Minimalismus, Ausmisten, Reduktion

Minimalismus mit vier Kindern?

von Christian

Wir entfernen uns schon seit vielen Jahren langsam aber sicher vom großflächigen Konsum. Anfangs war das noch ein unmerklicher Prozess. Er war eher durch eine innere Verweigerung zu spüren, nicht mehr noch unbedingt dieses oder jenes Teil kaufen zu müssen. Mittlerweile hat die Sache Fahrt aufgenommen und wir haben in den letzten Jahren immer wieder aussortiert und uns von Dingen getrennt. Zweimal im Jahr machen wir schon lange Kinderflohmarkt, um nicht mehr benötigte Klamotten und Spielzeug loszuwerden. Minimalismus bezieht sich aber nicht nur auf Gegenstände. Auch der Terminkalender wird immer mehr reduziert und fokussiert. Denn gerade Zeit ist das wertvollste, was wir haben.

Einerseits hat das natürlich den Grund, dass wir in den letzten Jahren immer mehr Menschen geworden sind, die auf der gleichen verfügbaren Fläche leben wollen. Das ist nicht immer leicht, aber es geht für uns gut. Ich habe das Gefühl, dass wir aktuell mehr Platz zur Verfügung haben als vor drei Jahren. Und das, obwohl wir ja mittlerweile zu sechst sind.

Über die Jahre wurden hier Zimmer optimiert. Es wurde umgestellt, umgebaut, umarrangiert, wegrationalisiert. Statt mehr Stauraum anzuschaffen, wenn es eng wurde, haben wir dann angefangen, noch mal gründlich auszusortieren. Es war ein langer Prozess – und er ist es noch. Wir haben uns gestritten dabei, über vermeintliche und echte Lieblingsstücke. Übers Sammeln und Horten. Ich besaß mal zwei Regalmeter Schallplatten, von denen ich mich lange nicht trennen konnte. Allerdings war der tolle britische Riemen-Plattenspieler die letzten drei Jahre seiner Existenz bei mir nicht einmal angeschlossen. Ich haben die Sammlung langsam aufgelöst. Es fühlt sich bis heute erstaunlich okay an.

„Brauche ich das wirklich? Verbessert oder bereichert es mein Leben?“

In schöner Regelmäßigkeit räumen wir also immer wieder aus. Anja experimentiert gerne mit Möbeln und deren Plätzen. In den letzten Monaten haben wir ein komplettes, ziemlich großes Bücherregal ausgemustert. Beide haben wir uns von vielen Büchern getrennt. Viele davon hatte keiner von uns seit Jahren überhaupt einmal in der Hand. Wir haben sie verschenkt, verkauft und dem Bücherbaum vor Ort zukommen lassen. Es fühlt sich bis heute toll an, sachlich und emotional Platz geschaffen zu haben. Jedes Mal, wenn ich auf die nun frei gewordenen Fläche schaue, fühle ich mich innerlich ein Stück befreiter.

Außerdem ist das Aufräumen in den gesamten Wohnung wesentlich leichter geworden. Das ist auch dadurch bedingt, dass wir versuchen, für jede Sache einen festen Ort bzw. Platz zu haben. Denn was hier immer gerne für Chaos gesorgt hat und noch sorgt, sind letztlich jene Dinge, die nirgendwo so richtig hingehören und deshalb Ablagen, Schubladen oder den Fußboden zumüllen.

Die Kinder haben natürlich trotzdem noch reichlich Spielzeug, was wir ihnen auch nicht wegnehmen. Und so manches kommt auch dazu, weil sich zum Beispiel Interessen verändern. Aber schon seit geraumer Zeit versuchen wir den Kids zu erklären, wie das mit dem Kaufen ist. Sie sollen sich „einfach nur“ ein paar Fragen stellen vor der Anschaffung von irgendwelchen Dingen. „Brauche ich das wirklich? Verbessert oder bereichert es mein Leben?“ Und natürlich dürfen sich diese Frage auch die Eltern stellen. Außerdem ist es sinnvoll, im Zuge von Neuanschaffungen zu überlegen, was dafür nun wieder gehen darf.

