Mädchen oder Junge?

von Anja

Die Frage „Was wird es denn?“ bekommt eine Schwangere fast immer zuerst gestellt. Sie kommt noch weit vor der Frage, ob es ihr überhaupt gut geht. Das Geschlecht des ungeborenen Kindes scheint für viele Menschen von großer Bedeutung zu sein. Für viele Eltern ganz bestimmt, denn viele wollen gerne schon vorab wissen, was sie bekommen. Andere lassen sich überraschen. Wir gehören zu den Überraschenlassern, die es aber manchmal gar nicht so leicht haben. Schnell wird einem unterstellt, dass man es ja eigentlich doch wüsste und es nur nicht verraten will.

Außerdem fangen die Menschen um einen herum, egal wie rational sie sonst unterwegs sind, plötzlich vielfach mit dem Orakeln darüber an, wer da denn nun im Bauch wartet. Da träumen andere von einem Baby mit Penis als sicherem Hinweis auf einen Jungen. Oder es wird auf Basis der Bauchform gemutmaßt, dass es sich auf jeden Fall nur um ein Mädchen handeln könne. Die Geschwisterkinder werden mit Spekulationen konfrontiert und fragen einen dann, ob man tatsächlich mit einem Pendel bestimmen kann, ob es nun ein Bruder oder eine Schwester wird.

Gerne werden auch „Ängste“ in Hinblick auf die nun viel kompliziertere Namenssuche und farbtechnisch schwierigere Beschaffung der Erstausstattung geschürt. Warum eigentlich? Wir überlegen uns „einfach“ (nicht ohne Grund in Anführungszeichen) einen Namen für jedes Geschlecht und kaufen dann Babysachen in unseren Lieblingsfarben. Gerade im Babyalter ist es Kindern egal, welche Farbe ihre Kleidung, das Tragetuch oder der Kinderwagen hat. Scheinbar ist es für die werdenden Eltern selbst manchmal leichter, neun Monate einfach „nur“ auf ein Baby statt konkret auf einen (weiteren oder ersten) Sohn oder eine (weitere oder erste) Tochter zur warten, als für die Menschen im Umfeld.

Überraschungen statt Ultraschall

Auch die Geschlechtsbestimmung vor der Geburt kann so ihre Tücken haben. Wenn man es sich vorher verraten lässt, geschieht das meist per Ultraschall. Mittlerweile gibt es im Rahmen der pränataldiagnostischen Genuntersuchungen auch die Option, das Geschlecht dabei bestimmen zu lassen. Diese Aussage ist recht zuverlässig.

Auch der Ultraschall zeigt, zumindest wenn die Schwangerschaft weit genug fortgeschritten, meist recht sicher das Geschlecht an. Wobei man sagen muss, dass sich Jungs damit eindeutig leichter feststellen lassen. Letztlich sind aber sämtliche Ultraschallbefunde auch immer ein bisschen von der Erfahrung des schallenden Arztes als auch von der Qualität des Gerätes abhängig. Dazu kommt, dass das Kind nicht immer in einer Lage im Bauch liegt, die den Blick auf alles zulässt.

Und so kommt es immer wieder vor, dass die „sehr sicheren“ Geschlechtsprognosen per Ultraschall dann doch nicht stimmen. Bei einer Schwangeren aus meinem Yogakurs wurde in der 30. Woche aus der angekündigten Tochter ein Sohn. Allerdings erst, nachdem sie den Arzt gewechselt hatte. Auch nach der Geburt gibt es immer wieder Überraschungen in diese Richtung. Oft können die Eltern es mit Humor nehmen und freuen sich einfach über ihr Kind, was da gerade geboren wurde – ganz unabhängig vom Geschlecht.

Präferenz oder Wunsch bezüglich des Geschlechts

Bisweilen kann es aber auch schwierig sein. So begleitete eine Hebammenkollegin von mir unlängst Eltern, die sich bereits recht früh in der Schwangerschaft auf eine Tochter eingestellt hatten. Ihnen wurde mehrfach via Ultraschall bestätigt, dass ein Mädchen unterwegs sei. Nicht nur emotional, sondern auch in Sachen Ausstattung bereiteten sie sich also auf eine erste Tochter vor. Die Geburt verlief leider recht schwierig, so dass am Ende ein Kaiserschnitt in Vollnarkose erforderlich war.

