Meine Schwangerschaft: der sechste Monat

von Anja

Die Hälfte der Schwangerschaft ist schon vorbei – ab jetzt vergeht die Zeit scheinbar doppelt so schnell. Der sechste Monat geht von der 21. bis zur 24. Schwangerschaftswoche. Die Kindsbewegungen werden täglich mehr und auch Christian und die großen Schwestern haben unser Baby mittlerweile von außen gespürt. Der kleine große Bruder nimmt erst in der 24. Schwangerschaftswoche das erste Mal Kontakt mit dem stupsenden Baby auf, weil er natürlich noch nicht so lange Geduld hat, den richtigen Moment abzupassen.

Anfang des sechsten Monats habe ich auch meine zweite Schwangerenvorsorge, diesmal mit meiner „neuen“ Hebamme. Die eine Kollegin aus dem Zweier-Team, das mich nun begleitet, kenne ich bereits. Aber auch die andere, bisher unbekannte Kollegin kann ich mir nach diesem entspannten Vorsorgetermin gut als Geburtsbegleitung vorstellen. Es passt also – puhhh. So ein unfreiwilliger Hebammenwechsel in der Schwangerschaft kann ja schon ein bisschen stressen.

Noch mehr Stress machen mir aber Arztbesuche. In der 22. Schwangerschaftswoche steht unser erster Ultraschalltermin an und mein Blutdruck, der sonst eher bei 100/50 liegt, schafft es in der Praxis auf einen „Arztblutdruck“ von 150/95. Unsere nette Ärztin kennt das Phänomen zum Glück von sich selbst bei Arztbesuchen und bittet mich nur, zu Hause noch mal selbst nachzumessen. Dort ist dann auch alles wieder im grünen, üblich niedrigen Bereich.

Auch unser Baby scheint etwas aufgeregt zu sein und turnt viel herum, während die Ärztin alles schallt. Beim Blick zwischen die Beine schauen wir wie vereinbart weg, weil wir erst nach der Geburt wissen möchten, ob nun ein zweiter Junge oder ein drittes Mädchen zu uns kommen möchte. Wie anhand der sich diesmal etwas anders anfühlenden Kindsbewegungen vermutet, liegt tatsächlich die Plazenta erstmalig an der Vorderwand. Auch wenn weder Ultraschall noch sonstige Pränataldiagnostik eine Garantie für irgendwas geben können, ist es doch schön zu hören, dass alles, was man sehen kann, in Ordnung aussieht.

Junge oder Mädchen?

Sämtliche Messwerte sind ebenfalls immer mit Vorsicht zu genießen, aber auch Länge und Co. passen zum Kind und zur von mir errechneten Schwangerschaftswoche. Wahrscheinlich stresst mich das Thema Ultraschall unterbewusst zu sehr, weil ich einfach so oft Frauen begleite, die mit verunsichernden Ergebnissen vom Ultraschall zurückkommen. Und häufiger war am Ende dann alle Aufregung umsonst. Das gilt vor allem, wenn Babys als zu klein oder zu groß vermessen werden.

Ein Bild bekommen wir natürlich auch mit nach Hause und es sieht einfach genauso aus, wie der Sohn in diesem Alter auf dem Ultraschallbild aussah. Die Aussagekraft ist natürlich gering, aber sofort stellt sich bei mir ein verstärktes Jungsgefühl für den kleinen Bauchbewohner ein. Wobei: Hätten wir von den beiden Töchtern auch so ein 3D-Ultraschallbild, hätten sie wahrscheinlich genauso ausgesehen und mein Gefühl damit relativiert, weil sich auch nach der Geburt doch alle drei Kinder auf ihre Art immer sehr ähnlich sahen.

Mal schauen, wie sich das Gefühl in den nächsten Wochen noch verändern wird und was unser Baby dann tatsächlich ist. Ich hatte nur beim ersten Kind durchgehend das Gefühl, dass es ganz sicher ein Mädchen wird – was dann auch stimmte. Tatsächlich gab es damals auch nur einen Mädchennamen und keine männliche Alternative. Bei Kind zwei und drei wechselte das Gefühl zum Teil wöchentlich hin und her, auch bei den Namen waren wir da auf beides vorbereitet. Und auch jetzt gibt es für beides schon ein paar Ideen. Wir genießen aber primär einfach weiterhin die Neugierde und die Vorfreude auf unser Baby.

