Meine Schwangerschaft: der fünfte Monat

von Anja

Schneller als gedacht kam der fünfte Monat mit den Schwangerschaftswochen 17. bis 20. – denn gefühlt vergehen die ersten Wochen ja immer eher zu langsam, aber sobald man das Baby dann auch spürt, wird alles schnell viel realer. Aber zu viel Realität mag ich aktuell auch nicht, und so halte ich mich möglichst von allem fern, was einer guten Hoffnung nicht zuträglich ist.

Ich streiche das Lesen in vielen beruflich relevanten Onlinegruppen und auch in der Fachliteratur wähle ich gezielter aus, was ich gerade lesen möchte. Tatsächlich finde ich momentan in Sachen Literatur die Lustigen Taschenbücher der Kinder am wohltuendsten. Aber so soll es ja sein, man sollte immer das lesen und hören, was einem gerade gut tut. Und in der Schwangerschaft gilt das ganz besonders stark. Beruflich ist das natürlich noch mal eine andere Ebene, aber privat beschränke ich mich auch auf die Geschichten, die ich hören mag.

Mir geht es gesundheitlich sehr gut und die Kindsbewegungen werden täglich mehr, auch wenn noch keine festen Zeiten am Tag erkennbar sind. In der 19. Schwangerschaftswoche spüre ich das kleine Menschlein auch von außen, wie es gegen meine Hand stupst. Manchmal bin ich nachts wach und genieße einfach die noch recht sanften Bewegungen unseres Babys. Es erwarten mich ja schon bald noch viel mehr schlaflose Nächte – und so sehe ich das in der Schwangerschaft schon immer mal als ganz gute Vorbereitung auf die Babyzeit.

Endlich zum Schwangerenyogakurs

In der 20. Schwangerschaftswoche schaffe ich es endlich auch, wieder zu dem Schwangerenyogakurs zu gehen, den ich bei allen anderen Kindern auch gemacht habe. Es ist schön, wieder in dem Raum zu sitzen, in dem ich schon vor elf, acht und vier Jahren saß. Beim dritten Kind hatte ich tatsächlich auch die erste Geburtswehe beim Yoga. Und als ich vom Kurs nach Hause radelte dann die nächste Wehe. Wenige Stunden später wurde unser Sohn zu Hause geboren. Mit dem Yoga sind also durchweg gute Erinnerungen verknüpft und ich glaube auch, dass der Fokus auf dem Atmen mir immer gut durch die Geburtsarbeit geholfen hat.

Beruflich steht noch viel Herumreisen in diesem Schwangerschaftsmonat an. Da ist zum einen die achtstündige Zugfahrt nach Schwäbisch Gmünd zu Weleda, wo ich auf der Fachtagung für die werdenden Hebammen mit Christian zusammen einen Vortrag halte. Ich spüre meinen Rücken nach der Bahnfahrt, wobei das wahrscheinlich auch ohne Schwangerschaft der Fall wäre, da mir langes Sitzen generell nicht so gut bekommt. Kurz darauf geht es nach Salzburg für einen Vortrag und der kurze Flug dahin ist doch wesentlich angenehmer.

Durch die Reiserei und die Herbstferien habe ich es immer noch nicht geschafft, einen Termin mit dem „neuen“ Hebammenteam zu machen, aber eine der Kolleginnen kenne ich ja ohnehin schon aus dem Arbeitsleben und noch ist ja nicht mal die Halbzeit der Schwangerschaft angebrochen. Aber es ist immer gut zu wissen, dass ich bei Fragen oder Problemen einen Ansprechpartner habe. Das ist mir persönlich wesentlich wichtiger als eine Vorsorge nach dem Kalender.

Kopfmäßig noch nicht beim Thema Geburt angekommen

Ich nehme weiterhin recht schnell an Gewicht zu, aber letztlich ist es ein nahezu identischer Verlauf wie bei den Kindern zuvor, so dass ich davon ausgehe, dass es am Ende auch wieder ähnlich aussehen wird, auch wenn es jetzt schon gut sechs Kilo mehr sind. Das Baby wiegt ja zu diesem Zeitpunkt gerade mal 250 bis 300 Gramm. Trotzdem ist es doch jedes Mal wieder erstaunlich, wozu der Körper in der Lage ist und wie schnell er sich in die eine und später in die andere Richtung verändern kann.

Auch die Kinder sehen staunend zu, wie der Bauch immer runder wird und unser Baby damit auch für sie immer begreifbarer wird. Wenn sie danach fragen, ob sie am Geburtstag des Babys zu Hause bleiben können, merke ich, dass ich kopfmäßig noch längst nicht bei diesen Fragen angekommen bin.

Deshalb ist es eigentlich so absurd, dass man sich schon in den ersten frühen Schwangerschaftswochen darum kümmern muss, wenn man seinen Geburtsort halbwegs selbstbestimmt wählen möchte. Ich werde die 650 Euro Rufbereitschaftspauschale auf jeden Fall auch noch in diesem Jahr an meine Hebammen überweisen, damit ich für das alles für mich erledigt habe. Aber mein Kopf und mein Bauch sind zu diesem Zeitpunkt auf das Wachsen und noch längst nicht auf das Gebären eingestellt.

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2 Kommentare

ideas4parents 5. Januar 2017 - 09:11

Ich wünsche dir eine angenehme Schwangerschaft und alles gute weiterhin!
Viele liebe Grüße und ein frohes neues Jahr.
Marina von ideas4parents

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Momo 4. Januar 2017 - 22:26

Ich lese nun schon seit über einem Jahr mit, da ich meinem Bauchgefühl vertraute und nach Themen suchte, die dieses Gefühl unterstützen.
In einigen wichtigen Entscheidungen hast du mich bestärkt.
Es ist sehr interessant, deine Sicht auf deine Schwangerschaft zu lesen, da du ja selbst auch vom Fach bist. Umso interessanter, dass du wachsam bist und eben darauf hörst, was dir guttut. Genieße das, was gerade dran ist.

LG Madlen

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