Keine Konsumverweigerer, aber bewusster kaufen

Wir sind beileibe keine Konsumverweigerer, weder als Familie noch als Individuen. Ich freue mich dennoch darüber, dass die Familie mittlerweile nicht mehr hemmungslos Dinge schenkt und schickt, sondern vorher fragt, was benötigt wird. Oder gleich in Erlebnisse investiert mit den Kids. Auch das war streckenweise ein schwieriger Prozess für alle Beteiligten. Wir wollen an dieser Stelle übrigens niemandem aufdrücken, das weniger zwingend mehr ist. Aber wer sich vielleicht schon länger erdrückt fühlt von den vielen Sachen um ihn herum, dem hilft dieser Text vielleicht etwas weiter. Womöglich wird es ein Anfang, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und anders zu konsumieren. Wie gesagt: Ohne Konsum leben wir nicht. Aber wir kaufen mittlerweile sehr viel bewusster.

Wir versuchen, gute und qualitativ hochwertige Sachen zu kaufen. Es mag im ersten Moment schmerzen, viel Geld für eine Pfanne oder einen Handmixer ausgeben zu müssen. Aber es zahlt sich fast immer aus. Die Sachen halten länger, funktionieren besser oder man erfreut sich einfach mehr an ihnen. Entscheidend ist aber letztlich immer die Frage, ob wir etwas wirklich brauchen. Gerade im Küchenbereich neigt man schnell dazu, Dinge doppelt und dreifach anzuhäufen. Die doppelten Dinge durften alle nach und nach gehen. Und die Design-Küchenmaschine ist letztlich ebensowenig hier eingezogen wie der teure Kaffeeautomat. Einfach weil wir ganz persönlich wohl mehr die Mokkakännchen- und Handrührgeräte-Menschen sind.

Bei Kleidung schauen wir mittlerweile darauf, Lieblingsstücke erneut zu kaufen und in einem Farbspektrum zu bleiben. Und auch hier lieber ein wertiges Stück statt vieler günstiger zu kaufen. Ein teurer Pulli hält oft länger als das schnell gekaufte Shirt im Fastfashion-Laden. Bei den Kindern gelten hier etwas andere Regeln, einfach weil durch Wachstum und Belastung der Verschleiß viel höher ist. Dennoch haben die Kinder mittlerweile selbst erkannt, dass ihre billigen T-Shirts schnell breit mal hoch sind, während die teureren (meist im Sale gekauften) Teile auch nach Monaten noch gut in Form sind. Die können dann problemlos noch eine Generation vererbt oder auch auf dem Flohmarkt verkauft werden.

Und ja, es ist wirklich gruselig, dass wir uns in unserer Überflussgesellschaft Gedanken machen, wie wir gegen das „Zuviel“ arbeiten, während andere nicht mal das Nötigste haben. Man kann diese ganze Minimalismus-Idee sicherlich mit einer „Denen geht es wohl zu gut“-Phrase abtun. Aber sich keine Gedanken zu machen, verändert am Ende auch nichts.

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22 Kommentare

Jani | nochsoein.blog 26. November 2019 - 19:15

Ein wunderbarer Artikel. Ich möchte noch etwas von uns ergänzen:
Wir haben unsere Kleiderschrank auf eine Capsule Wardrobe reduziert. Ich zum Beispiel besitze für das ganze Jahr (inkl Jacken, Schuhe, Mütze etc) knapp 50 Teile für das ganze Jahr.

Wir kaufen Kleidung meist Second Hand oder in seltenen Fällen Fair Trade. Aber das auch nur, wenn etwas nicht mehr zu reparieren ist oder dringend benötigt wird.

Auch bei anderen Gegenständen schauen wir erst, ob wir es gebraucht bekommen können. Beispielsweise brauchten wir einen Einkochautomaten, weil wir einkochen und uns mehr selbstversorgen können. Wir haben zwar einen alten, aber extrem hochwertigen Automaten gefunden. Die Qualität von damals und heute ist kaum noch zu vergleichen. Insbesondere bei Elektrogeräten ist ja oft ein automatisches Verfallsdatum eingebaut…

Ansonsten kaufen wir nur, was wir brauchen. Und das klappt mit der Zeit immer besser.

