Hausgeburt, Badezimmer

Meine Schwangerschaft: Die Hausgeburt

von Anja

Über die intensive Wartezeit nach dem vorzeitigen Blasensprung unter engmaschiger Begleitung durch unsere Hebammen habe ich an dieser Stelle schon geschrieben. In der 40. Schwangerschaftswoche besprechen wir zusammen mit unseren Hebammen, morgens meinem mittlerweile doch recht geburtsbereiten Körper einen kleinen Anschubser in Form eines Wehencocktails zu geben – bestehend aus Mandelmus, Aprikosensaft und einem Esslöffel Rhizinusöl. Da der morgige Tag ein Sonntag ist, besorgen wir alles Nötige für den „Zaubertrank“ bereits am Samstag. Und scheinbar hat bereits der Einkauf der Zutaten eine Wehen anregende Wirkung, denn nachts spüre ich erste „echte“ Wehen, von denen ich wach werde und die ich auch schon etwas veratmen muss. Die Abstände sind noch groß und unregelmäßig, aber definitiv tut sich etwas mehr als in den vergangenen drei Wochen. Das Fruchtwasser läuft weiter und eine leichte Zeichnungsblutung als Hinweis auf einen sich wahrscheinlich bereits etwas öffnenden Muttermund habe ich auch.

Am nächsten Morgen mixe ich mir nach dem Frühstück den Wehencocktail an. Auch wenn dafür etliche Rezepte im Umlauf sind, sollten diese nicht ohne Geburtsbegleitung zum Beispiel durch die betreuende Hebamme angewendet werden, weil sie in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen sind. Das Rezept meiner Hebammen sieht vor, dass ich den Cocktail mit einem Esslöffel Rhizinusöl als primären Wirkstoff in drei Portionen zu mir nehme. Dazwischen ist jeweils eine Stunde Pause geplant, in der ich erst spazieren und dann in die Badewanne gehen soll und mich nach der dritten Gabe dann noch mal hinlegen soll. Ungefähr nach sechs bis acht Stunden sei mit einer Wirkung zu rechnen. Doch so lange sollte das alles gar nicht mehr dauern.

Da ich müde bin von der unruhigen Nacht, lege ich mich erst noch mal hin, bevor ich dann um 11 statt um 10 Uhr das erste Gläschen trinken werde. In den 40 Minuten Rumgedöse habe ich drei Wehen, die mich wecken und die ich veratmen muss. Sollte es also doch losgehen? Nochmal schlafen klappt also auch nicht so richtig und ich trinke meinen Cocktail. Dann geht es mit den Kindern wie besprochen raus zu einem Spaziergang. Und prompt habe ich keine einzige Wehe mehr. Fast schon etwas genervt „renne“ ich durch den kleinen Park in der Nähe, aber nichts tut sich. Die Sonne scheint und der kleine Sohn ist heute besonders anhänglich und kuschelig, so als ob er ahnt, dass unser Baby bald kommen wird. Wir essen draußen noch etwas und sind gegen 13 Uhr wieder zu Hause – etwas später als geplant. Es läuft weiterhin reichlich Fruchtwasser. Ich bin bereit für den zweiten Cocktail, allerdings habe ich etwas Bedenken, danach in die Badewanne zu gehen. Die letzte Zeit habe ich ja wegen des Blasensprungs und der möglichen Infektionsgefahr auf Wannenbäder verzichtet. Und wenn unser Kind nun doch nicht heute kommt und die Warterei noch mehrere Tage dauert? Ich teile die Bedenken unserer Hebamme mit, die das Ganze wesentlich optimistischer sieht und vorschlägt vorbei zu kommen.

