung bildet 🙂
mein wirklich winziges dünnes Baby ist gerade in der Kita und tobt mit seinen Freunden.
Ich bin sehr dankbar dafür das ich auschließlich positive und aufbauende Menschen um mich hatte.

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Mamamaj 3. Oktober 2015 - 21:41

Dieser Artikel hat mich an meine unglaubliche Angst erinnert, als mein 2. Kind nicht schnell genug zunahm. Ich hatte eine sehr gute Hebamme, die mich begleitete aber dennoch war irgendwann auch sie der Meinung, ich solle abends zufüttern, damit die kleine kräftiger wird. Die Kinderärztin hatte mich bereits einige Tage vorher bezichtigt meine Tochter sei „unterkalorisch“ ernährt. Ich saß dann auf dem Sofa und gab meinem Baby die Flasche und war völlig fertig von der Angst mein Kind nicht ernähren zu können. Mein armer Mann, der mir nur angeboten hatte er könne die Kleine füttern wurde angeschnauzt, dass ich das alleine machen will. Wir sind dann nach einiger Zeit wieder zum vollstillen zurück gekehrt, aber diese Situation hat sich bei mir eingebrannt. Ich bin sicher, dass ich das besser verkraftet hätte, wenn die Ärztin einfühlsamer mit mir umgegangen wäre!

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Kathrin 2. Oktober 2015 - 12:31

Ich hatte bei Kind 1 einen super Stillstart, er nahm zu wie nichts, bald hatte er keinen Hals mehr. Kommentar der KIÄ „Sie müssen mit ihm mal etwas anderes machen, als stillen“. Dann kam die Beikost, das war nicht so sein Ding, die Welt wollte lieber entdeckt werden, er rasselte durch alle Perzentilen nach unten durch und ich mußte wöchentlich mit ihm zum wiegen. Er pegelte sich dann auf einer unteren Kurve ein und ist jetzt oh Wunder, ein zarter, gesunder fast Fünfjähriger. Meine Tochter wurde schon zart geboren, super Still Start, doch dann nahm sie immer langsamer zu. Ich sollte auch zufüttern, hatte aber Milch über, so dass ich es einfach nicht machte, die Hebi war die einzige, die gelassen blieb. Dann Beikoststart, das Kind war begeistert und nahm weiterhin wenig zu. Wuchs aber auch langsam, bei der U6 dann Panik bei der KIÄ, Blutabnahme, Urin und Stuhltest folgten, alles bestens, Kind gesund (war auch mein Eindruck). Ich vermied dann einfach die offizielle wiegerei der Beiden. Dann kam ein neuer KIA in die Praxis. Noch größerer Aufschrei folgte. Mit meinen fitten, gesunden Kindern könne etwas nicht stimmen (was mich sehr verwunderte). Nun ja, ich tat ihm den Gefallen und nahm nach der 5. Aufforderung die ÜW zur Wachstumsspezialistin an. Diese ermittelte aus den Daten von mir und meinem Mann sowie den Großeltern eine familiäre Wachstumskurve, in der beide Kinder liegen. Röntge ihre linken Hände und fand raus, dass sie sogen. „Spätenwickler“ sind, sie werden einfach nur später zu recht normal großen Menschen heran wachsen! Nun ja, das war die ganze Zeit unsere Vermutung, so ging es mir und meinem Mann nämlich auch! Dass ich die Kleine bis über Ihren 2. Geburtstag noch zusätzlich stillte verriet ich dem Arzt nicht, auf die Disskussion hatte ich echt keine Lust!

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Hanni 2. Oktober 2015 - 11:49

Zum Thema „Milchängste“ würde ich sehr gerne noch mehr von dir lesen! Wenn sich die Brüste irgendwie leer anfühlen oder man den Eindruck hat, das Baby hätte jetzt grade gerne mehr getrunken, als da war… Das ist ganz furchtbar belastend, wenn man fürchtet, als Mutter daran zu scheitern, sein Kind gut zu versorgen. Auch dann, wenn die Gewichtskurven eingermaßen stimmen. Apropos, stimmt es eigentlich, dass bei vielen Müttern das „wenig stillen“ nicht klappt? Also dass die Milch bald ganz wegbleibt, wenn das Kind bereits isst und nur noch ein oder zweimal am Tag/Nacht gestillt wird? Dahin sind wir grade auf dem Weg und nach mehreren durchgestandenen verschiedenen Milchängsten ist das die nächste, die gerade auf mich zukommt.

