Meine Schwangerschaft: der siebte Monat

von Anja

Der siebte Monat ging durch die Zeit rund um Weihnachten gefühlt am schnellsten vorbei. Zwischen Kekse backen und der ganzen Feierei rund um das Jahresende verflogen die Schwangerschaftswochen 25. bis 28. einfach so. Wenn sich das Baby nicht zunehmend immer mehr Raum mit seinen Bewegungen einfordern würde, hätte ich an manchen Tagen fast vergessen, schwanger zu sein.

Noch ist der Bauch auch nicht so groß, dass die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt wäre. Und auch Hebammen- oder Arzttermine fallen keine in diese Zeit. Dafür gönne ich mir einen Termin bei der Schwangerenmassage. Mittels spezieller Polster kann man auf der Massagebank in Bauchlage liegen. Ich weiß gar nicht, ob mich allein dieser Umstand so sehr entspannt oder die Massage selbst. Auf jeden Fall tut es sehr, sehr gut – und ich buche mir für den nächsten Monat gleich einen weiteren festen Massagetermin. Ansonsten schiebt man das mit der Selbstfürsorge ja gerne mal vor sich her.

Auch der wöchentliche Yogatermin tut einfach gut und rückt stundenweise die Schwangerschaft wieder ein bisschen in den Fokus. Schon beim zweiten und dritten Kind war ich immer ein bisschen „neidisch“ auf die Tatsache, dass man beim ersten Mal einfach mehr Zeit und Raum zum Schwangersein hat. Auch die Partner sind meist noch etwas aufmerksamer bzw. nimmt man sich als Paar wohl einfach mehr Zeit dafür. Wirklich tauschen möchte ich trotzdem nicht, weil man beim ersten Kind auch oft schneller verunsichert war und damit letztlich doch vieles gar nicht so entspannt und harmonisch, wie ich es jetzt vielleicht phantasiere.

Vorbereitung aufs „emotionale Chaos“ unmöglich

Auch für die Zeit nach der Geburt hat man bei jedem weiteren Kind eine realistischere Vorstellung, was einen so erwarten wird. Diese hatte ich zwar aus Hebammensicht auch beim ersten Kind – allerdings eben nur rein theoretisch. Auf das ganze „emotionale Chaos“ kann man sich doch nicht so wirklich vorbereiten. Wir wissen jetzt zwar auch nicht so ganz genau, wie das alles genau werden wird nach der Geburt, weil einfach jedes Baby auch anders ist. Aber zumindest planen wir Chaos und anfängliche Überforderungen großzügig mit ein und versuchen, nicht noch zu viele andere Baustellen gleichzeitig zu haben.

Auch deshalb steigt jetzt natürlich der Druck, einige Projekte und unter anderem die Abgabe von zwei Büchern vorher zu erledigen. Mit müdem Stillkopf und den unmittelbaren Bedürfnissen unseres Babys aber auch denen der anderen drei Kinder konfrontiert, wird erst mal wenig Raum für andere Dinge bleiben. Und wenn tatsächlich doch die große Langeweile im Wochenbett auftreten sollte, gäbe es sicherlich immer noch genug zu tun. Dann bekommt das dritte Kind auch endlich mal ein Fotoalbum mit eingeklebten Bildern.

Im siebten Monat beginnen wir auch mit ein paar Streich- und Umbauprojekten hier zu Hause. Die standen unabhängig von unserem vierten Kind ohnehin an. Doch natürlich ist die Motivation gleich etwas höher, Dinge zu erledigen. Denn nein: Umziehen werden wir nicht. Das ist übrigens die häufigste Frage in Bezug auf unser viertes Kind. Ist ja irgendwie auch naheliegend, aber wer die Berliner Immobilien- und Mietpreise kennt, weiß eigentlich sofort, dass es Unsinn wäre, zu Gunsten von vielleicht zwanzig Quadratmetern mehr die bisherige Miete zu verdoppeln. Nein, wir bleiben und nutzen den Platz und die große Deckenhöhe der Altbauwohnung aus.