Unser Baby hat wohl andere Pläne

Ich trinke also die zweite Portion und wir warten auf die Hebamme, die recht bald auch da ist. Wir reden ein bisschen und in dieser Zeit muss ich mich immer wieder hinknien, auf dem Sofa abstützen und schon recht laut tönend alle fünf bis sechs Minuten eine Wehe veratmen. Aber als Wehe wird das Ganze nur von Christian und unserer Hebamme gesehen. Ich dementiere in den Pausen, dass das sicher noch nichts sei und es bestimmt noch ewig dauern würde. Nach den vielen Wartewochen bin ich wohl doch etwas durch den Wind, denn rückblickend waren das natürlich Wehen – sogar lange und kräftige. Trotzdem schicke ich unsere Hebamme nach Hause, denn es würde ja eh noch ewig dauern. Sie sagt, dass ich mich jederzeit melden soll.

Kurz nachdem sie aus dem Haus ist, kommen die Wehen schnell, in ein- bis zweiminütigen Abständen, so dass ich durchgehend vor dem Sofa knie und sie laut veratmen muss. Die Abstände sind zum Teil so kurz, dass eine Wehe in die nächste übergeht und es sich anfühlt, als ob eine davon alleine fünf Minuten dauert. Okay, jetzt fühlt es sich auch für mich eindeutig nach Geburt an. Christian organisiert die Abholung des Söhnchen durch unsere Freunde, bei der unsere kleinere Tochter bereits zum Spielen ist. Der Kleine findet die Rumweherei eher langweilig und freut sich auf seinen Freund. Die große Tochter möchte zu Hause bleiben. Alles stimmig so für mich.

Um 15 Uhr ruft Christian unsere Hebamme wieder an. Sie hatte sowieso damit gerechnet, dass wir uns schnell wieder melden, wird sie mir später erzählen. Gegen 15.20 Uhr ist sie bei uns. Die Wehen kommen weiter in sehr kurzen Abständen. Draußen und auch hier drin ist es ganz hell von der Frühlingssonne. Mir ist das zu hell und ich möchte ins Badezimmer wechseln. Das hat zwar auch zwei Fenster, aber irgendwie erscheint mir dieser Ort gerade am dunkelsten in der ganzen Wohnung. Eigentlich mag ich ja auch Geburten in der Nacht viel lieber, schimpfe ich vor mich hin. Aber unser Baby hat wohl ganz andere Pläne, was die Tageszeit angeht.

Etwas verzweifelt aufgrund der pausenlosen Wehen

Christian holt eine Yogamatte und ein paar Kissen ins Bad und ich veratme auf dem Boden kniend Wehe um Wehe. Eine Kerze hat er auch noch angezündet, aber davon bekomme ich gar nichts mehr mit. Die langen Wehen in so kurzen Abständen erfordern meine ganze Konzentration. Meist habe ich dabei die Augen geschlossen. So habe ich auch gar nicht bemerkt, dass gegen 15.45 Uhr unsere zweite Hebamme eingetroffen ist. Irgendwann zwischendurch sehe ich, dass jetzt beide Hebammen da sind und neben unserer Badewanne knien. Ich fühle mich sicher und gut aufgehoben hier an diesem Ort. Die Wehen sind trotzdem so viel heftiger als bei den anderen Geburten, einfach weil die Pausen dazwischen fehlen. Ich jammere zwischendurch, dass der Muttermund bestimmt trotzdem nur drei Zentimeter geöffnet sein wird. Meine Hebamme sagt: „Ich denke, sechs Zentimeter“. Im Nachhinein bin ich ziemlich sicher, dass ihre Einschätzung zu dem Zeitpunkt sehr realistisch war.

Gegen 16.30 Uhr erwischt mich die „Übergangsphase“ komplett und ich bin wirklich etwas verzweifelt aufgrund der pausenlosen Wehen. Meine Hebamme untersucht erstmalig und der Muttermund ist acht Zentimeter geöffnet. Anstatt mich zu freuen, denke ich: „Mist, da fehlen noch zwei.“ Ich frage nach Partusisten (einem wehenhemmenden Mittel), damit wir ins Krankenhaus fahren können und ich eine PDA bekommen kann. Die Hebamme sitzt ganz ruhig da und sagt: „Nö, wir fahren nirgendwo mehr hin.“ Also gut, weiter arbeiten und in die inzwischen eingelaufende Badewanne gehen- statt PDA. Das warme Wasser mit dem Wildrosen-Badezusatz tut gut, aber durch die Bewegung sind die Wehen gefühlt noch stärker geworden. Hypnobirthing klappt auch nicht mehr in dem Moment und ich verfluche innerlich alle Affirmationen und inneren Bilder von sich öffnenden Rosenblüten und Luftballons, die in die Höhe steigen und den Schmerz wegtragen sollen. Das hier ist echt anstrengend, es lässt sich nicht schönreden. Doch die Vorfreude auf unser Baby ist gerade der beste und einzige Antrieb.

