Meine Schwangerschaft: der dritte Monat

von Anja

Mit der Anzahl der schon vergangenen Schwangerschaftswochen steigt auch die Übelkeit. Im dritten Monat, der von der neunten bis zur zwölften Schwangerschaftswoche geht, erreicht die Übelkeit ihren Höhepunkt. An manchen Tagen geht nur Gemüsebrühe, an anderen habe ich mal ein, zwei Stunden zwischendurch, in denen ich fast normal essen kann. Wobei ich meistens in dieser Zeit für mich alleine esse, weil mir am Tisch mit Blick auf das Essen der anderen immer schneller schlecht wird. Die Kinder haben sich längst daran gewöhnt, dass mit mir derzeit „nicht so gut Kirschen und alles andere essen“ ist.

Auch in unserem Sommerurlaub auf Bornholm fahren sie ihre Erwartungen an mich ganz schön runter – und so wird ein Großteil der Unternehmungen dort von Christian bestritten, während ich das zweite oder dritte Mal am Tag einfach einschlafe. Trotzdem ist es ein schöner Urlaub und ich merke, wie gut mir die Ruhe und das Runterfahren aller äußeren Anforderungen tut. Ganz ausruhen kann ich mich nicht, weil ich schon einen Tag früher unsere kleine dänische Urlaubsinsel verlassen muss. Ich habe eine Vortrag zum Thema Beikost in Berlin zugesagt. Christian kommt am nächsten Tag mit den Kindern und der Fähre nach Berlin hinterher.

Als ich für diesen Vortrag zugesagt habe, hatte ich mich ja sogar ein bisschen gefreut, deshalb mit der kleinen Propellermaschine von Bornholm nach Kopenhagen fliegen zu können und von dort aus weiter nach Berlin. Nun hatte ich einen Tag vorher doch große Bedenken, dass mir in einem so kleinen Flieger noch schlechter werden wird, als mir ohnehin schon ist. Zum Glück war dem aber nicht so und habe den schönen Blick von oben auf die Ostsee doch ein wenig genossen. Nur leider ging es dann in Kopenhagen nicht weiter, weil mein Weiterflug nach Berlin einfach mal komplett gestrichen wurde.

Und da merkte ich sie, die Auswirkungen der Hormone auf meine Gefühlslage. Ich habe zwar nicht am Flughafen geheult, war aber mehrmals fast kurz davor. Denn leider war das nächste Flugzeug auch schon komplett voll und es sah so aus, als ob es erst am späten Abend oder gar erst am nächsten Tag für mich weitergehen sollte. In Berlin wartete man auf mich beim Vortrag, die Familie saß ohne mich auf Bornholm – das fühlte sich alles so komplett falsch an.

Ein schöner und bewegender Moment

Durch einen glücklichen Umstand bekam ich dann aber doch noch ein Plätzchen im Nachmittagsflieger nach Berlin und konnte mit drei Stunden Verspätung meinen Vortrag halten. Eigentlich kann ich berufsbedingt ganz gut mit Stress umgehen, aber am Abend war ich dann echt fertig von dem Gewarte und Gehetze dieses Tages. So blieb ich bis zum nächsten Tag, bis die Familie am späten Nachmittag eintrudelte, einfach auf dem Sofa liegen. Dabei wollte ich doch schon ausgepackt haben, einkaufen gegangen sein und noch dies und das erledigt haben. Ging aber einfach nicht – schon verrückt, wie einen die Hormone im Griff haben können.

Das Bäuchlein war inzwischen auch schon gewachsen, so dass ich bereits in der elften Woche auf eine mögliche Schwangerschaft angesprochen wurde. Ganz schön mutig von der Fragenden, denn da liegt man ja auch schnell mal daneben und dann ist die Situation doch eher unangenehm. Aber natürlich freute ich mich in dem Fall, es bejahen zu können.

In der elften Woche hörte ich auch mit meinem Hebammen-Dopton zum ersten Mal die Herztöne unseres Babys. Das war schon ein schöner und bewegender Moment und machte das Ganze auch noch mal etwas realer. Natürlich dachte ich in dieser Zeit auch immer wieder an meine Fehlgeburt in der 12. Schwangerschaftswoche, aber irgendwie kam ich immer wieder für mich zu der Erkenntnis, dass sich diesmal alles gut anfühlt und damit kein Anlass zur Sorge besteht. Manchmal musste ich mir genau das aber schon mantrenartig sagen, gerade weil man doch auch immer wieder beruflich mit diesem Thema konfrontiert wird und es nicht wirklich komplett ausblenden kann, dass manchmal eine Schwangerschaft auch glücklos verläuft.