Zur Welt kam dabei ein kleiner Junge. Für die sicherlich auch durch die Geburt schwer belastete Mutter war es zunächst kaum möglich, dieses Kind überhaupt als ihres anzunehmen. Für sie stand lange im Raum, dass ihr Baby bei der Geburt verwechselt worden sein musste. Begleitet von ihrer Hebamme und therapeutischer Hilfe konnte sie letztlich doch noch eine gute Bindung zu ihrem Sohn aufbauen. Aber es war ein langer und schwerer Weg dorthin.

Manchmal ist es bereits in der Schwangerschaft schwer zu verarbeiten, wenn das Kind im Bauch ein anderes Geschlecht hat, als vielleicht erwartet wurde. Natürlich stellt sich da die Frage, ob wir als Eltern überhaupt das Recht haben, etwas Bestimmtes zu erwarten. Dennoch haben viele werdende Eltern eine Präferenz oder einen Wunsch bezüglich des Geschlechts. Wenn die Realität dann anders aussieht, müssen vielleicht Erwartungen oder Ideen an die Zukunft mit Kind verabschiedet werden. Dieser Anpassungsprozess kann mehr oder weniger belastend sein und zeitlich unterschiedlich lange dauern. Oft haben die Wünsche und Erwartungen wenig mit dem tatsächlichen Kind zu tun, was gerade im Bauch heran wächst. Es geht eher um Erfahrungen, die bisher gemacht wurden.

Einstige Wünsche und Erwartungen loslassen

Wer vielleicht mit vier Brüdern aufgewachsen ist, hat eine recht konkrete Vorstellung davon, wie es sein könnte, Mutter von mehreren Söhnen zu sein. Wer selbst ein gute und liebevolle Mutter-Tochter-Beziehung mit vielen schönen Kindheitserinnerungen erlebt hat, wünscht sich vielleicht eine Wiederholung davon mit einer eigenen Tochter. Vieles kann den Wunsch nach einem bestimmten Geschlecht beeinflussen. Für Außenstehende sind die jeweiligen Argumente oft nicht nachvollziehbar. Gerade für diejenigen Menschen übrigens, denen es wirklich ganz egal sein müsste, ob da nun ein Junge oder ein Mädchen zu ihnen kommt. Oder für Eltern, die um das Leben ihres Kindes bangen müssen und derartige „Luxusprobleme“ überhaupt nicht nachvollziehen können.

Ich gebe zu, auch mir fällt es nicht unbedingt leicht, innerlich darüber nicht zu urteilen, wenn Eltern in diesem Kontext „enttäuscht“ sind. Aber ich sehe als Hebamme auch nicht meine Aufgabe darin, das zu bewerten. Ich will in jedem Fall jede betreute Familie dabei begleiten, eine gute Eltern-Kind-Bindung aufzubauen. Zum Glück ist das in den allermeisten Fällen auch möglich.

Wenn Eltern ihre einstigen Wünsche und Erwartungen loslassen, wird der Blick wieder frei auf all das Wunderbare, was dieses Kind jetzt und hier mitbringt. Ganz egal, ob es nun ein Mädchen oder ein Junge ist. Wie so oft, wenn es um bestimmte Erwartungen in Bezug auf unsere Kinder geht, fallen mir diese passenden Worte von Khalil Gibran ein:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

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25 Kommentare

wolldrache 18. September 2019 - 20:49

nach 2 Jahren noch mal den Kommentar erweitern, auch schön:

Beim Ersten Baby wollten wir es nicht wissen, beim zweiten schon.
Kommentar vom Frauenarzt: „Es wird die günstige Variante“
(gleiches Geschlecht, gleiche Jahreszeit…)

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Kathrin 18. September 2019 - 09:22

Wir haben und bei jeder Schwangerschaft überraschen lassen. Es war dann immer ein toller Moment, diesen kleinen Menschen zu begrüßen – egal ob Mädchen oder Bub.