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Mel 2. Oktober 2015 - 14:47

Hallo Hanni,

ich möchte Dich gern beruhigen. Mein Sohn ist heute 2 Jahre und fast 4 Monate alt. Er hat mit knapp 3 Monaten die ersten beiden Zähne gehabt, 4 Wochen später folgten die nächsten beiden. Mit 5 Monaten hat er angefangen Obst und Gemüse zu Essen,bald darauf auch viel anderes.
Ich stille ihn noch mindestens zwei Mal tgl.,zum nächtlichen Einschlafen und nach dem Aufwachen.
Milch ist genügend da und ich habe das Gefühl, wenn er könnte, würde er alles so lassen wie es gerade ist.

Gestern als wir von der Tagesmutter nach Hause kammen,fragte ich ihn,ob wir rein gehen wollen oder lieber in den Garten. Antwort: Lieber will ich die Brust anfassen. Ich habe sehr gelacht.

Meine Tochter hat mit 10 Monaten ohne vorherige Ankündigung von einem auf den anderen Tag beschlossen,sie möchte nicht mehr gestillt werden. Das war damals recht abrupt für mich und daran hatte ich ein wenig zu knabbern.

Also, liebe Hanni,frohen Mutes voran,die Milch wird auch bei Abnahme der Stillmahlzeiten fliessen.

Alles Gute.

Antworten
Anja 2. Oktober 2015 - 20:10

Liebe Hanni,

„Milchängste“ ist ein sehr passendes Wort für dass, was Du beschreibst und auf jeden Fall einen eigenen Artikel wert. Das „wenig stillen“ klappt in der Regel gut, wenn es vom Kind ausgeht. Wenn die Reduzierung der Milchmahlzeiten von der Mutter aus gesteuert werden, kommt es eher mal dazu, dass sich ein (oft auch nicht ganz ungewünschtes) Abstillen ergibt. Generell passt sich aber der stillende Körper dem an, was von ihm verlangt wird. Deshalb ist je auch möglich, dass zum Bespiel ein Einjähriges, was nur noch selten stillt, im Krankheitsfall recht zügig durch häufiges Stillen die Milchmenge wieder hochfahren kann. Und über das „Flasche leer“-Gefühl in der Stilbrust nach ein paar Monaten schreib ich extra noch mal was:) Liebe Grüße, Anja

Antworten
Daniela 6. Oktober 2015 - 11:01

Liebe Anja,

oh ja, zu diesem Thema würde auch ich gerne mehr lesen. Denn bei mir und im Umfeld höre ich immer wieder, dass die Muttermilch irgendwann nicht mehr ausreichen würde. Teils von der eigenen Elterngeneration, teilweise aber auch von Müttern, die ich kenne und nicht erwartet hätte, dass sie solche Erfahrungen am eigenen Leid machen. Ich habe mich immer, wenn jemand mit diesem Thema um die Ecke kam an die Aussage meiner Stillberaterin geklammert, dass eine Mutter das Kind ausreichend satt bekommen kann, egal ob es wenige Monate oder anderthalb Jahre alt ist. Trotzdem blieb (bei vollem Stillerfolg und wunderbarer Beikosteinführung bis meine Tochter sich mit 11 Monaten selbst abstillte) immer dieser Satz im Hinterkopf „Irgendwann reicht die Muttermilch dem Kind nicht mehr“ – ob nun aufgrund der Menge oder Nährstoffzusammensetzung … Ich empfand das als belastend genug und will mir gar nicht vorstellen, wie das auf einen wirkt, wenn die Wachstumskurven flacher werden, feste Nahrung unbeliebt ist o. ä.
Herzliche Grüße
Daniela

Antworten
Julia 2. Oktober 2015 - 10:39

Liebe Anja, das ist ein super Thema…und auch zu bedenken, welche Sorgen eigene Mütter (!) weitergeben können…
Meine Mutter hat (obwohl es in den 70ern/80ern weniger Trend war) gestillt aber immer irgendwann Flasche zugefüttert (bei meinen Schwestern so mit 5-6 Monaten), weil sie der Meinung war, ihre Milch reicht nicht. Natürlich hat sie aber nach Zeitplan gestillt alle 4 Stunden und die übliche Wiegeprobe immer gemacht…
Und dann saß sie neben mir auf dem Sofa, meine Milch floss wie sonst was 😉 und sie war ständig so „Hat er jetzt genug getrunken? Willst Du nicht mal wiegen?“ Ich“nein“..und das kam immer und immer wieder. Mein Sohn hat dann irgendwann wirklich recht wenig zugenommen, dann sollte ich mit Beikost anfangen, dann trank er weniger, nutzte nen Schnuller und zack, noch weniger getrunken und dann hat er sich mit 8 Monaten „selbst abgestillt“ und es hat ihn nicht mehr interessiert. Wenn ich das gewusst hätte alles was ich jetzt weiß, hätte ich evtl. einiges anders gemacht. Dann war ich nämlich auch ziemlich im Stress, weil er erstmal überhaupt keine Milch getrunken hat und wirklich auf der Perzentilkurve ordentlich abfiel. Bis er die Flasche nahm, vergingen gut 1,5 Monate…Und seitdem bin ich darauf gepolt, dass er ja unterernährt sein könnte (er ist auch ein mäkeliger sehr schlanker Wenigesser)..
Jetzt bei meiner Tochter, die immer noch zum Einschlafen und nachmittags 1mal gestillt wird (mit 18 Monaten), kommen ständig so Kommentare wie „Dass Du immer noch Milch hast, Wahnsinn!“ (ja klar, wenn sie trinkt, ist da auch Milch 😉 – und „also reicht das nicht langsam mit dem Stillen?“
Sie ist noch eine recht Wenig-Esserin, aber da mach ich mir auch keine Sorgen, weil sie Normalgewicht hat und eben noch mit der Milch einiges kriegt…