Christian bekommt meine Verzweiflung auch kurz zu spüren, als er mir irgendwas nett gemeintes mit „entspannen“ sagen möchte. Ich blaffe ihn an: „Schnauze, hier reden nur Hebammen.“ Zum Glück hat er den für eine Geburt bisweilen erforderlichen Humor und lässt nur uns Hebammen reden, während ich ihm zwischendurch ganz schön doll die Hand zerdrücke. Beiden Hebammen sage ich nun, dass sie mir jetzt irgendwas aus ihrem Hebammenkoffer geben sollen, egal was. Ich bekomme ein paar Kügelchen – und das hilft. Zwischendurch trinke ich immer mal wieder einen Schluck kalte Cola – das tut ebenfalls so gut. Es sind oft die kleinen Dinge, die es besser machen.

„Hört auf, das Baby wieder reinzuschieben.“

Eine wirklich richtig gute Unterstützung ist das Zusammendrücken des Beckens durch meine Hebamme in jeder Wehe, nachdem ich sagte: „Ich hab das Gefühl, es sprengt mir das Becken“. Der Gegendruck hilft unglaublich gut. Die kurze, mir aber ewig vorkommende Verzweiflungsphase ebbt ab und ich werde wieder ruhiger und konzentrierter. Gegen 17 Uhr spüre ich, dass es anfängt nach unten zu drücken. Ich untersuche selbst und taste keinen Muttermund mehr, dafür ein Köpfchen mit Haaren. Nun dauert es also wirklich nicht mehr lange, bis unser Baby kommt – was für ein Motivationsschub. Ich möchte nun aus der Wanne raus, weil mir der Platz hier drin irgendwie zu eng erscheint.

Unsere Hebamme hört nochmal die Herztöne des Babys ab – alles bestens. Ich schiebe nach Gefühl mit und das Köpfchen kommt auf dem Beckenboden an. Kurz darauf wird es geboren. Sofort dreht unser Baby seine Schultern, was ich aber zu dem Zeitpunkt nicht so richtig mitbekomme. Es fühlt sich an, als ob der Kopf wieder zurück geschoben wird. Ich meckere die Hebammen an: „Hört auf, das Baby wieder reinzuschieben.“ Beide versichern mir, nicht mal die Hände am Köpfchen zu haben und überhaupt, warum sollte jemand das Baby wieder reinschieben wollen. Später müssen wir doch ziemlich lachen über diesen Moment. Unser Baby fängt derweil schon an zu schreien, bereits bevor es ganz geboren ist. Noch eine kurze Wehe und um 17.20 Uhr ist es ist wirklich da.

Ich nehme das kleine Menschlein auf den Arm und sage immer wieder zu Christian: „Es ist schon da“ – obwohl sich alles doch gerade noch für mich anfühlte, als ob es ewig dauern würde. Wir begrüßen überglücklich unser Baby und auch unsere große Tochter kommt dazu ihr Geschwisterchen begrüßen. Wir schauen nach, was es ist. Ein Mädchen, wie wundervoll. Also hat mein Gefühl aus den letzten Schwangerschaftswochen doch gestimmt. Mit großen Augen schaut sie uns an. Und wir sie. Das Gefühl, was man als Eltern hat, wenn man sein gerade geborenes Baby im Arm hält, lässt sich mit Worten einfach nicht beschreiben. Darum versuche ich es gar nicht erst. Sechs Minuten nach der letztlich doch recht schnellen Geburt kommt auch schon die Placenta- noch verbunden mit unserem Kind. Etwas später nabelt Christian das Baby dann zusammen mit der großen Tochter ab.