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Inka 3. Februar 2017 - 17:26

Lustig, die erste Frage die Menschen mir stellen ist eher in welcher Woche ich bin oder wann der ET ist. Mittlerweile lüge ich meist, weil die meisten doch beleidigt sind, wenn ich es nicht sagen will.
Bezüglich des Geschlechts lassen wir uns überraschen, weil ich damit genau dieses Problem umgehe, dass ich es zwar weiß, aber finde dass es niemanden etwas angeht. Warum das Ganze als Smalltalk-Thema gesehen wird, verstehe ich auch nicht. Es ist ja mittlerweile erwiesen, dass Menschen selbst auf Ungeborene bereits geschlechtsspezifisch projizieren, da strampelt ein Junge „schön kräftig“ oder „es ist eher ruhig, typisch Mädchen“ oder so.
Und überhaupt, nur weil ein Kind mit Penis oder Vagina geboren wird, heisst es noch lange nicht, dass es ein Junge oder ein Mädchen ist. In allererster Linie ist es ein neuer, frischer Mensch, der es meiner Meinung nach verdient hat, nicht sofort mit Erwartungshaltungen und Stereotypen konfrontiert zu werden.
Vor dem in-Form-gepresst-werden müssen wir uns als Menschen noch früh genug wehren.

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Julia 2. Februar 2017 - 20:48

Liebe Anja!
Danke für deinen schönen Text! Die Frage nach dem Geschlecht des ungeborenen Kindes ist deshalb vielleicht auch nicht so sinnvoll, weil man unter Umständen ein intersexuelles Kind bekommt – was man (Eltern, Hebamme oder Ärzt*innen) dann erst nach der Geburt erkennt. Vielleicht wird die Intergeschlechtlichkeit auch erst Jahre später deutlich.
Alles Gute für deine restliche Schwangerschaft und die Geburt und herzliche Grüße!
Julia

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Johanna 1. Februar 2017 - 11:10

Wir bekommen bald ein zweites Mädchen. MEHRMALS (eher ältere Generation) kam der Kommentar „ist ja nicht so schlimm“. Hä? 😉 Aber besser einfach nicht drüber ärgern…

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Melanie 31. Januar 2017 - 22:14

Ebene im Bett beim drüber nach sinnen, ist mir der Gedanke gekommen, dass es ja eigentlich gar nicht darum geht ob es Junge oder Mädchen wird. Sondern darum das man ein Geheimnis erfährt, wie als man noch ein Kind war und vor dem Geburtstag und Weihnachten das gesamte Haus abgesucht hat um die Geschenke zu finden. Die Freude darüber das man schon weiß was man bekommt und die große Freude darüber das es wirklich so ist.

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Johanna 29. Januar 2017 - 22:28

Ich denke das Geschlecht ist immer eine wichtige Kategorie auch für das Umfeld. Als mein Bruder lange Haare und Kleider trug, haben fremde Leute meine Mutter versucht von seinem wahren Geschlecht zu überzeugen: „Das ist doch ein Mädchen, das sieht man doch!“ Man sieht angezogenen Kindern ihr Geschlecht nicht an, aber viele interessieren sich dafür – und das schon im Bauch. Lasst euch nicht beirren wenn ihr es nicht so wichtig nehmt, sollen andere sich darüber den Kopf zerbrechen und pendeln, wenn sie das brauchen – ihr könnt eure Bekannten ja bitten euch nicht das Geschlecht zu verraten, falls sie es wissen.

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J 27. Januar 2017 - 15:20

Bei uns gab es auch eine GROSSE Überraschung als plötzlich ein kleiner Junge auf die Welt kam. DREI mal wurde per Ultraschall ein Mädchen angekündigt. Wir konnten es mit Humor sehen, aber einige Angehötige waren enttäuscht, dass die pinken Geburtsgeschenke umgetauscht werden mussten. Ich bin froh, dass mir das Pink erspart blieb.
Trotzdem stellte sich viel später bei uns das Gefühl ein, dass ja jetzt irgendwie gar nicht die Tochter J. da ist, auf die wir uns ja auch gefreut haben.
Beim zweiten Kind werden wir uns wohl wieder das Geschlecht sagen lassen, aber es eher als lustiges Orakelspiel verstehen.