Hebammenunterricht in der Schule

Arbeitstechnisch profitiere ich weiter von dem momentanen Energieschub in dieser Schwangerschafttphase, zum Glück, denn es ist immer noch viel zu tun. Für einen Vortrag zum Thema „Stillen und Berufstätigkeit“ fliege ich Ende November nach München und auch so stehen noch mehrere Termine an. Darunter sind aber auch so schöne und entspannte Sachen wie unser Wochenendausflug ins Rookhus Familienhotel und in die Autostadt Wolfsburg.

Vor allem genieße ich, dass es dort jeweils einen Pool mit beheiztem Wasser gibt. Denn im Wasser fühlt sich das Schwangersein natürlich sehr angenehm und leicht an, aber ich mag die kalten Berliner Schwimmbäder einfach nicht so besonders. Auch die Badewanne hier zu Hause wird mit dem immer kälter werdenden Wetter häufig von mir genutzt.

Mit viel Anschauungsmaterial und eigenem Babybauch gebe ich in dieser Zeit auch Hebammenunterricht in der Schullerngruppe meiner Tochter. Die Kinder zwischen sechs und neun Jahren sind sehr interessiert und haben so viele Fragen, dass die vereinbarte Unterrichtszeit echt knapp wird. Durch den Unterricht steigt auch noch mal bei der jüngsten Tochter das Interesse am Thema und sie stellt mir auch zu Hause viele Fragen. Sie war zwar bei der Geburt ihres kleinen Bruders mit dabei, aber damals gerade mal vier Jahre alt. Überhaupt wird das Baby in meinem Bauch von allen drei Kindern immer wieder mit einbezogen bis hin zu der Frage, was es denn zu Weihnachten bekommen wird.

Kleiderschrankangebot reduziert sich täglich

Zugenommen habe ich mittlerweile so sieben bis acht Kilo und das Kleiderschrankangebot reduziert sich täglich ein wenig mehr. Besondere Essgelüste habe ich aber keine. Obwohl doch – mindestens ein Granatapfel am Tag muss ein. Und Christian muss mir den zubereiten, weil ich das immer so nervig finde. Aber dafür muss er mir auch nicht täglich den Rücken massieren, weil ich in dieser Richtung zum Glück keinerlei Beschwerden habe.

Das wöchentliche Schwangerenyoga tut mir gut und ich genieße diese kleine Auszeit sehr. Auch im Alltag versuche ich immer wieder mal ein paar Übungen einzubauen, gerade dann, wenn ich länger am Schreibtisch gehockt habe. Die „Phase des Wohlbefindens“ hält also auch in diesem Monat weiterhin an und das Schwangersein fühlt sich einfach schön an.

Wer mehr von dieser Schwangerschaft lesen will:
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12 Kommentare

Lea 17. Januar 2017 - 14:33

Oh endlich auch mal ein paar Leute, die sich überraschen lassen! Wir sind schon echt Exoten mit dieser Entscheidung und ich fand es phasenweise nicht leicht, damit umzugehen. Also ich war dann doch nicht sicher, was ich lieber wollte: die Überraschung oder die Möglichkeit, mich irgendwie besser auf den Bauchbewohner einstellen zu können. Übermorgen ist unser letzter Ultraschall und die letzte Chance es noch zu erfahren, aber gerade spricht nichts dafür, ich/wir kommen gut zurecht so wie es ist. Ich persönlich wollte vor allem auch dieses blau/rosa-Schema vermeiden. Insgeheim „wollen“ wir eher ein Mädchen, weil wir dafür schon seit Jahren einen guten Namen haben, aber selbstverständlich ist es uns letztendlich egal und wir freuen uns sehr auf das was kommt. Ein Mädchen ist durch den Namen nur einfach schon greifbarer. Mein Bauchgefühl sagte von Woche 20-27 Junge, inzwischen bin ich wieder so ahnungslos wie ganz am Anfang. Es bleibt also spannend!

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Victoria 15. Januar 2017 - 21:40

Liebe Anja, herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Ich lese euren Blog sehr gerne und freue mich das du deine Schwangerschaft mit uns teilst.
Wirst du das Thema ,Stillen und Berufstätigkeit‘ über den du den Vortrag gehalten hast noch verbloggen?
Irgendwie gibt es kaum handfestes dazu. Vor allem von der rechtlichen Seite. Aber auch organisatorische Aspekte finde ich interesant. Vor allem für Mütter im Schichtdienst.
Viele Grüße
Victoria

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Anna Winter 14. Januar 2017 - 22:29