Schlagendes Herzchen, wachsender Bauch

Das schlagende Herzchen und der wachsende Bauch zu diesem Zeitpunkt beruhigten mich aber auch immer wieder und zeigten mir, dass die meisten Schwangerschaften dennoch ganz unkompliziert verlaufen. Wir machen uns auch immer schon mal ein paar Gedanken über einen möglichen Namen, denn das wird ja nicht leichter mit steigender Kinderzahl. Die bisherigen Favoriten sind ja auch immer schon vergeben. Da wir uns vorab nicht verraten lassen wollen, was es wird, brauchen wir sowohl einen Mädchen- als auch einen Jungennamen.

Aber ich finde es auch immer wieder schön und eine Ehre, als Eltern einem, seinem kleinen Menschenkind einen Namen geben zu dürfen, den es sein Leben lang behalten wird. Mittlerweile freuen sich auch die Großeltern und noch ein paar Freunde mehr auf den kleinen Menschen, der im nächsten Jahr zur Welt kommen soll. Und wir, wir freuen uns auch jeden Tag ein bisschen mehr.

Wer mehr von dieser Schwangerschaft lesen will:
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5 Kommentare

Ines 28. Dezember 2016 - 13:25

Oooooooh, dass ist SOOOOO schön von Eurem Zuwachs zu lesen. Ich hatte am Anfang Eurer Reihe „Wenn Hebammen Kinder kriegen“ mal gedacht, dass Du schwanger bist und entsprechend beglückwünschend kommentiert. Warst Du dann aber gar nicht und mir war es entsprechend unangenehm. Ich habe meinem Mann zu Weihnachten eine Tüte Salzlakritze und ein Foto vom Bauch mit nem winzigen Herz drauf geschenkt. Das fand er alles sehr verwunderlich und hat es dann erst wirklich realisiert, nachdem er den positiven Test ausgepackt hat.
Ich bin jetzt in der 6.Woche und die Übelkeit wird täglich gemeiner, mein Kreislauf schreit SOOOOOFA….
Und weil der Liebste mit der Großen im KiWa gerade ne Runde einkaufen fährt (also spazieren geht und sie ratzt sofort weg), hab ich das Sofa für mich und wollte bei Euch im Blog nachlesen, was Du gegen die Übelkeit empfiehlst. Beim Stichwort Bananeneis wird mir das erste Mal schlecht und bei Avocado-Toast gleich nochmal.
Ach Mensch…so schön, bei euch davon zu lesen und auch beruhigend, dass Dir bei No.4 auch „einfach“ übel ist. Den ultimativen Tipp gibt es demnach nicht.
Alles Gute für euch und entspannte Feiertage!!!
Freu mich auf den nächsten Beitrag

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Anja 28. Dezember 2016 - 15:27

Liebe Ines,

oh wie schön, dass auch bei Euch noch ein Baby unterwegs ist-herzlichen Glückwunsch!!
Die „gängigen“ Tipps gegen Übelkeit habe ich mal in diesem Artikel beschrieben: http://www.vonguteneltern.de/?p=5479
Sie sind zumindest einen Versuch wert;)
Ansonsten hoffe ich, dass Du auch schnell in der „Phase des Wohlbefindens“ ankommst.

Liebe Grüße,

Anja

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Auch eine Anja :) 21. Dezember 2016 - 09:31

Ich freue mich immer so über deine Posts, ich dachte immer ich wäre die einzige Hebamme, die mehr als einen Schwangerschaftstest macht und schon in der 11.-12. Woche ihr Dopton rausholt 😀
Dass man auf der Arbeit viel erlebt und deshalb oft Sorge hat kann ich nur unterschreiben. Bei meinem ersten Kind war ich noch nicht Hebamme und bin viel unbedarfter in die Schwangerschaft gegangen!
Mein Termin ist ebenfalls im Frühjahr. Habe gestern meine letzten Frauen „abgeschlossen“ und freue mich nun sehr auf entspannte letzte Monate ohne Arbeit.
Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest!

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doreen 20. Dezember 2016 - 22:36

wann ist denn termin(monat) bei euch? alles gute aus (nicht mehr) berlin

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Anja 20. Dezember 2016 - 22:39

Im nächsten Frühling- dauert also noch ein bisschen:)

Liebe Grüße, Anja

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