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Antje 27. Januar 2017 - 11:58

Wenn man sich auf verschiedenen Blogs so die aus aktuellem Anlass häufigeren Berichte zum Thema Geschlecht des Kindes durch liest, so scheint es mir, dass es zwei Lager gibt. Die einen, denen es prinzipiell eher egal ist und die anderen, die (aus welchen Gründen, eigenen Erfahrungen oder Prägungen auch immer) eben einen Wunsch haben. Generell scheint es nicht besonders angesehen zu sein, dass man als Eltern eben auch enttäuscht ist, wenn man eben einen Wunsch bzgl des Geschlechts hat und dieser dann (vielleicht sogar mehrfach) enttäuscht wird. Da muss man sich dann eben von den eigenen Vorstellungen verabschieden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Eltern auch in anderen Bereichen so ergeht (z.B. Bildungsweg, Berufswahl, Hobbies oder dergleichen). Das fällt dem einen vielleicht leicht, den anderen vielleicht eher schwer. Es ist mir unverständlich warum sich daraus jetzt solche Diskussionen ergeben. Jeder Mensch ist doch anders und gegen seine Gefühle kann man eben manchmal doch nicht so einfach angehen.
Wir selbst haben zuhause Junge und Mädchen vertreten und ehrlich gesagt, freue ich mich, dass ich eben beide Facetten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede erleben kann. Ich weiß aber auch, dass letztlich völlig egal ist, welches Geschlecht meine Kinder haben, denn lieben tun wir den Menschen, der da in unsere Familie gekommen ist so wie er eben ist und einen anderen kann man sich dann sowieso nicht mehr vorstellen. Wir freuen uns im Juli auf Kind Nummer drei und es ist uns egal, ob nun Junge oder Mädchen. Aber der Große wünscht sich natürlich einen Bruder und die Lütte eine Schwester… 😉

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Daniela 27. Januar 2017 - 11:10

Ich finde die Frage nach dem Geschlecht nicht schlimm. Mir wurde sie auch gestellt. Na und?! Muss man denn aus allem immer so ein Bohei machen nur weil man es anders macht? Das ist manchmal auch nur so ne Smalltalk Frage. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn das Gegenüber es nicht verrät, habe ich deshalb keine schlaflosen Nächte… nicht mal wenn ein Krokodil drin ist

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Anna 27. Januar 2017 - 21:27

Ich glaube auch, dass die Geschlechterfrage so häufig gestellt wird, weil sie ein unverfängliches Smalltalk Thema ist. Es warten so viele Fettnäpfchen im Bereich dieser ganzen Elternwerdungsangelegenheit, dass man hierbei (dachte ich) wenigstens niemandem auf die Füße treten kann. Anders als bei der Frage, wie es denn geht (zweimal an Eltern von behinderten Kindern und einmal von Risikozwillingen geraten) oder wann denn die Geburt ist (meiner sehr schlanken Schwester drei Tage NACH Kaiserschnitt von einer Verkäuferin gestellt, oder schlimmer, meiner etwas korpulenten NICHTSCHWANGEREN Freundin). Manchmal gebietet es doch die Konvention, irgendetwas zu einer Shwangerschaft zu sagen, damit das Gespräch nicht nach „oh, schön“ vorbei ist (wobei ich das mit dem Krokodil sehr cool finde!)^^

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Daniela 28. Januar 2017 - 12:18