Hallo Anja. Als ich gerade gelesen habe das du deinen ersten Ultraschall in der 22. Woche hast machen lassen hat hat mich das sehr verdutzt 🙂 (das ist ja wirklich nicht gang und gebe)
Ich bin gerade in der 8ten Woche und beschäftige mich viel mit der Frage ob und welche Ultraschalluntersuchungen ich machen lassen möchte. Nicht nur das Gefühl der „Fehlersuche“ und die Problematik von falsch-postiven-Test machen mir irgendwie Bauchschmerzen auch Studien dazu das Ultraschalluntersuchungen (gerade in der frühen Schwangerschaft) auch ihre Risiken bergen lassen mich dem ganzen irgendwie unentspannt gegenübertreten.
Meine Frauenärztin hat meine Bedenken mit der Aussage das Ultraschalluntersuchungen vollkommen risikofrei und absolut notwendig seinen vom Tisch gewischt (erklärt warum hat sie leider nicht) und will nun in der 9ten Woche erstmals schallen. (Ich persönlich würde gerne erst so spät wie Möglich einen Ultraschall ansetzten)

Ich bin immer noch unentschlossen. Einige Punkte sehe ich als durchaus gerechtfertigt wie eine Eileiterschwangerschaft ausschließen oder später den Sitz der Plazenta bestimmen aber im Grunde würde ich einfach gerne guter Hoffnung sein und nehmen was kommt.

Darum die Frage an dich und die Gemeinschaft: Ultraschall absolut unumgänglich zum „Schutz“ von Mutter und Kind oder eher auf das Gefühl hören und darauf vielleicht sogar gänzlich verzichten??

Liebe Grüße Anna

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Anja 15. Januar 2017 - 17:58

Liebe Anna,

empfohlen sind in den deutschen Mutterschaftsrichtlinien drei Ultraschalluntersuchungen. In einigen skandinavischen Ländern ist nur ein Ultraschall um die 20.SSW herum üblich- bei gleich guten Zahlen bezüglich mütterlicher und kindlicher Gesundheit. Der erste Ultraschall soll vor allem die intakte Schwangerschaft in der Gebärmutter sowie eine Herzaktion des Kindes nachweisen- was nicht immer der Fall ist, wenn einfach zu früh geschallt wird. Viele Frauen haben mehr als einen Ultraschall in der Frühschwangerschaft. Bezüglich der Unschädlichkeit ist die Datenlage nicht ganz klar. Ich finde dieser Artikel hier fasst die derzeitigen Erkenntnisse ganz gut zusammen: http://www.hebammenwissen.info/schadet-haeufiger-ultraschall-in-der-schwangerschaft-dem-ungeborenen-baby/
Eine Eileiterschwangerschaft macht sich oft schon durch Schmerzen zeitlich vor dem ersten Ultraschall bemerkbar. „In der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche treten dann die charakteristischen Symptome für eine Fehleinnistung auf: Bauchschmerzen oder Schmierblutungen nach einem etwa sechswöchigen Ausbleiben der Regelblutung. Meistens ist der Unterleibsschmerz auf der Seite der Eileiterschwangerschaft lokalisiert, selten auf der gegenüberliegenden. Der Unterleib reagiert in manchen Fällen bereits auf leichte Berührung mit Abwehrspannung und die Köpertemperatur kann leicht erhöht sein. In einigen Fällen treten auch Schmerzen in der Schulter auf. Sie werden durch Blutungen im Bauchraum und eine Reizung des Zwerchfellnervs ausgelöst.“ ( http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_eileiterschwangerschaft-krankheitsbild_870.html)
Eine mögliche Fehlgeburt in den ersten Monaten kann durch den Ultraschall auch nicht verhindert werden, wenn ein Kind sich entscheiden sollte, wieder zu gehen. Zum Schutz von Mutter und Kind ist der erste Ultraschall sicherlich nicht zwingend notwendig. Aber, wenn er Dir persönlich ein gutes Gefühl gibst, Du das noch mal als Bestätigung für Deine Schwangerschaft brauchst oder Du Dir Sorgen um etwas machst, was man mit dem Ultraschall untersuchen kann, spricht auch nichts dagegen, diesen durchführen zu lassen. Die meisten Ärzte halten die Schalldauer gerade in der Frühschwangerschaft auch eher kurz.
Wenn Du aber keinen Ultraschall möchtest bzw. er Dich eher beunruhigen statt beruhigen würde, kannst Du natürlich auch darauf verzichten. Sollten Beschwerden o.ä. auftreten kannst Du natürlich jederzeit auch kurzfristig diese mittels Ultraschall abklären lassen.
Es gilt also wie bei allem, was Dich und Deine Schwangerschaft betrifft: Du darfst die Entscheidung treffen, die sich für Dich in Deiner Situation passend anfühlt:)

