Familienleben, Diversität, Regenbogenfamilie

Lieblingsbuch: Ein Baby! Wie eine Familie entsteht

von Anja

Meine Kinderbuchsammlung zum Thema Schwangerschaft und Geburt wächst und verändert sich schon seit vielen Jahren. Zum einen, weil diese Themen für die eigenen Kinder interessant sind. Und zum anderen, weil ich sie gerne für den Hebammenunterricht in die Grundschule mitnehme.

Auf das vor wenigen Wochen erschienene Buch „Ein Baby! Wie eine Familie entsteht“ habe ich mich schon vorab gefreut. Denn die Vorschau versprach, dass hier die vielfältigen Wege gezeigt sind, wie Babys in eine Familie kommen und vor allem auch, wie divers Familie aussehen kann. Die Vorfreude war berechtigt. Das aus dem Englischen übersetzte Bilderbuch zeigt in großen, durchgehenden Illustrationen die Vielfalt von Babys, Familien und Menschen überhaupt. 

Auch das Wording hebt sich von den meisten Baby-Bilderbüchern ab. So werden die weiblichen Genitalien korrekt mit Vulva und Vagina bezeichnet. Im Lebensalltag sind diese Bezeichnungen längst nicht etabliert. So ist es durchaus passend, dass im Buch auch aktuell wahrscheinlich geläufigere Begriffe wie Scheide zu lesen sind. Sie wollen die jungen Leser entsprechend abholen. 

Empfohlen ist das Buch ab einem Lesealter von fünf Jahren. Vom Text her spricht es sicherlich Kinder in der Schulanfangsphase an. Je nach Interesse kann es aber auch mit jüngeren Kindern angeschaut und gelesen werden. Alle Seiten sind durchgehend bebildert, so dass Eltern auch einfach mit eigenen Worten dazu erzählen können, was für ihr Kind von Interesse ist. Somit ist es auch als Vorbereitung auf ein erwartetes Geschwisterkind gut geeignet, um die Abläufe rund um Schwangerschaft und Geburt zu zeigen. Es geht aber nicht ums Geschwisterkind werden, sondern erklärt aus der Perspektive „Du warst einmal ein Baby – genau wie alle, die du kennst“.

Ein Baby wird geboren

Dieser einleitende Satz zeigt auch das Verbindende in all den verschiedenen Möglichkeiten, wie Babys zu ihren Familien kommen und wie Familie aussieht. So werden das Zusammenspiel von Ei- und Samenzelle beim Sex ebenso erklärt wie der reproduktionsmedizinische Weg zur Schwangerschaft. Auch Leihmutterschaft und Adoption sind altersgerecht erklärt, korrekt mit dem Hinweis auf das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland. Hier könnte ich mir Fragen von Kinderseite vorstellen, da dieses Thema auch unter Erwachsenen kontrovers diskutiert ist.

Auf den folgenden Seiten werden Schwangerschaft und Geburt gezeigt und erklärt. Die abgebildeten aufrechten Gebärpositionen haben mein Hebammenherz gefreut. Ebenso wie der Satz „Die Person, die das Baby zur Welt bringt, bekommt eine Spritze, damit sie von der Taille abwärts nichts mehr spürt“ als Einleitung für die Beschreibung der Bauchgeburt. In anderen Kinderbüchern ist häufig zu lesen, dass das Baby „geholt“ wird. 

Inzwischen zunehmend kritische betrachtete Begriffe wie Kaiserschnitt oder natürliche Geburt finden sich nicht. Es wird einfach davon erzählt, dass ein Baby geboren wird – auf verschiedenen möglichen Wegen. Auch das Thema Fehlgeburt und Frühgeburt ist kurz erklärt, ohne Kinder dabei mit zu vielen Informationen zu überfordern. Eine erklärende Seite zu den wichtigen Begriffen rundet das Buch ab. Es hat meiner Meinung nach seinen Platz im Bücherregal zu Hause ebenso verdient wie auch in Kitas und Grundschulen.

Ein Baby! Wie eine Familie entsteht
von Rachel Greener und Clare Owen
Penguin Junior Verlag
32 Seiten, 14 Euro

Die vorgestellten Lieblingsbücher sind ganz persönliche Empfehlungen, die uns gefallen und die sich bewährt haben. An dieser Stelle gibt es keine Produkttests oder gesponserte Beiträge. Diese sind wie gewohnt immer offiziell gekennzeichnet. Der Text enthält Affiliate-Links.

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3 Kommentare

VON GUTEN ELTERN 11. November 2014 - 14:21

Ich war es heute morgen nicht- da wundert sich jetzt jemand anders;) Aber wie schön, dass es der Anstoß zum hier Vorbeilesen war. Und vielleicht dann bis bald mal in der Tram:)

Liebe Grüße,

Anja

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Hanno 6. November 2014 - 11:12

“Jetzt finde ich es umso schader, dass das Kiddo ‘allein’ bleibt. Es muss sich also leider mit amateurhaften Eltern abfinden – naja, wir geben unser Bestes, das wird hoffentlich reichen :)” – Das Wort Amateur ist verwand mit amare – lieben. Ein Amateur ist ein Liebhaber. Und solange ihr als Eltern vollkommen “amateurhaft” für Euer Kind sorgt wird alles richtig werden… 🙂

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wolldrache 6. November 2014 - 13:28

TOP!

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