Kaffee, Hochstuhl, Reichweite, Radius, Kids

Unterschätzte Reichweite

von Christian

Anja sitzt im Café und ist ziemlich genervt, als ich fröhlich und etwas zu spät zur Tür reinkomme. Ich kann es sofort sehen. An ihrem Gesicht. Und an dem Kaffee, der gleichmäßig quer über Tisch, Boden und Anjas Hose sowie dem Tragetuch verteilt ist. Sieht nicht gut aus. Aber immerhin war der Kaffee zum Glück nicht mehr heiß. Und auch das Baby blieb trocken. Es schaut fasziniert auf die den Tisch heruntertropfende Kaffeelache.

Aber was war eigentlich passiert? Nun, Anja hat schlicht die mittlerweile recht große Reichweite des Babys voll unterschätzt. Erstaunlich wie wir doch bereits schon drei mal zuvor gemachte Erfahrungen immer wieder gekonnt verdrängen. Dazu gehört auch die falsche Annahme, dass ein Baby auf dem Schoß oder im Hochstuhl einen begrenzten Aktionsradius hat. Nun, wir jedenfalls wissen jetzt wieder, dass die kleinen Hände an den kleinen Armen ziemlich große Strecken überbrücken können.

Die Reichweite ausbauen

Pünktlich zu dieser Erkenntnis hat die Kleine auch damit begonnen, sich im Hochstuhl hinzustellen. Alle Beikostmahlzeiten finden nun im Stehen statt – und es sieht schon ein bisschen lustig aus. Ganz offenkundig findet es die Kleine selbst auch ziemlich lustig. Die Geräuschkulisse lässt keine anderen Schluss zu, denn das Babymädchen quietscht dabei vor Freude. Es ist sicherlich auch das Vergnügen ihrer erweiterten Reichweite.

Der Rest der Familie hat sich derweil längst daran gewöhnt, sämtliche Gläser und Schalen auf die andere Seite des Tisches zu schieben. Oder eben daran, dass selbige auf dem Boden landen, wenn man es vergisst oder nicht schnell genug ist. Dann muss wieder ewig gesaugt und gewischt werden, um auch kleinste Splitter vom Boden wegzubekommen. Es gilt also derzeit vorausschauend und flink zu agieren, wenn man nicht eine Runde Extraputzen will. Und bei jeder Mahlzeit mit irgendwelchen Getränken gebadet werden will auch niemand.

Aber auch jenseits der Essenssituationen findet die Kleinste hier inzwischen Mittel und Wege dort ranzukommen, wo sie ran möchte. Und so wandern auch zum vierten Mal wieder große Blumenvasen, wackelige Beistelltische und sonstige „gefährlichen“ Dinge irgendwo oben auf Regalen und Ablageflächen. Aber so ist das halt mit Kindern: Es ist ein stetiges Auf und Ab.

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3 Kommentare

Veronika 6. Februar 2018 - 13:48

Oh ja, vor 2 Jahren hab ich mit unserem 6 Monate alten Sohn beim Mittagessen im Restaurant die gleiche Erfahrung machen dürfen – mit Currysuppe und einem weiß-blau gestreiften Strampler. Das Gelb weigerte sich danach hartnäckig, unseren Waschbemühungen zu weichen….

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Josi 6. Februar 2018 - 11:59

Das mit dem Kaffee, der Gott sei Dank nicht mehr heiß war, ist heute morgen zum 4. Mal passiert. Gut zu wissen, dass es nicht nur bei uns Auf und Ab geht.

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Silke 5. Februar 2018 - 19:30

Oh, das kenne ich. Wir sind so mit dem vierten Kind in der Notaufnahme gelandet. Nie hätten wir damit gerechnet, dass ein Krabbelkind vom Küchenboden auf einen Stuhl klettern kann. Sie konnte, aber bei Versuch sich dann dort hinzusetzen, war die Schwerkraft Sieger… u

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