Alles Gute für Dich und liebe Grüße, Anja

Antworten
Anna Winter 24. Januar 2017 - 09:18

Liebe Anja,

vielen vielen Dank für deine Antwort. Mein Mann und ich haben uns entschieden den ersten Ultraschall nicht machen zu lassen. Ich halte das Schallen zwar nicht generell für „Teufelszeug“ aber ich bin leider oft der Meinung das in der Medizin nicht verantwortungsvoll genug mit Behandlungen und Medikamentengaben (z.B. Antibiotika oder Antidepressiva) umgegangen wird.
Meiner Meinung nach überwiegt daher auf jeden Fall der Nutzen des ersten Ultraschalls nicht das Risiko das vielleicht von ihm ausgeht. Dazu auch noch einen guten Artikel den ich gefunden hab:

„Als besonders gefährlich gelten
Dopplersonographie, Ultraschall wäh-
rend der frühen embryonalen Entwick-
lung und vaginaler Ultraschall wegen
des mangelnden abmildernden mütter-
lichen Zwischengewebes. Auch die im-
mer höheren Frequenzen neuester Ge-
räte stellen ein wachsendes Risiko dar. “
Proppe, Plädoyer für eine natürliche Geburtshilfe ohne Routine-Ultraschall, Die Hebamme 2007; 20: 190–197

Meine Frauenärztin hat dann gestern auch noch wesentlich entspannter und positiver auf meinen Wunsch reagiert als ich erwartet hätte. Sie war etwas überrumpelt, wollte meine Gründe wissen und hat mir dann nur noch ans Herz gelegt etwaige Symptome einer Eileiterschwangerschaft ernst zu nehmen und nicht zu zögern zu ihr oder ins Krankenhaus zu fahren. Dann hat sie mir zu einer Hebamme geraten die vielleicht mit dem Fetal-Doppler ein paar Herztöne erhaschen kann und das sie sich freuen würde wenn wir uns dann bei ihr melden würden. (Ich war vor der Behandlung so nervös wie sie reagieren wird und mich wohl möglich als verantwortungslos oder verrückt abstempelt und dann war sie so super lieb :))
Ich fühle mich auf jeden Fall sehr wohl mit meiner Entscheidung und würde mir wünschen das sich mehr Frauen (und Männer) über die möglichen Risiken des „Baby-Watching“ informieren würden (ein so betiteltes „Paket“ kann man bei meiner Frauenärztin buchen) und wieder mehr vertrauen in sich selbst schöpfen.

Dir wünsche ich auch alles gute für deine restliche Schwangerschaft und macht weiter so!! Ich liebe deinen Blog 🙂 Grüße Anna

Antworten
katja 13. Januar 2017 - 00:15

wir waren in unserem umfeld auch die einzigen die es nicht gewußt haben , mittlerweile habe ich es noch von zwei andere frauen gehört .
im nachhinein bin ich auf jedenfall sehr froh das wir es so gemacht haben.
schon während der schwangerschaft war das einfühlen und rätseln sehr schön , wann hat man sonst die möglichkeit sich so überaschen zu lassen .
und das ich mich einfach mit dem wesen in mir beschäftigen konnte ohne das sich eine rosa/blau erwartung darüber legt war auch gut.
entscheidend aber war der moment nach der geburt.
ich denke heute mit vielen negativen gefühlen an die geburt ,ich habe ein großes versagensgefühl (aus einer geburtshausgeburt ist eine krankenhaus-saugglocken-entbindung geworden ).
weil ich es so wollte ,weil ich keinen weg gefunden habe mit den schmerzen umzugehen .
und in dieser traurigen erinnerung leuchtet für mich als schönster augenblick der moment heraus , als die hebamme meinen mann aufgefordert hat nachzusehn was es ist , das baby das da auf meinem bauch liegt von einem handtuch zugedeckt . er hat vorsichtig das handtuch ein bischen hochgehoben , wir haben beide hingesehen und gemeinsam das erste mal unser kind gesehen . ..dann hat er verkündet : ein mädchen!
für mich war das unser erster intimer moment zu dritt , von dem ich heut noch berührt bin.
und ich hatte das gefühl, daß das auch für alle anderen (hebamme, ärztin,kinderärztin ) irgendwie schön und freudvoll war.