Liebe Grüße,
Jani

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Lilly 11. Oktober 2019 - 09:10

Toll geschriebener Artikel mit vielen wahren und inspirierenden Gedanken. Auch ich habe meine Perspektive zu dem Thema in den letzten Jahre verändert. Zu oft ist mir aufgefallen wie ich eine Sache gekaufte habe und sie kurze Zeit später nicht mehr wertgeschätzt habe. Ergebnis waren volle Schränke und eine Reihe an Dingen, für die ich keinen Platz gefunden habe. Seitdem ich bewusste Kaufentscheidungen treffe, kann ich meine Besitz viel mehr wertschätzen.
Dein Artikel hat mich noch einmal darauf erinnert, diesen Weg weiterzugehen. Danke!
Liebe Grüße
Lilly

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Katy 5. August 2018 - 10:25

Ich habe gelesen ihr kauft im Sale. Das ist meist nicht hochwertige Kleidung die extra für den Sale produziert wurde. Wenn du ein bisschen recherchierst kommst du auf die Sale-Lüge. Alternativ wäre Second Hand, Flohmarkt, Tauschpartys, Online Plattformen wie Kleiderkreisel,-korb oder Verschenkmarkt zu nennen. Gerade bei Kinderkleidung verstehe ich einfach nicht warum man diese kauft. Das Kind wächst so schnell raus, dass sich ein Kauf nicht lohnt und unheimlich viel Müll, Elend und Umweltverschmutzung produziert. Es gibt so schöne und preiswerte Alternativen. Mamikreisel nicht zu vergessen. Und Verwandte, Freunde und Bekannte mit Kindern haben vlt auch etwas abzugeben. Die Sachen wurden ebenfalls meistens vielleicht drei mal getragen und oft befindet sich Markenkleidung darunter. Ich habe selbst beim Verschenkemarkt schon etliche Markenartikel von sehr hochwertigen Marken gefunden. Und wenn man dann die Sachen nicht mehr trägt kann man ebenso weiter verfahren.

Überlegt es euch bitte. Von den Schadstoffen die dadurch nicht an eure Kinder gelangen mal ganz abgesehen.

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Anja 5. August 2018 - 10:41

Liebe Katy,

Danke für Deinen wichtigen Kommentar. Ich denke (oder hoffe) nicht, dass ökologisch und fair produzierende Firmen auch bei diesem Sale-Wahnsinn (hab auch darüber gelesen) mitmachen, trotzdem haben auch Firmen wie Armed Angels, Hess Natur , Engel… auch immer wieder Sale-Angebote, die dann deutlich günstiger sind, weil es vielleicht die Farben der Vorsaison sind. Flohmarkt (on- oder offline) finde ich auch prima und machen wir auch viel, aber wird tatsächlich für ältere Kinder schwieriger 🙁 Im Baby- und Kleinkindalter ist das super bzw gehen dann einfach die Sachen auch hier von Freundin zu Freundin weiter. Ab dem Teenie-Alter ist es schwieriger auch in Bezug auf die Größen 🙁 Das Kaufen von hochwertiger Kleidung führt zumindest dazu, dass es hier von bis zu vier Kindern genutzt wird und dann evt. noch auf den Flohmarkt gehen kann.

Liebe Grüße , Anja

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Faire Mode 13. November 2019 - 09:57

Ich habe viele Jahre Kleidung für eine fair Fashion Marke (in Europa produziert, aus recycelten Materialien und ohne Schadstoffe) online vermarktet. In den Sale gingen vor allem die Teile, die wir nicht im Einzelhandel verkaufen konnten. Also schlicht Zuviel produziert haben und uns leider nicht abgenommen wurden. Man legt ja vor der Produktion eine ungefähre Menge fest die verkauft werden soll. Wäre schön einfach wenn es nur Vorordern gibt, aber die Realität ist anders.

