Schwangerenvorsorge, Schwangerschaft, Vorsorge

Schwangerenvorsorge – Vertrauen in die Frauen

von Anja

Du bist schwanger. Gerade eben hast Du den Test gemacht und nun sagen Dir zwei Streifen, dass Deine kleine Vorahnung stimmt. Da ist tatsächlich ein Baby unterwegs. Und während Du vielleicht noch ungläubig den Kopf schüttelst, wächst dieses kleine Menschenkind gerade in Dir heran. Bestimmt gehen Dir zig Fragen durch den Kopf. Auch wenn Du Dir vielleicht schon lange ein Baby gewünscht hast, ist dieser Moment doch so überraschend und plötzlich gekommen. Freude, Aufregung, aber bestimmt auch ein bisschen Angst durchströmen Dich gleichzeitig.

Vielleicht möchtest Du es der ganzen Welt erzählen, vielleicht auch nur Deinem Partner. Oder es auch erst einmal ganz für Dich behalten. Gerade wenn dies Dein erstes Kind ist, stellen sich Dir wahrscheinlich etliche Fragen. Was muss ich jetzt tun? Muss ich überhaupt etwas tun? Muss ich meine Ernährung umstellen? Mehr trinken? Brauche ich bestimmte Nährstoffe? Darf ich noch baden? Und weiter joggen gehen?

Jetzt kannst Du natürlich anfangen im Internet nach allen möglichen Problemstellungen zu suchen. Aber wie gut wäre es, einfach von Anfang an einen Ansprechpartner zu haben, der Dir hilft, im Informationsüberfluss zu diesem Thema zurecht zu kommen? Jemanden, der sich mit Dir freut. Der Dir gratuliert, zuhört und Dir vertraut, dass Du am besten weißt, was gut für Dich und Dein Baby ist. Jemanden, der Dich informiert, aber Dir nicht vorschreibt, was Du zu tun oder zu lassen hast. Eine Person, die Untersuchungsmöglichkeiten aufzählt, aber Dir den Raum für eigene Entscheidungen lässt. Jemanden, der Dich fragt, wie es Dir gerade geht und nicht nur Untersuchungsbefunde zur Beurteilung Deines Wohlbefindens heranzieht.

Schwangerenvorsorge sollte Dich stärken

Schwangerenvorsorge sollte Dich stärken. Sie sollte Dir ein gutes Gefühl vermitteln, bevor die Sorgen kommen. Oder Dir zumindest helfen, diese Sorgen wieder zu relativieren, wenn sie dich überrollen sollten. Doch die Vorsorge gleicht oft eher einer systematischen Fehlersuche – gerade in den ersten frühen Wochen. Es sind die Wochen, in denen wir als schwangere Frauen immer wieder von Zweifeln heimgesucht werden. Die Einstufung von werdenden Müttern in die Kategorie „Risikoschwangerschaft“ sorgt nicht dafür, dass Frauen Vertrauen in sich und ihren Körper entwickeln können.

Und auch das Vertrauen durch andere, die die Schwangerschaft mit begleiten, wird nicht unbedingt gestärkt, wenn da vielleicht sogar noch in rot „Risikosschwangerschaft“ im Mutterpass steht. Natürlich gibt es Schwangerschaften, die in diese Kategorie fallen und deshalb auch entsprechend intensiver begleitet werden sollten. Aber die Tatsache, dass eine Frau eine Katzenhaarallergie hat oder auch einfach nur 35 Jahre alt ist, macht ihre Schwangerschaft nicht automatisch zu einer hochriskanten Angelegenheit. Es macht aber etwas mit Dir als Frau, wenn der Blick auf die Schwangerschaft so defizitorientiert ist.

Darum wünsche ich jeder Frau einen bestärkenden Start in ihre Schwangerschaft. Ein „Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft“ statt „Da schauen wir aber erst mal, ob überhaupt alles in Ordnung ist“. Als Mutter musst Du ein Leben lang immer wieder Vertrauen in Dein Kind haben. Und auch genug Vertrauen in Dich, denn permanente Selbstzweifel erschweren den Elternalltag sehr. Warum also nicht gleich von Anfang guter Hoffnung sein dürfen?

Passend zum Thema

3 Kommentare

Anja 17. März 2018 - 17:46

Ich hatte Glück und bin sehr bestärkt und selbstbewusst durch die Schwangerschaften gegangen. Nicht zuletzt Dank der wunderbaren ersten Erfahrung mit meiner Hebamme. Alles war gut so, wie ich es gemacht habe. Es gab kein Richtig oder Falsch, sondern Möglichkeiten es so oder so zu tun. Das hat mir sehr gut getan und mich nie daran zweifeln lassen, dass ich die Kinder zur Welt bringen kann. Jetzt bei der dritten Schwangerschaft nach einigen Jahren Pause profitiere ich sehr davon.

Antworten
An 17. März 2018 - 17:06

Ja, genau so sollte es sein. Danke, dass Du das so klar formuliert hast.

Antworten
Luise 16. März 2018 - 11:11

Und Hebammenvorsorge wahrnehmen?

Hatte tatsächlich mal eine Schwangere die während dieser Zeit die „magischen“ 35 Jahre knackte. Da hat sie dann auf Hälfte der Schwangerschaftsdauer tatsächlich vom Gyn noch ein Risikokreuz gesetzt bekommen…

Ebenso ist der heilige Mutterpass keine Urkunde oder Eigentum der ÄrztInnen oder Hebammen, es ist Dokument der Mutter. Deshalb sollen und dürfen „ meine Frauen“ da gern selbst Dinge ausfüllen und eintragen :).

Ein Hoch auf die Zeit der guten Hoffnung!

Antworten

Kommentieren