Die Vorfreude steigt

Die Mädchen teilen sich weiterhin ein Zimmer, dass wir aber räumlich sehr deutlich getrennt haben. So kollidiert das Ordnungsbedürfnis der einen Schwester nicht mehr so mit dem der anderen Schwester nach möglichst viel kreativem Chaos. Die Anschaffungen fürs Baby werden zum Glück mit jedem Kind weniger. Aber perspektivisch brauchen wir dringend noch einen weiteren großen Topf, weil die Mengen, die man so kocht, einfach immer größer werden. Aber bis das Baby auch mitessen wird, vergeht ja noch etwas Zeit. Einen Wickeltisch hingegen haben wir nur beim ersten Kind „gebraucht“, genauso wie einen nie genutzten Stubenwagen und so einige andere im Nachhinein betrachtet nicht notwendige Dinge.

Aber ich weiß noch, wie wir uns über diese Anschaffungen auch gefreut haben, weil sie die Babyzeit einfach greifbarer gemacht haben. Jetzt sind es nicht mehr Dinge, die unsere Vorfreude steigern, sondern die vielen schönen Erinnerungen an die letzten drei Babyzeiten. Daran, wie gut so ein Baby riecht. Wie schön es ist, wenn es einem auf der Brust liegend einschläft. Wie verzückt man ist, wenn die Geschwister es im Arm halten und man die nicht zu verhindernden Streitereien in ein paar Jahren komplett verdrängt. Das erste Babylächeln und noch vieles mehr.

Auch wenn man von äußerlichen Vorbereitungen vielleicht noch nicht viel sieht, merke ich allerdings, dass meine innere Vorbereitung und die Vorfreude immer konkreter und größer werden.

Wer mehr von dieser Schwangerschaft lesen will:
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2 Kommentare

MamaBlume 25. Januar 2017 - 10:02

Liebe Anja, ich danke Dir für den Satz des Tages >Auch wenn man von äußerlichen Vorbereitungen vielleicht noch nicht viel sieht, merke ich allerdings, dass meine innere Vorbereitung und die Vorfreude immer konkreter und größer werden.<<

Das stimmt, da ist was dran. Das ist bei mir (28. SSW, 3. Kind) grad exakt genauso.  
Wir haben zwar aus praktischen Gründen neue Möbel kaufen müssen aber sonst sieht man hier äußerlich noch garnicht, dass in drei Monaten unser Baby einziehen wird.

Die vergangenen Monate waren leider wirkilch davon geprägt, dass meine Schwangerschaft eher so nebenbei läuft, das hat mich schon manchmal sehr gestört und an mir zweifeln lassen aber jetzt ist der Bauch so groß und die Kindsbewegungen so stark, dass man es nicht mehr verdrängen kann und obwohl ich mich vom ersten Test an auf die Kleine gefreut hab, kam das irgendwie nie so richtig im Kopf an. Das kommt jetzt so langsam. Endlich :)  Ich freu mich   <3

Meinen Respekt übrigens, dass Ihr Euch das mutmaßliche Geschlecht nciht verraten lasst 🙂 Ich war mal wieder viel zu neugierig und konnte das Outing kaum abwarten.. 😉

Beste Grüße, Mama Blume

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Katrin 25. Januar 2017 - 09:59

„Jetzt sind es nicht mehr Dinge, die unsere Vorfreude steigern, sondern die vielen schönen Erinnerungen an die letzten drei Babyzeiten. “ – oh, wie mir das gerade aus dem Herzen spricht! Danke!!! Wir erwarten im Sommer Nummer 3, und schon jetzt kann ich gar nicht oft genug Babyfotos anschauen und in Gedanken „fühlen“, wie dieser kleine Mensch an meinen Bauch gekuschelt getragen wird. Und ich bin noch viiiiiel ungeduldiger als bei den Großen, diesen kleinen Menschen endlich kennen lernen zu dürfen <3

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