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Doro 1. Dezember 2017 - 11:45

Lieber Christian,
ich habe die Texte gelesen. Ich habe auch gelesen, dass du bei den Videospielkonsolen auf gebrauchte Alternativen aufmerksam gemacht hast. Du hast den Text oben ja auch sehr vorsichtig formuliert. Das hätte ich mit meiner Antwort auch tun sollen. Ich wollte nicht zum Rundumschlag ansetzen und dich bzw. euch angreifen. Ich hätte da nochmal richtig drüberlesen sollen. Das tut mir sehr leid. Mir fällt nur immer mehr die Diskrepanz zwischen der Werbung in den Blogs und der gleichzeitigen Minimalismusdebatte auf. Das ist das gleiche, wenn es darum geht, was die Babys alles nicht brauchen. Gleichzeitg werden dann zum Beispiel Matschhosen beworben, die so viel kosten, wie ich in einem halben Jahr für Kinderkleidung insgesamt ausgebe.
Ich habe für mich immer mehr das Gefühl, dass die Welt der Blogs schon leicht abgehoben ist und sich vor allem in der Werbung an Leute wendet, die sich etwas leisten können.
Ich gehöre auch zu den Leuten, denen es sehr gut geht, die Bio kaufen und auf dem Wochenmarkt einkaufen gehen, die ein hochwertiges Mobiltelefon ihr eigen nennen und zu Hause einen (übrigens auch gebraucht gekauften) Beamer haben. Wir gehen sehr oft auswärts essen und haben es schön. Und natürlich muss ich die Werbung nicht lesen und mich nicht ärgern. Immerhin steht es ja auch groß und breit obendrüber. Ich bin gerade nur am rumrätseln, was eigentlich Minimalismus ist und was Konsumverzicht und was nicht. Und ich frage mich auch, ob es nicht wirklich so ist, dass Leute, die mit (relativem) Wohlstand gesegnet sind, es viel einfacher haben “minimalistisch” zu leben. Weil sie die Ressourcen dazu einfach haben. Und sei es nur die Zeit, sich zu sortieren und zu vergleichen.
Wie mir das Thema Elternzeit dazwischen gerutscht ist, weiß ich gerade auch nicht mehr. 🙂

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Johanna 2. Dezember 2017 - 21:30

Ich fand deinen Kommentar berechtigt. Bei mir hat sich gerade der Lebensstandard verändert und ich spüre den Kontrast deutlich. Und ich würde sagen, Minimalismus können sich auch weniger gut situierte Leute leisten, jedenfalls in Deutschland. Aber, er bringt dann weniger Spaß, weil er auch eine andere Dimension hat. Ich stelle mir dann nicht die Frage, schenke ich meinem Kind ein hochwertiges Spielzeug zu Weihnachten oder drei weniger wertige. Sondern, welches von den weniger wertigen ist im Budget? Oder ist es ok wenn das Kind etwas gebrauchtes zu Weihnachten bekommt? Es ist nicht die Frage, neu oder second hand, sondern, kann ich mir jetzt gerade einen Mantel von Oxfam leisten? Manchmal weniger die Frage, Bio oder nicht, sondern, reicht auch eine Gemüsesorte, und ein Brotaufstrich, und eine Sorte Tee zur Zeit? Die Gefahr mich mit Dingen zu “belasten” ist vielleicht etwas geringer, aber ich habe schon Sehnsucht danach mir mal etwas “einfach so” zu kaufen. Etwas nützliches, oder etwas albernes. Und damit meine ich nicht eins von den teuren Elektronik-Luxusobjekten. Und ja, ich finde es total gut dass ihr das macht mit dem Aussortieren und den Flohmärkten und dem Platz schaffen. Was nicht so gut dazu passt, ist die Werbung für neue Dinge. Ich kann verstehen dass ihr die macht, und würde es vielleicht auch machen, wäre ich erfolgreiche Bloggerin. Ich fühle mich trotzdem als Leserin, die ja auch als Publikum/Zielgruppe für die Werbung hinhalten soll, veräppelt. Das schreibe ich euch auf meinem Laptop, der hier auch die einzige Video-Guck-Maschine und Musik-Wiedergabe-Maschine und Fotos-Verschick-Maschine und Facebook-Maschine und Rumdaddel-Maschine und Arbeits-Maschine ist. Das liegt aber nicht nur am exorbitanten Preis dieser ganzen Geräte, sondern auch daran dass es für mich total ausreicht.