Jep! Ich habe auf die Frage nach dem Geschlecht auch oft schon ein sehr breites Grinsen geerntet und die Leute freuen sich einfach irgendetwas über ihr langersehnzrd Baby zu erzählen! Mit jeder Frage kann man immer irgendjemandem auf die Füße treten oder aber auch in ein nettes Gespräch kommen. Das ist das allgemeine Lebensridiko. Alternativ unterhält man sich nur noch über das Wetter. Vllt hatte das Gegenüber aber auch einen Skiurlaub gebucht… Oje… und jetzt liegt kein Schnee… Blöde Frage…

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Anja 28. Januar 2017 - 12:28

Ich denke , die Frage selbst ist gar nicht das Problem. Aber wenn dann die Antwort nicht akzeptiert wird oder wild rum spekuliert wird, nachdem schon gesagt wurde, dass es keine Rolle spielt. Ab dem Punkt wird es nervig. Gilt aber auch genauso für die Frage nach dem Geburtsort etc…

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Sindy 27. Januar 2017 - 10:54

Ich finde es ehrlich gesagt heftig, wie sehr viele Menschen ein bestimmtes Geschlecht bevorzugen. Ich habe sogar das Gefühl, dass in unserer heutigen Gesellschaft Mädchen der große Jackpot sind, warum weiß ich nicht. Wir haben recht lange auf unser erstes Wunschkind gewartet und mir war es so egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird und meinem Mann ebenfalls. Zwar haben wir es vorher wissen wollen, aber das eher aus einem Gefühl der Vorfreude heraus und weil ich total neugierig bin 🙂 ich kann aber auch verstehen, wenn man es nicht wissen will, denn letztendlich ist es ja auch egal. Wenn Baby Nummer zwei sich eines Tages entscheidet, ein Teil unserer Familie zu werden, dann werden wir uns über jedes Geschlecht freuen.
Dir weiterhin alles Gute für deine Schwangerschaft und ein gesundes Baby – egal ob Junge oder Mädchen.

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Theresa 17. März 2017 - 21:34

Das Gefühl, dass Mädchen bei den meisten Menschen in dieser Gesellschaft der große Jackpot zu sein scheinen, habe ich auch. Ich habe mehrere Freundinnen mit zwei Mödchen, die sich dezidiert ein weiteres Mädchen wünschten, weil sie Jungs schwierig/laut/nervig fänden. Untermalt mit Geschichten von stöckeschlagenden, lauten Jungs auf dem Spielplatz und in der Schule. Mir hat das, als Mutter von Jungs, immer richtig weh getan. Als ich dann noch ein Mädchen bekam, merkte ich plötzlich, wie die Reaktionen des Umfelds auf eine Tochter auch anders sind. Wie süß sie sei, wie zart, wie herzig, wie brav… Als wir dann im Anschluss noch einen kleinen Jungen bekamen, musste ich mir wirklich oft „Immerhin habt ihr einmal Glück gehabt.“ oder „Schon wieder ein Junge!“ oder auch Sprachlosigkeit anhören müssen.
Vielleicht bin ich da mittlerweile ein bisschen empfindlich, aber ich finde das schon ein echtes Thema.
Und natürlich habe ich mich nach den zwei Jungs auch unglaublich über eine Tochter gefreut! Den man erlebt einfach wieder ein ganz anderes, neues Spektrum vom Leben. Trotzdem ist mein Credo: Zuerst einmal ist jedes Kind ein ganz einzigartiges Kind, erst dann ein Geschlecht.

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Frau Krähe 27. Januar 2017 - 10:50

Wir antworteten auf die Frage zunehmend flapsig z.B. mit: „Hoffentlich kein Krokodil.“ und ähnlichem. Schliesslich gestalteten wir die Geburtsanzeige mit dem wunderschönen Nashorn von A. Dürer und einem Zitat von P. Bichsel aus einer seiner Kurzgeschichten: „Ein Panzernashorn möchte ich sein, aber dafür ist es jetzt wohl zu spät.“ Und weil wir die Eckdaten genauer Zeitpunkt, Grösse, Gewicht ebenso unwichtig finden, schrieben wir einfach „pünktlich, gewichtig und wohlbemessen“. Wir lieben die Karte bis heute. Weil sie eigentlich sagt: „Ich bin, wie ich bin. Und das ist gut so.“ Natürlich reichten die Reaktionen von begeistert bis konsterniert. 😉
Liebe Grüsse und vielen Dank für diesen schönen, ruhigen Text (in diesbezüglich stürmischen Bloggerszene-Zeiten), Martina