Antworten
Alessandra 12. Januar 2017 - 20:16

Ich finde es auch immer wieder schön zu hören, wenn Eltern sich überraschen lassen. Beim ersten Kind war ich von vornherein sicher, dass es ein Mädchen wird. Witzigerweise hatten wir sofort einen Jungsnamen und haben bis in den Kreißsaal über den Mädchen-Namen diskutiert. So war ich dann auch gar nicht überrascht, dass es tatsächlich ein Mädchen war.
Beim zweiten war ich mir nicht sicher was es wird und wir waren dann beide sehr überrascht, dass es ein Junge geworden ist. 🙂 Aber beide Male habe ich dieses Gefühl genossen, die Gewissheit bis zum Ende aufgehoben zu haben und es mit eigenen Augen sehen zu können.

Antworten
KriMaEm 11. Januar 2017 - 20:11

Es ist schön mal von jemandem zu lesen, der sich auch (sogar beim zweiten… und dritten und vierten) vom Geschlecht überraschen lässt. N meinem Umfeld gibt’s eher Unverständnis. Beim ersten war es noch verständlich – das Geschlecht entschied über den Familiennachnamen (Junge, der des Vaters, Mädchen meiner), aber beim Zweiten schütteln sie fast alle nur den Kopf. (Witzigerweise meine Frauenärztin findet das richtig gut).

Antworten
Anja 11. Januar 2017 - 21:35

Als Hebamme finde ich es ja auch immer schön, wenn Eltern sich überraschen lassen und dann nach der Geburt selbst nachsehen, was es jetzt ist. Das ist noch mal so ein ganz besonderer Moment nach der Geburt 🙂

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Nanne 12. Januar 2017 - 19:58

Das stimmt Anja, da hab ich vorher nie drüber nachgedacht! Jetzt denk ich grad, ach gut, dass wir es schon vorher wussten, und den Ultraschallmoment hatten. Das war nämlich auch schön und bei mir hat es die Verbundenheit zu meinem Kind in der Schwangerschaft gestärkt, weil ich ihn mit Namen angesprochen habe und das schön war. Ich hatte nämlich ne blöde Geburt und Kaiserschnitt mit Vollnarkose und Kind in der Kinderklinik (nur für einen Tag,).
Doof finde ich aber grundsätzlich, wenn die Entscheidung der Eltern abgewertet wird. Aber so ist es ja leider so oft.
LG Nanne

Antworten
Anja 12. Januar 2017 - 20:30

Liebe Nanne,

das kann ich gut verstehen, dass es im Nachhinein gut war, dass es diesen Moment schon vorher für Euch gab und vor allem gut, dass das geschallte Geschlecht auch stimmte. Meine Kollegin hat mal eine Frau betreut, die sich die ganze Schwangerschaft mehrfach durch Ultraschall bestätigt auf eine Tochter freute und alles an Babyausstattung auch darauf ausgerichtet hatte. Unter der Geburt musste dann leider ein sekundärer Kaiserschnitt in Vollnarkose gemacht werden. Das Baby war kein Mädchen, sondern ein Junge. Für die Frau, war es sehr schwierig, ihren Sohn anzunehmen. Lange hatte sie auch das Gefühl, Ihr Kind sei vertauscht worden. Das war eine wirklich schwere Situation, die sich therapeutisch begleitet letztlich doch noch zu einer guten Mutter-Kind-Bindung entwickelte.

Liebe Grüße,

Anja

Antworten
Nanne 25. Januar 2017 - 23:55

Liebe Anja,
Das ist wirklich schlimm!!! Ich hatte zwar selbst den Penis erkannt, war aber trotzdem auch drauf eingestellt, dass es noch ein Mädchen sein könnte. Weil man es eben öfter hört. Ich finde v.a. das Gefühl des Vertauscht sein so schlimm! Bei meinem Kind war es so, dass ich beim Halten dann festgestellt hab, dass ich immer seinen Rücken gestreichelt habe. Den habe ich überraschenderweise sofort wieder erkannt und klar die Verbindung gehabt, das ist mein Baby. Dabei haben sie im Krankenhaus vergessen ihn zu markieren, was erst zwei Tage später aufgefallen ist. Das war für mich überhaupt nach der nicht so toll verlaufenden Geburt und dem aber fast gesunden Kind das größte Geschenk gewesen. Ich hab nie begriffen, wo was ihm Bauch liegt und was ich fühle, während man ja manchmal von Außen sogar Füße etc. erkennt.
Du hast mich jetzt echt nochmal zum Nachdenken gebracht wie ich es in einer nächsten Schwangerschaft machen würde. aber das dauert noch!
Ich wünsch dir noch alles Gute für die restliche Schwangerschaft! Toller Blog, hab gerade nach Tipps zum (langsamen) Anstillen gesucht, danke für dein Schreiben!
Nanne

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