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Antje 30. November 2017 - 15:14

Danke für euren tollen Artikel! Wir leben zur viert auf drei Zimmern und würden das auch gern so behalten- daher würde mich auch sehr interessieren wir das konkret bei euch aufgeteilt habt.
Und eine Frage noch wie mistet ihr denn konkret im Alltag aus- unser Tag beginnt mit zwei Kids und Arbeit – 05:30 und endet 20.00 Uhr auf dem Sofa. Irgendwie bin ich da zu er schöpft um in mein Bücherregal zu schauen… oder bei Kleinanzeigen Dinge zu verkaufen.
Liebe Grüße

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Simone 30. November 2017 - 11:29

Ein toller Artikel. Mich würde aber noch interessieren wie alt die Kinder sind. Und wie handhabt ihr das zb mit Bastelsachen? Ich nähe einen großteil unserer Sachen selber, aber habe auch wahnsinnig viel Stoff, Knöpfe, Reißverschlüsse….da. Da weiß ich nicht wie ich das minimieren soll?

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Anja 30. November 2017 - 12:23

Liebe Simone,

die Kinder hier sind 12,9,5 und acht Monate. Dinge, die Du benutzt und die Dir Freude machen, “dürfen” ja auch bleiben. Aber vielleicht gibt es auch da sogar ein paar Sachen auszusortieren wie z.B. Stoffe, die Du eh nie vernähen wirst, weil sie Dir vielleicht nicht gefallen oder unpraktisch sind?? Die Bastel-und Malsachen sind hier derzeit in einer großen Holzkiste bzw. in der Ablage vom Maltisch (so ein altes Schulpult) verstaut, aber wegen des immer mobiler werdenden Babys müssen die wohl bald mal in den Schrank einziehen 😉 Kunstwerke und Basteleien der Kinder werden regelmäßig mit ihnen zusammen aussortiert. Das haben wir aber schon immer gemacht, weil wir sonst wohl eine eigene Wohnung nur für die Bastelprojekte und Bilder anmieten müssten:) Liebe Grüße, Anja

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Katharina 29. November 2017 - 22:39

Immer wenn ich vor etwas stehe, was in mir die spontane Kauflust weckt, muss ich an den Satz denken: THE THINGS YOU OWN THEY END UP OWNING YOU.
Das hilft auch gegen eine Kaufentscheidung. Wirklich 😉

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Anne 29. November 2017 - 19:19

Hallo ihr Lieben,
dieser Artikel ist vor allem im Zuge vieler Eltern von Bedeutung, die ihre Kinder vor dem Geschenkewahn an Weihnachten schützen möchte. Danke dafür!
Uns gelingt es mal mehr und mal weniger, den Großeltern die immer wieder kleinen (und unüberlegten und völlig sinnfreien) Mitbringsel anzureden. Wenn ihr da noch ein paar Tipps auf Lager habt, wäre das ganz wunderbar

Antworten
Anja 30. November 2017 - 12:31

Liebe Anne,

im Grunde hilft da wohl letztlich nur Ehrlichkeit. Wir haben gesagt, dass uns das Aufbewahren, Aufräumen etc. letztlich wirklich viel Zeit und Platz kostet. Z.B. das Vorlesen abends wird nicht schöner, wenn das Kind- überfordert von 50 Pixibüchern- sich einfach nicht entscheiden kann. Auch diese vermeintlichen kleinen Mitbringsel summieren sich irgendwann. Und erinnern werden sich die Kinder später nicht an das 100. Geschenk der Großeltern, sondern an Dinge, die man zusammen gemacht hat. Wenn unbedingt etwas mitgebracht werden muss, dann vielleicht Bastelsachen oder Zutaten für einen Keksteig- also Dinge, mit denen man dann auch gleich zusammen etwas machen kann. Gut sind auch immer, wenn es große Wünsche gibt, die vielleicht sogar für alle Kinder zusammen sind und man diese dann erfüllen kann, weil sich alle finanziell beteiligen. Liebe Grüße, Anja