Antworten
Anne 31. Januar 2017 - 14:47

Das finde ich eine ganz tolle Idee!
Wunderherrlich sozusagen. ❤

Antworten
Carolin 27. Januar 2017 - 10:40

Die Unterstellung, man würde es ja wissen, wolle es nur nicht sagen, verletzt mich sehr. Wir wussten es bei den ersten dreien nicht und wollen es auch jetzt bei Nummer 4 und 5 nicht wissen. Aber wenn man noch dazu aus dem medizinschen Bereich kommt, glaubt es einem fast keiner. Dann hört man „du hast doch hingeguckt“, „du siehst es ja eh“ oder „du schallt doch selber“. Besonders die eigene Familie ist da sehr misstrauisch und jedes „Wort“ in Bezug auf die Babys wird in Richtung Geschlecht gedeutet. Es ist uns einfach nicht wichtig welches Geschlecht das Baby bzw. die Babys haben. Beim Ultraschall kann über die Nase und die Lippen philosophiert werden… eher Mama oder Papa. Da ist das Geschlecht eine Überraschung. Und wann hat man im Leben schon eine 50 zu 50 Chance…

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Sophie (Kinder haben ...und glücklich leben!) 27. Januar 2017 - 10:24

Ich glaube, gerade wenn man sich ganz stark ein bestimmtes Geschlecht wünscht, ist es eine super Idee, es sich nicht sagen zu lassen.

Nach einem Sohn hätte auch ich jetzt gerne eine Tochter. Aber genau wie in der 1. Schwangerschaft lassen wir uns bei der Geburt überraschen. Weil wir nämlich damals schon ahnten und heute genau wissen: Wenn das Baby dann geboren ist, ist es total egal, ob Junge oder Mädchen. Als mein Hübchen nach der Geburt in meinem Arm lag, habe ich gar nicht zuerst nach dem Geschlecht geschaut. Ich war einfach nur glücklich, dass genau dieses Baby da nun zu uns gehört. Wenn ich jetzt schön wüsste, dass das neue Baby im Bauch wieder ein Junge wird, wäre ich vielleicht, zumindest unterbewusst, enttäuscht. Im Moment und kurz nach der Geburt wird es mir aber einfach wieder total egal sein.

Vielleicht ist es OK, wenn ich den Link zu meinen längeren Überlegungen zum Thema da lasse? Ich habe nämlich neulich auch drüber gebloggt: http://kinderhaben.de/junge-oder-maedchen-warum-wir-es-nicht-wissen-wollen-ssw-16/
Liebe Grüße!

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Chrissie 12. März 2020 - 15:34

Ich finde mich bei Sophies Beitrag komplett wieder. Auch hier besteht der Wunsch nach einer Tochter und auch gerade deswegen habe ich mich bei der ersten Schwangerschaft und jetzt wieder aktuell mittendrin in der zweiten überraschen lassen. Ich freue mich auf die kleine Persönlichkeit, die zu uns stoßen wird und ich habe es bei der Geburt meines Sohnes erlebt, dass ich einfach nur so unendlich froh und glücklich darüber war, dieses kleine Wesen, gesund und munter, in meinen Armen halten zu können und der erste Gedanke „Oh, ein Junge also“ wurde sofort abgelöst und überlagert von all den schönen (Freude, Liebe, Glück) und widersprüchlichen Gefühlen (Sorge, die plötzliche Angst vor der Verantwortung, die Zweifel), die die Geburt begleiten. Beim Wachsen und Erleben meines Sohnes und den Facetten seiner Persönlichkeit ist es nun sowas von egal, ob da ein Penis oder eine Vagina ist, auch wenn ich bei bestimmten „jungstypischen“ Merkmalen manchmal leicht genervt die Augen verdrehe – aber das würde ich umgekehrt bei manch „mädchentypischen“ Merkmalen ebenso machen, zumal ich definitiv nicht der rosa Prinzessinnen-Typ bin 🙂

