Meine Schwangerschaft: der vierte Monat

von Anja

Pünktlich mit dem Beginn des vierten Monats, der von der 13. bis zur 16. Schwangerschaftswoche geht, lässt auch die Übelkeit jeden Tag ein bisschen mehr nach. Das Timing ist ziemlich gut, denn es stehen doch recht arbeitsintensive Wochen mit vielen Vorträgen und damit verbundener Rumreiserei an. Auch die Müdigkeit ist nicht mehr so bleiern wie in den ersten Wochen. Müde bin ich jetzt vor allem, weil ich nachts so häufig auf die Toilette muss, seit ich auch wieder mehr trinken kann.

Ich merke einen richtigen kleinen Energieschub, der dafür sorgt, dass die liegengebliebene Arbeit nachgeholt werden kann. Bei Hausbesuchen jenseits der dritten Etage schnaufe ich trotzdem wie eine Dampflok, wenn ich mit dem Hebammenkoffer oben angekommen bin. Aber mein bisheriges Sportprogramm habe ich in den letzten zwei Monaten auch komplett vernachlässigt.

Auch deshalb nehme ich jetzt wohl relativ schnell zu, seit ich wieder essen kann. Aber auch in allen bisherigen Schwangerschaften habe ich am Anfang schneller und zum Ende hin dann doch recht langsam zugenommen. Aber manchmal denke ich trotzdem kurz über mögliche Zwillinge nach, wenn ich spüre, wie schnell der Bauch nun wächst und mir jeden Tag weniger Klamotten aus meinem Kleiderschrank passen.

Anamnese, Vorsorge, Blutentnahme

Aber eine meiner liebsten Freundinnen ist gerade kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes und versorgt mich jetzt schon mit ihren Schwangerschaftsjeans. Als ich mit unserem dritten Kind in der 14. Schwangerschaftswoche war, durfte ich sie bei der Geburt ihres zweiten Kindes begleiten. Ich erinnere mich noch gut an unsere gemeinsame Fahrt ins Geburtshaus, wo das Baby zehn Minuten nach der Ankunft geboren wurde. Und nun bin ich fast wieder in der gleichen Woche und darf sie bei der Hausgeburt ihres dritten Kindes begleiten. Ein wunderschöne, entspannte Geburt im Kreise der Familie – begleitet von der Hausgeburtshebamme, von der ich damals noch nicht wusste, dass sie auch mich begleiten wird.

Ungefähr in der 14. Schwangerschaftswoche habe ich den ersten Termin bei der Hebamme, die ich kurz nach dem positiven Test angefragt habe. Eine liebe Kollegin, die ich schon sehr viele Jahre kenne. Unser erster Termin dauert fast zweieinhalb Stunden, aber vor allem, weil wir uns privat so viel zu erzählen haben, da sie auch eine ganze Weile in England gearbeitet und studiert hat. Anamnese, Vorsorge, Blutentnahme und das Anlegen des Mutterpasses fanden natürlich trotzdem statt.

Ich fühle mich gut aufgehoben und auch ohne Übelkeit richtig schwanger, als meine Hebamme auch noch mal die Herztöne unseres Babys hört. Doch kurze Zeit nach unserem Termin erzählt sie wir, dass sie ab Januar wieder nach London gehen wird, weil sie dort kurzfristig eine sehr gute und passende Joboption hat. Aus kollegialer Sicht freue ich mich sehr für sie, als Schwangere bin ich schon ganz schön traurig, dass das nun nicht mit uns zusammen klappen wird.

„Gut versorgt“ in Sachen Hebamme

Aber da ich die gerade statt gefundene Geburt meiner Freundin als ganz wunderbar begleitet erlebt habe, frage ich schnell bei ihrer Hebamme an, ob sie noch Kapazitäten hat. Ich bin sehr erleichtert, als sie mir für nächstes Frühjahr eine Geburtsbegleitung zu Hause oder im Bedarfsfall in der Klinik zusagen kann. Sie arbeitet im Team mit einer Kollegin, die ich bisher nicht kenne, aber genug Gutes von meiner Freundin gehört hatte.

Ich bin erleichtert, dass ich nun in Sachen Hebamme wieder „gut versorgt“ bin. In Berlin geht das alles zum Glück noch, in manch anderer Region gibt es nur noch eine oder gar keine Hebamme mehr, die Haus- oder Beleggeburten betreut. Und ich habe die Hebammenbegleitung bei allen Kindern immer sehr geschätzt und hätte mir auch für das vierte Kind keine Alternative vorstellen können.

Einen ersten Ultraschalltermin habe ich für die 21. Schwangerschaftswoche mittlerweile auch vereinbart bei meiner zum Glück sehr entspannten Frauenärztin, die kein Problem mit gleichzeitiger Hebammenbetreuung hat. Beim letzten Kind war ich in einer anderen Praxis, in der ich doch immer wieder überflüssige Diskussionen bezüglich unsinniger CTG-Kontrollen und auch zu anderen Punkten führen musste. Darauf hatte ich diesmal keine Lust und bin deshalb wieder zu der Ärztin zurück, die ich auch von den Schwangerschaften davor kannte und schätzte.

Da spüre ich zum ersten Mal unser Baby

Ungefähr in der 15. Woche vermute ich das erste Mal Kindsbewegungen zu spüren, bin mir aber nicht ganz sicher. In der 15+6. Schwangerschaftswoche spüre ich dann aber ganz sicher zum ersten Mal unser Baby. Da es sich ein bisschen anders anfühlt als bei den drei Kindern davor, vermute ich, dass die Plazenta an der Vorderwand liegt. Die ersten noch ganz zarten Kindsbewegungen sind immer wieder ein so bewegender Moment – ganz egal, wie oft man das schon erlebt hat.

Es intensiviert auch sofort noch mal das Gefühl zu diesem kleinen Menschen da im Bauch. Schade nur, dass es Christian und die Kinder noch nicht spüren können, aber so gibt es in einer Schwangerschaft immer wieder die kleinen und großen Dinge, auf die man sich noch freuen kann.

Auf dem Attachment Parenting-Kongress in Hamburg, auf dem ich einen Vortrag zum Thema Beikost halte, werde ich mehrfach auf die Schwangerschaft angesprochen – trotz dem etwas weiteren Vortragskleid. Mit meinem Baby im Bauch geht es in diesen Wochen auch nach Luzern, wo ich ebenfalls einen Vortrag halte. Irgendwie ist es ein schönes Gefühl unterwegs zu sein und ein neues kleines Mitglied unserer Familie immer mit dabei zu haben. Ich bin wirklich glücklich, mir geht körperlich gut und damit bin ich wohl so richtig im zweiten Schwangerschaftsdrittel angekommen, der „Phase des Wohlbefindens“.

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2 Kommentare

Sophie (Kinder haben ...und glücklich leben!) 27. Dezember 2016 - 12:04

Ach das klingt schön! Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Bei mir fängt der 4. Monate gerade an und es geht mir immer noch furchtbar – viel schlimmer als in der ersten Schwangerschaft. Ich weiß ja, dass es sicher bald besser wird. Trotzdem zähle ich die Tage und bin gerade gar nicht gerne schwanger. 😉 Alles Gute dir weiterhin!

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Melanie Schiffmann 2. Januar 2017 - 13:22

Das kenne ich zu gut, bei meiner 1. ging es wirklich bis zum 7. Monat ohne Probleme. In der 2. gingen die Beschwerden schon ab dem 3. Monat los und zogen sich auch bis zur Geburt. Liebe Grüße (:

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