Antworten
Evi 29. November 2017 - 18:38

Mich würde interessieren wie ihr Euren Wohnraum optimiert und umgebaut habt. Wieviele Zimmer habt ihre denn für 6 Personen zur Verfügung. Finde das total spannend und vielleicht kann ich ja die ein oder andere Idee abgreifen 😉 z.B. wie habt Ihr Eure Garderobe organisiert und haben die Kinder eigene Zimmer, habt ihr ein Büro in der Wohnung? Jaja, vielleicht wäre das ja mal ein Blogeintrag wert 🙂

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Anja 30. November 2017 - 12:32

Liebe Evi,

das machen wir mal. Ich finde sowas auch immer spannend und schau mir da auch gerne etwas von anderen Familien ab 🙂

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Steffi 12. Dezember 2018 - 19:30

Dieser Blogbeitrag käme mir gerade sehr gelegen :). Wir überlegen sich, wie wir den Wohnraum nun umgestalten, damit sich fünf Personen wohl fühlen.

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Nina 29. November 2017 - 12:35

Minimalismus ist für mich schon lange ein großes Thema und ich selbst besitze schon lange ausschließlich das Notwendigste für mich. Meine sehr teure Winterjacke trage ich in diesem Jahr bereits den 10. Winter.
Jetzt sind wir mit einer Sprinterladung nach Berlin umgezogen und haben an unserem Hauptwohnsitz vieles zurück gelassen. Ich vermisse nichts und werde weiter aussortieren. Auch in den Badezimmern ist bei uns sehr wenig vorhanden, da wir Produkte wählen die nachhaltig hergestellt werden und für alle Familienmitglieder benutzt werden können, quasi von 0-99.

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Angela 29. November 2017 - 12:03

Oh ja, das kenne ich. Wir haben jetzt fünf Kinder und sind auch dazu übergegangen, uns von überflüssigen Dingen zu trennen bzw. gut zu überlegen, was wir wirklich brauchen und dass dann in einer guten Qualität zu besorgen. Von den Großeltern gibt es mittlerweile hauptsächlich Zoobesuche, Museumsbesuche usw. zu den Festen. Die Kinder sind begeistert! – Das war ein langer Weg, aber keiner hat etwas davon, wenn die Familie zig Geschenke kauft, die bei den Kindern in der Ecke landen, weil es einfach viel zu viel ist. Herzliche Großfamilien-Grüße von Angela

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Doro 29. November 2017 - 11:53

Hihi, euch geht es wirklich sehr gut. Ich finde diese Minimalismusdebatte im Zusammenhang mit Werbung für riesige Fernseher und Empfehlungen für teure Spielekonsolen befremdlich. Aber vielleicht ist es das gar nicht. Denn wer hochwertig und Bio und lange Elternzeiten finanzieren kann, der hat auch die Ressourcen dafür.
Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Welt der Blogs ein bisschen abgehoben ist und sich immer mehr an Leute wendet, die es sich leisten können. Andererseits finde ich es bewundernswert, wie ihr euer Ding durchzieht.

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Christian 29. November 2017 - 13:37

Liebe Doro,

ich weiß nicht, ob du die von dir angesprochenen Texte gelesen hast. Der Fernseher ist zum Beispiel als Luxusartikel “deklariert”- die Videospielkonsolen sind Teil meiner normalen Arbeit, deshalb gibt es die hier. Brauchen wir nicht zwingend, aber wie geschrieben geht es mir auch nicht um generelle Konsumverweigerung.

Bioessen versuchen wir in der Tat wo immer es geht zu essen (und dafür geben wir mit Abstand das meiste Geld im Alltag aus – schließlich landet das Essen ja in uns und unseren Kindern!). Aber schon allein dadurch, dass es kein Fleisch gibt (was in Bio-Qualität nun mal sehr teuer ist), ist das machbar.