Von daher: Überraschen lassen ist toll und macht so viel Spaß! Ja, der Wunsch nach einem Mädchen ist da, aber ich wünsche mir auch öfter mal Locken oder grüne Augen und kann das nicht ändern – von daher kann ich trotz dieses Wunsches ehrlich sagen, das Geschlecht ist egal – nur ein kleines Menschlein sollte es bitte werden 😉

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Elisabeth Gamperl 27. Januar 2017 - 10:05

Wir haben zwei Mädchen und zwei Jungen. Wir ließen uns jedesmal überraschen. Und hatten keine Vorlieben. Einzig und allein die große Tochter wünschte sich nach einem Bruder auch eine Schwester und später für den Bruder auch einen Bruder Ich glaube kurz wäre sie schon enttäuscht gewesen, hätte das nicht geklappt.

Antworten
Lena 27. Januar 2017 - 09:21

Ich kann es ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, wenn Leute wegen des Geschlechts enttäuscht oder gar traurig sind. Das hat sowas verwöhntes „ich will aber das Pinke Kaugummi haben!!!!!“. Das ist bei Dreijährigen völlig in Ordnung, aber mit meistens über 20 sollte man aus dem Alter raus sein und sich über das freuen was da kommt. Ein wunderschönes Baby – das eigene Baby. Und dann muss man sich einfach mal überlegen wieviel Glück man hat hier im absolutem Wohlstand ein gesundes Kind aufwachsen zu sehen und es zu begleiten. Die meisten Menschen haben nicht so ein Glück.

Wir haben uns aus Interesse bei beiden Kindern das Geschlecht sagen lassen und bei beiden hinterher noch einmal gemerkt wie egal das einfach ist. Wir haben das Geschlecht zur Kenntnis genommen und uns weder besonders gefreut noch waren wir enttäuscht und wenn es sich bei der Geburt als „falsch“ heraus gestellt hätte, wäre das genauso egal gewesen. Ein Penis fällt, auch wenn man eine Pinke Hose drüber zieht, nicht ab…

Antworten
Rosalia 27. Januar 2017 - 09:01

Auf die Frage ‚Was wirds denn?‘ sage ich gerne ‚ Ein Kind‘.
Unser Großer meint Nr. 3 wird noch eine Schwester, einfach weil er ja schon eine Schwester hat und dann ist ja nur logisch wenn da noch Mal ne Schwester rauskommt. Aber sogar er hat in seiner Kinderweisheit verkündet: wenn das Baby einen Penis hat ist das nicht schlimm, es ist dann halt ein Junge

Antworten
wolldrache 27. Januar 2017 - 08:52

Wir wollten es bei der ersten Schwangerschaft auch nicht wissen. Und das hat gut geklappt, auch mit den Lieblingsfarben – oder in unserem Fall den Nicht-Lieblingsfarben:
wir haben einfach schon vor der Schwangerschaft dafür gesorgt, dass die zukünftige Oma ihre Rosa Strickwolle an werdende Mädchenmamas verschenkt 😉
Damit war das Thema vom Tisch, und nachgekauft wurden dann „neutrale“ Farben, und für die Baby-Klamotten-Erstaustattung ohnehin auf die Verwandt- und Bekanntschaft zurückgegriffen.

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Veronika 18. September 2019 - 10:05

Wir haben uns in beiden Schwangerschaften überraschen lassen und gesagt, „Das Kind hat hoffentlich ein eindeutiges Geschlecht und ist später zufrieden damit.“, denn das ist doch das Wichtigste. Unser 4-Jähriger hat auf die Frage, was die Mama im Bauch hat, immer mit „ein Überraschungsei“ geantwortet.

Nachdem es allerdings in der Familie meines Mannes seit 2 Generationen nur männliche Nachkommen gibt, haben wir uns besonders gefreut, dass nach unserem Erstgeborenen eine Tochter kam.

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