Wie selbstverständlich und gleichzeitig besonders das alles gerade ist

Unsere Große ruft die anderen Geschwister an und unser Freund macht sich sofort auf den Weg zu uns mit ihnen. Wir bestaunen unsere kleine Tochter und versuchen das gerade Geschehene zu begreifen. Doch auch beim vierten Kind ist und bleibt es ein Wunder, dass da plötzlich ein fertiger kleiner Mensch im Arm liegt. Hier in unserem Badezimmer, wo heute morgen noch die andern drei Kinder beim Zähneputzen am Waschbecken standen.

Da ich kaum Blut verloren habe, geht es mir vom Kreislauf her sehr gut und ich „hüpfe“ schnell unter die Dusche, nachdem wir das Badewasser heraus gelassen haben. Nach den anderen Geburten war mir ja immer etwas schwindelig. Christian hält unsere kleine Tochter auf dem Arm und ich gehe ins Wohnzimmer, wo ich mich gemütlich auf unser Sofa lege. Die Kleine kommt zu mir auf den Bauch zurück und schon bald fängt sie an zu suchen und dann zu stillen. Wir staunen weiter, wie selbstverständlich und gleichzeitig besonders das alles gerade ist.

Ungefähr eine halbe Stunde nach der Geburt sind auch die anderen beiden Geschwister da und staunen mit uns. Jetzt sind wir zu sechst – wow. Christian räumt mit den Hebammen im Bad etwas auf – viel ist nicht zu tun. Und er kippt den restlichen Wehencocktail weg – den brauchen wir ja jetzt nicht mehr. Geburtsverletzungen müssen keine versorgt werden und die U1 unseres Babys führt unsere Hebamme neben mir auf dem Sofa durch. Zusammen mit den Kindern und unseren Hebammen stoßen wir auf die Geburt an. Wir sind glücklich und sehr dankbar für diesen schönen und unkomplizierten Start ins Leben. Und auch dankbar für die großartige Arbeit unserer beiden Hebammen. Nun ist unser Baby da, alles ist gut und das Wochenbett kann beginnen.

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15 Kommentare

Katharina 17. August 2017 - 09:47

Diesen Moment, dass man Wehenhemmer möchte, um ins KH zu fahren, und eine PDA zu kriegen, hatte ich auch – leider führte er zum Abbruch einer an sich tollen Hausgeburt. Im Mai kam unser erstes Kind zur Welt. Ich hatte mich sehr auf die Geburt gefreut, und zunächst lief es auch wunderbar – obwohl von den ersten „echten“ Wehen bis zum Blasensprung 20 Stunden vergingen, war es für mich gut machbar, und ich genoss die Zeit sogar. Nach dem Blasensprung wurde es dann rasch sehr intensiv, aber mit viel animalischem Gebrüll und Positionswechseln kam ich weiterhin damit zurecht. Als ich nach 24 h Wehen das Gefühl hatte, keine Strategie mehr zu finden, um mit dem weiter steigenden Schmerzlevel umgehen zu können, und die Tastuntersuchung einen „nur“ 6-7 cm geöffneten Muttermund ergab, überfiel mich Verzweiflung und Panik. Die Schmerzen überrollten mich, ich wand mich nur noch, und als ich meiner Hebamme um den Hals fiel, und sie anflehte, „mach was“, erwiderte sie: „was soll ich denn machen?“ Da ging es mit mir durch, ich lief nur im befleckten Nachthemd los, und befahl meinem Mann, mich ins KH zu fahren. Ich wollte nur noch, dass es vorbei ist. Dort angekommen, dauerte das „Vorweg-Prozedere“ mit Blut abnehmen, CTG etc. 1,5 h – bis dahin war der Muttermund vollständig geöffnet, und unsere Tochter sauste aus mir heraus, ohne dass ich es hätte aufhalten können. Ich bin sehr traurig darüber, dass ich von der Hebamme weder seelisch, noch körperlich unterstützt und zum Durchhalten animiert wurde, und mein Wunsch der Hausgeburt nicht wahr wurde. Stattdessen erlebten meine Tochter und ich im Krankenhaus genau das, was ich befürchtet hatte, und weshalb ich nicht dort hatte entbinden wollen.