Elternzeit nehmen doch die meisten Eltern mindestens ein Jahr ? In unserem Fall bin halt “nur” ich in Elternzeit – und Anja arbeitet. Da verstehe ich jetzt konkret den Vorwurf nicht, wenn es denn überhaupt einer gewesen sein sollte. Elternzeit bringt ja in der Regel immer finanzielle Einbußen mit sich, weil eben nicht beide gleichzeitig arbeiten können. Somit hat man auch nicht das reguläre Gehalt zur Verfügung. Trotzdem schätzen wir die Option des Elterngeldes sehr, weil wir beim ersten Kind beide nach sechs Wochen (damals gab es noch kein Elterngeld) wieder arbeiten mussten und uns das organisatorisch echt auch an Grenzen brachte.

Und wie im letzten Satz geschrieben, es ist wirklich gruselig, dass ein Teil der Welt über Reduzierung nachdenkt, während andere nicht mal das Nötigste haben. Aber so geht es mir auch, wenn ich hier mit Trinkwasser täglich dusche, während andere dursten. Ja, es geht uns wirklich sehr gut. Und vieles auf der Welt ist sehr ungerecht verteilt. Sich trotzdem Gedanken darüber zu machen und auch mit den Kindern zu diskutieren, was und wie wir konsumieren oder wie wir den uns zur Verfügung stehenden Wohnraum optimal nutzen , ist deshalb ja nicht falsch. Die seit dem vierten Kind ständige Frage nach der Wohnungssituation war ja der eigentliche Auslöser für diesen Artikel.

Der Titel hat auch deshalb ein Fragezeichen, weil jeder Minimalismus anders definiert. Wir sehen uns weder als dogmatische Minimalisten noch als Experten dazu. Das Thema geht für mich persönlich auch über reine Kaufentscheidungen hinaus. Aber letztlich ist dieser Text lediglich eine persönliche Erfahrung und vielleicht ein Impuls für diejenigen, die ähnliche “Luxusprobleme” (und das ist jetzt nicht mal ironisch gemeint) haben.

Viele Grüße, Christian

Antworten
Hannah 29. November 2017 - 13:39

In Wirklichkeit ist bewusstes Einkaufen doch ressourcensparender und nachhaltiger.
Der Autorin zu unterstellen, dass das abgehoben ist, ist nicht fair.
Wir alle hinterlassen unseren Kindern nur einen Planeten. Es gibt keinen Ersatz irgendwo.
Ich kenne viele Familien im Umfeld die nur arbeiten um die Kinder mit materiellen Dingen zu überhäufen. Bergeweise Spielzeug.

Da hatte unsere Tochter von 10 Monaten (gemeinsamer!) Elternzeit mehr als von 15 verschiedenen Rasseln und Teddybären.

Mal ganz einfach runtergebrochen: statt 3 Plastikteile für je 10€ zu kaufen, kann ich auch in ein hochwertiges Holzteil für 25€ investieren. Das spart, ist wahrscheinlich langlebiger und kann später wieder verkauft werden. Währendessen der meiste billige Plastikkram im gelben Sack (das wäre ja schon gut. Meist landet er im Restmüll) landet.

Natürlich gibt es auch Plastikteile bei uns. Aber sowenig wie möglich an Ramsch.

Bio ist übrigens auch nicht immer so teuer wie es dargestellt wird. Auf dem Wochenmarkt kosteten letzte Woche 3 Bio Zitronen 1€. Bei Penny nebenan 1,49€.

Also einfach mal Augen auf beim Haushaltskauf.

Ich glaube die Autorin will niemanden verurteilen, sondern nur sensibilisieren.
Bei mir ist es gelungen….
Mit ein wenig mehr Selbstkritik könnte es anderen auch gelingen.

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Kruemelina 29. November 2017 - 11:46

Ein wunderbarer Artikel, der zum Nachdenken anregt. Sehe mich schon in der Wohnung um, aber diesmal mit einem anderen Blick. Mal sehen, was weg muss… Übrigens ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen, vorletzter Absatz, letzte Zeile: Da sollte es “auf dem Flohmarkt heißen” 🙂 Herzensgrüße vom Krümel Blog,

Kruemelina

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