So stimme ich Mareike zu, man kann sehr leicht verunsichert werden!
LG, Julia

Antworten
Julia|Stoffkruemel 2. Oktober 2015 - 09:42

Was du schreibst ist so wahr. Mir hat es damals den Boden unter den Füßen weggezogen – wie oft stand ich am Anfang völlig verzweifelt, heulend unter der Dusche, weil das Vollstillen nicht so klappen wollte. Sie stillte fast den ganzen Tag durchgehend, schlief kaum und nahm nicht mehr zu – da hieß es zufüttern. Jetzt aus der Distanz kommt mir das gar nicht mehr so schlimm vor – ich hatte quasi die Vorteile von beidem: Stillen und Flaschenmilch. Und unsere Stillbeziehung war trotz Zwiemilch seeeeehr innig.

Aber es hinterlässt den bitteren Beigeschmack von Versagen und das gleich am Anfang, wo man sich eh erst neu finden muss. Und es hinterlässt auch jetzt, wo das zweite Kind unterwegs ist, ein bisschen Zweifel an den eigenen Fähigkeiten…aber ich versuche voller Zuversicht in die zweite Stillbeziehung zu starten und es diesmal nicht so schwer zu nehmen, wenn es wieder nicht voll klappt. Denn jetzt sehe ich ja, welch wundervolles, liebes und gesundes Kind auch mit Zwiemilch wachsen und sich entwickeln kann….

Aber auch heute noch spielt Ernährung eine riesen Rolle – meine 2,5 Jährige sprengt jede Gewichtstabelle. Sie ist fit und agil, aber jeder hebt den Zeigefinger: Das Kind wird fettleibig, man wird sie hänseln etc. Das verunsichert mich, obwohl ich es eigentlich für übertrieben halte (ist das Leben nicht lebenswert, wenn man ein bisschen zu dick ist? Aber ich weiß, was das in einem Kind anrichtet, wenn man zu früh anfängt daran rumzudoktoren – ich bin der lebende Beweis. Ich habe schon im Kindergartenalter gelernt, dass ich so wie ich bin nicht in Ordnung bin.).

Aber Ernährung ist ja auch im Erwachsenenalter Thema Nr. 1 – ob „böse Fette“,“böser Zucker“, vegan, vegetarisch, Paleo …und so wachsen unsere Kinder da hinein und verlieren ihre Urinstinkte zum Thema Essen. mmmmh vielleicht sollte ich darüber auch mal einen Blog-Artikel schreiben.

Liebe Grüße

Antworten
Mareike 2. Oktober 2015 - 08:54

Ich hatte einen super stillstart-aber leider einen dämlichen Kinderarzt (mit 4 Monate Beikost, 6 Monate unbedingt milchmahlzeit abends, Fleisch Fleisch Fleisch wegen Eisen, und „sie stillen immer noch??! Ab dem ersten Geburtstag ist die Milch stärker belastet“ bei der u6). Ich hatte einen spät-esser und nur durch ständige Ermutigung durch Hebamme und Freunde habe ich mich nicht verunsichern lassen. Dank Muttermilch hat er ja alles nötige bekommen. Und der Kinderarzt wird uns nicht mehr sehen….

Was ich damit sagen will ist, auch wenn alles super läuft, man so viel Milch hat, dass man als Amme arbeiten könnte-selbst dann wird man verunsichert. Und als junge Mutter lässt man das leider viel zu schnell zu…

Antworten
Anna 10. Oktober 2015 - 20:23

„Ab dem ersten Geburtstag ist die Milch stärker belastet“?? Da fiel mir grad die metaphorische Kinnlade runter.

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