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Mama Blume 22. Mai 2017 - 15:54

Liebe Anja, lieber Christian.

es beruhigt mich ja, dass auch Hebammen unter ihren Geburten nicht mehr so „locker und gelassen“ bleiben. Genau vier Wochen nach der Geburt Eures Babymädchens hatte ich nämlich die selben Gedanken und Gefühle ^^ „Upss.. die Hebamme will mich hier behalten weil sie sagt, dass die Geburt losgegangen ist.. Das weiß ICH aber besser!“ „Hypnobirth ist bestimmt toll. Wenn es denn funktioniert..!“ (nach 7 Stunden Wehen) Hebamme: „7 cm hast Du jetzt schon geschafft!“ Und ich denk so still bei mir „ERST?????“

Nur das mit dem „reinschieben“.. das hat meine Hebamme dann tatsächlich machen müssen 😉 Naja, nicht ganz. Sie hat die Hand vor den Kopf gehalten, damit er nicht so schnell geboren wird und derweil hektisch nach dem Arzt telefoniert (der es dann trotzdem nicht geschafft hat ^_^).

Ich freu mich sehr, dass Eure Geburt so schön war <3 und gratuliere nachträglich noch mal recht herzlich zur Ankunft der Kleinen 🙂 Und meinen Respekt.. für mich war es jetzt das dritte Kind. Ein Viertes kommt für mich definitiv nicht mehr infrage, trotz der Traumgeburt, die auch ich erleben durfte.
Herzliche Grüße, Mama Blume

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Elisabeth Schneider-Kessler Heilpraktikerin,Geburtshelferin 6. Mai 2017 - 23:19

4 Stunden daran gearbeitet, um 3.15h abgeschickt- wo ist er geblieben???Dsanke für die Nachricht

Elisabeth Schneider Kessler

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Anja 7. Mai 2017 - 10:33

Liebe Elisabeth,

ich habe gestern einen langen Kommentar von Dir freigeschaltet unter dem Beitrag , in dem es darum ging, warum keiner mehr Hebamme werden möchte. Meintest Du diesen? Ansonsten wird hier nichts weiter angezeigt, habe auch noch mal im Spamordner und Papierkorb geschaut. Ich hoffe , es ist nichts verloren gegangen .

Liebe Grüße ,

Anja

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Pja 5. Mai 2017 - 12:28

Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht! Überhaupt finde ich euren Blog ganz toll!
Ich hätte so viele Fragen an dich als Frau, Hebamme und Mutter. Beschränke mich mal auf zwei:
1. Wie hast Du diese Geburt in Vergleich zu Deinen vorhergehenden erlebt? In puncto Schmerz, Schmerzbewältigung, Geburtsbegleitung…
2. In meinem Umfeld höre ich immer wieder den Anspruch von Frauen, quasi schmerzfrei zu gebären – etwa durch Hypnobirthing oder aufgrund eines guten Körperbewusstseins. Ich frage mich, was Du als Hebamme und geburtserfahrene Frau dazu sagst. Ist das ein Anspruch, der unrealistisch ist und daher viele Frauen enttäuschen muss? Oder ist das durchaus anstrebenswert und mittels gewisser Methoden erreichbar?
Danke und alles Gute für Dich und Deine Familie Pia

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Anja 8. Mai 2017 - 18:32

Liebe Pja,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Ich habe mir überlegt zu Deinen interessanten Fragen noch mal einen eigenen Blogbeitrag zu machen, weil das ja im Kontext Hypnobirthing immer wieder mal als Frage auftaucht. Ich denke/hoffe, der wird diese Woche noch fertig:)

Liebe Grüße,

Anja

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Frl. NullZwo 4. Mai 2017 - 09:00

Wie wundervoll!
Und wirklich immer wieder ein Wunder ❤

Antworten
Christine 3. Mai 2017 - 19:41

Wie wunder-voll

Antworten
Christine 3. Mai 2017 - 19:42

Ach, das Herzchen fehlt <3

Antworten
Frische Brise 3. Mai 2017 - 16:25

Hach, gut gemacht!

Und an das Schimpfen kann ich mich auch noch erinnern 😉

Antworten
Myriam 3. Mai 2017 - 09:28

Danke für den schönen Bericht. Ich glaube, mir musste meine Hebamme auch mehrmals versichern, dass sie den Kopf nicht wieder rein drückt.
Mich würde interessieren, wie sehr man kämpfen muss, damit das Baby noch so viel Zeit nach dem Blasensprung, ob die Hausgeburt auch einer fachfremden Frau mit entsprechenden Werten noch ermöglicht wird.

Antworten
Anja 3. Mai 2017 - 09:51

Liebe Myriam,

hihi, verrückt was man so alles denkt (oder nicht mehr denk) unter der Geburt.
Deine Frage habe ich mir auch schon gestellt… Ausschlusskriterium für die Hausgeburt ist der Verdacht auf ein Amnioninfektionssyndrom, nicht der vorzeitige Blasensprung selbst. Die Werte haben bei mir ja nie einen Hinweis darauf gegeben. Wäre dem so gewesen, wären wir natürlich in die Klinik gegangen und hätten da entsprechend auch früher eingeleitet.
Glückliche Umstände waren hier sicher auch, dass meine Hebammen im Team arbeiten. Eine Hebamme alleine hätte wahrscheinlich die tägliche ja auch zeitintensive Überwachung vielleicht gar nicht leisten können. Auch der Umstand, dass beide als Beleghebammen jederzeit von der HG in die Klinikgeburt wechseln könnten, war sicher günstig.
Unser „Fall“ lässt sich sicher nicht auf andere Situationen einfach übertragen, aber generell ist es immer gut, gemeinsam mit Hebamme und Eltern eine individuelle Entscheidung zu treffen, die für alle tragbar und sicher ist.
Leider sind nur durch den Wegfall der Hebammen überall die Möglichkeiten da mehr und mehr eingeschränkt.
Auch dass in den Kliniken primär nach Leitlinien und etwas weniger individuell gehandelt werden kann, ist natürlich aufgrund der Umstände und des meist vorhandenen Personalmangels nachvollziehbar.
Generell müssen wir wohl alle dafür kämpfen, dass die Versorgung und damit auch die Entscheidungsmöglichkeiten für alle Frauen wieder besser werden.

Liebe Grüße,

Anja

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Myriam 10. Mai 2017 - 09:52

Liebe Anja,
Danke für die ausführliche Antwort. Ich weiß noch, dass ich mit meiner Hebamme das Szenario „Blasensprung ohne Wehen“ besprochen habe, dass sie gesagt hat, dass ich dann nach einer bestimmten Zeit ins Krankenhaus müsste, kann mich aber nicht erinnern, ob sie auch gesagt hat, dass dann auch definitiv eingeleitet werden müsste. Vielleicht bin ich auch einfach nur davon ausgegangen, dass es dann darauf hinaus laufen würde, und hätte mich dann damit abgefunden. Von daher ist es auch schön, hier von deinen Erfahrungen lesen zu können, zu lernen, dass es unter den richtigen Umständen auch die Möglichkeit des Abwartens gibt, so dass man wenn nötig aktiv danach fragen kann, sollte man selbst in eine ähnliche Situation kommen.

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Christina Baumann 3. Mai 2017 - 09:15

Vielen Dank für den Bericht! Ich musste lachen und weinen! Eine Geburt ist für mich immer wieder so ein wundervoller und emotionaler Moment, ich hatte bei einigen Geburten, bei denen ich dabei sein durfte, Tränen vor Rührung in den Augen.

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Anna 3. Mai 2017 - 08:56

So, so schön! Danke, dass Du Deinen Hausgeburtsbericht teilst. Es ist so natürlich, so selbstverständlich und gleichzeitig einfach magisch!

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